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Zur Geschichte des Hochweißsteinhauses (Hochweißsteinhaus, Karnischer Hauptkamm Chronik)

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Hochweißsteinhaus
Seehöhe 1868 m, Kategorie I, Kärnten, Karnischer Hauptkamm

Zur Geschichte des Hochweißsteinhauses

hochweisssteinhauszoom
um 1950
um 1965

Heute, da der Karnische Höhenweg am HWH vorbei führt, wird man sich kaum noch fragen, warum die Hütte gerade auf der Johanniseben im Frohntal gebaut wurde.

Das Frohntal wurde immer schon als Übergang nach Italien und für den Warenverkehr in das Nachbarland genützt.

In den vorigen Jahrhunderten brachte man sogar das Holz aus dem Lesachtal durch das Tal über die Pässe hinunter in die Piave , und von dort bis nach Venedig. Dort, wo heute die Hütte steht, trennten sich zwei wichtige Saumpfade; der eine führte nach Forni Avoltri, der andere nach Sappada/ Bladen, einer deutschen Sprachinsel.

Einem Mann aus dem Lesachtal, Adam Salcher, war es ein besonderes Anliegen eine Unterkunft für Bergsteiger entstehen zu lassen. Er war Gastwirt und Bergführer und bei der Kriegserklärung Italiens an Österreich 1915 besetzte er mit Standschützen den Hochweißstein, der von den Österreichern auch bis Kriegsende gehalten werden konnte. Herzleidend wurde er 1918 vom Kriegsdienst beurlaubt und Anfang der 20er Jahre versucht er erneut im Frohntal eine Schutzhütte entstehen zu lassen. Er wollte ehemalige Baracken kaufen, sie als Schutzhaus umbauen und dachte an den Oregonesattel als Standplatz. Nach Verhandlungen mit verschiedenen Sektionen des Alpenvereins, nahm die Sektion Austria die Idee auf und die Hütte wurde 1927 gebaut. Adam Salcher übernahm die erste Bewirtschaftung. Die Schutzhütte war seine große Freude und er verband das „Wirtsein“ auch mit seinem zweiten Beruf, dem des Bergführers. Viele Gäste führte er, trotz seiner schweren Krankheit, auf den Hochweißstein.

Aber es war ihm nur ein Sommer auf seiner Hütte vergönnt, denn 1928 starb er an dem, im Krieg erworbenen, Herzleiden.

Von 1929 bis 1944 bewirtschaftete das HWH die Familie Köfmüller aus Liesing, die die Pacht durch die Auswirkungen des zweiten Weltkrieges im Juli 1944 aufgeben mussten.

Die Hütte wurde in den Nachkriegsjahren völlig geplündert und 1949 wieder hergestellt. Seit 1950 bewirtschaftet die Familie Guggenberger das Haus.

Im Mai 1972 wurde das Inventar des Hauses von zwei Jugendlichen die Unterschlupf suchten, völlig demoliert, sodass viele Aufräumarbeiten notwendig waren. Großer Schaden war für den Alpenverein und den Pächter entstanden.

Durch die großen Frühjahrsschneemengen des Jahres 1975 löste sich eine Lawine oberhalb des Hochweißsteinhauses und richtete enormen Schaden an. Der Sommerbetrieb war nur sehr eingeschränkt möglich. Ab September wurde dann der Gastraum und das Stiegenhaus neu gebaut.

Nach langen, zähen Verhandlungen mit den Grundbesitzern ist es der Sektion Austria gelungen 2009/10 das HWH zu sanieren. Moderne Technik- und Kläranlagen wurden gebaut, die Sanitärräume und die Küche wurden zeitgemäß renoviert. Auch die Schlafräume sind nun alle isoliert, neu getäfelt und eingerichtet. 

Die einzige, noch alte Hütte am KHW 403 wurde so behutsam restauriert, dass das besondere Flair eines alten Hauses und die Annehmlichkeiten moderner Technik meisterhaft verbunden sind.

 
 
 

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