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Transalp 2010 Albrecht-Route (12.7.2010 bis 18.7.2010) (Transalp 2010 Albrecht-Route (12.7.2010 bis 18.7.2010))

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ausgenommen bergfahrende Radfahrer

Transalp 2010 Albrecht-Route (12.7.2010 bis 18.7.2010)

 Teilnehmer:

 

Johannes Steinmayr

Andreas Steinmayr

Gerald Silber

Klaus Wolkerstorfer

Martin Phüringer

Gernot Feisch

Klaus Höretseder

Ronald Pichler

 

Unsere Route: Albrecht Route (Eigentlich startet die Albrecht-Route in Garmisch Partenkirchen aber aus zeitlichen sowie logistischen Gründen steigen wir in St. Anton in die Tour ein).

 

Tag

Strecke

km

hm

1.Tag

St. Anton am Arlberg - Verwall-Tal - Heilbronner Hütte - Galtür -  Ischgl - Fimber-Tal - Bodenalpe

55

1750

2.Tag

Bodenalpe - Fimber-Pass - Vna - Sent - Scoul - S-charl - Pass da Costainas - Lü - St. Maria im Münstertal

68

1996

3.Tag

St. Maria im Münstertal - Val Mora - Lago Cancano - Arnoga - Passo Verva - Eita - Grosio

73

1503

4.Tag

Grosio - Le Prese - Fumero - Val di Rezzalo - Passo dell' Alpe - Gavia-Pass - Ponte di Legno (Precasaglio) 

50

2254

5.Tag

Ponte di Legno (Precasaglio) - Pezzo - Montozzo - Pejo - Fucine - Dimaro - Madonna di Campiglio

64

2217

6.Tag

Madonna di Campiglio - Val d'Agola - Passo Bregn de l'Ors - Val d'Algone - Stenico - Villa Banale - Sarche - Arco - Torbole

75

862

 

Anreisetag 11.07.2010

Die  Anreise erfolgt am 11.7.2010 von Linz mit der ÖBB (mit Ausnahme unseres Wahlschweizers Andreas ihn treffen wir in St. Anton). Da dies auch der Tag des Fußball WM-Finales in Süd Afrika ist, wählen wir einen Zug der es uns erlaubt rechtzeitig zum Anpfiff selbiges in einem Lokal in St. Anton zu genießen. Unser Zug hat  (nur) 15 Minuten Verspätung, so wird  nur wenig von dem großzügig kalkulierten zeitlichen Puffer aufgebraucht und wir können noch in Ruhe unser Hotel in Anton beziehen bevor wir uns es vor einer Video-Leinwand in einer nahe gelegenen Gaststätte ausstaffiert mit einem Weißbier gemütlich machen. Das Wetter am Abend ist regnerisch und recht kühl, aber die Prognosen für die folgenden Tage sind recht gut und stimmen uns zuversichtlich.

 

Tag 1 - 12.07.2010

Nach einem ausgiebigem Frühstück starten wir um ca. 08:00 Uhr bei strahlend blauem Himmel unsere Tour. In einem Supermarkt versorgen wir uns noch mit ausreichend Müsliriegel und isotonischen Getränken. Danach folgen wir dem NAVI von Klaus W. durch den Ort und biegen beim Gasthof Mooserkreuz links in das Verwall-Tal ab. Bei leichter bis mittlerer Steigung zunächst auf Forststraßen tauchen wir langsam in die Gebirgswelt ein. Bei der Konstanzer Hütte angekommen ist es noch zu früh für eine Pause und so fahren wir weiter und lassen auch die kurz darauf folgende Schönverwall-Hütte noch links liegen. Hier endet die Schotterpiste und wir radeln auf einem Trail weiter, welcher vorerst noch zum größten Teil fahrbar ist. Nach dem Passieren einer Brücke müssen wir runter vom Rad und etwas schieben/tragen. Kurz vor unserem nächsten Ziel der Heilbronner Hütte wird der Weg wieder fahrbar und wir strampeln noch ein paar Höhenmeter bis zur Hütte welche mit einer Seehöhe von 2320 Metern den höchsten Punkt unserer ersten Etappe bedeutet. Die erste Abfahrt unserer Tour führt uns über wenig anspruchsvolle Schotterwege zum Kops-Stausee, dann noch ein kurzer Anstieg zum Zeinisjoch bevor wir weiter bergab über Galtür gegen 14:30 in Ischgl einrollen. Laut Roadbook erwarten uns noch ca. 300 gut fahrbare Höhenmeter. Die brütende Nachmittagshitze macht uns aber schwer zu schaffen und so sind wir froh als wir gegen 16:00 unser Etappenziel - die Bodenalpe erreichen. Am Abend sorgen heftige Regenfälle nicht nur für Abkühlung sondern verursachen nicht unweit von unserer Unterkunft auch einen Murenabgang der einen Teil der Straße sowie eine Baustelle unter sich begräbt. Wir trinken noch eine Flasche Wein auf die erste Etappe Nachtruhe gegen 23:00.

 

Tag 2 13.07.2010

Frühstück um 07:00 Uhr. Nach den Unwettern der vergangenen Nacht lacht uns beim Verlassen der Bodenalpe in Richtung Heidelberger Hütte wieder die Sonne. Der Weg zur Hütte ist gut fahrbar und wir unterbrechen unserer Fahrt nur für einige Fotopausen in der atemberaubenden Landschaft die sich uns hier bietet. Kurz vor der Heidelberger Hütte verlassen wir die EU und radeln nun in der Schweiz weiter so richtig bewusst wird uns das aber erst bei der nächsten Einkehr als wir die Preise in der Speisekarte studieren!

 

Bei der Heidelberger Hütte angelangt heißt es runter vom Rad und schieben. Von den bevorstehenden 400 Höhenmetern zum Fimberpass (2608) ist nur wenig im Sattel zu bewältigen. Als Belohnung für unsere Mühen erwartet uns auf der anderen Seite ein technisch anspruchsvoller Trail. Der lose Schotter an einer Abbruchkannte wird bei der Abfahrt Andreas zum Verhängnis und er stürzt einige Meter ab und kommt erst am Rande des untenliegenden Bachbettes zum Stillstand. Er hat Glück im Unglück und kommt mit einigen Abschürfungen und leichten Prellungen glimpflich davon. Schmerzen im linken Knie begleiten ihn noch die nächsten Tage aber für Indianer Andi kein Grund die Tour abzubrechen.

 

Auf den Trail folgt ein Schotterweg bis nach Vna, dann noch ein kurzer Trail, schon haben wir wieder 1200 Höhenmeter verloren und befinden uns wieder in der Zivilisation genauer gesagt in Sent. Mittagspause. Mit Züricher Geschnetzeltem und Weißbier werden die leeren Speicher wieder aufgefüllt. Nochmals werden danach 200 Höhenmeter vernichtet um anschließend wieder 1000 HM hochzuhaxeln. Nach einigen Kilometern auf einer Asphaltstraße fahren wir auf einer Naturstraße weiter nach S-charl. Dort angekommen zwingt uns ein kurzer Regenschauer erneut in eine Gaststätte wo wir die Zeit mit einem weiteren Weißbier überbrücken. Der Regen hält nicht lange an und wir sind bereit die letzten 400 Höhenmeter des Tages hinter uns zu bringen.

 

Vom Passa da Costainas gehts dann wieder durchgehend 900 HM beginnend mit einem kurzen Trail, der Rest auf Forst-/Asphaltstraße abwärts bis zu unserer Unterkunft im malerischen St. Maria im Münstertal (1374). In der Jugendherberge ist Selbstversorgung angesagt zu unserem Glück erklärt sich Johannes freiwillig bereit Spaghetti alla Carbonara für die ganze Gruppe zu kochen. Das Ergebnis kann sich sehen (essen) lassen! Wir verdauen noch bei einem Schlückchen Bier/Rotwein Nachtruhe gegen  23:00 Uhr.

 

Tag 3 14.07.2010

Frühstück um 07:00 Uhr. Danach Räder ölen, Trinkflaschen auffüllen und wieder losradeln Wetter könnte besser nicht sein. Döss Radond (2234) ist der erste Checkpoint den es an diesem Tag zu erreichen gilt. Die in den vergangenen beiden Tagen wundgesessenen Gesäßer werden während der Auffahrt immer mehr zum Thema und es werden vermehrt Tipps und Tricks sowie Erfahrungsberichte zu Hilfsmitteln wie Hirschtalg, Melkfett, Vaseline und Co ausgetauscht. Ab Döss Radond  breitet sich ein weiteres landschaftliches Highlight der Albrecht-Route in Form des Hochtales Val Mora vor uns aus. Das leicht abfallende Tal durchfahren wir zügig und biegen nach ca. 5 Kilometern erneut in einen Trail ein. Dieser ist im großen und ganzen gut fahrbar, führt jedoch eine Abbruchkante entlang, was nicht schwindelfreien Bikern teilweise etwas Überwindung abverlangt.

 

Am Passo Val Mora verlassen wir die Schweiz wieder über die grüne Grenze und befinden uns nun auf italienischem Staatsgebiet. Entlang eines Stausees fahren wir nun einige Zeit auf breiter Schotterpiste ohne weder nennenswerte Höhenmeter zu verlieren bzw. gut zu machen bis nach Arnoga. Hier hält man um zu speisen. Pizza/Pasta & anschließend Espresso Willkommen in Italien!

 

Noch ein steiler Anstieg zum Passo Verva (2302) bevor wir uns in die lange Abfahrt bis zum Etappenziel Grosio stürzen. Bei der Abfahrt halten wir mehrmals an um uns umzusehen. Die pittoresken Bergdörfer entlang der Strecke bieten unserem Tourfotografen Gernot zahlreiche Motive die es festzuhalten gilt. Ab Eita geht es auf der Straße weita! Die vor uns liegenden letzten 15 KM werden rasch abgespult und wir landen gegen 17:00 in Grosio (Hotel Sassella). Kurze Erholung dann Abendessen im Ort zum 2. mal an diesem Tag steht Pizza auf dem Speiseplan! Wir runden das Mal wieder mit etwas Rotwein ab. Nachtruhe ca. 23:00 Uhr.

 

Tag 4, 15.07.2010

Frühstück 07:30 Uhr. Erneut lacht uns die Sonne. Uns ist an diesem Morgen noch nicht wirklich zum Lachen zu Mute, schließlich prophezeit uns das Roadbook einen Anstieg von 1800 Höhenmetern am Stück mit zum Teil giftigen Steigungen. Im Supermarkt rüsten wir uns für die bevorstehende Anstrengung noch mit ISO-Drinks und diversen Riegeln. Zunächst werden zahlreiche Serpentinen auf Asphalt gezählt und dabei bereits die ersten 1000 HM bewältigt. Es ist ca. 11:00 und die sengende Hitze treibt uns den Schweiß aus den Poren Die Wasserflaschen müssen fast stündlich neu gefüllt werden.

 

Das folgende Teilstück führt wieder in alpines Terrain zum Teil sehr stark steigend zum Teil wird wiedermal geschoben, was den ohnehin überstrapazierten Hinterteilen etw. entgegenkommt.  Wir radeln in den nächsten Stunden durch die Kulisse eines Heidifilms wie sie Hollywood nicht kitschiger zeichnen könnte. Spätestens das Bergdorf La Baita lässt selbst die abgebrühtesten Biker vor Rührung seufzen.  Die gefürchtete Auffahrt wird so zum Genuß und durch die vielen Fotopausen hält sich auch die erwartete Anstrengung in Grenzen.

 

Nach dem Passo dell Alpe (2463) gehts kurz bergab bevor es nun auf Asphalt die letzten 200 Höhenmeter des Tages zu überwinden gilt. Die Gaviapassstraße zählt zu den Giroklassikern und verleitet den einen oder anderen Biker unserer Runde noch mal so richtig auf's Gas zu drücken. 14:00 Uhr ist man oben! (Gaviapass - 2637 ) Hervorragende Etappen-Zwischenzeit wenn man bedenkt, dass es von nun an nur noch bergab geht. Wir beschließen die Mittagspause auf dem Pass etwas auszudehnen und entern das vorhandene Lokal um ein kleines Vermögen für Spaghetti plus Weißbier loszuwerden.

 

Kurz vor 16:00 Uhr schwingen wir uns wieder in die Sättel und jagen mit Affentempo die schmale Bergstraße hinab bis wir unser Etappenziel Pezzo erreichen. Bei Yuris Bed & Breakfast werden wir sehr nett empfangen. Ein Kaffee auf der Terrasse mit hervorragender Aussicht, ein kleiner Rundgang durch den Ort sowie ein schmackhaftes Abendessen im nahe gelegenen Restaurant Giusy runden eine weitere lohnende Etappe ab. Das übliche Betthupferl ein Schluck Rotwein bzw. ein kühles Bier. Nachtruhe ca. 23:00.

 

Tag 5, 16.07.2010

Frühstück 07:00 Uhr reichhaltig mit Prosciutto, Salamie, etc. Heute steht uns noch mal eine anstrengende Etappe bevor. Wir starten erneut mit einem Anstieg, erneut durch atemberaubende Landschaft, erneut bei strahlendem Sonnenschein. Die nicht immer ganz sanften Steigungen verlangen großen Krafteinsatz bzw. zwingen uns fallweise aus dem Sattel. Noch Vormittag erreichen wir den Pass am Montozzo (2613). Vor uns liegt nun der längste Trail der Tour. Der technisch anspruchsvolle Weg führt uns ca. 1100 Höhenmeter talwärts und verlangt uns einiges ab. Mit dem Schrecken und leichten Prellungen sowie Abschürfungen kommt diesmal Gernot bei einem specktakulärem Sturz davon. Wir sind froh das auch bei diesem Sturz alle Knochen heil geblieben sind und setzen schon nach kurzer Pause unsere Fahrt wieder fort.

 

Der Trail endet bei Pejo wo wir auf Schotter bzw. Asphalt weiter bergab Richtung Dimaro (788 m) rollen dazwischen wird zum Essen in Fucine gehalten. Ein letzter Anstieg und auch diese Etappe ist geschafft. Einige von uns haben an dieser Stelle ein starkes Deja-Vu. Der Anstieg war auch Teil der Transalp 2008 (Himmelfahrt vom AV Waizenkirchen) bei der Klaus W., Gernot, Martin und ich auch mit von der Partie waren.

 

Die knapp 900 Höhenmeter erweisen sich nicht zuletzt auch aufgrund der Mittagssonne als äußerst zäh. Wir sind heilfroh als die Forststraße flacher wird und sich schließlich abwärts in Richtung Madonna di Campiglio neigt. In dem Nobelschiort übertrumpft ein grauenvoller Hotelpunker den anderen und wir sind zum ersten Mal auf der Tour nicht von der Gegend begeistert! Nach längerer Suche finden wir schließlich unser Hotel. Zimmerbezug und Dusche dauern nur wenige Minuten. Man trifft sich auf ein Bier im Gastgarten, anschließend gehts zur Pizzeria ums Eck. Ein Bier wird danach noch an der Hotelbar genommen. Bervors zu Bette geht verabschieden wir uns noch von Gerald, welcher die letzte Etappe aufgrund beruflicher Verpflichtungen leider nicht mehr mit uns fahren kann und schon früh morgens mit seiner Frau, die ihn vom Urlaub am Gardasee kommend in Madonna abholt, nach Österreich zurückreisen würde. Nachtruhe ca. 23:45.

 

Tag 6, 17.07.2010

Frühstück 08:00 kurz vor dem grande Finale. Die letzte Etappe ist ca. 75 km lang aber nur mehr wenige Höhenmeter (ca. 800) müssen Vormittag überwunden werden. Bevor wir Madonna verlassen wird noch einmal eingekauft Iso-Drinks, Power-Riegel, der übliche Kram. Wir starten dieses mal mit einer Abfahrt Straße, Schotter, kurzer Trail zum Val dAgola. Ab jetzt muss wieder in die Pedale getreten werden. Aufwärts bis zum Largo dAgola. Bis hierher ist alles gut fahrbar. Kurze Rast am See. Wieder meint es das Wetter gut mit uns. Zwei Pässe liegen noch vor uns. Wir starten in die letzte Schiebepassage die noch mal 30 Minuten Anstrengung bedeutet nun  ist es fast geschafft der letzte Pass (Passo Bregn de lOrs à Bärenpass 1836 m) wurde erreicht. Man schüttelt einander die Hände und genießt den Moment in dem Bewusstsein, dass der Rest der Strecke fast ausschließlich abwärts Richtung Riva del Garda führt.

 

Abwärts gehts zunächst noch auf Schotter, beim Rif. Ghedina setzt der Asphalt ein. Recht zügig wird nun auf der Straße weiter gefahren. Klaus W. navigiert uns zielsicher die letzten Meter auf Radwegen durch Olivenhaine bis wir schließlich in Torbole den See erreichen. Die Tour ist geschafft! Noch mal gibt es ein Shakehands, dann ab in den See und sofort danach Weißbier fassen. Nach zwei Runden Weizen beschließen wir Räder und Equipment im Hotel in Riva zu verstauen. Kurze Rast. Am Abend wird noch lange gefeiert.

 

Die Heimreise mit Rad ohne Reservierung gestaltet sich zwar etw. schwierig und wir (im speziellen Klaus H.) müssen tief in die Trickkiste greifen um mit Sack und Pack von der ÖBB mitgenommen zu werden. Um 18:30 entsteigen wir der Mühlkreisbahn in Neuhaus und radeln die letzten Kilometer nach NWK.

 

DANKE!

Danke an alle die mitgeholfen haben diese Tour zu planen. Ein spezielles Danke an Peter L. und Klaus W. die im Vorfeld zahlreiche Stunden dazu verwendet haben das Navi für die Tour fit zu machen! Danke auch an Gernot der seine Spiegelreflexkamera mit über die Alpen geschleppt hat und uns dadurch mit hervorragende Bildern belieferte. Ein weiteres Dankeschön auch an Klaus H. der uns mit seinem perfektem Italienisch oftmals weiterhelfen konnte!

 

Ronald Pichler