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Walserweg Teil II (Walserweg Teil II)

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Walserweg Teil II

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Am frühen Morgen des 13. März 2016 trafen wir uns, um den Walserweg, 2. Teiletappe, von Thusis nach Disentis, mit Tourenski zu bewältigen. Es war eine große Gruppe: 7 Männer: Joachim, Pit, Sigi, Frank, Patrick, Philip, dem Bergführer Olli und 4 Frauen mit Daniela, Birgit, Andrea und eine Oberstdorferin. Ich kannte zwar die meisten nicht, aber der erste Eindruck passte sehr gut und dies hat sich im Laufe der Woche immer wieder positiv bestätigt. Wir hatten freie Straßen und genügend Zeit in Thusis zu parken und das Gepäck auszuräumen. Mit dem Bus ging es weiter nach Obertschappina (1577 m). Von dort stiegen wir zum Glaspass (1846 m) auf. Die Berge waren leicht in Nebel gehüllt und die Abfahrt gestaltete sich auf dem gefrorenen Firn und teils Bruchharsch mit schwerem Rucksack gewöhnungsbedürftig. Unser Bergführer Olli spähte die einzige Steilrinne aus, die man bis zum Talboden fahren (oder auch nicht) konnte und nach den Worten: „ Geil, ja sooo geil“ war nur noch eine Pulverschneewolke zu sehen! Trotz Hindernissen kamen alle gut in Safien Platz an, wo wir in einem „Käfi“ nach einer Wartestunde einen „heißen Schoki mit Schuss“ genießen konnten. Man hatte das Gefühl, dass in diesem Dorf die Uhren seit Jahrzehnten stehen geblieben sind. Der Linienbus brachte uns alle gemütlich zum Turrahus, dem einzigen Berggasthof am Ende des Safientals. Wir ließen den Abend bei gutem Essen und Trinken gemütlich ausklingen.

Am Montagmorgen starteten wir bei strahlendem Sonnenschein zum fast 3000 m hohen Bärenhorn. Von dort genossen wir das tolle Panorama und wurden mit einer Firnabfahrt bis Nufenen (1569 m) beschenkt. Da Sigi tags zuvor in der Tobelabfahrt seinen Ski geschrottet hat, sind einige mit ihm nach Splügen gefahren und er hat sich im Skigebiet einen tollen Ski gekauft. Unsere Unterkunft in Nufenen lag zwar direkt an der Transitstrasse zum San Bernardino, aber Essen und Unterkunft waren gut.

Um 6 Uhr war am Dienstag Frühstück angesagt, damit wir gleich mit dem ersten Bus nach Hinterrhein fahren konnten und von dort 12oo hm zur Chilchalplücke über gefrorene Firnfelder aufstiegen. Eine sagenhafte Pulverschneeabfahrt ins nächste Tal war der Lohn und kurzentschlossen stiegen noch 6 der Gruppe zum Lorenzhorn (3048m) auf. So mancher tat seine Freude über den leichten Pulver mit einem Juchzer kund. Der Rest der Gruppe wartete vor der Fanelllücke. Wiederum hatten wir eine superschöne Abfahrt zum Zervreilahaus. Die Enttäuschung war groß, dass die Wirtschaft geschlossen war und der Bus gerade abgefahren war. Die letzten Kräfte wurden mobilisiert und über einen Schlittelweg konnten wir mit Unterbrechungen bis nach Vals abfahren. Inzwischen hat es leicht zu schneien begonnen und über Nacht sollten einige Zentimeterdazu kommen. In diesem Gästehaus, direkt am Kirchplatz, waren wir wieder die einzigen Gäste. Gern gesehene Gäste, weil wir mit Hunger und Durst unsere Fränkli schon gut an den Wirt brachten.

Wir wussten, dass es am Mittwoch noch leicht schneien würde und so war das Taxi zum Zervreilastausee (1864 m) erst um 11 Uhr bestellt. Bei Wind, z. T. Sonne und leichtem Schneefall ging es am Stausee entlang auf dem Sommerweg zur Lampertschalp,P. 1991, wo wir die Schweizer Nussstängeli von Andrea genießen durften. Dann gings noch weiter zur SAC Läntahütte 2090m. Die Hüttenwirtin Cyril war mit ihren beiden Hunden seit Tagen allein, kochte für uns Tee und am frühen Abend ein herrliches 4-Gänge-Menu. Es war nur die Stube beheizt, auf der Wintertoilette war Stirnlampenpflicht und ganz romantisch brannte dort eine Kerze und im Schlafraum war es gefühlt 0° C warm/kalt!

Nach gutem Frühstück machten wir uns um 6.30 Uhr bei -6° C auf eine lange Tagesetappe. Es war viel mehr Neuschnee gefallen als wir geahnt hatten. Olli wechselte sich mit Philip beim Spuren ab. Nach ca. 2 Stunden kamen wir zum kritischsten Teil der Tour: der Läntagletscher bis zum Adulajoch (3291m). Olli schlug hohe Spitzkehren im steilen Gelände (seit dem Olli’s Step genannt)und bleute uns ein, erst nachzukommen, wenn er es ausdrücklich sagte. Bis alle 11 Mann/Frau durch waren sollte einige Zeit vergehen. Um 11.30 Uhr waren wir oben auf dem Adulajoch. Leider hatten sich Nebelschwaden breit gemacht und so konnten wir die prophezeite grandiose Aussicht nicht genießen und mussten uns die Abfahrt mit dem GPS Gerät durch das Casletto suchen. Die Sicht wurde zunehmends besser und trotz manch verdecktem Stein hatten wir eine sensationelle schöne Pulverschneeabfahrt bis zum Talboden. Joachim versorgte uns alle mit herrlichem Rinderschinken und heimischem Käse. Wir dachten, dass wir das meiste schon geschafft hatten, aber weit gefehlt! Mit gelöster Fersenbindung schoben wir uns vor bis zum Stausee, wo das Taxi uns abholen sollte. Tja, aber wo? Es war alles verschneit und keine Straße in Sicht. Um es kurz zu machen: nach ein paar Mal Abfellen, auffellen, mit lockerer Bindung, abfahren, aufsteigen, etc. wählten wir den Sommerweg von Alpe Brescina (1883m) ins Val di Carassino-Compietto. Die letzten 400 Höhenmeter schnallten wir die Ski an den Rucksack und kamen um 17 Uhr in Olivone (904m) an. Die letzten Kilometer bis zu unserer Unterkunft durften wir im Auto unseres Wirtes verbringen. Um 18 Uhr waren endlich alle im Quartier. Nach einer belebenden Dusche, gutem Essen und Trinken ist es doch immer wieder erstaunlich, wie schnell sich der Mensch von der Tagesstrapaze erholt!

Am Freitag starteten wir mit dem Hoteltaxi nach Campo (1215m). Der Aufstieg war fast kitschig: in warmer Sonne, vorbei an gemütlichen Holz-Ferienhütten durch Lärchenwälder zu einer großen Alphütte, wo wir unsere Brotzeit genossen und unsere eigenen Abfahrtsskispuren vom Adulajoch betrachten konnten. Danach stiegen wir zum Lago Retico (2372m) auf, genossen Aussicht und Brotzeit am Pass Cristallina (2399m) und hatten eine überraschend schöne Abfahrt ins Val Cristallina bis nach Pardatsch (1559 m). Mit dem Taxi ging es ins Hotel nach Disentis. Auf der Terrasse verweilten wir mit Huskäffi, Bier und Wein bis die Sonne verschwand. Den Abend ließen wir bei exzellentem Essen ausklingen. Am Samstag gings heimwärts mit der Bahn von Disentis nach Reichenau – Thusis. Dort warteten unsere Autos auf uns, um uns wieder nach Oberstdorf und ins Walsertal zu bringen.

Mein Resumee: Ein wahnsinnig schönes Geschenk, solche Tage in grandioser Natur, Schnee und mit netten Kameraden verbringen zu dürfen !

Moni Geiger

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