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Workshop Bergsteigerdörfer in Kärnten (Workshop Bergsteigerdörfer in Kärnten)

Landesverband
Kärnten

Workshop Bergsteigerdörfer in Kärnten

Bergsteigerdörfer

Malta, 05.07.2013, Ergebnisse

Teilnehmer: siehe beiliegende Liste

1. Gfreiner hatte als 1. Vorsitzender des OeAV-Landesverbandes Kärnten zu einer Strategiesitzung „Bergsteigerdörfer in Kärnten“ eingeladen. Er betont, wie wichtig es für den AV ist, den „sanften Tourismus“ zu fördern. Diesem Ziel entspricht das vom OeAV ins Leben gerufene Projekt „Bergsteigerdörfer“ in jeder Hinsicht. Der heutige Workshop soll dazu beitragen, die Zusammenarbeit der Kärntner Bergsteigerdörfer zu stärken und Strategien dafür zu entwickeln.


2. Schwann berichtet über Entstehen des Projektes Bergsteigerdörfer. Projektstart 2008 Das Projekt ist inzwischen beim Hauptvrein angekommen; es wird auch vom Lebensministerium maßgeblich unterstützt. Die weitere Förderung bis 2016 ist mit EUR 240.000/Jahr gesichert. Schwerpunkte für die nächste Zeit sind es, das Projekt auf eigene Beine zu  stellen und es über die Grenzen hinaus zu tragen. Von den derzeit 20 österreichischen Bergsteigerdörfern liegen 5 in Kärnten. Sie weist auf Beispiele für Erfolge von Bergsteigerdörfern hin.

Der Online-Angebotskatalog bietet buchbare Pakete, ist aber für Bergsteiger noch zu wenig attraktiv.

Es ist ständig zu hinterfragen, „was macht ein Bergsteigerdorf aus?“ oder „welche sind die Alleinstellungsmerkmale eines Bergsteigerdorfes?“ Es ist mehr als ein Ort fürs wandern.Was bedeutet ein Bergsteigerdorf für die Gemeinde/für den Gast? In erster Linie Bodenständigkeit und gute Service-Leistungen. Weiters sind das örtliche Brauchtum, das Handwerk und die Kultur einzubeziehen.

Was zeichnet ein Bergsteigerdorf aus? Eine unverbrauchte Natur- und Kulturlandschaft, Alpingeschichte und Alpinkompetenz (beides macht den Unterschied zu den Wanderdörfern aus!), Echtheit, Bodenständigkeit und Authentizität. Dafür braucht es sehr gute Partnerbetriebe und sehr gute Angebote (die über die 10% Ermäßigung hinausgehen, die AV-Mitglieder auf den Nächtigungspreis erhalten). Erforderlich sind innovative Ideen, die die oben erwähnten Gesichtspunkte unterstützen.

Weiters gilt es, die Sektionen und ihre Mitglieder dazu anzuregen, vermehrt die Bergsteigerdörfer in ihre Tourenplanung einzubeziehen.

Auch Messeauftritte und die Partnerschaft mit Tourismusverbänden sind dazu geeignet, das Projekt Bergsteigerdörfer zu stärken.


3. Situationsberichte von Vertretern der einzelnen Bergsteigerdörfer:

Lederer meint für Mauthen, dass die Erwartungen der Tourismusbetriebe zu hoch waren. Er erwähnt zahlreiche Angebote für Erwachsene und für Kinder, die z.T. die örtliche Sektion des OeAV erstellt.

Über das Bergsteigerdorf  Mauthen ist der AV zu einem Partner der Gemeinde geworden. Grobe Mängel gibt es in der Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband. Positiv sind die Anbindung von Mauthen an das Bahnnetz und der im Sommer verkehrende Bus zum Plöckenpass.

Die Bergsteigerdörfer sollen verstärkt in den Kärntner Tourismus mit dessen Schwerpunkt „Natur aktiv“ eingebunden werden. Sie sind von der örtlichen Ebene auf die Produktebene zu heben.

 

Rüscher erwähnt die Vorzüge des Bergsteigerdorfes Malta, das gleichzeitig auch Nationalpark-Gemeinde ist.

Es gibt zahlreiche Bergsportmöglichkeiten, von denen das Eisklettern boomt und der Gemeinde 4000 zusätzliche Nächtigungen bringt. Malta sucht ein touristisches Leitbild. Der neue Tourismusverband bemüht sich, weitere Angebote zu schaffen (z.B. Verträge mit Grundeigentümern, um Kletterfelsen nutzen zu können).

Ein Wanderbus fährt 2x/Woche zur Kölnbreinsperre und ebenso oft auf den Maltaberg. Einen Nachteil für Malta stellt die schlechte Erreichbarkeit durch den öffentlichen Verkehr dar. Auch mit den Partnerbetrieben gibt es Probleme an der Schnittstelle Projekt/Produkt.

Es fehlt ein Leitbetrieb als „Bergsteigerbetrieb“. Er begrüßt zwar einen Bergsteigerdorf-Tourismus, meint aber, dass gerade Individualurlauber schwer zu erfassen sind. Rüscher stellt die 2. Auflage der Broschüre Bergsteigerdorf Malta und eine neue Wanderkarte der Gemeinde vor.

 

Unterguggenberger nennt für das Lesachtal mit seinen 1200 Einwohnern die Zahl von 1200 Gästebetten in 85 Betrieben. Auf der Freizeitmesse ist das Lesachtal durch einen Stand vertreten. Es gibt 9 Partnerbetriebe.

Der Schluchtklettersteig weist rund 2000 Begehungen/Jahr auf.

Der öffentliche Verkehr im Tal ist schwach und er wird auch kaum genutzt.

Die Gasthäuser stimmen ihre Öffnungszeiten aufeinander ab.

Wichtig für das Tal ist auch der Gailtaler Höhenweg. Leider stimmt die Straßenverwaltung des Landes dem Aufstellen von Info-Tafeln an den Eingängen ins Tal nicht zu.

 

Gfreiner möchte die Weitwanderwege in die Tourismuskonzepte aufgenommen haben.


Kleinwächter (Mallnitz)nennt die Zunahme der Nächtigungszahlen im Sommer: Von 2009 bis 2012 um 30%! Die entspricht einer Steigerung des Umsatzes um etwa 1 Mill. EUR. Positiv wirken sich der Nationalpark-Wanderbus und die Elektrobikes aus. Für viele Gäste ist die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr, verbunden mit einer Beweglichkeit im Ort, wesentlich. Eine leichte Zunahme der Nächtigungen im Winter ist auf verschiedene neue Angebote zurückzuführen. Der Alpe Adria Trail entwickelt sich erfolgreich.

 

Kulmesch erwartet für Zell-Sele durch die Aufnahme in den Kreis der Bergsteigerdörfer eine neue Identität und einen Entwicklungsschub für die Gemeinde, vor allem auch im Zusammenhang mit dem Geopark Karawanken. Er sieht dafür ein großes Potenzial beim südlichen Nachbarn Slowenien. Ab Herbst 2013 gibt es in der Gemeinde eine Arbeitsgruppe „Bergsteigerdorf“. Als Zielgruppe für Besuche in Zell-Sele nennt er Schüler aus Kärnten und Slowenien. Gemeinsam mit der Region sind Pakete zu entwickeln, auch im Zusammenhang mit dem neuen Panoramaweg Südalpen. Zell-Sele muss sich in Kärnten aktiv mit seinen Möglichkeiten einbringen (z.B. Klettern).

Schwann betont, dass der Schritt über die Grenzen organisatorisch gut überlegt sein muss. Auf jeden fall sind die Kriterien für Bergsteigerdörfer zu übernehmen!

 

4. Strategien der Bergsteigerdörfer, insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Tourismus:

Selden meint, dass man vor Kontakten mit dem Tourismus eine gemeinsame Strategie entwickeln muss. Zielführend ist nur ein Vorgehen in kleinen Schritten. Wesentlich ist es, in den Redaktionen Überzeugungsarbeit zu leisten. Die Bergsteigerdörfer als Produkt können auch für den Tourismus eine große Chance darstellen.

Über Günter Mussnig könnte dies ermöglicht werden. Dazu sollen Rüscher und Kleinwächter Kontakt mit Mussnig aufnehmen. Weiters betont Selden, dass zu klären ist, welche die Zielgruppen für die Bergsteigerdörfer sind, was die Bergsteigerdörfer versprechen und was sie halten. Ziel muss die Qualität sein, nicht die Masse.

Die Kärnten Werbung muss erkennen, dass die Bergsteigerdörfer genau das Produkt darstellen, das sie entwickeln will.

In den Nachrichten der AV-Sektionen soll man die Vorteile der Bergsteigerdörfer darstellen (Hinweise auf Angebote, Pauschalen, Katalog im Internet, ….). Vergleiche die Erfolge der Baby-Hotels!

Es gibt zwar Produkte, sie sind aber zu wenig bekannt. Als Hausaufgaben schlägt Selden vor, ein bis zwei innerörtliche Packages zusammenzustellen, die für das Dorf identitätsbildend sein müssen. „Was ist mein Produkt, dessen Qualität ich einzuhalten verspreche?“ Wie und wo vermarkte ich es (nach Kernzielgruppen)?

 

Auch Schwann unterstreicht, dass man sich auf das Produkt konzentrieren muss.

 

5. Weitere Vorgangsweise

  • Wie oben bereits erwähnt, Kontakt mit Günter Mussnig durch Rüscher und Kleinwächter.
  • Beiträge über Bergsteigerdörfer in den Sektionsnachrichten.
  • Partnerbetriebe zur Teilnahme an Fortbildung verpflichten (mindestens 1x/Jahr). Dafür mehrere Termine anbieten.
  • „Headhunting“ betreiben. Aufbau einer Gruppe dort, wo das Produkt verstärkt wird.
  • Produkte müssen aus den Betrieben kommen, sie haben Ideen einzubringen.
  • Aufgabenstellung: Jedes der 5 Bergsteigerdörfer formuliert bis zum nächsten mal den Grundsatztext für ein möglichst unverwechselbares Profil – also mindestens 3 konkrete charakteristische Angebotsbeschreibungen – die allgemein alleinstellend sind und auch innerhalb der Kärntner Dörfer eine eigene Identität erzeugen.

 

Nächste Zusammenkunft am 25.10.2013 in Zell-Sele, noch ohne Verpflichtung für Partnerbetriebe, aber mit Einladung an sie. Themen: Profilierung des einzelnen Bergsteigerdorfes; Auftreten in der Öffentlichkeit, das von innen wachsen muss.


Entwurf 11.07.2011/Helmut Lang

 
 
 

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