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FunktionärInnen finden und halten

Definition Ehrenamt

„Ehrenamt ist die Ehre ein Amt auszuüben!“ (Andreas Bstieler)

Nach Antritt meiner Funktion als Vorsitzender haben wir im Vorstand das „Ehrenamt“ in unserer Sektion wie folgt definiert: „Ehrenamt ist die Ehre ein Amt auszuüben!“ Diese Definition verleiht der Freiwilligkeit jenen Stellenwert und den Verantwortungsgrad den sich jede ehrenamtliche Person in unserer Sektion verdient hat. Eine Funktion oder Aufgabe in der Sektion anvertraut zu bekommen, wird als wertschätzend empfunden, mit im Boot zu sitzen und eine wichtige Rolle zu spielen, das motiviert und verpflichtet zugleich. Aussagen wie: „.. ich mach das ja nur ehrenamtlich!“ führen sich ad absurdum und sind seit dieser Definition auch nie gefallen.

Die Frage nach dem „Warum“

Bevor man beginnt, potentielle Kandidaten aktiv für ein Ehrenamt zu suchen, sollte man sich mit der Frage: “Warum könnte sie/er sich das antun wollen?“ ein wenig auseinandersetzen. Das mögliche Motiv oder auch mehrere Motive, sich für ein freiwillige Tätigkeit einsetzen zu wollen, schon im vornhinein zu kennen, ist ein echter „Joker“. Die zahlreichen Analysen, Forschungen und Statistiken zum freiwilligen Engagement kommen allesamt in beeindruckender Klarheit zu ein und demselben Ergebnis: „Der Altruismus (Uneigennützigkeit, Selbstlosigkeit als Gegenpol zum „Egoismus“) ist offensichtlich der relevanteste Motivationsfaktor für freiwilliges Engagement!“ Der überwiegende Teil aller Ehrenamtlichen in Österreich wollen mit ihrem Einsatz

  • das Gemeinwohl fördern, etwas bewegen oder verändern
  • sich mit netten Menschen treffen, Freunde gewinnen und Spaß haben
  • eigene Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen und damit anderen helfen
  • einer moralischen Verpflichtung oder einem Pflichtgefühl nachkommen.

„Mit lieben Mitmenschen, gemeinsam in der Freizeit etwas Sinnstiftendes zu bewegen, und dabei viel Spaß zu haben“ - das bringt es nach meiner Wahrnehmung auf den Punkt! Auch wenn das Motivranking in den unterschiedlichen Altersstufen etwas differiert, es befinden sich meist diese Faktoren unter den Top 4, in unterschiedlichen „Mischverhältnissen“ eben.
Diese Erkenntnis über das Motiv lieferte uns gleich eine ganze Reihe an Vorgaben und Lösungsansätze für die erfolgreiche Suche nach geeigneten und bereitwilligen Personen.


Übrigens: Sehr nützlich ist auch, wenn man sich selbst der Frage nach dem Motiv zum Ehrenamt stellt. Eine ehrliche Antwort kann der Schlüssel zu zahlreichen potentiellen „Mitkämpfern“ – vor allem aus dem unmittelbaren eigenen Umfeld – sein.

Wie findet man geeignete und bereitwillige „Ehrenamtliche“?

Inserate, Newsletter, Social-Media, PR Artikel, Postwurf, Aushang, persönlicher Kontakt – allesamt mögliche und vermutlich auch gut geeignete Methoden, neue Ehrenamtliche zu finden.
Effizienter, billiger und wahrscheinlich auch erfolgreicher gestaltet sich die Suche in den eigenen Reihen bzw. im eigenen Umfeld. Jedes Mitglied des Sektionsteams, ob Vorstand, Tourenführer, Jugendleiter oder Wegewart hält während des ganzen Jahres Ausschau nach potentiellen Mitarbeitern in der Sektion und seinem privaten und beruflichen Umfeld. Z.B. Teilnehmer am Veranstaltungsprogramm, insbesondere „Wiederholungstäter“ (z.B. in der Familiengruppe, Alpingruppe, in Kletterkursen, etc.) vorerst einzelne Aufgaben anvertrauen und in weiterer Folge in die Organisation von Veranstaltungen mit eingebunden. Mit ein wenig Aufmerksamkeit können potentielle Freiwillige an ihrem Interesse oder auch nur an ihrer Positionierung innerhalb einer Gruppe (Gruppendynamik Alpha – Omega; Führungsanspruch) gut erkannt werden. Zum geeigneten Zeitpunkt ein informelles Gespräch über das eigene Motiv, Rückblick auf die kleinen Erfolge, zukünftige Ziele und Aufgaben, etc. – da kann ein etwaiges Interesse an einer Mitarbeit in der Sektion gut abgefragt werden. Bei jeder Tour, jedem Kletterkurs, selbst bei den Jahreshauptversammlungen bieten sich gute Gelegenheiten, neue Ehrenamtliche zu finden und auch anzusprechen.
Vakante Funktionen und Aufgaben am besten gleich allen FunktionärInnen innerhalb der Sektion bekannt geben und zur gemeinsamen Suche aufrufen. Wenn alle mitmachen, werden sich bald geeignete Kandidaten finden, man ist sozusagen: „…. zum Erfolg verurteilt!“

Wie kann man „Ehrenamtliche“ halten?

Wichtig für neue „Ehrenamtliche“ ist, sie rasch in das jeweilige Team zu integrieren, damit sie bald die Kameradschaft „spüren“. Gemeinsame Treffen, anschließendes gemütliches Zusammensitzen um sich untereinander persönlich und auch privat kennen zu lernen, kann helfen diese Phase zu verkürzen. Einbindung in gemeinsame Aufgaben und Projekte, Zuweisung von Verantwortungen und Zuständigkeiten, gemeinsame Erfolge zelebrieren – das ist für die Teamintegration und den Teamzusammenhalt sehr wichtig und motiviert zu weiteren Vorhaben.
Den Ehrenamtlichen etwas zutrauen, neben Verantwortung übertragen, auch immer in gleichem Maße Kompetenz vergeben und Entscheidungsfreiräume schaffen, die nötigen Rahmenbedingungen sicherstellen, möglichst geringes Einwirken in die operative Tätigkeit. Dabei auf mögliche Unter- und Überforderung achten und - je nach dem - Betroffene entweder fordern oder fördern. Der offizielle „Aufnahmeakt“ von neuen Funktionären zur Jahreshauptversammlung (vielleicht assistiert vom Bürgermeister oder einem anderen prominenten Gast), die würdige Ehrung von langjährig aktiven Funktionären zu einem geeigneten Anlass, aktive Öffentlichkeitsarbeit und Berichterstattung einzelner Erfolge, aber auch die Teilnahme des Vorsitzenden an einer Tour, eine Visite bei einem Kletterkurs, oder der Besuch bei einem Sommercamp, eine persönliche Geburtstags- oder Weihnachtskarte, eine Einladung zu einem Teamessen, sind nur einige wenige Beispiele, wie man Ehrenamtlichen am wirksamsten danken kann.
Wertschätzung und hoher Respekt vor dem freiwilligen Engagement, ist elementarer Bestandteil eines intakten Ehrenamts, wichtiger noch als Lobeshymnen oder gar monetäre Entschädigungen.
Die Möglichkeit einer laufenden Aus- und Weiterbildung (Alpenverein Akademie) spricht ebenfalls eine ganze Reihe - vor allem jugendlicher - Funktionäre an und kann sowohl zur positiven Freiwilligen – Findung beitragen, aber auch die Bindung zum Sektionsteam zusätzlich stärken. Besonders spürbar ist der enorme Motivationsschub, den die Teilnehmer von Ausbildungsprogrammen mitnehmen und in die Sektion tragen. Die Reihe solcher Maßnahmen ließe sich wohl noch beliebig fortsetzen.
Abschließend vermerkt, geht es bei einem intakten Ehrenamt wohl darum, ein gemeinnütziges Ziel, gemeinsam mit netten Menschen unter geeigneten Rahmenbedingungen zu planen und erfolgreich umzusetzen, und so nebenbei, allen Beteiligten möglichst viel Spaß zu bereiten. Wird das Engagement auch noch angemessen wertgeschätzt, steht einer Fortsetzung des Ehrenamts nichts entgegen.

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