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Pontebbana Radweg Camporosso (Tarvis) - Venzone (2016.07.23 Radtour Kanaltal Camporosso (Tarvis) - Venzone)

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Pontebbana Radweg Camporosso (Tarvis) - Venzone

 
 
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Führung: Hans Deisenberger und Karl Eichner - 39 Teilnehmer  57 km
So früh und mit so vielen Teilnehmern starteten wir noch nie eine Radtour.
Um 4:45 und noch bei Dunkelheit waren die ersten Radler bereits beim wartenden Kerngastbus. Nach einem verhaltenen „Guten Morgen“ kam beim Aufladen der Fahrräder unser Busfahrer Sepp mit einigen Helfern bereits ordentlich ins Schwitzen. Im Minutentakt trafen jetzt aus allen Himmelsrichtungen die restlichen der 39 Teilnehmer ein und pünktlich um 5 Uhr früh starteten wir mit einem vollbeladenen Radanhänger zu unserem heutigen Ziel im Kanaltal.
Der Wetterbericht ließ für heute alles offen: vom schönsten Wetter bis zu Starkregen mit heftigen Gewittern.
Bereits um 8:30 waren wir in Camporosso unserem Ausgangspunkt der heutigen Radtour.
Dank des grenzüberschreitenden EU-Projektes mit einer Gesamtinvestition von 1,2 Millionen Euro ist nun wieder Leben auf der alten Bahnstrecke eingekehrt. Tunnels wurden gesichert, Brücken saniert und statt der Schienen verläuft auf der Trasse nun ein glattes Asphaltband, bestens markiert und beschildert. Eine Investition, die sich lohnt: 22.000 Radfahrer und
11.000 Fußgänger haben von April bis August 2015 die Zählstelle Resiutta an der Alpe-Adria-Route passiert.
Bereits Anfang 2015 war die Ciclovia Alpe Adria auf einer internationalen Fachmesse in Amsterdam zur Radroute des Jahres gekürt worden.
Nach kurzem Ausladen der Räder fuhren wir los, zuerst durch die elektronische Zählstelle, von Nr. 41.963 bis 42.002,
und dann immer weiter auf asphaltierten Wegen.
Unangenehm auf der Strecke ist die italienische Marotte, die Zufahrten eng zuzubollern.
Viele der früheren Bahnhöfe liegen allerdings noch brach, Vandalen und der Zahn der Zeit haben deutliche Spuren hinterlassen. Nach Pontebba erreichten wir unsere erste Raststelle, den als Café umgebauten Bahnhof in Chiusaforte wo wir uns einen kurzen Espresso gönnten und bald darauf wieder weiterfuhren. Brücken und Tunnels wechselten sich in rascher Folge ab und immer wieder ging es an schönen Wasserfällen und wunderbaren Ausblicken auf den Fella und Tagliamento vorbei.
Leider ist die Bahntrasse bis Venzone noch nicht fertig ausgebaut, einige Brücken und Tunnels warten noch immer auf
die Sanierung. Deshalb wählten wir ab Resiutta einen etwas abenteuerlichen und wie es scheint schon lange nicht mehr befahrenen Weg abseits der vielbefahrenen Bundesstraße. Schon um 12:00 waren wir in Venzone, dem sehenswerten Örtchen, in dem trotz des Erdbebens von 1976 viel vom mittelalterlichen Flair erhalten geblieben ist. Da gibt es immer
noch lauschige Gässchen und bauliche Kleinode, alles duftet, ist lila und will zum Kauf animieren.
Entlang der Stadtmauer ging es jetzt noch zum wiederaufgebauten Dom, einer Legende nach soll sich Napoleon bei
seinem Durchmarsch durch Venzone gewünscht haben, hier begraben zu werden.
Die Krönung dieses heutigen Tages waren das schöngebliebene Wetter, das Essen in der Pizzeria Da Michele
sowie die unglaublichen Höhenmeter dieser Radtour, die einige unserer RadlerInnen begeisterten:
"nämlich +58 bergauf und -678 bergab".
Besonders hervorzuheben war auch die Disziplin unserer RadlerInnen, wodurch wir unfallfrei und bestens gelaunt
um 15:00 wieder die Heimreise nach Leibnitz antraten. Kärnten empfing uns mit Starkregen aber in Leibnitz war bereits wieder schönstes Wetter - ein besonderes Dankeschön an den Herrn Petrus für den heutigen Beistand.
Hans

(Bericht über den Wiederaufbau von Venzone nach dem Erdbeben siehe unten auf dieser Webseite)


Am 6. Mai 1976 wurde Venzone nahezu komplett zerstört,
als um 20:59 Uhr ein Erdbeben 56 Sekunden lang Friaul erschüttert. Die Erdstöße erreichten eine Intensität von VIII bis IX auf der zwölfstufigen Mercalli-Skala und wurden als zerstörend bis verwüstend klassifiziert. In Venzone gab es 47 Todes-opfer. Bereits in den ersten Tagen nach der Katastrophe organisierte ein Bergungsausschuss die Bergung der beweglichen Kulturgüter. Venzone war schwer betroffen, jedoch nicht ausgelöscht. Die vollständige Zerstörung der Altstadt, der Festungsmauern und des Doms verursachte ein Nachbeben vom 15. September 1976.
Die Bevölkerung schloss sich 1977 zu einem Bürgerkomitee zusammen und forderte den lückenlosen Wiederaufbau des Dorfes. Das zuständige Ministerium war aber auch mit einer zweiten Eingabe befasst: Das Baubüro der Gemeinde wollte alle Gebäudereste beseitigen und Venzone mit Fertigbau-Elementen wiederaufbauen lassen.
Letztendlich wurden jedoch die Pläne des Bürgerkomitees übernommen.
Man entschied die zerstörten Häuser nicht einfach zu ersetzen, sondern sämtliche Trümmer wieder genauso zusammenzusetzen, wie sie vor der Katastrophe angebracht waren. Um dieses Vorhaben umsetzen zu können, wurden Fotos des Ortes zusammengetragen, um einzelne herumliegende Mauerstücke identifizieren zu können. Weiter beschloss man an den erfolgreich rekonstruierten Stellen keine neuen Fassaden anzubringen. Lediglich die Stellen, die nicht mehr aus den Trümmern wiederhergestellt werden konnten, wurden mit einer Fassade versehen. Dank dieser Entscheidung kann man sich heute als Besucher des Ortes ein Bild der menschlichen Höchstleistung machen, die die Einwohner Venzones im Zuge des Wiederaufbaues ihres Ortes erbrachten. Auch große Teile des Doms konnte auf diese Art und Weise rekonstruiert werden, die kahlen Mauerstücke innen und außen zeigen die Verluste. Im offenen Rathaus-Palast erinnert eine Bilddokumentation an die Katastrophe und den Wiederaufbau.

 
 
 

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