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„Highlights am Adlerweg“ versus Vorfreude – Kniebeschwerden und andere Bedenken („Highlights am Adlerweg“ versus Vorfreude – Kniebeschwerden und andere Bedenken)

„Highlights am Adlerweg“ versus Vorfreude – Kniebeschwerden und andere Bedenken

Blick von Ehrwald zur Zugspitzezoom
Blick von Ehrwald zur Zugspitze
Der Nebel lichtet sichzoom
Der Nebel lichtet sich
Wildes Stiefmütterchenzoom
Wildes Stiefmütterchen
Am höchsten Punkt unserer Tour, die Valluga mit 2.908 mzoom
Am höchsten Punkt unserer Tour, die Valluga mit 2.908 m
Ein kleiner See am Wegesrandzoom
Ein kleiner See am Wegesrand
Rotes Waldvögeleinzoom
Rotes Waldvögelein
Wilde Malvenzoom
Wilde Malven
Morgenstimmung am Weg von der Leutkrichner Hütte zur Valluga nach Regen in der Nachtzoom
Morgenstimmung am Weg von der Leutkrichner Hütte zur Valluga nach Regen in der Nacht
Blick zum Blindsee beim Abstieg zum Fernpasszoom
Blick zum Blindsee beim Abstieg zum Fernpass
Blick von Ehrwald zur Zugspitzezoom
Blick von Ehrwald zur Zugspitze
Wildes Stiefmütterchenzoom
Wildes Stiefmütterchen
Blick zur Stuttgarter Hütte, welche einen 360 Grad Panoramablick bietetzoom
Blick zur Stuttgarter Hütte, welche einen 360 Grad Panoramablick bietet
Letzte Schneereste vom Winderskigebiet Arlbergzoom
Letzte Schneereste vom Winderskigebiet Arlberg
Letzte Schneereste vom Winterskigebiet Arlbergzoom
Letzte Schneereste vom Winterskigebiet Arlberg
Herrlicher Ausblick zum Hohen Riffler 3.168 mzoom
Herrlicher Ausblick zum Hohen Riffler 3.168 m
Punktierter Enzianzoom
Punktierter Enzian
 

Bericht und Fotos: Annemarie Höfferer


Vorweg viel Vorbereitungsarbeit

Im August 2020 waren wir, Annemarie Höfferer und Josef Weichselberger, von der Pfeishütte im Karwendel bis nach St. Christoph am Arlberg zu Fuß unterwegs. Es war sehr anstrengend, da wir manches Mal, aus verschiedensten Gründen (Hüttenumbau, kein freier Platz mehr) gezwungen waren 2 oder 1,5 Tagesetappen an einen Tag zu bewältigen. Zuvor mussten wir wegen den COVID Bestimmungen alle Hütten und Unterkünfte buchen und eine Anzahlung leisten. Wir waren überwältigt und fasziniert von der Schönheit der verschiedenen Gebirgsgruppen (Karwendel, Wettersteingebirge, Mieminger Steinberge, Lechtaler Alpen) und der Flora und Fauna, sodass wir den Entschluss fassten, diese einmalig schöne Gegend auch interessierten Teilnehmern des ÖAV-Klagenfurts zu zeigen. Wir wählten einige sehr schöne Etappen aus und planten das Stück von Fernstein bis Schnann mit dem Bus zu fahren. Der Ausschreibungstitel unseres geplanten Adlerweges war sehr vielversprechend, doch die letzten beiden Wochen vor Beginn, insbesondere die letzte Woche nach der Vorbesprechung, war geprägt von vielerlei Emotionen. Unsicherheiten bestanden bezüglich des Gesundheitszustandes zweier Teilnehmer, zudem eine sehr ungewisse Wetterprognose, die vielerlei Besorgnis mit sich brachte. Unsere mutige Planung traf auf eine couragierte und erfahrene Teilnehmergruppe, welche, aller Bedenken zum Trotz, komplett teilnehmen konnte. Wir alle waren uns einig „es wird eine spannende Woche“.

Grüne Tour

Die An- und Abreise erfolgte mit öffentlichen Verkehrsmitteln - die ungünstige Wetterprognose begleitete uns. Da wir sehr früh mit dem Zug anreisten, konnten wir unseren langen Zwischenaufenthalt in Innsbruck noch bei bestem Wetter genießen. Danach ging es per Zug und Bus weiter nach Leutasch, wo wir bei leichtem Regen in unserem „0 Sterne Hotel Weißes Rössl“, ankamen. Nach der ersten abendlichen Besprechung war allen klar, dass wir früh aufbrechen müssen, um möglichst wenig Regen abzubekommen. Unser Gastgeber war sehr flexibel und richtete uns für den nächsten Tag das Frühstück um 5 Uhr früh. Wir konnten auch Lunchpakete mitnehmen.

Sonntag, 25.7.2021: Leutasch/Gasse, Ganghoferweg, Gaistalalm, Tiffussalm, Hochfelder Alm, Ehrwalder Wiesenweg, Ehrwald, Lermoos.

Unsere Wanderstrecke verlief vorerst entlang der Leutascher Ache durch das kaum besiedelte Gaistal, danach über den Ganghoferweg, der uns durch lichten Fichtenwald und beweidete Wiesen zur Gaistalalm, der Tillfussalm sowie vorbei am Jagdhaus von Ludwig Ganghofer führte. Mit jeder Stunde näherten wir uns unserem Zwischenziel, der Hochfelderalm, wo wir die Mittagspause machen wollten. Gleichzeitig nahm die Bewölkung zu und es war nur noch eine Frage der Zeit, wann es zu regnen beginnt. Nach der Einkehr ging es gestärkt und aufgewärmt hinunter nach Ehrwald. Da der Regen stärker wurde und wir nur noch 3 km zu bewältigen hatten, kehrten wir in einem Kaffeehaus ein. Wir waren alle sehr erleichtert, denn wir hatten den Großteil dieser langen Tagesetappe bereits hinter uns. Nachdem der Regen aufhörte, ging es nun bei Sonnenschein auf einen Radweg quer über Wiesen durch das Lermooser Moos. Die einstige Sumpflandschaft hat dazu beigetragen, dass die römische Via Claudia Augusta noch erhalten war, als man sie 1991 bis 1995 ausgrub. Auch am nächsten Tag wanderten wir zum Teil auf diesem geschichtsträchtigen Weg, der einst gebaut wurde, um die Alpen zu überqueren. Nach dem Abendessen in Lermoos konnten wir auf einer Terrasse mit herrlicher Sicht auf die Zugspitze den ersten Tag gebührend beschließen. Es wird für uns immer ein unvergesslicher Eindruck bleiben, wie sich die Farben dieses beeindruckenden Bergmassives im abendlichen Sonnenlicht verändert haben.

Montag, 26.7.2021: Lermoos, Liftauffahrt mit der Grubigsteinbahn (1.000 Hm), Besteigung des Grubigstein, Fernpass, Schloss Fernstein

Heute hatten wir ebenfalls großes Glück, was die unerfreuliche Wetterprognose betraf. Bei der Auffahrt mit der Grubigsteinbahn überlegten wir noch, ob wir überhaupt auf den Gipfel gehen sollten, denn es war rundum bewölkt und im Laufe des Tages sollte es regnen. Nachdem der Aufstieg mit nur einer Stunde anberaumt war, wagten wir es. Bereits nach einer halben Stunde wurden wir mit einer so massiven Wetterbesserung überrascht, die bis zum späten Nachmittag anhielt. Somit konnten wir die heutige Etappe, welche immer wieder herrliche Ausblicke auf den kleinen Mittersee, den mittleren Weißensee und den großen Blindsee freigab, in angemessenem Tempo genussvoll bewältigen. Wir verbrachten noch einen schönen Nachmittag auf der Terrasse des Hotels Fernsteinsee und konnten abends im exquisiten Ambiente des Schlosses speisen und dort nächtigen.

Dienstag, 27.7.2021: Schloss Fernstein, Busfahrt nach Schnann. Aufstieg Ansbacher Hütte. Am Nachmittag Samspitze (2.624 m).

Obwohl unser Bus Verspätung hatte, konnten wir doch noch rechtzeitig in Imst umsteigen, um danach von Schnann über den neuen und spektakulären Schluchtweg sowie den nachfolgenden steilen Aufstieg zur Fuchshütte zu gelangen. Eine durchgehende Wolkendecke machte den steilen Aufstieg temperaturmäßig erträglicher und die wunderschöne Blütenpracht erweckte unsere Aufmerksamkeit. Bei unserer ersehnten Jausenpause konnten wir schon das rasche Herannahen der Wetterfront deutlich erkennen. Bei leichtem Regen kamen wir bei der Ansbacherhütte an. Zum vereinbarten Treffpunkt am frühen Nachmittag, hatten wir wiederum gutes Wanderwetter und so genossen wir den gemütlichen Aufstieg auf die Samspitze und von dort den herrlichen Ausblick in die Ötztaler Alpen, die Verwallgruppe und auf die nahen Lechtaler Alpen. Nach einem guten Abendessen ging es bereits nach Einbruch der Dunkelheit ins Matratzenlager. Frühes Aufstehen war wegen dem für morgen angekündigten Eintreffen der Schlechtwetterfront mit teils heftigen Regenschauern, welche den ganzen Tag andauern könnten, wiederum angesagt.

Mittwoch, 28.7.2021: Ansbacher Hütte über Kaiserjochhaus zur Leutkirchner Hütte.

Nach einer Tasse Kaffee oder Tee ging es um 5.30 Uhr im Morgengrauen bei leichten Regen los. Nachdem sich dieser nach einer halben Stunde legte, wurde es wieder wolkenfrei und wir konnten, nachdem wir die ersten Kletterpassagen hinter uns hatten, eine gemütliche Jausenpause oberhalb des Vordersees einlegen. Leider fiel alsbald wieder dichter Nebel ein. Auch die weiteren Kletterpassagen konnten wir noch ohne Regen bewältigen. Um ca. 11 Uhr kamen wir bei Regen, welcher die teils erdigen Stellen sehr glitschig machte, beim Kaiserjochhaus an, wo wir einkehrten, um uns aufzuwärmen und zu stärken. Die weitere Wanderung zur Leutkirchner Hütte erfolgte auf einem leichten Weg bei mäßigem Regen, wo wir um 14 Uhr nass, aber zufrieden ankamen. Wieder einmal wurde das berechtigte frühe Weggehen belohnt und wir konnten einen angenehmen Hüttennachmittag verbringen. Zudem sollte sich ab morgen eine Wetterbesserung einstellen.

Donnerstag, 29.7.2021: Leutkirchner Hütte über Valluga (2.809 m) zur Stuttgarter Hütte. 

Die Blüten, Blätter und Gräser waren mit Regentropfen bedeckt, welche im Sonnenschein glitzerten und ein Blickfang waren. Unzählige Fotos von dieser strahlenden Blütenpracht zeugen davon. Insbesondere die vielen Stiefmütterchen in den verschiedensten Lilatönen waren sehr beeindruckend. Danach ging es auf einem schwarzen Weg über Felsen und in Serpentinen bergauf, wobei uns auch unsere Hände nützlich waren. Danach folgte ein ständiges Auf- und Abwärtsklettern über Felsen und ausgesetzte Stellen, die mit Seilen gesichert sind. Auf den Mattunjoch bot sich uns ein einzigartiges Panorama. Wir blicken auf das Arlberger Skigebiet und erkannten auch das Vallugarestaurant und die Sendemasten auf der Vallugaspitze. Über Schneefelder gelangen wir zur Bergstation der Valluga, wo bereits eine lange Menschenschlange auf die Gondelauffahrt wartet. Wir jedoch nahmen den Klettersteig über den Vallugagrat um auf die Vallugaspitze 2.908 m, zu gelangen. Nachdem wir die 360 Grad Panoramarundumsicht genossen hatten, folgte noch ein steiler und schwieriger Abstieg und danach ein schöner blumenreicher Weg, über den wir zur Stuttgarter Hütte hinwanderten. Nach diesem großartigen Tag verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag auf der Terrasse dieser so schön gelegenen Hütte. Die Stuttgarterhütte wurde vor einigen Jahren erweitert und das Lager, in welchem wir untergebracht waren, besticht durch seine großzügige Raumaufteilung und die schöne Aussicht. Der Hüttenwirt Kami Lama, der aus dem Osten Nepals stammt, ist nun das erste Jahr Hüttenwirt auf der Stuttgarter Hütte und führt diese hervorragend. Auf unseren Wunsch hin gab es zum Abendessen köstliche Momos, eine nepalesische Spezialität.

Freitag, 30.7.2021: Stuttgarter Hütte, Wilder Kasten (2.526 m) und Fanggerkarspitze (2.640 m), Ulmer Hütte, St. Christoph am Arlberg. Busfahrt nach St. Anton.

Da wir voller Tatendrang waren, gingen wir noch auf den Wilden Kasten und die Fanggerkarspitze, bevor wir dann auf die Erlachalpe 1.919 m abstiegen um danach, vorbei an einem kleinen Bergsee, wieder auf das Valfagehrjoch 2.543 m, aufzusteigen. Nach dem weitern Abstieg legten wir noch eine Pause bei der Ulmer Hütte ein bevor wir nach St. Christoph, dem Endpunkt des Adlerweges, abstiegen und mit dem Bus nach St. Anton fuhren. Dort genossen wir nochmals die Annehmlichkeiten im ansprechenden Alpin Live Aparthotel. Das heftigste Gewitter dieser Woche erlebten wir dann beim Weg zu unserem Restaurant in St. Anton. Dort ließen wir im Rahmen unseres Abschlussabends diese wunderschönen Tage nochmals Revue passieren. Erneut wurde uns allen bewusst, welches Glück wir mit dem Wetter, mit den getroffenen Entscheidungen und den Teilnehmern hatten.

Alle Teilnehmer waren sehr motiviert, kooperativ, bergerfahren, konditionsstark, solidarisch und rücksichtsvoll, was zum guten Gelingen und dem erfolgreichen Abschluss dieser wunderschönen und einmaligen Mehrtagestour beigetragen hat.

Waren bei der Anreise noch viel Ungewissheit und Zweifel vorhanden, so konnten wir nun mit der Gewissheit, alles so erfolgreich bewältigt zu haben, mit vielen schönen und beeindruckenden Erinnerungen und vollauf zufrieden am Samstag die Heimreise antreten.

 
 
 
 

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