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Alpenverein fördert junge Alpinisten (Alpenverein fördert junge Alpinisten)

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Alpenverein fördert junge Alpinisten

David

Biancograt, Foto: David Hechl

Mit der Initiative Junge Alpinisten fördert der Alpenverein alpines Bergsteigen junger Mitglieder. Neben Ausbildungskursen und dem Junge Alpinisten Team gibt es auch finanzielle Förderungen. 

Alle Infos zur Förderung

David Hechl, Jahrgang 2002, ist Mitglied im Alpenverein Kufstein. Seine Tour über den Biancograt auf den Piz Bernina, 4049 m, wurde von den Jungen Alpinisten gefördert.

Wir gratulieren David und seinem Freund Fabian herzlich zur gelungenen Tour! Hier sein Bericht:


Biancograt – Piz Bernina – Piz Palü

Wir beide, David und Fabian kennen uns jetzt schon ein paar Jahre und fanden fast zeitgleich unsere Leidenschaft fürs Bergsteigen. Nach einigen gemeinsamen Touren in unseren heimischen Bergen, wollten wir ein richtiges Highlight für die Hochtourensaison 2020 setzen. Die Frage wohin es gehen soll, war uns beiden von Anfang an klar. Der Biancograt hat es uns aufgrund seiner Ästhetik und dem kombinierten Gelände einfach angetan.

Somit stand der Piz Bernina ganz in unserem Fokus. Falls das Wetter noch mitspielen würde, hielten wir uns die Option, den Piz Palü am nächsten Tag noch „mitzunehmen“, offen. So eine Tour muss schon richtig geplant werden, deshalb bereiteten wir uns den ganzen Sommer darauf vor und holten laufend Infos ein.

Am 11.  August 2020 war es nun soweit. Um 7 Uhr morgens machten wir uns auf den Weg in die Schweiz. Nach vier stündiger Autofahrt, einem gemütlichen Mittagessen und erfolgreicher Parkplatzsuche ging es zu Fuß zu unserem ersten Etappenziel. Die Tschierva Hütte liegt auf 2573 m Seehöhe und war unser Schlafplatz und Ausgangspunkt für die Tour am nächsten Tag. Auf der Hütte funktionierte alles problemlos und es war noch ein wenig Zeit vor dem Abendessen, sodass wir uns den Weg zur Fuorcla Prievlusa, dem Einstieg zum Biancograt noch ein wenig genauer anschauten und ein Stück weit hinaufgingen. Schließlich wollen wir am nächsten Tag um 3 Uhr morgens starten und die Orientierung in dem Gelände ist in der Dunkelheit nicht ganz einfach. Zudem wollten wir nicht von anderen Bergsteigern abhängig sein, die den Weg bereits kennen.

Nach recht kurzer und unruhiger Nacht machten wir uns fertig, packten unsere Rucksäcke und los gings. Nach ca. 2 Stunden, exakt beim Sonnenaufgang erreichten wir die Fuorcla Prievlusa, dafür mussten wir einen Gletscher queren und eine kurze, steile Felspassage bewältigen. Traumhaft schön war die Aussicht in der Scharte und das Wetter konnte nicht besser sein! Diese Gelegenheit nutzten wir für eine kurze Pause, bevor wir die erste Kletterpassage in Angriff nahmen. Es sind ca. 4-5 kurze Seillängen im 3. Grad und eine kurze Abseilstelle bevor man den Firngrat erreicht. Wir tauschten die Kletterausrüstung gegen Steigeisen und Pickel und stiegen die flacheren Passagen am kurzen Seil immer höher. Den „Haifischzacken“ umgingen wir aufgrund der guten Verhältnisse auf der linken Seite und sparten uns somit eine kurze Kletterei. Als sich der Firngrat immer mehr aufsteilte, entschlossen wir uns aufgrund von kurzen Blankeisstellen zwei Seillängen am Fixpunkt zu sichern. Der Grat war bereits sehr ausgesetzt und Fehler gar keine Option. Wir waren gut im Zeitplan und sicherheitstechnisch war es die beste Entscheidung.

Als wir am Piz Bianco ankamen, hatten wir den sehr ausgesetzten Felsgrat, der den Piz Bianco mit dem Piz Bernina verbindet vor Augen. Vor diesem hatten wir während der ganzen Tourenplanung viel Respekt, denn er bricht fast 1000 Meter nahezu senkrecht in die Tiefe. Wir machten noch eine kurze Pause, wechselten die Ausrüstung und starteten ruhig in die Kletterei.

Alles lief perfekt! Die Kletterei war ein Genuss die Verhältnisse top und die Motivation an ihrem Höhepunkt. Nach 5-6 Seillängen standen wir nun tatsächlich auf dem Gipfel des Piz Bernina, und mit 4049 Meter unserem ersten 4000er. Absolut genial! Wir verweilten einige Zeit am Gipfel und genossen den Moment, ehe wir uns n den Abstieg über den Spallagrat machten. Dieser durfte auf keinen Fall unterschätzt werden, denn man bewegt sich immer im Absturzgelände. Nach zwei Abseilern war es nun nicht mehr weit zur Marco è Rosa Hütte, in welcher wir die zweite Nacht verbringen würden. Wir waren recht schnell unterwegs da wir schon kurz nach Mittag die Hütte erreichten.

Die Ausrüstung neu sortieren und einpacken, anschließend saßen wir einige Zeit vor der Hütte und genossen unsere gute, gemeinsame Zeit in den Bergen! Am nächsten Tag standen wir um halb 5 auf und der wolkenlose Himmel ließ und nur Gutes erahnen. Noch schnell Frühstücken und schon haben wir wieder die Steigeisen an den Schuhen. Über die atemberaubende Bellavista-Terasse geht‘s zum Einstieg des Piz Palü. In leichter Kletterei erreichen wie zügig den ersten der drei Palügipfel! Ich kann mich heute noch gut an den Moment erinnern als wir auf dem Grat des Hauptgipfels stehen und unter uns bildete sich ein Meer aus Wolken.

Der Abstieg ging zügig voran, in kürzester Zeit waren wir an der Bergstation Diavolezza angekommen und fuhren mit der Bahn hinunter ins Tal und mit dem Zug zurück nach Pontresina. Alles in allem war es ein unvergessliches Abenteuer was uns nicht nur in bergsteigerischer Sicht reifen ließ, sondern auch im Hinblick auf unsere Freundschaft konnten wir einiges mitnehmen!

David Hechl

Fohringer

David Hechl (links) mit Fabian Fohringer, Foto: David Hechl 

 
 
 

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