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Matterhorn-Überschreitung / Breithorn / Pollux / Castor (Matterhorn-Überschreitung / Breithorn / Pollux / Castor)

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Matterhorn-Überschreitung / Breithorn / Pollux / Castor

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Matterhorn-Überschreitung / Breithorn / Pollux / Castor

29. Juli - 2. August 2012 / Schweiz - Zermatt

Teilnehmer:, Klaus Wolkerstorfer, Peter Leitner, Robert Ferihumer Reinhard Falkner

Schon im Winter 2011/12 entschied sich eine kleine Gruppe im Sommer 2012 das Matterhorn zu besteigen. Um den hohen Andrang über die Normalroute etwas auszuweichen entschieden wir uns das Matterhorn zu überschreiten.

1. Tag - Sonntag, 29. Juli 2012

Abfahrt um 00.29 Uhr vom Hauptbahnhof Wels mit dem Zug nach Zürich. Dort stiegen wir um und fuhren über Visp nach Zermatt. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort und einigen letzten Einkäufen fuhren wir mit der Seilbahn auf das "Kleine Matterhorn" (3.820 m). Nach einer kurzen Rastpause beschlossen wir jedoch, da sich das Wetter wider Erwarten schon zu Mittag gebessert hatte, noch auf das Breithorn (4.165 m) anzusteigen und standen nach ca. 1,5 Std. am Gipfel! Geschlafen wurde in einer neuen Hütte am kleinen Matterhorn welches direkt an die Liftstation angrenzte.

2. Tag - Montag, 30. Juli 2012

Die "Radikal-Akklimatisierung" vom Vortag (Höhendifferenz NWK/Breithorn fast 4.000 m in ca. 15 Stunden) sollte sich noch etwas rächen. Nachdem wir alle vier sehr schlecht geschlafen hatten, saßen wir ohne Appetit und mit Kopfweh beim Frühstück. Wir starteten jedoch um ca. 5.30 Uhr unsere geplante Tour Richtung Pollux und Castor. Da sich in der frischen Luft unser Zustand etwas besserte, standen wir schließlich nach ca. 2,5 Std. am Gipfel des Castor (4.228 m)! Wir stiegen anschließend zum Zwillingsjoch ab, um auch noch den Pollux (4.092 m) über den Südwestgrat zu erklimmen. Der anschließende Rückweg erwies sich als ziemlich zäh, war doch der Allgemeinzustand noch immer nicht berauschend. Als wir bei der Bergstation Klein Matterhorn wieder ankamen, brauchten wir erst mal eine Pause. Während wir uns im Aufenthaltsraum wieder ein wenig erholten, war auch die Schweizer Skirennläuferin Lara Gut anwesend und mit ihrem Mittagessen beschäftigt. Wir nahmen unser Gepäck auf und stiegen noch zu Theodulhütte (3.317 m) ab. Dort checkten wir noch den aktuellen Wetterbericht und da dieser zwar für den nächsten Tag herrliches Wetter vorhersagte, jedoch für den geplanten Gipfeltag Gewitter ankündigte, machte sich ein wenig Nervosität breit und wir diskutierten darüber, ob die Tour aufs Matterhorn möglich sein wird, oder ob wir eine Alternative suchen müssen.

3. Tag - Dienstag, 31. Juli 2012

Für diesen Tag war der Anstieg auf die Carell-Hütte (3.830 m) geplant. Dazu mussten wir zuerst von der Theodulhütte ca. 600 hm absteigen um anschließend über das Rifugio Orionde (2.802 m/früher Rifugio Abruzzi) zur Carellhütte anzusteigen. Beim Refugio trafen wir noch auf einen Einheimischen und er bestärkte uns in unserer Absicht, den Anstieg zu wagen. In knapp über 3 Std. konnten wir die ca. 1000 Hm überwinden und uns bereits ein Bild von den ersten Kletterstellen des Liongrates machen. Gleich nach der Ankunft war Schnee holen und schmelzen angesagt, da die Carellhütte nicht bewirtschaftet wird. Wir kochten einige Liter Wasser und somit waren auch die Vorräte für den nächsten Tag schon aufgefüllt.

4. Tag - Mittwoch, 1. August 2012

Um 4.00 Uhr war Tagwache. Nach einem kurzen Frühstück verließen wir die Hütte um ca. 4.30 Uhr. Da das Wetter optimal war, waren ziemlich viele Bergsteiger bzw. Bergführer in der Hütte und so waren wir froh, dass wir das hektische Treiben hinter uns gelassen hatten. Beim Einstieg zur ersten Kletterstelle kam jedoch bereits die erste Ernüchterung. Vor uns waren einige Seilschaften eingestiegen, deren Kletterei gelinde gesagt ein Witz war. Wenn man so langsam und ungeschickt ist, hat man in so einer Route einfach nichts verloren. Wir standen fast 20 Minuten am Fleck in der Kälte und konnten nicht vorbei. Als es endlich los ging, versuchten wir so schnell wie möglich zu überholen, was aber leider nur teilweise gelang. So standen Peter und Klaus nach ca. 5 Std. anstrengender Kletterei am Gipfel des Matterhorns (4.478 m). Robert und Reinhard benötigten 5,5 Std. da eine langsame Dreierseilschaft leider nicht mehr überholt werden konnte. Nach ein paar Minuten am Gipfel (Wetter traumhaft, blauer Himmel, keine Wolken!) begannen wir mit dem Abstieg, der noch sehr anstrengend werden sollte. Auch der Hörnligrat verlangte uns noch mal alles an Kraft und Konzentration ab und da es auch hier immer wieder an schwierigen Stellen zum Stau mit anderen Seilschaften kam dauerte der Abstieg länger als geplant. Schließlich standen wir nach insgesamt 13,5 Std. um 18.00 Uhr bei der Hörnlihütte. Da weiter unten beim Schwarzensee kein Quartier mehr frei war, mussten wir aber auf der Hörnlihütte bleiben und dort noch eine Nacht verbringen. Ziemlich geschlaucht genehmigten wir uns ein paar Bier zur Feier der gelungenen Tour. Da der 1. August in der Schweiz ein Nationalfeiertag ist, war noch ein Bergfeuer vor der Hütte geplant. Es kam jedoch ein Gewitter auf, welches sich direkt über der Hütte voll entlud und bei Blitz, Donner und Hagelschlag verkrochen wir uns wieder in der Hütte und dachten kurz darüber nach, welches Wetterglück wir hatten und wie es wohl den Seilschaften ergehen mag, die am kommenden Tag ihr Glück versuchen werden.

5. Tag - Donnerstag, 2. August 2012

Nach dem Frühstück um ca. 7.00 Uhr verließen wir die Hütte um den Abstieg anzutreten. Bereits um knapp vor 8.00 Uhr brachte der Helikopter erste Bergsteiger vom Hörnligrat herunter bzw. kamen Seilschaften retour. Vermutlich war der Grat bzw. die Fixseile durch das Gewitter und den Hagel vereist und somit die Tour für einige Bergsteiger nicht möglich.

Wir stiegen bis zum Schwarzensee ab und genehmigten uns für das letzte Stück die Seilbahn, damit wir noch ein wenig Zeit hatten, bis unser Zug abfuhr. Diese Zeit nutzten wir für einen Besuch des Bergsteigermuseums in Zermatt.

Unser Zug von Zermatt fuhr um ca. 12.40 ab und über Visp, Zürich und Salzburg fuhren wir retour nach Wels, wo wir um ca. 23.30 Uhr ankamen. Während der Zugfahrt hatten wir genug Zeit, um auf unsere gelungene Tour nochmal anzustoßen und so endete unsere tolle Bergfahrt sehr gemütlich.

 

 
 
 
 

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