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Tourenbericht Walserweg IV mit Ski (Walserweg - Teil 4)

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Tourenbericht Walserweg IV mit Ski

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Tourenbericht zur vierten Etappe des Walserwegs, dem grandiosen Finale einer furiosen Skidurchquerung. Idee, Vorbereitung und Umsetzung durch Olli Sinz, dem Axl Rose unter den Bergführern.

Samstag, 24.03.18 Anreise nach Brig zum Simplonpass

Treffpunkt und Start in Fischen/Allgäu. Mit insgesamt 11 Personen, echte Walser: Daniela, Philipp, Patrick, Pit, Jaros und natürlich Olli, sowie Eingeheiratete: Drele, Fränkie, Birgit in spe, und einer Delegation aus dem Werdenfelser Land: Bianca und Andrea.
In drei PKWs ging es durch die Schweiz über Kandersteg, nach Brig, hinauf zum Simplonpass auf 2005 m. Übernachtung im dortigen Hospiz. Das beeindruckende, dreigeschossige Gebäude ist das größte Passhospiz der Alpen.

Sonntag, 25.03.2018 vom Simplonpass nach Saas Grund
Beginn Sommerzeit – kurze, sternenklare Nacht ! Beste Wetterbedingungen.

Mit Bus Richtung Nierdalp 1825 m gefahren.
Ein wunderbarer Tag denkt sich Olli, kurz bevor ihm Pit mitteilte, er hätte seine Skifelle wohl beim Betten abziehen mit der Bettwäsche verwurschtelt und im Zimmer liegen lassen. Bevor Ollis Gesichtsfarbe Rinderblutröte erreichte, machte sich Pit flott auf den Weg, trampte zurück zum Hospiz und holte die Gruppe zügig und aufgefellt wieder ein, die bereits in Richtung Sirmoltesattel unterwegs war. Von dort aus fuhren wir Richtung Obers Fulsmoos ab. Erneutes Auffellen, hinauf zirkeln zum Simelipass 3023 m. Danielas spontane Nachhilfe in Spitzkehrentechnik, sicherte Andrea fortan das Vorankommen, auch im steilen Gelände.
Belohnung: grandiose Aussicht zum Dom und Walliser Bergwelt plus traumhafte Abfahrt bis nach Saas Balen 1483 m. Mit Bus nach Saas Grund. Viele Panachés, gutes Essen im gemütlichen Saaserheim.

Zu den mittlerweile traditionellen Versäumnissen hinsichtlich Materialprüfung, gehörten auch diesmal, ein Paar nicht haften wollender Felle. Dank Dreles Tapevorrat kam Fränki nicht in die Bredouille.

Montag, 26.03.2018 von Saas Grund nach Macugnaga
klarer, kalter Morgen.

Mit Bus nach Saas Almagell 1667 m. Dann Aufstieg über Höhenloipe zum Mattmark Staudamm 2197 m. Er ist der größte Naturstaudamm Europas. Ab Staumauer Querung zu einer markanten Tunnelöffnung, die von Bergführern im Winter freigeschaufelt wird. Tunnelboden großteils Glatteisstrecke und mittendrin ein riesiger vereister Tunnelgeist. Weiter bis zum Ende des Stausees und schier unendlich über den Tälliboden führt dann der Walserweg zum Monte Moro Pass (Pass zur Goldenen Maria) 2853 m. Von weitem fällt einem das Glänzen der eindrucksvollen, vergoldeten Muttergottesstatue, welche sich auf dem Pass befindet, auf. Wir erleben eine atemberaubende Aussicht auf die majestätische Ostwand des Monte Rosa. Unterhalb des Passes findet man die Oberto-Hütte, im Skigebiet von Macugnaga. Der Einkehrschwung auf der Hütte gehörte freilich dazu.

Die präparierte Piste verleihte Flügel, beschwingter Abfahrtsgenuss! 
Die gesperrte Piste ins Tal hinderte uns nicht, die Abfahrt zu unterbrechen. Eine wilde Fahrt – vor allem für Fränkie – der zum Schreck aller, die finale Kurve zu schnell nimmt und hinter der Bachbettmauer einige Meter abstürzte. Die üppige Schneemenge an dieser Stelle hat unseren Fränkie vermutlich vor schmerzlichen Folgen bewahrt.
Dann in den wunderschönen Walserort Macugnaga 1307 m im Aostatal spaziert und ins Hotel Signal eingezogen. Anschließend kleine Sightseeingtour durch den Ort. Mit köstlichem Abendessen haben wir den Tag ausklingen lassen.

Dienstag, 27.03.2018 von Macugnaga nach Alagna
Wettersituation instabil.

Die ursprünglich geplante Route, der Aufstieg zum Colle delle Loccie 3334 m oder Turrlipass, musste geändert werden.
Alternative Fahrt mit Taxibus nach Alagna Valsesia 1190 m im Aostatal. Patrick und Pit gehen Skifahren im dortigen Skigebiet Alagna. Der Rest genießt den unerwarteten Ruhetag.

Mittwoch, 28.03.2018 von Alagna nach Gressonay St.Jean
sonnig

Mit Taxis nach Riva Valdobbia 1107 m. Ab dort Aufstieg zu den Häusern von Peccia 1529m, vorbei an Alpe Pastore 2125 m und hinauf zur Rifugio Ospizio Sottile. Die Hütte liegt direkt auf dem Valdobbiapass 2480 m.
Geschmeidige Abfahrt im oberen Teil, danach durch eine ausgeklügelte Wald- und Wiesenschneefleckerltrasse direkt nach Gressonay St.Jean 1385 m. Wir konnten unser Hotel Flora Alpina gut zu Fuß erreichen und gönnten uns auf der sonnigen Terrasse einige gekühlte alkoholische Getränke, Chips und Zigarren.

Donnerstag, 29.03.2108 von Gressonnay nach St.Jacques
Nacht nicht gefroren, Wetter nicht eindeutig.

Mit Bus bis Gressonay Stafal, mit Lift bis Colle della Bettaforca 2700 m, Aufstieg zum Colle della Bettolina 3050 m. Herrliche Abfahrt, trotz einiger Harschpassagen, direkt nach Saint Jacques 1689 m im Aostatal. St. Jacques ist wiederum eine beeindruckende Walsersiedlung mit typischem Gestaltungscharakter der Häuser.
Das Abendessen fand außerhalb unseres Hotels statt, in einem Restaurant am anderen Ende des Ortes. Uriges Lokal, gelungene Küche und Service mit Nachwuchssommelier F.

Freitag, 30.03.2018 von St.Jacques nach Zermatt
Morgens sonnig, später stürmisch mit Niederschlägen.

Ab St.Jacques 1689 m ging es zunächst beschaulich, später durch eine Steilstufe stapfend mit Ski auf dem Rucksack zur Alpe Masse 2400 m. Andrea, die wie ein Kartoffelsack mit Stirnband bei jedem Schritt einbrach, bekam Unterstützung von Olli, der sie von ihrer Rucksacklast befreite um keine Zeit mehr zu verlieren angesichts der Wolkenverdichtung. Das Wetter wurde zunehmend schlechter, keine Sicht. Via GPS peilte Olli einen Tellerlift auf 2850 m an, der uns zum Col Nord des Cimes Blanches 2981 m beförderte. Von dort aus mit einer Gondel zum Testa Grigia 3479 m. Kurze Einkehr in einer Skihütte.
Fulminate, unendliche Abfahrt 1800 Höhenmeter Piste nach Zermatt 1672 m mit sämtlichen Wetterkapriolen: neblig, stürmisch, diffus, Schnee, heiter, toll, wow ….. angekommen !!! Mir fehlen die passenden Worte um dieses Ankommen zu umschreiben. Es ist zu spezial.

Das Matterhorn kommt leider nicht zum Vorschein. Ollis Bänderriss am Fuß, passiert vor einigen Wochen, hat seine notdürftige Heilung wieder gelöst und ist erneut gerissen.
Wir fahren mit dem Zug nach Herbriggen zu unserem Hotel und begießen das erfolgreiche Tourenereignis mit Zwetschgenschnaps. Das Hotelrestaurant bot gehobene Küche und bildete einen adäquaten kulinarischen Abschluss zur Walserwegetappe IV !

Samstag, 31.03.2018 von Herbriggen zum Simplonpass, Heimreise
nachts viel geschneit.

Der freundliche Hotelbesitzer hat angeboten, uns mit seinem Hotelbus zum Simplonpass zu chauffieren. Auf Grund der Neuschneemenge am Simplonpass erwartete uns eine hochwinterliche Straßensituation, sowie drei tief im Schnee vergrabene PKWs.
Dann gings zurück mit Schweizer Schokolade im Gepäck und vielen Erinnerungen an eine ereignisreiche Zeit!

Andrea Haslinger

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Ankunft in Zermattzoom
 
 
 

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