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Parc Ela – 3 Pässe Wanderung in Graubünden (Parc Ela – 3 Pässe Wanderung in Graubünden)

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Parc Ela – 3 Pässe Wanderung in Graubünden

Zugfahrtzoom
Wandern am Seezoom
Orgelpfeifenzoom
Bergstüblizoom

Letztes Jahr mussten wir trotz des Jahrhundertsommers die Tour wegen Schlechtwetter absagen und so waren alle gespannt, ob nach dem bisher durchwachsenen Sommer uns drei verlässliche Sommertage vergönnt sind.

Der Parc Ela ist der größte Naturpark der Schweiz. Er liegt in einer vielseitigen Landschaft um die Alpenpässe Albula, Julier und Septimer und bietet ursprüngliche Natur, intakte romanische Dörfer und eine gelebte Kultur in den drei Sprachen Romanisch, Italienisch und Deutsch. Das Gebiet umfasst rund 550 Quadratkilometer, 200 davon sind unberührte Natur. Namensgeber ist der 3338m hohe Dolomitgipfel Piz Ela.

Die erste Etappe legten wir gemütlich mit der Rhätischen Bahn von Tiefencastel bis Preda zurück. Die Bahnfahrt alleine ist schon ein Erlebnis, über das bekannte Landwasserviadukt schlängelt sich der Zug über mehrere Kehrtunnels 700 hm hinauf bis zum Albulatunnel. Empfangen werden wir von einer riesigen Baustelle mit Förderbändern vom Ausbruchmaterial des neuen Tunnels. Schnell sind wir in der einsamen Natur und wandern das Val Tschitta im Schatten von alten Arvenbäumen stetig bergauf. Die Alpflächen beginnen hier erst oberhalb der Baumgrenze von ca. 2000m und reichen hinauf auf 2500m. Der erste Pass ist die Furschela da Tschitta (2831 m). Wir werden mit einem grandiosen Ausblick auf die umliegende Bergwelt und drei Bergseen belohnt. Gerade mal vier Wanderer sind uns bisher begegnet umso erstaunter sind wir über einen Mountainbiker, der sich zügig auf die Passhöhe bewegt. Nach einer längeren Rast am Lai Piz Ela (Bergsee) führt der Weg abwechslungsreich durch Geröllhalden, Moränenausläufern hinauf auf zum zweiten Pass (Ela 2793m). Der Blick auf den Piz Ela mit seinen schroffen Wänden fasziniert uns, wo ist wohl der leichtestes Durchstieg? Später werden wir auf unserer Selbstversorgerhütte von einem Kletterpärchen erfahren, dass Bezwinger ein gutes Orientierungsvermögen und viel alpinistischen Spürsinn benötigen, um den Gipfel zu erreichen. Gerade mal zwei Gipfelbucheinträge waren bis dato in 2016 dokumentiert.

Nach sieben Stunden und 1400hm auf der Hütte angekommen, stellt sich uns noch eine besondere Herausforderung: Trotz Reservierung ist die Hütte mit 24 Schlafplätzen fast voll und der Hüttenwart macht den Vorschlag, ob unsere sechser Truppe nicht in der alten Hütte übernachten möchte. Genug Holz zum Kochen und Beheizen sei vorhanden. Kräftiger Hunger lässt uns zu Taten schreiten, der Herd wird angezündet,

Das Anheizen vom Holzherd will nicht recht funktionieren, es qualmt vorne
auf der Herdöffnung wieder heraus, Rauch verteilt sich in der Hütte statt
über den Kamin abzuziehen.
Von der Ferne sieht das Ganze mehr nach einem Hüttenbrand als nach
Hüttengaudi aus. Auch der Hüttenwart scheitert an dem wohl zu kalten Kamin, da der Ofen längere Zeit nicht mehr benutzt wurde.
Die Gaudi ist uns mittlerweile vergangen, Hunger macht sich bemerkbar,
wir wollen endlich unsere Nudeln kochen. Schlussendlich landen wir
wieder in der neuen Ela Hütte, mit Zusammenrücken bekommt jeder seinen
Schlafplatz und unsere beiden Köchinnen bereiten ein leckeres Essen zu.

2. Tag:

Am folgenden Morgen setzen wir die Ela Durchquerung mit Aufstieg auf den 500 Meter höher gelegenen Orgelpass (2699m) fort. Der Name bezieht sich auf die außergewöhnlichen Gesteinsformationen am Pass, die an Kirchenorgeln erinnern. Dolomitgestein türmt sich zu bizarren Skulpturen auf, die den italienischen Dolomiten in nichts nachstehen. Von nun an geht’s bergab, die nächsten Stunden wandern wir über ausgedehnten Alpen, vorbei am Lai Tigiel unterhalb des mächtigen Tinzenhorns. Die riesigen Alpenflächen liegen wie ein Balkon 1000 m über dem Tal. Nach einer Stärkung mit frisch gebackenen Kuchen bei Anita’s Alpstübli lassen sich auch die letzten Höhenmeter (von insgesamt 1700) hinunter in das Dorf Savognin leichter bewerkstelligen.

3. Tag: Klettersteig Senda Ferrada zum Piz Mitgel 3159m

Für den Sportklettersteig sind laut Beschreibung Schwierigkeiten bis D/E angegeben und so haben die vier Klettersteigaspiranten gehörigen Respekt vor der 350m hohen Senda verticala. Nachts ist zum Glück das für den Klettertag angekündigte Gewitter schon durchgezogen, trotzdem starten wir frühzeitig zum Einstieg. Der Fels ist bereits abgetrocknet, die Temperatur noch angenehm kühl, so werden die Höhenmeter zügig zurückgelegt. Bei der Schlüsselstelle ist kräftiges Zupacken gefragt, wirkliche Schwierigkeiten bereitet uns das aber nicht. Nach vier Stunden Aufstieg stehen wir auf dem Piz Mitgel, alleine, zwei Schweizer gesellen sich später noch zu uns. Die Aussicht reicht bis zu den weißen Riesen von Bernina und Ortler, allerdings verheißen die milchigen Schleierwolken in der Ferne bereits eine Wetterverschlechterung. Der Abstieg über den Normalweg fordert nochmals Konzentration, viel loses brüchiges Gestein wäre prädestiniert für unkontrollierten Steinschlag. Anita's Alpstübli liegt glücklicherweise auf unserem Weg und so werden auch die letzten Fränkli sinnvoll angelegt. Beim Auto angekommen fallen die ersten Regentropfen - perfekte Tourentage in einer grandiosen Landschaft gehen zu Ende.

Anhang: Die kultigen Steinböcke Gian und Giachen haben wir nicht
angetroffen, Grund genug wieder mal in die Berge Graubündens
zurückzukehren.

Hier geht es zu den restlichen Bildern.

 
 
 

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