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Wanderung am Gardasee (Wandern am Gardasee)

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Wanderung am Gardasee

Gardasee

Nationalfeiertag und Lust auf Wandern – trotz schlechter Wetterprognose fuhren wir auf die Alpensüdseite ans Nordufer des Gardasees nach Riva del Garda.

Unser erster Weg war die Ponale. Früher, bereits ab dem 12. Jahrhundert, war dieser Pfad die einzige Verbindung zwischen dem Gardasee und dem Ledro-Tal. Dieser Fußweg war in zahllosen Stufen in den Fels gehauen. Ab 1847 wurde dann, nach den Plänen von Giacomo Cis, die Strada Ponale gebaut. Im Jahre 1851 fertiggestellt, fuhren ab 1891 die ersten Automobile auf dieser sagenhaften Straße von Riva del Garda ins Ledrotal. Dabei mussten sie fünf Tunnels passieren. Immer wieder wurde diese Straße durch Erdstürze verschüttet und musste gesperrt werden. Durch den Neubau der Straße Riva del Garda-Ledro steht die Ponale jetzt Wanderern und Mountainbikern zur Verfügung.

Die Trasse hoch über dem See ist einfach atemberaubend und inzwischen ein Klassiker am Gardasee. Bereits nach dem ersten Tunnel wird klar, warum diese Straße auch Panoramastraße genannt wird. Der Ausblick auf den See ist einfach traumhaft! Nordwärts blickt man auf Riva und Torbole, südwärts nach Malcesine und den Monte Baldo, während unter uns der tiefblaue See im Sonnenlicht liegt.

Unterwegs kommt man gleich zu Beginn an der “Tagliata” des Ponale vorbei. Dabei handelt es sich um eine gepanzerte, bombensichere Festung, die zwischen 1904 und 1918 im Felsgestein teils unterirdisch angelegt wurde. Hauptzweck war die Überwachung und Verteidigung der Ponalestraße, des Gardasees und der Wasserleitung des Sperone, welche Riva versorgte. Die ganze Anlage verteilt sich über eine Länge von ca. einem Kilometer, teils fünf Stockwerke hoch. Von den ehemaligen Artilleriestellungen hat man eine herrliche Aussicht über den See.

Von Riva aus erreicht man in ca. 1,5 Stunden das Ausflugslokal „Belvedere”. Im Anschluss zogen wir noch über den Senter Dei Bech (bekannt als ein Teil des Zustiegs zur Via ferrata F. Susatti). Jedoch bogen wir vor dem Einstieg in Richtung Riva ab um wieder zu unserem Auto zu kommen.

Für den 2. Tag haben wir uns die Wanderung Busatte – Tempesta vorgenommen. Eine Panoramawanderung, die am Westhang des Monte-Baldo-Massivs entlang führt und fantastische Ausblicke auf den See bietet. Wir starten oberhalb vom Hafen in Torbole. Dort folgen wir der Beschilderung in Richtung Busatte.

Der landschaftlich reizvolle Weg hat es in sich, führt er doch in großen Teilen über an Felswänden befestigten Eisentreppen und Brücken, welche die vielen Schluchten passierbar machen, und bietet von dort aus überwältigende Blicke über den nördlichen Gardasee. Insgesamt sind 387 Treppenstufen zu bewältigen, wie eine Hinweistafel am Ende des Weges verrät. Bevor zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die Uferstraße am Ostufer, die Gardesana Orientale, gebaut wurde, dienten Teile dieses Weges - 200 Meter über dem See - als Pfad für die Einheimischen.

Retour gingen wir dann oberhalb über einen Forstweg zurück zum Auto. Und wenige Minuten später standen wir bereits an unserem zweiten Ausgangspunkt. Es folgte eine Wanderung durch einen Olivenhain und anschließend  durch den Wald zum Gipfelkreuz des Croce del Colodri.

An diesem Tag war noch Bummeln in Limone angesagt. Auch jetzt im Herbst hat dieser Ort seinen besonderen Reiz, zumal schon einige Eisdielen zu sind. Nur noch ganz wenige Touristen haben sich heute hierher verirrt – so still ist es selten in Limone. 

Der dritte Tag fing mit leichtem Nieseln an. Bevor wir nach  Pregasina fuhren, um unser Ziel in Angriff zu nehmen, machten wir noch einen Abstecher zum Salamander-Weg. Dort muss man wirklich vorsichtig gehen, denn es herrscht eine regelrechte Salamander-Invasion.

Unser nächster Pfad führte hoch über dem Ort Richtung Cima Nodice. Vorbei an Relikten aus dem Ersten Weltkrieg. Eine besondere Herausforderung ist nach dem Felsentor die Himmelsleiter, die bei Nässe doch einiges abverlangt. Schade ist nur, dass die Laufgräben nicht besser gewartet werden. Dies wäre sicher eine Bereicherung für diese sehr schöne Tour.

Da wir vom Regen ohnehin schon nass waren, sahen wir uns auch noch den Wasserfall Varone an, welcher durch die Regenfälle besonders imposant wirkte.  Im oberen Abschnitt konnte man kaum die Augen offenhalten, so stark war die Gischt. Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel, um uns trockene Klamotten anzuziehen, fuhren wir nach Arco, um auch hier die stille Herbststimmung einzufangen.

Da der letzte Tag leider ebenfalls zu verregnet war, um wirklich etwas daraus zu machen, suchten wir eine sehr leichte Wanderung heraus. Wir fuhren zum Sumpfgebiet Fiave. Auf Holzstegen kann man hier sehr bequem über das Moor gehen und die Überreste von der prähistorischen Pfahlbausiedlung bestaunen. Da aber der Vorabend darüber hinaus ein wenig länger dauerte, war es gerade richtig, eine kürzere Tour zu machen.

Abschließend darf ich im Namen aller Teilnehmer sagen: „Sche war´s!“

Arnold Jäger


 
 
 

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