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Transalp 2011 Mit dem MTB über die Alpen (Heckmair Route) (Transalp 2011 Mit dem MTB über die Alpen (Heckmair Route) (10.7.2011 bis 18.7.2011))

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Transalp 2011 Mit dem MTB über die Alpen (Heckmair Route)


Datum:  10.7.2011 bis 18.7.2011

 

Teilnehmer:

·         Andreas Steinmayr

·         Johannes Steinmayr

·         Robert Ferihumer

·         Klaus Wolkerstorfer

·         Gerald Silber

·         Ronald Pichler

 

Unsere Route in diesem Jahr: Heckmair Route[1]

Die Heckmair-Route ist eine Mountainbike-Strecke von Oberstdorf nach Riva (Gardasee). Sie wurde 1989 von Andreas Heckmair ausgearbeitet und in der Zeitschrift "Bike" veröffentlicht. In gerader Linie führt sie, Autostraßen vermeidend, auf alten Saumpfaden quer über die Alpen. Sie überwindet auf einer Strecke von 312 km eine Höhendifferenz von 13500 m. (wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Heckmair-Route )

 

Nach dem herrlichem Ritt über die Alpen auf der Albrecht-Route 2010 stand schon bald danach für alle Teilnehmer fest, dass es auch 2011 wieder eine Alpenüberquerung sein sollte. Zudem interessieren sich auf Grund unserer Schwärmerei auch noch weitere Biker für die Neuauflage in diesem Jahr. So starten wir mit 10 topmotivierten MTBlern Anfang März in die Vorbereitung der Tour. Die konkrete Planung zeigt leider, dass es immer wieder schwierig ist einen für alle passenden Termin zu finden. Die Wahl auf die Woche vom 10.7.2011 bis zum 18.7.2011 zwingt Gernot Feisch zu einem Rückzieher. Der Start beim Kärtner Ironman  liegt knapp vor der Tour und Gernot befürchtet, dass zu wenig Zeit für die Erholung bleibt. Christian Leibetseder und unser Obmann Christoph Niederhuber können ebenfalls auf Grund von Terminkollusionen nicht starten.

 

Einer der nun 3 freien Plätze wird von Robert Ferihumer (AV-Waizenkirchen) aufgefüllt. Quartiere und Bahntickets für die noch 8 übriggebliebenen Biker werden reserviert. Ca. 3 Wochen vor dem Start dann der nächste Ausfall: Martin Pühringer (Metzi) verletzt sich beim Klettern die von den Ärzten verordnete Ruhepause bedeutet auch das Tour-Aus für ihn. Als dann noch wenige Tage vor Start Klaus Höretseder beim Abschlusstraining einen Hund über den Haufen radelt und sich dabei den Arm bricht, erinnert das Ganze schon etwas an ein politisch nicht ganz korrektes Kinderlied J. Zur Info für unsere Tierschützer: dem Hund gehts gut!

 

Nur mehr sechs kleine Bikerlein besteigen also am 10.7.2011 den Railjet nach St. Anton, das wir am Abend um ca. 18:30 erreichen. Hungrig von der Fahrt wird schnell der Beschluss gefasst rasch noch etwas zu speisen bevor die Unterkunft bezogen wird. Nach einem äußerst unterhaltsamen Abend mit dem Dorftrunkenbold  Haunke der es sich nicht nehmen lässt uns eine Runde Schnaps zu spendieren gehen wir früh zu Bett.

 

Etappe 1:

Die erste Etappe führt uns zunächst auf der Straße nach Lech. Dort steigen wir in die Heckmair-Route ein. Bei unserem ersten langen Anstieg zur Freiburger Hütte lacht uns die Sonne entgegen. Wir erreichen gegen Mittag die AV-Hütte und nehmen dort einen kleinen Imbiß zu uns bevor es nach einem Powernapping wieder auf die Strecke geht. Der folgende Schotterdownhill wird bereits nach wenigen Minuten unterbrochen technischer Defekt. Robert hat einen Platten und der sollte an diesem Tag nicht der einzige bleiben. Nach zwei weiteren Platzern ist klar, dass das nicht bloß Pech sein kann. Während die anderen beim Nachmittagskaffe rasten fahren Robert und Klaus W. mit dem Taxi nach Bludenz um dort einen neuen Mantel zu besorgen. Danach gehts ohne weitere nennenswerte Zwischenfälle weiter zum Tagesziel, dem Kristbergsattel. Wir beziehen Quartier im Panoramagasthof Kristberg wo wir bereits erwartet werden. Nach mehrgängigem Abendessen genießen wir das herrliche Panorama noch bei einem/zwei Weißbieren.

 

Etappe 2:

Gestärkt durch ein äußerst reichhaltiges Frühstück. Starten wir den Tag mit einer Abfahrt. Wir verlieren ca. 900 Höhenmeter bevor uns der erste Anstieg dieses Tages erwartet. Wieder ist herrliches Wetter fürs Biken vielleicht sogar eine Spur zu heiß J.

Ca. 1600 Höhenmeter gilt es im Folgenden zum Teil auch zu Fuß mit dem Bike am Rücken zu überwinden um über das Schlappinerjoch in die Schweiz zu gelangen. Vom Joch abwärts genießen wir den ersten längeren Singletrail der Tour. Das Weißbier, welches wir uns danach gönnen wird bereits teuer in Franken bezahlt. Auf scheinbar unscheinbarer Forststraße abwärts dann der nächste Zwischenfall. Ich übersehe einen Spalt in einer Brücke, der Hinterreifen bleibt stecken ich küsse die Straße. Wieder einmal Glück im Unglück die Knochen bleiben heil. Nur einige Abschürfungen und leichte Prellungen. Von Hannes professionell verarztet wird das Bike wieder vorsichtig bestiegen. Etwas zaghaft rolle ich hinter den Anderen noch einige Kilometer talwärts bevor uns ein schöner Trampelpfad durch den Wald aufwärts ins bekannte Davos führt, wo wir in einer Jugendherberge einchecken.

 

Bereits am Abend ziehen Wolken auf und auch die Wetterberichte verheißen nichts Gutes für die kommenden Tage. Bei einem Bier auf der Terrasse beobachten wir noch eine Zeit mit etwas Unbehagen das Wetter und beschließen am nächsten Morgen sehr zeitig aufzubrechen um genügend zeitlichen Puffer für die zu erwartenden Wetterkapriolen zu haben.

 

Etappe 3:

Wie geplant brechen wir früh auf. Sorgen bereitet uns aber nicht nur das Wetter, sonder auch der Gesundheitszustand von Gerald. Er kämpft seit Beginn der Tour mit einer Erkältung, natürlich wird nicht ans Aufgeben gedacht.

Losgeradelt wird bei leichtem Nieselregen. Wir hoffen, dass wir zumindest am Vormittag noch von heftigeren Schauern verschont bleiben und radeln in Richtung Scalettapass. Zunächst Forststraße, dann Wanderweg. Der Weg zum Pass ist zwar steil, aber Großteils fahrbar. Das beweist uns ausgerechnet der gesundheitlich angeschlagene Gerald, der die meiste Zeit im Sattel bleibt eine wahre Roßnatur!  Bis zum Pass bleiben wir auch fast trocken, oben angekommen beginnt es aber leicht zu regnen. In einer Schutzhütte warten wir zunächst etwas ab, streifen dann unseren Regenschutz über und raus ins feuchte Vergnügen.

 

Bei leichtem Regen fahren wir weiter, ein kurzer Trail dann Schotter. In S-Chanf suchen wir erneut Schutz in einer Gaststätte. Während der ausgedehnten Mittagspause diskutieren wir darüber, ob es überhaupt Sinn macht, den zweiten Pass an diesem Tag, den Chauchaunapass noch hochzukurbeln. Laut Roadbook soll das letzte Stück (eine Trage-/Schiebepassage) bei Regen etwas ungemütlich sein. Wir wagen einen Versuch. Das Roadbook sollte recht behalten. Das Vorwärtskommen auf dem steilen Regennassen Trampelpfad ist vor allem mit Radschuhen sehr mühsam. Erleichterung bei allen nachdem wir diese Aufgabe gemeistert haben. Vom Pass abwärts führt ein wenig anspruchsvoller Weg zu unserem Etappenziel dem Steuerparadies Livigno. Nach dem passieren der italienischen Grenze einige Meter unterhalb der Passhöhe wärmen wir uns noch einmal bei Cappucino. Ca. 18:00 erreichen wir unser Ziel. Nach kurzer Suche wird ein Hotel bezogen und sogleich die Regennassen Sachen zum Wäscheservice gebracht. 

 

Das übliche Abendprogramm. Essen, noch ein Bier, früh zu Bett.

 

Etappe 4:

Das Wetter ist unbeständig. Nach der Überquerung des Alpisellapasses kommt die Sonne zum Vorschein und als wir in Bormio ankommen ist sogar wieder richtig sommerlich. Zu früh gefreut. Bei unserer Auffahrt zum Gaviapass, der übrigens auch im Vorjahr bezwungen wurde heißt es erneut Regensachen anlegen. Die Passstraße führt uns ca. 1500 HM auf Asphalt nach oben. Auf den letzten Metern wirds dann so richtig ungemütlich kein Vergleich zum Vorjahr wo wir bei herrlichem Wetter die Aussicht genießen konnten.

In diesem Jahr sehen wir leider kaum die Hand vor den Augen. Vorsichtig tasten wir uns die Serpentinen abwärts. Erst nach ca. 500 verlorenen Höhenmetern lichtet sich der Nebel wieder etwas und wir rollen wieder etwas zügiger nach Ponte di Legno, wo wir wie im Vorjahr bei Yuris Bed and Breakfast unser Lager aufschlagen. Das Wetter hat bereits Spuren an uns hinterlassen, Andreas Bronchien sind angeschlagen und auch mein Hals ist nicht mehr ganz frei. Früh wird daher wieder zu Bett gegangen um für die nächste Etappe wieder fit zu sein. Schließlich gilt es morgen den Passo di Campo zu bezwingen. Ein Fußmarsch mit Bike von über 4 Stunden wird vom Roadbook prophezeit.

 

Etappe 5:  

Wieder regnet es als wir beim Frühstück aus dem Fenster sehen. Lange wird darüber diskutiert, ob wir die Etappe wie geplant fahren/gehen. Den bereits angeschlagenen (Andreas und mich) könnte ein weiterer Tag in Regen und Kälte den Rest geben. Nach einigem hin und her teilt sich die Gruppe. Andreas und ich beschließen den Pass zu umfahren bzw. im Notfall mit dem Bus zum nächsten Etappenziel zu fahren. Unverhofft kommt oft. In den nächsten Stunden kommt die Sonne doch noch zum Vorschein und es wird ein herrlicher Tag. Andreas und ich fahren ein Stück auf der Albrechtroute bis Madonna di Campiglio und dann auf der Straße weiter zu unserem Ziel nach Bersone. Bei der Suche nach dem Hotel treffen wir wie es der Zufall will wieder auf die restliche Gruppe, die exakt im selben Moment wie wir Bersone erreicht. Auch sie hatten herrliches Wetter. Den Weg über den Pass beschreiben sie als äußerst anstrengend. Die Mühen werden nach der Passhöhe nicht einmal belohnt. Der Trail ist nicht fahrbar das Rad muss auch nach unten getragen werden!

 

Am Abend können wir aber endlich wieder einmal das Abendessen und noch ein Bierchen im freien genießen. Die Stimmung vor der letzten Etappe ist trotz der großen Anstrengungen des Tages ausgezeichnet.

 

Etappe 6:

Endlich morgens wieder gutes Wetter! Unsere letzte Etappe führt uns über den Tremalzo nach Riva del Garda. Dieser Pass ist vielen Bikern ein Begriff, zählt er schließlich zu den Klassikern am Gardasee. Gerald, Rizzi und ich haben diesen auch schon zuvor bezwungen, die Auffahrt von dieser Seite war allerdings für alle neu. Die Auffahrt bietet allerdings wenige Highlights. Es wird zur Gänze auf einer stetig steigenden Asphaltstraße (bis auf die letzten 100 hm, hier gehts auf Schotter weiter) ca. 1500 Hm hochgeradelt.

 

Abwechslungsreicher ist da schon die Abfahrt nach Riva auf der anderen Seite. Zunächst führen zahlreiche Serpentinen auf teils etwas losem Schotter abwärts, dann nach kurzem Gegenanstieg führt ein Wanderweg zum Passo Rocchetta. Es gilt einen letzten Wurzeltrail zu meistern bevor es dann zunächst auf Schotter, dann auf betoniertem Pfad nach Pregasina geht. Ein letztes Mal vor unserem Ziel machen wir Rast. Einheitlich wird Spaghetti und Bier bestellt. Die letzten Höhenmeter verlieren wir bereits mit Blick Richtung See auf dem ehemals militärischen Versorgungspfad entlang den Felswänden.

 

Ankunft in Riva ca. 16:00! Sofort nach dem obligatorischen Foto am See mit hochgestemmten Rad werden 6 Weißbier bestellt. Im Laufe des Abends sollten noch einige folgen, aber das ist eine andere Geschichte



[1] Aufgrund der Anreise mit der Bahn starten wir unsere Tour in St. Anton und steigen erst in Lech in die originale Heckmair Route ein. Ein erstes Highlight der Tour der Schrofenpass entgeht uns dadurch leider.


 
 
 
 

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