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Sommerhochtour Hochwilde (auch Hohe Wilde) 3.480m (Sommerhochtour Hochwilde (auch Hohe Wilde) 3.480m )

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Sommerhochtour Hochwilde (auch Hohe Wilde) 3.480m

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Nachdem diese Hochtour bereits 2011 im Programm des AV stand, dann leider aufgrund von Schneefall ausgefallen ist, wurde sie 2012 wieder für 4./5.8.12, wenn das Wetter nicht passt, dann am 11./12.8.12 aufgenommen.

und….

am 11.8. war es soweit. Nachdem alle Teilnehmer Karle, Reinhard, Sigi, Andreas, Rainer, Patrick und Petra voller Tatendrang am Seilbahn Parkplatz in Obergurgl angekommen sind und ihre Mountainbikes startklar gemacht hatten, begann 11:30 Uhr die 8,7 km über 500 Hm lange Radlstrecke über eine schotterige Fahrstraße zur Langtalereckhütte 2450 m, auf der es neben vielen Fahrpassagen auch Schiebestrecken gab (vor allem für mich, aber Karle fand das teilweise Schieben der Räder auch nicht schlecht). So kamen wir ca. 13:15 Uhr durstig an der Langtalereckhütte an, wo uns die anderen Mitstreiter der Tour lustig begrüßten, vor allem mich, da es an mir fast keinen trockenen Zipfel gegeben hat. Da passte so ein Spruch ob ich in den Regen kam bestens.

Nachdem wir uns bei Leber- und Speckknödelsuppe und Radler gestärkt hatten, organisierte Karle den Rucksacktransport zum Hochwildehaus mit der Materialseilbahn.Luftig und leicht mit Klettersteigset am Balg verließen wir 14:15 Uhr die Langtalereckhütte und waren 30 min. später über einen einfachen Wanderweg beim Einstieg Schwärzenkammklettersteig (C, 350 HM, 700 Klettermeter, 1:45 Std., siehe Topo www.bergsteigen.at), der mit vielen hufeisenförmigen Tritthilfen gut gesichert war. Der Fels ist mit Flechten überzogen, die das Wasser gut speichern und dadurch den Steig rutschig machen können. Wir hatten trockene Bedingungen und die Bewertung des Steiges mit C ist absolut ok. Für unerfahrene Klettersteiggeher ist dieser Klettersteig nicht empfehlenswert. Wer beim Einstieg schon Schwierigkeiten hat, sollte den Normalweg gehen. Weitere Schwierigkeiten im Steig befinden sich im Mittelteil zwischen den zwei vorhandenen Notausstiegen mit steilen Platten und Verlauf des Klettersteiges an einer steilen Plattenkante. Reinhard zog es vor, den für jedermann gut machbaren Normalweg zum Hochwildehaus zu gehen und bekam den Auftrag von Karle, ein schönes Zimmer für uns zu besorgen.

Wir sechs Bergfexe hatten den Klettersteig in nur 1 Std. ohne Schwierigkeiten gemeistert und ließen am Ausstieg ein Foto von uns machen.Danach begann der ca. 45 min. Wanderweg zum Hochwildehaus 2883 m mit Blick auf den Gurgler Ferner. Wir genossen eine atemberaubende Landschaft bei bestem Wetter.

16:45 Uhr am Hochwildehaus nahmen wir unserer Rucksäcke aus dem Korb der Materialseilbahn und Reinhard hatte uns das Zi. Nr. 6 (Falschlungspitze) mit vier Doppelstockbetten und einem Einzelbett mit Blick auf den Gletscher reserviert. Alle fanden es super.Nun hieß es erst mal wieder futtern, diesmal selbstgebackenen Apfelstrudel!!! So lecker!!!! Ich schoss noch paar Fotos im Abendlicht vom Gipfel Hohe Wilde, der in unendlicher Ferne zu sehen war. 19:00 Uhr gab es ein schmackhaftes 4-Gänge Menü. Die Tochter des Hüttenwirtes Herrn Gufler (Christine) gab danach mit ihrem Vater Kostproben ihrer Sangeskunst mit Gitarrenbegleitung. Das haben die Beiden wirklich nett gemacht.Nun hieß es langsam, ab ins Bettchen, denn Morgen erwartet uns ein noch viel härterer Tag……

12.08.12

Nach einer ruhigen Nacht wurden wir 5:45 Uhr munter, trafen uns 6:00 Uhr zum reichhaltigen Frühstück mit Müsli, Wurst, Marmelade und das Highlight für Rainer Nutella!!! Nachdem wir uns ausgiebig gestärkt hatten, erfolgte 7:00 Uhr der Abmarsch bei bestem Wetter vom Hochwildehaus zum Gurgler Ferner über einen gut sichtbaren Pfad. Am Beginn des Gletschers wurden zwei Seilschaften gebildet, die 4-er mit Andreas, Sigi, Patrick, Rainer, sie machten zusätzlich die Überschreitung des Annakogel, Karle, Reinhard und ich bildeten die zweite Seilschaft, die über den Gurgler Ferner zum Annajoch aufstieg. Der Gletscher hatte noch eine Firnauflage, so dass die Spalten kaum sichtbar waren (manche schon ☺). Doch Karle und Andreas leiteten die zwei Seilschaften sicher über das Eis. Es ging leicht bergan zum steilen Firngrat, den wir bis unterhalb der Felsen gehen mussten. Karle sicherte am Grat mit Eisschrauben. Das war eine super Sache, denn Reinhard hatte Probleme mit seinen Steigeisen, die an seinen Schuhen nicht hielten. So kamen wir langsam zum Einstieg in den mit Drahtseilen gesicherten Steig zum Teil recht ausgesetzten Passagen zum Nordgipfel Hohe Wilde 3461 m.

Nach der Fotosession am riesigen Gipfelkreuz begannen wir mit der ca. einstündigen Überschreitung am Grat im ständigen ausgesetzten Auf und Ab zum Südgipfel . Hier gab es keine durchgängigen Drahtseilsicherungen und man muss absolut schwindelfrei und trittsicher sein. Karle und Andreas legten an ganz exponierten Stellen grandiose Seilsicherungen. Der Südgipfel der Hohen Wilde liegt direkt an der Grenze zu Südtirol, dort deckte eine dicke Wolkendecke alle Berge zu. Wie eine Walze rotierten die Nebelschwaden. Wunderschön anzuschauen.

12:15 Uhr standen wir glücklich am Südgipfel Hohe Wilde 3482 m. Ein grandioses Erlebnis für mich mit einer super Truppe! Nach der Brotzeit traten wir 13:00 Uhr den Abstieg vom Gipfel über einen schmalen ungesicherten Pfad steil bergab Richtung Langtaler Joch an. Jetzt gab es keine Markierung mehr und wir mussten den Weg zum und über den Gletscher selber finden. Über Schuttreißen ging es einzeln gesichert hinab zum spaltenreichen Langtaler Ferner. Alle sieben bildeten eine Seilschaft bei der erst Karle, später Andreas durch das mächtige Spaltenlabyrinth führte. Ich hatte mächtig Respekt, denn so etwas hatte ich bisher noch nie gesehen! Nach 2,5 Std. (gefühlt wesentlich mehr) haben wir den Langtalerferner gemeistert. Ein großes Lob dem „Spürhund“ Andreas! Ohne gletschererfahrene Bergführer wäre der Langtalferner nicht machbar gewesen!Nun ging es nach einer Essenspause weiter über den Ferner unangeseilt an Gletscherbächen entlang. 16:00 Uhr erreichten wir wieder „festen Boden“ unter den Füßen. Die Murmeltiere pfiffen und 17:00 Uhr futterten wir glücklich in der Langtalereckhütte Kaiserschmarrn, Leber- und Speckknödelsuppe, tranken Bier und Radler, was so richtig zischte.

18:15 Uhr verabschiedeten wir uns an der Langtalereckhütte, die „Männer“ mussten noch nach Hause fahren, ich blieb noch eine Nacht in Obergurgl, so konnte ich mir bei der 8,7 km langen Rückfahrt mit dem Mountainbike zum Parkplatz in Obergurgl Zeit lassen.

Eine grandiose Hochtour bei bestem Wetter ist zu Ende. Ich muss sagen, meine erste Bergtour mit dem Kleinwalsertaler Alpenverein wird mir immer in absolut positiver Erinnerung bleiben. Es hat mir unglaublich gut mit Euch gefallen!Herzlichen Dank an alle! Bleibt gesund und munter und weiterhin Berg heil!!!


Petra K.


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