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Sarner Hufeisen - Tour rund um das Sarntal (Sarner Hufeisen - Tour rund um das Sarntal)

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Sarner Hufeisen - Tour rund um das Sarntal


Sonntag, 27.06: Abfahrt 8:00 Uhr, wie üblich in Riezlern bei der Apotheke. Alle Teilnehmer sind da, über den Brenner sind wir gegen Mittag bereits in Bozen. Nur noch die kurvenreiche Straße hinauf auf den Ritten. In Pemmern werden an der Talstation der Rittener-Horn-Bahn die Autos geparkt. Am frühen Nachmittag schon sind die Bergstiefel geschnürt, wir wandern bereits hinauf zur Rittener Horn Hütte auf 2261 m. Es gibt kaum noch solch einen Platz in den Alpen mit einer so gewaltigen Rundumsicht! 360 ° rundum nur Berge, die Sicht reicht vom Großglockner bis zur Brenta und vom Ortler bis zur Marmolada. Die über 120 Jahre alte Hütte ist jedoch etwas für Minimalisten, ein kleines Waschbecken und das ausgerechnet im Matratzenlager muss für alle Hüttenbesucher reichen. Man kann halt nicht alles haben - jede Tasse Kaffee oder Tee wird abgezählt und extra berechnet, dies war uns auf Südtiroler Boden bislang unbekannt!

Montag, 28.06: Ein prächtiger Tag bricht an, im Sommer Nebel im Tal, nur die höchsten Berge schauen aus dem Wattebausch hervor. Nach einem etwas mageren Frühstück gehts zunächst abwärts zum Gasteiger Sattel, dann sanft aufwärts zum Rittner Bildstöckl. Über ein in diesem Umfang bisher unbekannt riesigem Almgebiet, wandern wir in ständigem Wechsel zwischen Sumpfwiesen und festen Wegen unserem Ziel entgegen. Eine Mittagsrast auf der gut geführten Stöffel-Hütte zwingt uns einen Umweg von 45 Min. in kauf zu nehmen. Der Aufstieg, mit Tiroler Speckknödel und einigen Radler im Bauch, hinauf zum Villanderer Berg kostet noch einiges an Überwindung. Ums nächste Eck herum steht auf der gegenüberliegenden Seite eines Bergkessels, wie auf einem Bild gemalt, das Kirchlein Latzfonser Kreuz, daneben das dazugehörige Schutzhaus. Das auf 2311 m hoch gelegene Kirchlein ist die höchstgelegene Wallfahrtskirche Europas! Schnell waren wir drüben bei der Hütte und dem Kirchlein. Für zwei Nächte wollen wir hier unser Lager aufschlagen. Die Wirtleute und die Tochter waren richtig nett, freundlich und zuvorkommend, hier kann man sich wohl fühlen.

Dienstag, 29.06: Der heutige Tag bringt uns mit leichtem Rucksack und schönstem, warmen Wanderwetter zunächst mehrere hundert Höhenmeter steil bergab in die Nähe der Klausner Hütte. Danach gehts hinauf über mehrere Almen zu der 2431 m hoch gelegenen Radlsee-Hütte, wo wir pünktlich zu Mittag erscheinen. Am Nachmittag machen wir uns über die Königsangerspitze auf den Rückweg zu unserem liebgewonnenen Latzfonser Kreuz Schutzhaus. Der Schlussanstieg ist so gemein steil, dass man am liebsten auf allen Vieren hinaufkrabbeln möchte!

Mittwoch, 30.06.: Wieder schönstes Wetter. Wir nehmen ungern Abschied von der gemütlichen Hütte und den netten Wirtsleuten. Gleich hinter der Hütte am sogenannten Rietzlar (könnte auch allgäuerisch sein) ein kurzer Drahtseilakt, danach über steiles Blockwerk hinauf zur Fortschell-Scharte. Der heutige Tag sollte Blockwerktag genannt werden. Monika hatte extra Otto wiederum als ihren Blockwerkführer ernannt! Oberhalb der Kofelerjoch-Alm, um zig Ecken, dichten Latschenfeldern, gemein steilen Wegstücken und lange, grobe Blockfelder erreichen wir endlich das Tellerjoch. Von dort soll man die Flaggerscharten-Hütte schon sehen können, doch wo war diese? Winzig und in weiter Ferne über der Flaggerscharte war diese zu erspähen. Dazwischen ein Abstieg von 130 Höhenmeter über lose Blöcke und der Weiterweg hinüber zur Hütte ebenfalls Blockgestein. Mutig machten sich Peter und Friedhelm fertig um die 2700 m hohe Jakobsspitze zu erstürmen. Sie wollten ja schließlich abkürzen und vor uns auf der Hütte sein. Die Gruppe sammelte danach alle Kräfte und im Eiltempo wurde auch das letzte Stück Weg über Blockwerk und Geröll in Angriff genommen. Bald sitzen wir beim ersten Bier auf der Hüttenterrasse und schauen Friedhelm und Peter bei ihrem abenteuerlich brüchigen Abstieg von der Jakobspitze zu. Die Flaggerscharten-Hütte liegt auf 2481 m und ist eine kleine, gut geführte und gemütliche Hütte.

Donnerstag, 01.07.: Abstieg durch das Seebachtal zum Durnholzer-See nach Durnholz. Auf der Seebach-Alm machen wir kurze Rast auftanken bei der Wärme! Pünktlich zu Mittag sind wir in dem heimeligen Dörflein Durnholz mit seiner wunderschönen freskengeschmückten Pfarrkirche, die dem Heiligen Nikolaus geweiht ist. Nachmittags bringt uns der Linienbus hinaus nach Sarnthein, dem geschäftigen Hauptort des Sarntales. Nach einer Kaffeepause fahren wir mit einem Taxibus bis zur Sarner Skihütte. Kaum hatten wir uns auf der alten Holzterrasse niedergelassen, fängt es an zu hageln, das erste mal Wolken in dieser Woche und endlich einmal eine Dusche!

Freitag, 02.07.: Schwülwarm - der nächste Morgen. Nach einem tollen, ausgiebigen Frühstück auf der Terrasse brechen wir auf. Ein steiler Fahrweg hinauf zur Auener Alm bringt uns ordentlich zum Schwitzen. Zwanzig Minuten später stehen wir auf dem Auener Jöchl. Die Stoanernen Mandl ein uralter Kultplatz auf 2005 m lassen uns nur schwer erahnen, dass hier oben im 15. Jahrhundert die letzte Hexe aus dem Sarntal verbrannt worden sein soll! Hinab zum Möltener Kaser und über das wunderschöne Möltener Joch kommen wir in das hochgelegene Dörflein Flaas. Mittagsrast, die Hitze macht sich langsam bemerkbar. Nur gut, dass die Orte Mölten und Jenesien mit einem Kleinbus verbunden sind. Diese Fahrgelegenheit nützen wir, acht Kilometer wären es noch bis zu unserem Nachtquartier, dem Gasthaus Saltener Edelweiß. Der Bus hält am Campo Sportivo ein Kilometer Anstieg mit 25% Steigung bei ca. 30° ist noch für alle eine Herausforderung. Nicht alle Tage hat man so ein schönes Plätzchen im größten Lärchenwald Europas auf dem Salten. Bis uns spät in der Nacht ein heftiges Gewitter vertreibt, wird auf die gelungene, schöne Woche angestoßen.

Samstag, 03.07.: Nur 40 Minuten sind es hinab zu der Seilbahn in Jenesien. Mit einem tollen Blick auf Bozen schweben wir hinab in die quirlige Landeshauptstadt. Ein kurzer Besuch im Dom und einem Gang durch die Laubengasse erreichen wir die Seilbahn nach Oberbozen. Mühelos schweben wir hinauf zum Ritten. Die altehrwürdige Schmalspurbahn auf dem Ritten bringt uns nach Klobenstein. Nach einer etwas kurzen Rast holen die Fahrer per Bus ihre Fahrzeuge in Pemmern. Die Heimfahrt kann beginnen.

Fazit der Woche: Wer urige Hütten, einsame Bergwelt und Südtiroler Gastlichkeit liebt, ist hier gut aufgehoben. Das Sarntal mit seinen Tälern und Bergen ist sicherlich die Region, wo Südtirol noch am ursprünglichsten ist.

Die Teilnehmer: Monika Felder, Herta Eble, Doris Schmid, Friedhelm Rupp, Margret und Peter Wohlrab, Otto Herz, Manfred Zanetti und Heinz König

Tourenleiter: Werner Ott

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