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Großvenediger und Großer Geiger (Großvenediger und Großer Geiger)

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Großvenediger und Großer Geiger

Großvenediger

Foto: M. Steinberger

03.08.2018 - 01.07.2018 mit Übernachtung auf der Kürsingerhütte 

Am Freitag sind wir zu neunt vom Hopffeldboden mit dem Taxi zur Seilbahnstation (Nähe türkische Zeltstadt) gefahren. Von dort wollten wir in 2 Gruppen (eine Normalweg und eine Gruppe Klettersteig) zur Kürsingerhütte aufsteigen. Leider sind wir Klettersteiggeher zu früh abgebogen und dann wieder auf den Normalweg gekommen – was sich am Ende aber wieder als gut herausstellte, weil die letzten 30 Minuten sind wir im Regen zur Hütte gegangen.

Schon bald hat es aber wieder aufgerissen und wir konnten in der Abendsonne unsere kommenden Ziele bewundern.

Frühmorgens um knapp sechs Uhr sind wir losgestartet und entlang des Normalweges auf den Großvenediger bis zum Gletscherbeginn aufgestiegen.

Nach dem Anziehen der Gurte und Steigeisen ging es gleich quer über den Gletscher. Zuerst noch einfach, weil flach und glatt, bevor wir die andere Seite erreichten wurde es aber doch sehr spaltig.

Nun folgte ein schöner, schattiger Aufstieg unter den Hängen des Nordgrates – zuerst im Fels/Geröll und danach im Schnee am Gletscher. Anfangs noch sehr einfach kamen uns dann aber auch immer mehr breitere Spalten unter.

Nach knapp 4 Stunden erreichten wir dann problemlos über eine eingewehte Randkluft den Westgrat, der uns auf den Großvenediger führen sollte.

Am Grat selbst sind wir dann in 3-er Seilschaften gegangen (jeweils Halbseil halbiert). Wie erwartet war der Westgrat (Kletterschwierigkeit UIAA II) der reinste Genuss und wir sind sehr rasch höher gekommen. Eine nicht sonderlich geübte (deutsche) Klettergruppe hat uns zwar dann etwas behindert, aber wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und auf einem Absatz eine verfrühte Jausenpause eingelegt und das schöne Wetter und die Aussicht genossen.

Danach ging es ungehindert weiter auf dem schönen Grat und wir erreichten nach insgesamt etwas mehr als 5,5 h den Gipfel des höchsten Salzburger Berges – dem Großvenediger 3.662 m.

Bereits der erste Gipfel war eine sehr coole Tour und wir beglückwünschten uns für das wolken- und windlose Wetter und den schönen Grat. Chris` Zirbenschnaps hat da besonders gut geschmeckt.

Der Abstieg war dann eigentlich eine einfache Sache, auch weil der Weg breit ausgetreten und die Spalten (auch jene, wo im Spätsommer eine Leiter notwendig ist) noch nicht sonderlich weit offen waren.

Den Nachmittag haben wir dann auf der Sonnenterrasse der Kürsingerhütte bei Kaffee und Kuchen genossen und besprachen die Tour auch mit Philipp, der an diesem Tag mit seinem Sohn Anton auf die Kesselspitze gegangen ist.

Der 2. Tag startete dann etwas früher, weil die Tour auch etwas länger war. Bereits um halb sechs sind wir losgegangen. Die Bewölkung in der Früh kündigte bereits an, dass dieser Tag nicht ganz so ungetrübt, wie der letzte, verlaufen würde.

Von der Hütte weg haben wir leider den falschen (=alten Weg) in Richtung der Gletscherbachquerung genommen und so mussten wir gleich bei den Bachquerungen unser Kletter/Sprunggeschick unter Beweis stellen. Auf der anderen Seite angekommen hat dann Steffi mit ihren jugendlichen Adleraugen sogleich die weiter entfernten Wegmarkierungen erblickt.

Der Zustieg zum Nordgrat auf den Großen Geiger führt zuerst dem Weg Richtung Obersulzbachtörl entlang und quert dann rechts in die Felsen und anschließend in eine blanke Gletscherflanke (hier gingen wir gesichert rüber).

Danach haben wir den Grat erreicht und seilten uns wieder in 3-er Seilschaften zusammen. Leider hat es dann leicht zu regnen begonnen - nun hofften wir auf Wetterbesserung. Nach den ersten Aufschwüngen, die wir am laufenden Seil bewältigten, wurde der Grat immer steiler und die Kletterei (auch wegen des nun stärkeren Regens) doch recht anspruchsvoll. Vor allem die Flechten machten den Fels sehr rutschig. Gerade als ich sagte, jetzt warten wir auf die 2. Seilschaft und drehen dann um, riss der Wolkenhimmel auf und es war ersichtlich, dass von Norden her (Obersulzbachtal) die Sonne die Wolken verdrängt.

Bis dann Philipp mit Maria und Steffi bei uns waren, hatte es aufgehört zu regnen und es war klar, dass wir nicht umkehren, sondern weiter gehen würden.

Die Kletterei am nassen Grat (der langsam auf trocknete) war dann im Vergleich zum Vortag doch deutlich anspruchsvoller und wir mussten auch mehr Zwischensicherungen setzen. Da aber alle Tourenteilnehmer sehr gute Kletterer waren, erreichten wir bald die flachere Schulter (Gehgelände) im Sonnenschein. Anschließend ging es nochmals steil auf den Gipfel des Großen Geigers 3.360 m, den wir dann in Wolken verhangen erreichten.

Nach kurzer Gipfelrast stiegen wir Richtung Westen ab, wo wir sehr schnell den Gletscher mit einer breiten Randkluft (aber tragenden Brücke) erreichten. Nun galt es abzuwägen, ob der Wiederaufstieg zum Maurertörl oder das Abseilen in Richtung Obersulzbachkees die schnellere/bessere Abstiegsvariante ist.

Wir entschieden uns für das Abseilen an einem Bohrhakenstand. Nach ca. 35m Abseilfahrt erreichte man den Gletscher oberhalb eines mächtigen Bergschrundes. Hier warteten wir, an Eisschrauben gesichert, alle zusammen. Als nächstes galt es die Schneebrücke gesichert über die meterbreite Randkluft und Gletscherspalte zu überwinden.

Als wir diese Hürde genommen hatten viel dann Nebel und schlechte Sicht ein und erschwerte uns das Weiterkommen.

Glücklicherweise lichteten sich die Wolken/Nebel alsbald wieder und wir konnten unseren Abstieg zuerst mit einem Aufstieg auf eine Gletscherschulter und dann einer Gletscherquerung mit vielen Spalten fortsetzen. Dabei mussten wir dann auch einen schmalen ca. 3-4m Gletscherrücken entlang (eingerahmt rechts und links von breiten/tiefen Spalten). Als dann dieser Gletscherrücken nach 30-40m auch noch eine Querspalte für unseren Weiterweg parat hielt, dachte ich schon fast, dass wir da nicht durchkommen. Mit Anlauf und Mut sind wir dann aber einfach über die gut 1m Breite Spalte drüber gehüpft.

Das sollte dann aber das letzte große Hindernis gewesen sein und der weitere lange Abstieg zog sich dahin. Bei einem Gletscherdurchschlupf auf ca. 2.850 m (rundherum Gletscher) fragten wir uns, woher die 4 Gams/ Steinbockspuren kommen und was die Tiere hier oben (weit und breit nichts fressbares) überhaupt machen.

Nach einer weiteren Gletscherquerung, diesmal allerdings mit Blankeis, erreichten wir den Zentralalpenweg (vom Krimmler Törl) und konnten wieder auf festem Fels in Richtung türkische Zeltstadt absteigen und so weiter zur Materialseilbahn (Taxi).

Da im gesamten Großvenedigergebiet (außer auf den Gipfeln) kein Handyempfang ist, haben wir, auch wegen des schwierigen Abstiegs unser Taxi knapp versäumt und sahen uns nach einer 12h Tour noch zu Fuß aus dem Tal raus laufen.

Chrissi und Anton hatten aber in der Postalm auf uns gewartet und sie sind uns dann nach kurzer Zeit mit dem Taxi entgegen gefahren. So fand die Tour noch ein gutes Ende und wir waren alle glücklich, diese (zumindest bei der Witterung) wilde Tour mit ordentlichem Klettern, Abseilen, riesigen Spalten usw. heil überstanden zu haben.

Diese beiden Touren sind jedenfalls sehr lohnend, sollte aber den ganzheitlich erfahrenen Hochtourenbergsteigern vorbehalten bleiben.

 
 
 

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