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Skitour Große Reibn (Skitour Große Reibn)

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Skitour Große Reibn

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Dass die Große Reibn etwas Besonderes für den Skitourengeher ist, haben wir schon bald nach Erstellen des AV-Programmes verspürt. In unserer Tourenausschreibung war immerhin schon der wichtige Zusatz angegeben, dass die lange Etappe durch das Hagengebirge mindestens 10 Stunden erfordert. Einige Tourenberichte erzählten von Herausforderungen wie Orientierung, Kondition und skifahrerisches Können. Der ursprünglich geplante Termin mit Ende April schien dann doch unpassend bezüglich der Schneelage im Wimbachtal – die Abfahrt gelang uns auf guter Schneeauflag bis zum Wimbachschloss, die restlichen 4 km bis zur Wimbachbrücke waren Fußmarsch. Der Ersatztermin musste wegen Schlechtwetter abgesagt werden, so dass das Wochenende um den Palmsonntag konkret wurde. Gleichzeitig startete zu diesem Termin auch eine Gruppe zur letzten Etappe des Walserweges.

Das Wetter passte, auch wenn es nur für zwei Tage stabiles Wetter mit guter Sicht geben sollte. Der erste Tag war der Aufstieg vom Königssee. Welch ein Prachttag war uns da geschenkt – die Sicht grandios, die Landschaft einmalig! Der Watzmann dominiert hier. Jörg glaubte nicht daran, dass es die Watzfrau gibt, von der Andreas bei der Anreise im Angesicht von König Watzmann gesprochen hat. Schließlich weist die topografische Karte des Alpenvereins keine derartige Bezeichnung aus. Doch die Sage erklärt, dass König ‚Wazemann‘ und seine Familie – auch sein Weib – gar schrecklich geherrscht hatten und dann durch einen Fluch zu Stein erstarrt waren.

Die Königsbachalm liegt an einem malerischen Ort zwischen Hinterbrand und Gotzenalm. Hierher führt die Abfahrt der Kleinen Reibn, die kleine Schwester der bekannten Großen Reibn. „Reibn“ heißt soviel wie Rundtour. Entspannt stiegen wir auf. In einer Waldpassage bildeten sich plötzlich mächtige Schneestollen an allen Fellen. Ein Stück Skiwachs beseitigte das Problem. Etwas aufwändiger gestaltete sich die Reparatur des gerissenen Spannriemens an einem Haftfell. Der Hüttenwirt des Carl-von-Stahl-Hauses stellte uns seine Werkstatt zur Verfügung und wir bastelten an einem guten Provisorium, das die nächsten Tage auch hielt.

Der große Tag war nun da. Um sieben Uhr ging nach Umstellung der Uhr auf Sommerzeit die Sonne auf und wir starteten Richtung Schneibstein. Andere Skitourengeher ließen am Gipfel die Felle für die erste Abfahrt an den Skiern. Wir freuten uns über ein paar tolle Abfahrtsmeter, bevor am Windschartenkopf wieder aufgefellt wurde. Im Nachhinein war die Frage, ob Felle aufgezogen werden oder nicht, weniger dramatisch als es die Tourenbeschreibung erwarten hätte lassen. Wer hier bei Sonnenschein über das Plateau des Hagengebirges blickt und in der Ferne unzählige Berge sieht, vergisst es niemals. Es erinnert an den Gottesacker aus der Heimat. Und noch etwas: Wer hier als Ortsunkundiger in die weiße Arena eintritt, schätzt es umso mehr, dass „vorgespurt“ wurde und damit die Orientierung und die Umgehung von vielen Dolinen und Schneekolken um vieles leichter ist. Natürlich muss die Sicht hier gut sein. Am Wildalmriedl hielten wir uns etwas länger auf und blickten bei einer Brotzeit auf Hochkönig, Funtenseetauern, Großer Hundstod und Watzmann. Die Bedingungen waren optimal. Auch die nachfolgende Einfahrt in den Eisgraben ließ kaum einen Wunsch offen. Manchmal soll es hier schwierig sein, wenn wenig Schnee liegt oder der Hang vereist ist. Der Eisgraben entpuppte sich als landschaftliches Highlight: Große Felsblöcke mit mächtiger Schneeauflage, die markante Felswand des Lehlingkopfes sowie labyrinthartige Abfahrtspassagen im Lärchenwald.

Jetzt folgte auf einer Höhe von 1600 Metern der letzte lange Anstieg des Tages: Blaue Lacke, Lange Gasse, Steinige Grube. Namen, die nicht gerade Beachparty-Stimmung vermitteln. Am Ende waren es nochmals 1000 Höhenmeter bis hinauf auf den höchsten Punkt der Tour, dem Funtenseetauern mit 2578m. Am Vortag waren mehrere Duzend Reibn-Geher auf Tour, da das Wetter bis einschließlich heute optimale Bedingungen versprach. Während im Eisgraben die Hänge verspurt waren, fanden wir hier zum Funtensee hinunter tolle Pulverschneehänge vor. Das Kärlingerhaus hat an Ostern zur Haupt-Skitourenzeit für zwei Wochen geöffnet. Eine Woche früher hätten wir im Winterraum gewohnt. Ein bisschen Komfort tut nach einem so langen Tag sehr gut. Wir sammelten neue Kräfte.

 Die zweite Etappe führt am Ingolstädter Haus vorbei auf die Hundstodscharte, hinab auf die Hochwies und in einem letzten Anstieg zur Kematenschneid und der Wimbachscharte. Das Wetter machte gerade so mit: Ein paar Flocken, stellenweise dichter Nebel, aber immer noch machbar. Ins Wimbachtal pflügten wir auf verspurten Hängen hinunter. In flotter Fahrt kamen wir bis zum Wimbachschloss (937m), dann war Schluss mit Skifahren. Die letzten vier Kilometer wurden noch zu Fuß zurück gelegt. Die Freude, am Ziel der großen Runde um Königssee und Watzmann angekommen zu sein, vermischt sich mit Dankbarkeit für den gelungen Tourenverlauf. Wir sind glücklich und zufrieden, eine große Tour in großartiger Landschaft erlebt zu haben.

Andreas - Thomas - Jörg


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Hagengebirgezoom
 
 
 

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