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Schitour auf die „Vertainspitze" (3.554m) (Schitour auf die „Vertainspitze" (3.554m))

Schitour auf die „Vertainspitze" (3.554m)

Vertainspitzezoom

Vertainspitze; 3.554m

Am Sonntag, den 10.04.2016, fand die letzte AV-Schitour dieses Winters statt; zu dieser hatten sich 13 Teilnehmer eingefunden, um mit Berg- und Schiführer Reinhard Salner die „Vertainspitze“ (3554 m), einen der herausragenden Schiberge der Ortlergruppe, in Angriff zu nehmen. Das verlockende Ziel und die aufmunternde Wetterprognose, die zu einer geglückten Verlegung der Tour vom Samstag auf den Sonntag geführt hatte, dürften wohl dazu geführt haben, dass einige neue Gesichter zu sehen waren, durch die das Durchschnittsalter der Truppe drastisch nach unten gedrückt wurde.
Von Ried aus ging es um 07.00 Uhr in Fahrgemeinschaften los nach Sulden, wo bei unserer Ankunft schon reger Schibetrieb herrschte. Ohne größere Probleme fanden sich alle Teilnehmer bei der Talstation der „Neuen Rosimbahn“ ein – lediglich die „Neuen“ hatten eine kurze 'Orientierungsphase' nötig, doch nach einigen Minuten waren auch sie an Ort und Stelle.
Während wir noch über die ökonomisch gesehen günstigen Kosten für die Bergfahrt (11 € pro Person) frohlockten und flott in die modernen 10-Mann Gondeln einstiegen, die uns (binnen vier Minuten!) ans Ziel in eine Höhe von 2450 Metern bringen sollten, waren einige wenige als kleiner Elitestoßtrupp (mit fraulicher Beteiligung!) schon aufgebrochen, um ohne Liftunterstützung 1625 Höhenmeter auf ihr Konto verbuchen zu können – wahrscheinlich wollten auch sie auf ihre Kosten kommen, im konditionellen Sinne natürlich.
Wir anderen sahen uns buchstäblich im Nu in eine Seehöhe von 2450 Metern versetzt, etwas oberhalb der so genannten „Kanzel“, und schnallten nach einer kurzen Abfahrt die Schier ab, um stapfend über einen bereits erstaunlich aperen Südhang, der schon die Markierungen des Sommerweges preisgab, ohne großen Höhenverlust auf das noch im Schatten liegende „Rosimtal“ zuzusteuern. Bald konnte aufgefellt werden, und ohne größere Schwierigkeiten gewannen wir rasch an Höhe; auch unsere vom Tal aufgestiegenen Kameraden wurden – anfangs als winzige Punkte, schon bald aber in voller Größe – sichtbar und stießen bestens gelaunt zur Kerntruppe.
Auf ca. 2900 Metern querten wir dann eine Ebene, an deren linkem Rand man zu einem Steilhang gelangte, der den meisten das Montieren der Harscheisen als hilfreich erscheinen ließ, was sich bei den doch recht zahlreichen Spitzkehren auch voll und ganz als richtig erwies. Nach Meistern dieses Steilhanges wurde in ebenem Gelände kurz Rast gemacht, um mit gestärkten Kräften in Richtung „Rosimjoch“ aufzusteigen. Die unterdessen abgenommenen Harscheisen wurden auf einer Höhe von ca. 3200 erneut angelegt, da es ein kurzes Stück steil zum Südostrücken der „Vertainspitze“ hochzusteigen galt. Die Luft begann schön langsam 'dünn' zu werden, die Schritte wurden unter heftigem 'Schnaufen' schon bedächtiger, doch da tauchte unverhofft das Gipfelkreuz auf, zwar noch ziemlich weit hinten, von den Höhenmetern her jedoch als machbares Ziel im Bereich des Möglichen.
Bald schon entschwand es wieder den Blicken, bis man auf einer Höhe von 3340 Metern die „Vertainspitze“ erneut zu Gesicht bekam – 'nur' noch 200 Höhenmeter entfernt! Respektvoll und neue Kraft schöpfend näherte man sich ziemlich flach dem Gipfelaufbau, für dessen Bezwingung man angesichts seiner Steilheit die letzten Kräfte mobilisieren musste. Gott sei Dank war für alle Fälle von unserem Bergführer eine humanere Spur gelegt worden, die etwas weiter ausholend, dafür aber weniger steil, gut bis zum Schidepot etwa 50 Meter unter dem Gipfelkreuz führte. Die letzten Schritte im Stapf waren wohl anstrengend, doch mehr als lohnend.
Das Panorama, das sich auf dem Gipfel bot, war wirklich einmalig! Wohl das gesamte Massiv der Ortlergruppe zeichnete sich bei grandiosem Wetter in prächtiger Farbgebung und beeindruckender Schärfe vor unseren Augen ab. Von all den bekannten Ausnahmebergen der Ortlergruppe („Hoher Angelus“, „Tschenglser Hochwand“, „Cevedale“ und ... und … und) beeindruckte vor allem die in Greifweite nah erscheinende „Königsspitze“, die ihren Gipfelgrat selbstbewusst und trotzig zur Schau stellte.
Nach einer unvergesslichen Gipfelrast, die uns die schier überirdische Erhabenheit und das menschliche Maß übersteigende Dimension des Bergpanoramas hatte erleben lassen, musste wohl oder übel die Rückkehr in die 'Niederungen' der menschlichen Existenz angetreten werden: Nach kurzem Abstieg zum Schidepot wurden im extrem steilen Gelände die Schier angeschnallt, und schon ging es los: Zunächst in kurzen Steilschwüngen den Gipfelaufbau hinab, mit einem Male aber 'butterweich' über nicht enden wollende traumhafte Pulverhänge, die das Fahren zu einem Genuss der Extraklasse machten.
Sichtlich glücklich und zufrieden erreichten wir wieder Sulden, wo wir nach einer kurzen Einkehr den Rückweg antraten, um am Reschenpass bei Pizza und Wein der großartigen Tour zu gedenken, die wir hatten erleben dürfen.
An dieser Stelle sei allen gedankt, die die geführten Schitouren des AV-Landeck in diesem Winter ermöglicht haben – sei es durch ihre organisatorische Weitsicht, ihre professionelle Kompetenz, ihre aufmunternde Hilfsbereitschaft, ihren nie versiegenden Humor, ihre stets anregende Geselligkeit und ihr Einstehen für eine gute Sache. Bei den durchgeführten Touren in den Stubaier Alpen, in der Sesvennagruppe, in der Silvretta und in der Ortlergruppe wurden in bester Kameradschaft an die 5800 Höhenmeter zurückgelegt, die wohl jedem in Erinnerung bleiben werden. Insofern ist mit einem weinenden Auge zurückzublicken auf die abgelaufenen Schitouren, doch das lachende Auge sieht bereits die kommenden Sommertouren vor sich!
 
 
 

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