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Alpenverein Linz


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Grundsatzprogramm des Alpenvereins zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraumes sowie zum umweltverträglichen Bergsport

Als anfangs naiver Bergsportler stand der Alpenverein für mich immer vorwiegend als Ersteller und Erhalter der alpinen Infrastruktur sowie als der Verein, der Kurse, Ausbildungen und Touren zum Bergsport für die Mitglieder anbietet. Und es damit auch den Laien ermöglicht, eine Vielzahl von tollen, erlebnisreichen Bergen in unseren Alpen zu ersteigen. Erst durch die aufkommende Klimadebatte der letzten Jahre und den zunehmenden Andrang in unseren Bergen habe ich mich intensiver mit dem Thema Natur- und Umweltschutz auseinandergesetzt und habe dadurch erst verstanden, dass dies eines der ureigensten Themen des Alpenvereins immer war und ist.

Die Diskussion, wieviel Bergsport, wieviel Infrastruktur und wieviel Menschen die Alpen vertragen, ohne dass die Ökologie des Naturraumes Alpen nachhaltig zerstört wird, stellten sich die Mitglieder des Alpenvereins bereits in den 1920er Jahren intensiv. Der erstmalige aufkommende Tourismus durch die Erschließung der Alpen und die Begeisterung für die Berge lösten einen wahren Boom erholungs- und abenteuersuchenden Menschen Ende des 19. Jahrhunderts in den Alpen aus. Somit verwundert es nicht, dass bereits 1927 der Naturschutz in die Satzungen des Alpenvereines aufgenommen worden ist. Damit wurde der Naturschutz zu einer der tragenden Säulen des Alpenvereins. (Dies erklärt auch die Zwiespältigkeit, der sich Alpenverein stets ausgesetzt sieht, in der einerseits die Förderung des Bergsportes und andererseits die Erhaltung des Naturraumes Alpen unter einen Hut zu bringen sind.)

Ende der 1970er Jahre wurde ein umfangreiches Naturschutzprogramm beschlossen, welches 2013 überarbeitet wurde und in 12 Leitlinien zusammengefasst, sehr gut darstellt, wofür sich der Alpenverein im Zuge des Natur- und Umweltschutzes einsetzt. In dieser und den kommenden Ausgaben von Linz Alpin wollen wir euch daher diese 12 Leitlinien näherbringen und hoffen, sie dienen euch auch als Inspiration für nachhaltiges und umweltfreundliches Verhalten.


Nachfolgend stellen wir die Leitlinien des Alpenvereins zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraumes vor,

zusammengefasst von unserem Naturschutzreferenten, Harald Bangerl, wie folgt:

Erste Leitlinie: Ganzheitliches Naturverständnis fördern und kulturelles Erbe bewahren

Das Thema Nachhaltigkeit wird ja gerade inflationär verwendet. Wikipedia erklärt diesen Begriff mit einem Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme (vor allem von Lebewesen und Ökosystemen) gewährleistet werden soll. Da fragt man sich, wie war das früher wo dieser Begriff Niemanden bekannt war. Man hat wohl einfach auf die Natur „aufgepasst“ und versucht sich rücksichtsvoll zu verhalten. Und genau hierfür setzt sich der Alpenverein in seinem Arbeitsgebiet, den Bergen, ein. Auf die Fauna und Flora aufzupassen und dabei die Natur ganzheitlich auch als kulturelles Erbe zu verstehen. Sei es durch Initiativen wie die Unterstützung der Bürgerinitiative gegen den Ausbau des Skiigebiets Pitztal/Ötztal, dem Projekt „Vielfalt bewegt“, dass ein Biodiversitätsmonitoring über der Waldgrenze ermöglicht oder diverser Umweltbaustellen unserer Vereine. Wir als Alpenverein Linz versuchen hier immer wieder durch entsprechende Artikel im Linz Alpin (z.B. Alpen-Littering, Vorstellung der Naturschutzgebiete rund um Linz) das Naturverständnis ins Gedächtnis unserer Mitglieder zu rufen. Ebenso hoffen wir auch, euch vermehrt Vorträge in diese Richtung in Zukunft anbieten zu können. Denn die Natur braucht uns nicht, wir aber die Natur!

Zweite Leitlinie: Grundfunktionen des Alpenraumes sichern

Die Alpen als ganzheitliches ökologisches System erfüllen die vier Grundfunktionen Naturraum, Lebensraum, Kulturraum und Wirtschaftsraum. Die durchaus unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse der einzelnen Grundfunktionen in ihrem sensiblen Gleichgewicht zu halten, oder wieder dorthin zu bringen, das ist hier die Herausforderung. Dies kann uns zum Beispiel dadurch gelingen, in dem wir mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen (Wasser, Landfläche, etc.) entsprechend sparsam und schonend umgehen, so dass ein Nebeneinander von Bewirtschaftung und Benutzung durch den Menschen mit der bestehenden Flora und Fauna gewährleistet ist. Auch diese ganz und gar nicht leichte Aufgabe versucht der Alpenverein wahrzunehmen.

Dritte Leitlinie: Alpine Raumordnung weiter entwickeln und umsetzen

Im alpinen Raum teilen sich nicht nur immer mehr Menschen den enger werdenden Raum in Tälern, oft werden diese Gebiete auch für die Landwirtschaft bzw. den Tourismus genutzt. Die gewohnten Strukturen verändern sich und längst geht es nicht mehr um kleine „Räume“, sondern um ganze Regionen die dabei in Betracht gezogen werden sollten. Daher versucht der Alpenverein die Politik und Verwaltung immer wieder an Notwendigkeit einer alpinen Raumordnung zu erinnern. In diesem Zusammenhang besonders wichtig ist auch das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention, das unter anderem vorsieht, keine neuen hochrangigen alpenquerenden Straßen zu bauen.

Vierte Leitlinie: Natürliche Lebensgrundlagen erhalten und Schutzgebiete sichern

Gemeinsam müssen wir darauf achten, dass Boden, Wasser, Luft, Menschen, Tiere und Pflanzen nicht weiter geschädigt werden. Deswegen ist es umso wichtiger genau auf das ökologische Gleichgewicht zu schauen, wenn alpiner Boden und Grund neu genutzt werden soll. Hierfür setzt sich der Alpenverein ein. Und zu Erhaltung und im besten Falle Erweiterung von Schutzgebieten, die oft über die Landesgrenzen hinausgehen sollten. Denn auch der Klimawandel macht vor Grenzen nicht halt.

Fünfte Leitlinie: Touristische Wachstumsspirale durchbrechen und unerschlossen Räume erhalten

Unsere Alpen sind bereits jetzt das weltweit am stärksten erschlossene Hochgebirge der Welt. Das hat uns ermöglicht, rasch und einfach in die Berge zu kommen, Arbeitsplätze geschaffen und damit sicher auch über die letzten Jahrzehnte zu unserem Wohlstand beigetragen. Aber es ist bereits genug erschlossen und die noch wenigen vorhandenen, unberührten Naturlandschaften sind unbedingt zu erhalten. Der Alpenverein setzt hier strenge interne Maßstäbe an, z. B. bei der Errichtung von Klettersteigen und Klettergärten, bei notwendigen Wegverlegungen, aber auch diese Maßstäbe einzuverlangen bei behördlichen Genehmigungsverfahren. Diese werden zum Beispiel vertreten bei der Unterstützung der Bürgerinitiative zum Mega-Ausbau des Schigebietes Pitztal-Ötztal oder im anhängigen UVP-Verfahren. Denn nur wer selbst glaubwürdig handelt kann das Gleiche von anderen einfordern.

Sechste Leitlinie: Natur- und umweltverträgliche Formen des Tourismus fördern

Es muss nicht immer „Weiter, Höher, Schneller“ sein. Es braucht keine Megaprojekte, die massiv in die Landschaft eingreifen, um Touristen anzuziehen. Denn in unserer hektischen, sich ständig verändernden, immer herausfordernderen Welt sehnt sich der Mensch bereits immer öfter nach Ruhe, Entspannung, Erholung, die Natur mit allen Sinnen zu erfahren. Es gäbe genug Ansatzpunkte für Touristiker für ein nachhaltigeres Angebot. Vorrausschauend sollte gemeinsam darauf hingearbeitet werden, mehr naturnahen Tourismus zu fördern, weniger Verkehr in unsere Alpen zu bringen, und dabei den Tourismus funktionsfähig zu erhalten. Z. B. durch Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie sie auch in unserem Tourenprogramm immer öfter zu finden sind. Und dies funktioniert nur gemeinsam!


Harald Bangerl - NAturschutzreferent

Siebte Leitlinie: Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung anstreben

Als Konsequenz um die ganze Thematik Tourismus lässt sich die siebte Leitlinie ableiten, mit der lokalen Bevölkerung partnerschaftliche zusammen zu arbeiten. Allzu oft werden neue Erschließungen oder der Ausbau bestehender Anlagen mit der Erhaltung von Arbeitsplätzen und damit dem Wohlstand argumentiert. Dies eignet sich natürlich vortrefflich, um eine gewisse Verlustangst zu schüren und rasch Unterstützer zu gewinnen. Dabei wird oft vergessen über den Tellerrand zu blicken, die Zukunft und ihre bereits unausweichlichen Klimaveränderungen zu berücksichtigen, oder über Alternativen ernsthaft nachzudenken. Aufklären, Einbeziehen, Alternativen aufzeigen und gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung darüber diskutieren wären oft schon ein guter Anfang, denn beim Reden kommen die Leute zusammen. Nur miteinander macht man mehr möglich!

Den genauen Wortlaut der Leitlinien des Alpenverein Österreich kann man nachlesen unter:

http://www.alpenverein.at/portal/natur-umwelt/av-naturschutz/grundsatzprogramm-nsch.php

Harald Bangerl

Naturschutzreferent

 
 
 

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