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Mera Peak (6.471m) (Sebastian Wiese auf dem Mera Peak (6.471m) )

Österreichischer Alpenverein, Sektion Melk
Kletterhalle Yspertal

Mera Peak (6.471m)

Am 1. Mai 2019 hat unser Mitglied Sebastian Wiese den Gipfel des Mera Peak (6.471m) erreicht. Leider musste Sebastian die Gipfeletappe vom Hochlager weg alleine bewältigen, da seine beiden Begleiter in der Nacht vor dem Gipfelsturm höhenkrank wurden und gemeinsam mit dem Guide und den Trägern rasch absteigen mussten. Als besonders eindrucksvoll hat Sebastian den Sonnenaufgang auf 6.300m erlebt, bei dem zuallererst die Gipfelpyramide des Mount Everest im goldenen Morgenlicht glänzte. Ganz alleine konnte er eine halbe Stunde auf dem Gipfel genießen, von dem aus man auf ein unendliches Gipfelmeer aus fünf 8.000-er (Cho Oyu, Mount Everest, Lhotse, Makalu und Kangchendzänga) und zahlreichen anderen bekannten und weniger bekannten 6.000-ern und 7.000-ern blickt (unter anderem auch die Ama Dablam und den Baruntse).

Die Abfahrt bewältigte Sebastian mit Ski. Die Skiabfahrt über den riesigen, teils spaltigen Gletscher bot von „Plattenpulver“ bis Firn alle denkbaren Schneearten. Sebastian ist die heuer einzige erfolgreiche Skibesteigung des Mera Peak gelungen.

Der Mera Peak ist der krönende Talschluss des Hinku-Valley im nepalesischen Makalu-Baruntse-Nationalpark, einem sehr ruhigen Winkel der sonst touristisch schon recht erschlossenen Everest-Region. Das Hinku-Valley ist nur im Sommer von Yak-Hirten bewohnt, das dort lebende Volk der Sherpa ausgesprochen gastfreundlich. Tee gibt es immer, genauso wie Nachschlag für alle, die mit einer Reisschüssel nicht satt werden. Bergsteiger können in einfachen, aber sauberen (und eiskalten) Steinhütten übernachten. Lediglich das Basislager und das Camp 1 (Hochlager) sind Zeltlager.

Wer den Mera Peak besteigen will, muss zunächst vom Khumbu-Valley (das zum Mount Everest führt) über den 4.600 m hohen Zatwra-La-Pass ins Hinku-Valley, das dann sanft ansteigend zum Fuß des Mera Peak führt. Die Landschaft ist unvergleichbar beeindruckend. Das Tal ist auf beiden Seiten von noch unbestiegenen 6.000-ern und 7.000-ern gesäumt. An manchen Stellen türmen sich drei Kilometer hohe Fels- und Eiswände mit riesigen Hängegletschern über dem Talweg auf. Immer wieder erinnern dumpf donnernde Eislawinen und in den riesigen Eisflanken herabstürzende Seracs an die Gefahren, die die meisten Linien durch diese Wände unbesteigbar machen.

Der Mera Peak ist – obwohl kaum Skibesteigungen stattfinden – ein perfekter Skiberg, der allerdings doch hart verdient sein will. Gute Höhenverträglichkeit und eine perfekte Akklimatisierung sind Grundvoraussetzungen für den Gipfelerfolg. Insgesamt muss man 100 km zu Fuß zurücklegen, um auf den Gipfel und wieder zurück in die Zivilisation zu gelangen.

(Fotos & Text von Sebastian Wiese)

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