Logo Sektion Knittelfeld

Stubaier Alpen 21.-23. Aug. 2015 (Stubaier Alpen 21.-23. August 2015)

Mitglied werden
zur Anmeldung

Stubaier Alpen 21.-23. Aug. 2015

Zuckerhütl 3507m, West-Ost-Überschreitung

Das Zuckerhütl wurde benannt nach seiner bereits vom Eingang des Stubaitales aus sichtbaren anmutigen Form. Von Osten erscheint es als kühnes Firnhorn mit Zuckerhut-Charakter, welches leider immer mehr der Ausaperung zum Opfer fällt. Von Westen mit seinem Zwilling der Pfaffenschneid ist es felsig, roh und abweisend. Die von Eis und Firn bedeckte Nordseite apert auch durch den Gletscherschwund zusehends weiter aus.

11 Bergsteigerinnen und Bergsteiger machten sich zum Ziel diesen Berg, er ist zugleich auch der Höchste der Stubaier Alpen, zu besteigen. Nach der langen Anreise von Knittelfeld bis zum Ende des Stubaitales (Mutterbergalm) wählten wir den gemütlichen Aufstieg zur Dresdnerhütte 2308m und fuhren mit der Seilbahn hoch. 
Nach einer kurzen Stärkung auf der Hütte machten wir uns auf den Weg zum Einstieg der beiden Klettersteige auf den Egesengrat 2631m. Die Mehrheit der Gruppe wählte den Leichteren der Beiden, nämlich den Fernau-Klettersteig (C/D) den sie mit Bravour meisterten. Nur Gabi und Rok wollten den Fernau-Express-Klettersteig (E) erklimmen, der ihnen aber gehörig die Zähne zeigte. Die Schwierigkeiten meist um D bis E sind mit unseren E-Klettersteigen nicht ganz vergleichbar, das können Martin und ich nur bestätigen, nachdem wir diesen Sportklettersteig am nächsten Tag auch begangen sind.  

Am nächsten Tag stand das Hauptziel dieser Tourentage auf dem Programm, nämlich das Zuckerhütl. Nachdem das Wetter sehr gut prognostiziert wurde, stand meine Entscheidung fest, dass wir die Besteigung by fair means durchführen, sprich ohne Seilbahnbenützung. 
Der Zustieg erfolgte über die Wege auf den Schipisten und zuletzt über den noch vorhandenen spaltenarmen Gletscherrest zum Fernaujoch 3055m. Weiter ging es am unschwierigen Grat und in der Nordflanke des Aperen Pfaff zum Pfaffenjoch 3208m, wo wir uns für die Begehung des Sulzenauferner anseilten. Wir bildeten 3 Seilschaften, damit die weitere Gratüberschreitung in der Seilschaftsgrösse mit max. 4 Personen möglich war. Wir fanden sofort einen geeigneten Übergang für den vorhandenen Bergschrund. Weiter ging es an der leichten W-Flanke der Pfaffenschneide zum Höchsten Punkt (3498m) desselbigen. Danach wurde der Grat um einiges schwieriger und ausgesetzter. Obwohl diese Überschreitung laut dem AV-Führer mit Schwierigkeitsgrad I (nach UIAA) bewertet ist, fanden wir gleich eine kurze 3er-Stelle vor. Dann kletterten wir in die Scharte ab und weiter über den Westgrat auf das Zuckerhütl, wobei die Schwierigkeiten im Bereich I+/II- lagen. Obwohl dies eine sehr lohnende Aufstiegsvariante darstellt, war nur eine einzige 2er-Seilschaft dort unterwegs, im Gegensatz zum Normalweg über den Ostgrat/-flanke, wo sich Scharen von „Bergsteigern“ oder die es sein wollten, bewegten. 
Nach dem 5-stündigem Aufstieg folgte eine ausgedehnte Gipfelrast. Der Abstieg erfolge am relativ leichten Ostgrat (kurze Stellen I und teilw. versichert) in den Pfaffensattel, weiter über den Gletscher zurück zum Pfaffenjoch und über den Aufstiegsweg zurück zur Dresdnerhütte. 

Serles 2717m

Am dritten Tag wäre der Plan gewesen, dass wir die Stubaier Wildspitze über den SO-Grat besteigen. Leider waren von in der Früh weg die umliegenden 3000er in Wolken gehüllt und ein kräftiger kalter Wind wehte außerdem noch. Aufgrund dieser nicht berauschenden Wetterverhältnisse fanden wir schnell die Übereinstimmung, dass wir unser Vorhaben nicht umsetzten werden. 

Ein Alternativprogramm musste schnell gefunden werden. Der Blick ins Stubaital Richtung Osten versprach sonnigeres Wetter und da konzentrierte sich der Blickfang schnell auf den tollen Aussichtsberg „Serles“ (2717m). 
Die möglichen Aufstiegsvarianten prüften wir schnell per Internet und fanden eine kürzere Möglichkeit von Süden mit dem Ausgangspunkt Maria Waldrast.
Um nicht mehr unnötige Zeit zu verlieren, wählten wir den Abstieg mit der Seilbahn zurück zur Mutterbergalm, wo unsere Fahrzeuge standen. Dann fuhren wir über Matrei am Brenner zum wunderschön gelegenen Ausgangspunkt, der auch eine Wallfahrtskirche mit einer Heilquelle beinhaltet.
Leider entschlossen sich für diese tolle Bergtour nur 6 Personen, die anderen traten den vorzeitigen Heimweg an. 
Der Aufstieg zur Serles erfolgte am Beginn querend an der Südflanke des Berges und dann weiter zum Serlesjöchl, wo der Gipfelanstieg über kurze versicherte Stelle begann. Nach ca. 2 1/2h und fast 1100Hm erreichten wir den Gipfel mit einem riesigem Kreuz und der Blick nach Innsbruck, dem Karwendel und die umliegenden Berge war beeindruckend. Die gemütliche Gipfelrast erfolgte in einer sonnigen und windgeschützten Felsnische. 
Leider mussten wir den angenehmen Platz wieder bald verlassen, denn der Abstieg und die lange Heimreise warteten noch auf uns. In Maria Waldrast machten wir noch ein erfrischendes Fußbad in einem Naturkneippbecken und tranken das frische Quellwasser mit heilender Wirkung. Aufgrund des großen Verkehrsaufkommens auf den Autobahnen wählten wir die Fahrstrecke über Kitzbühl und Pass Thurn, wo wir unser Abendessen zu uns nahmen und die Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren ließen.

Liebe Bergkollegen/innen, ich freue mich schon auf unsere nächste Tour. 
Ein Dank auch an meine Tourenführerkollegen Albin und Rok.

Liebe Grüsse 
Christian Kemmer

 
 
 

Anfragen zum Internetauftritt und zur Wartung
 

Datenschutzhinweis

Bitte beachten Sie, dass der folgende Link eine externe Website öffnet, für deren Inhalt wir nicht verantwortlich sind und auf die unsere Datenschutzbestimmungen keine Anwendung finden. Informieren Sie sich bitte auf der neuen Webseite über den dortigen Datenschutz.

Ziel: