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Transalp – Alpenüberquerung mit Ski (15. - 21.03.2014) (Transalp – Alpenüberquerung mit Ski)

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Transalp – Alpenüberquerung mit Ski (15. - 21.03.2014)

Am Auenfeldhornsattelzoom
Sylvrettastauseezoom
Abfahrt Tuoihüttezoom
Die letzten Meter vor Guardazoom
Guardazoom
Vergangene Skispurenzoom
Felssturzzoom
Grostezoom
Zielzoom


Transalp – eine Alpenüberquerung mit Ski von Baad zum Gardasee

Den Begriff Transalp kennen die meisten als Alpenüberquerung mit dem Mountainbike. Jedes Jahr sind tausende Biker mit dem gleichen Ziel „Gardasee“ unterwegs. Olli unser Bergführer kennt die meisten Abschnitte vom Sommer in- und auswendig, deshalb reizte uns die Idee eine Wintertransalp zu planen.

Während der Tourenplanung im vergangenen Herbst kam immer wieder die Frage auf „Reicht der Schnee auf der Alpensüdseite für ein solches Vorhaben?“ 

Der Winter 2013/2014 kam aber anders als erwartet. Im Süden so viel Schnee wie seit 10 Jahren nicht mehr und auf der Alpennordseite das glatte Gegenteil.

Sa.: Wir treffen uns im Walserbus zum Start in Baad. Bestens motiviert gelangen wir schnell über den Hochalppass nach Hochkrumbach. Mit der Saloberbahn geht es rasch weiter, ein kurzer Anstieg auf den Sattel des Auenfelderhorns lässt uns nochmals in die heimischen Berge zurückblicken. Von nun an geht es in den Süden! Das Wetter spielt noch mit, wir genießen schöne Firnhänge hinunter zum Gaisbachtobel, welches wir dann zügig queren, alte Lawinenstriche zollen Respekt.

Lech – Alpe Rauz mit Ski-Bus, kurze Abfahrt nach Stuben und weiter mit dem Bus zur Sonnenkopfbahn. Die Wetterverschlechterung setzt pünktlich wie prognostiziert ein. Nach kurzer Rast setzen wir die Tour über das Müttjöchl fort, die Abfahrt zum Kristberg wird nochmals eine Kraftprobe – sulziger fauler Frühjahrsschnee lässt grüßen.

So.: Von der grandiosen Bewirtung im Gasthaus Kristberg hatte Olli uns schon gewarnt, schweren Herzens (Magens) verabschieden wir uns. Mangels Schnee wird aus der Skiabfahrt ins Silbertal eine gemütliche Bahntalfahrt. Weiter geht es mit (kostenlosen?) Bussen über Schruns nach Partenen. Mit der Vermuntbahn und Tunneltaxi erreichen wir mittags die Bielerhöhe. Leichter Schneefall und schlechte Sicht veranlassen uns einen gemütlichen Hüttentag im Madlenerhaus einzulegen. Statt Skitour verfolgen wir live am Fernseher wie Marcel Hirscher den letzten Slalom und somit auch den Weltcup gewinnt. Anna Fenninger gewinnt ebenfalls das letzte Rennen, den Weltcup hat sie schon in der Tasche. Eigentlich gäbe es was zu feiern…

Mo.: Sonnenschein pur, wolkenlos und angenehme Morgentemperatur. Was will das Skitourenherz mehr? Olli erzählt schon seit zwei Tagen vom Hüttenpersonal der Wiesbadener. Und tatsächlich: Die beiden redseligen Slowakinnen schmeißen dort den Laden als ob es ihr eigener wäre. Von Knödeli über Süppeli werden wir auch dort bestens verköstigt. Aber wir müssen weiter. Den Vermuntpass lassen wir rechts liegen und steigen bei gleißender Hitze höher Richtung Piz Mon auf. Der Abstecher wird uns belohnt. Auf einsamen Spuren fahren wir im schönsten Firn 800 hm zur Tuoihütte ab. Engadiner Nussschnitten und Rivella - die Fränkli purzeln aus der Geldtasche. Die letzten 7 km bis vor die Häuser von Guarda können noch mit Ski gefahren werden. Die wunderschön bemalten alten Häuser beeindrucken.

Di.: Heute geht es zunächst mit dem Taxi nach San Jon und gemütlich mit dem Pferdeschlitten 10 km nach S-charl. Der Ort ist im Winter nur mit Kutschen zu erreichen. Gerade mal 13 Häuser zählt das Örtchen mit seinen alten Arvenwäldern das an den Schweizer Nationalpark grenzt. Vor uns wartet aber noch ein 1.000 hm-Aufstieg durch das einsame Val Sesvenna zur gleichnamigen Scharte. Endlich angekommen, sehen wir weit unten die Sesvenna Hütte, die die Mountainbiker unter uns von der spektakulären Val d’Uina Schlucht kennen. Der Hüttenwirt lädt uns erstmal zu einem Schnaps ein, weil er unser Ziel Gardasee nicht so recht glauben mag. Gestärkt und „zfridan“ lassen wir es die letzten 600 hm Abfahrt bis zu unserem Tagesziel Schlinig richtig krachen.

Mi.: Erste Etappe Martelltal: Obwohl die Taxifahrt dreimal länger wie im Engadin ist, kostet sie nur halb soviel. Die Schneehöhen verdoppeln sich auch alle paar 100 hm. Hier hat der Winter sich richtig ausgetobt, die Schneestangen sind entweder abgeknickt oder nicht zu sehen. Pünktlich zur Mittagszeit erreichen wir die Martellerhütte, gerade richtig für Südtiroler Speckknödel und den obligatorischen Schnaps vom Hüttenwirt. Die Blicke auf Königsspitze und Zufallspitze erinnern einige von uns an frühere Touren. Unbekannt hingegen ist der weitere Verlauf über die Fürkelescharte ins Val Venezia. Vom höchsten Punkt auf 3.150 m fahren wir, zunächst vorsichtig, steile Flanken auf hartem Firn hinab. Ein Ausrutscher hätte hier fatale Folgen. Über mehrere Steilstufen erreichen wir Malga Mare und kurze Zeit später die Straße zum Kraftwerksgebäude. Leider ist diese schon freigeräumt und statt Skifahren blüht uns ein Abstieg zu Fuß. Immer wieder suchen wir Abkürzungen mit Ski – ein intensives Kartenstudium und eine gute Nase durch Waldschneisen sind nun gefragt. Nach langen 7 km erreichen wir das Talende. Mit Hartnäckigkeit kann Olli zum guten Schluss noch einen Taxidienst nach Mezzana organisieren.  

Do.: Letzter Tourentag: Mit Unterstützung der Skischaukel Marilleva - Madonna di Campiglio kommen wir zügig zur Bergstation Grosté mitten im Brentamassiv. Wolkenloser Himmel und Sonnenschein lassen die Brentagipfel noch imposanter erscheinen. Wir lassen den Skizirkus hinter uns, queren unterhalb der Cima Grosté und nehmen noch ein paar schöne Abfahrtshänge in eine nordseitige Mulde mit. Ein letzter Anstieg – wie schon die letzten Tage nur 6 Transalpler weit und breit – und dann kommen wir zum finale grandioso: Zwischen Cima Roma und Cima della Vallazza hindurch geht es über 1.000 hm in grandiosem Firn über Steilhänge und kleine Rinnen talwärts. Zu Fuß legen wir die letzten Kilometer zurück, bevor wir oberhalb vom Molvenosee von unserem persönlichen Taxidienst Ewald empfangen werden. Eine Stunde später werden die Ski nochmals angeschnallt – an der Strandpromenade von Torbole zum Fotoshooting. Ziel erreicht.

Abends werden in einer feinen Pizzeria die Erlebnisse und Späße der letzten Tage nochmals zum Besten gegeben. Von Edith’s über Zwediths, Sigischlaufe und Töter. Die Einzelheiten gibt es nur bei den Teilnehmern:

Olli, Bergführer,

Ewald  Taxi-Chauffeur

Pit, Sigi, Jarus, Helle, Patrick

 

Es war eine großartige Woche! ... und hier gehts noch zu allen Bildern


 
 
 

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