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Karnischer Höhenweg "KHW 403" 2017 (Karnischer Höhenweg "KHW 403" 2017)

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Karnischer Höhenweg "KHW 403" 2017

Von Vierschach bis Nölbling/Dellach - sieben Tage, fünf Hütten, fast 100 km Strecke und zahlreiche Gipfel. Mit den besten Wetterprognosen und voller Vorfreude starteten wir unser Abenteuer am Sonntag, den 13.08. in Südtirol bei der Talstation der Helmbahn. 11 TeilnehmerInnen zwischen 14 und 23 Jahren kamen aus den Bundesländern Wien bis Tirol angereist, alle wander- und bergerprobt und mit großem Rucksack bepackt. Auf geht’s!

Tag 1: Vierschach - Obstansersee Hütte

Die erste Etappe führte uns, zunächst noch begleitet von unzähligen Touristen-Scharen, die sich zu unserer Freude bald lichteten - über die Sillianer Hütte bis zur Obstanser See Hütte. Stets am malerischen Kamm entlang, die Dolomiten fast immer im Blick, erreichten wir nach knapp sechs Stunden (überraschend schnell) unser Ziel. Die heimelige Obstansersee Hütte war sehr gut besucht, doch nur wenige Wanderer wagten sich in den eisigen Bergsee vor der Hütte. Alex, der im Laufe der Woche zum wahren Bergsee-Fisch avancierte, ließ sich aber nicht abschrecken und stürzte sich ins kühle Nass. Den Abend verbrachten wir mit Kennenlernen und ein paar Runden “Werwolf” - ersteres wurde dann beim Schlafen-wie-die-Sardinen im Lager noch gefördert, Umdrehen gabs auf der ersten Etappe auch beim Ruhen nicht.

Tag 2: Obstansersee Hütte - Porzehütte

Dennnoch starteten wir frisch und munter in den zweiten Tag. Nach einem stärkenden Frühstück und nachdem die paar vielleicht schon aufgekommen bzw. aufkommenden Blasen verarztet worden waren ging es hinauf auf den Obstanser Sattel und von dort auf den ersten Gipfel für den heutigen Tag - die Pfannspitze mit 2687m. Sie sollte aber nicht der letzte Höhepunkt für heute gewesen sein, wir hatten noch die Große Kinigat vor Augen. Der aufkommende Nebel hielt uns nicht auf und über einen kurzen Klettersteig erklommen wir den Gipfel. Die Rast fiel aufgrund eher spärlicher Sicht und kaltem Wind nur kurz aus, dafür kehrten wir bei der entzückenden Filmoor-Standschützenhütte ein und machten beim Oberen Stuckensee eine Badepause - Alex hatte in Paul einen Eis-Schwimm-Partner gefunden und die flachen Kalksteine eigneten sich hervorragend zum “Batteln”. Zur Porzehütte war es doch noch ein Stück, aber die vielen Schwarzbeeren am Weg kräftigten uns, wo es nötig war, und so kamen wir am frühen Nachmittag (wieder schneller als gedacht) bei der sonnigen Terasse der Porzehütte an. Die Nachricht des Kochs - Wienerschnitzel - ließ große Freude aufkommen und nach ein wenig Kartenspielen waren bald alle im Bett.

Tag 3: Porzehütte - Hochweißsteinhaus

Am Dienstag lag die so genannte “Königsetappe” vor uns, die - ob ihres Namens und Rufs - ein bisschen Bedenken bei manchen verursachte. Völlig zu unrecht, denn unsere Gruppe war super fit und hatte mehr als 1000 Höhenmeter pro Tag bisher locker gemeistert und das Wetter hätte nicht besser sein können. Nur die Füße taten schon ein bisschen weh, aber auch das wurde tapfer weggesteckt. So genossen wir, stetig am Kamm, die wunderschöne Aussicht auf Großvenediger, Großglockner und die Lienzer Dolomiten. Bärenbadeck (2430m), Spitzköfele, Reiterkarspitz, Steinkarspitze, und wie sie alle hießen, ließen (für zwei Gipfelläufer unter uns war es sogar 1 mehr) nützten wir für herrliche Gipfel-Mittagsrast und -schläfchen. Nach ein bisschen Akrobatik am Luggauer Törl zogen sich die letzten 1 ½ Stunden am Steig entlang dann doch etwas, sodass wir noch freudiger waren, die Nachmittagssonne auf der Terasse des Hochweißsteinhauses zu genießen und danach den Tag in seiner herrlich gemütlichen Stube bei diversen Spielen ausklingen zu lassen.

Tag 4: Hochweißsteinhaus - Wolayerseehütte

Am vierten Tag hatten wir weniger Höhenmeter zurückzulegen, an landschaftlicher Schönheit stand der Weg entlang alter Karrenwegen durch lichte Wälder, über die in Italien liegende Sissanis Alm, vorbei am dunkelblauen Lago Bordaglia, der wilden Felskulisse des Biegengebirges und den sattgrünen Wiesen des Murmeltierlandes Obere Wolayeralm aber um nichts nach. Bei der entzückenden Hütte stärkten wir uns noch mit Ziegenmilch-Molke für den letzten Anstieg, zum Wolayer See, welcher in den nächsten Tagen noch des Öfteren durchschwommen werden sollte! Was für eine abenteuerliche Umgebung, wir freuten uns auf zwei Nächte in der reinsten Idylle.

Tag 5: Rauchkofel (2460m) bzw. Hohe Warte (2780m) und Refugio Montanelli

Der Donnerstag war eigentlich als Ruhetag vorgesehen, doch so richtig Ruhe geben, wollte wohl niemand. Für einige von uns hieß es sogar noch fürher aufstehen als bisher und Abmarsch um 5:00 Uhr morgens, zum Sonnenaufgang auf den Rauchkofel (danke Meli, für die Initiative!). Meldeten sich am Vorabend noch nur drei TeilnehmerInnen für das Vorhaben, war ich doch sehr freudig überrascht, dann in Früh zu sechst zu starten. Anfangs mit Stirnlampen bewaffnet nahmen wir die 500 Höhenmeter in Angriff - für die am Weg schlafenden Kühe war es scheinbar noch zu früh zum Aufstehen - und hätten die Ankunft am Gipfel nicht besser timen können. Zugleich mit den ersten Sonnenstrahlen erreichten wir das schöne Kreuz und genoßen unvergessliche Momente. Zurück bei der Hütte wartete das herrliche Frühstücksbuffet und das wohlverdiente Schlaf-nachholen. Nach zwei Stunden ging es nämlich für die meisten schon wieder los Richtung Italien, zum Refugio Montanelli, wo wir uns mit dem Rest der Gruppe zum Mittagsessen treffen wollten. Die “Langschläfer” unter uns hatten nämlich ein anderes Ziel in Aussicht: den höchsten Gipfel der Karnischen Alpen, die Hohe Warte. Nach dem Frühstück ging es für sie los in die Nordwand. Dem Koban-Prunner-Weg folgend kamen sie dem Gipfel in leichter Kletterei immer ein Stück näher. Nach ein paar ausgesetzten Stellen und super Tiefblicken erreichten auch die "Langschläfer" alias "Kletterer" ihr Tagesziel - die Hohe Warte (2780m). Bergab ging es auf der Südseite zur Marinellihütte und nach einem gemeinsamen Mittagessen mit der "Sonneaufganstruppe" machten wir uns zusammen zurück zur Wolayerseehütte, wo schon gleich weider geschwommen wurde und nach dem von Zieharmoniker begleiteten Abendessen machten sich die ganz rastlosen unter uns noch auf zu einer weiteren Erkundungstour in die um den See liegenden Höhlen.

Tag 6: Wolayerseehütte - Zollnersee Hütte

Die eigentliche Köningsetappe lag heute, am vorletzten Tag,  vor uns: über die Untere Valentinalm und das Plöckenhaus zur Zollnersee Hütte - 27 km Wegstrecke, ca. 1500 Höhenmeter und 10 Stunden reine Gehzeit, zuerst lange bergab ins Tal, vorbei am malerischen Grünsee und dann durch Forststrasse und Wald zum großen Aufstieg. Ab der Oberen Spielbodenalm waren wir die einzigen Wanderer, die der brennenden Mittagssonne und den steilen Grasflanken zum Ködertörl die - stark schwitzende - Stirn boten. AmGipfel der Köderköpfe war der Tag zwar noch lange nicht zuende, doch mit Zeitvertreib-spielen legten wir die endlos scheinende Querung des Kronhofgrabens zurück und meisterten auch die wirklich allerletzten 200 Höhenmeter durch ein Waldstück auf die Wiesenböden der Zollneralmen. Nach fast 11 Stunden waren wir endlich bei der entzückenden Zollnerseehhütte, wo uns der großzügige Wirt und seine Frau mit herrlichem Essen - hoffentlich ist noch etwas übergeblieben - verwöhnte. Unsere Kräfte waren wieder aufgefüllt, aber dennoch gingen wir erschöpft ins Bett.

Tag 7: Zollnersee Hütte - Nölbling/Dellach

Stolz über die miteinander erlebten Höhen und Tiefen, sind wir nach einer Woche in den Bergen, abseits von Internet und Co. wieder in die "normale Welt" zurückgekehrt und freuen uns aber schon auf das nächste gemeinsame Abenteuer. Denn eins ist sicher, in diesen intensiven Tagen haben sich neue Freundschaften ergeben und bestehende gefestigt. Danke an alle für diese unvergessliche Tour!

(Bericht: Viki Klammerth)

 
 
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