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Tourenbericht "Große Reibn" - der Supermarathon im Pulverschnee

Tourenbericht

Tourenbericht "Große Reibn" Matthias Steinberger
Tourenbericht "Große Reibn" Matthias Steinberger

Mit etwas Unbehagen ob der nicht ganz idealen Wettervorhersage, haben wir am Freitag, 27.02., unser für eine AV-Tour gewagtes Ziel „Die Große Reibn“ in Angriff genommen. Vor uns stand ein Skitourenklassiker mit knapp 50 km Länge und etwas mehr als 4.000 Höhenmetern!

Wir sind am Nachmittag zu siebt (2x Hannes, 2x Matthias, Otto, Berni und Phillip) von Hinterbrand losgestartet und zum Stahlhaus aufgestiegen. Bei Gamsbraten und Rotwein haben wir die kommenden 2 Tage unserer Tour nochmals durchbesprochen und uns für den Fall, dass keine Wetterbesserung eintreten sollte, den Windschartenkopf als unseren Umkehrpunkt vereinbart.

Im vorhergesagten leichten Schneefall brachen wir zu unserem ersten Zwischenziel - dem Schneibstein - am Samstag in der Früh erst gegen 7.30 Uhr auf, da bessere Sicht erst ab Mittag angesagt war. Die vor uns gestarteten Gruppen, die ebenfalls die Große Reibn gehen wollten, holten wir dann bei der Abfahrt zur Windscharte ein. Eine Vierergruppe kehrte um bzw. entschied sich für die Kleine Reibn und wir bestiegen noch bei schlechter Sicht den Windschartenkopf. Entsprechend der vorhergesagten Wetterbesserung begann es bei der Abfahrt aufzureißen und wir sind frohen Mutes in die phantastischen Weiten des Hagengebirges eingefahren.

In beeindruckender Landschaft ging es dann gut 6km bergauf-bergab in Richtung Wildalmriedl und Eisgraben. Vollkommen alleine und ohne Spur genossen wir die Bergeinsamkeit und freuten uns über die gelegentlich zwischen den Wolken hervorblinzelnde Sonne bzw. über den blauen Himmel. Durch die abwechselnde Spurarbeit - besonders Hannes und Berni konnten sich dabei auszeichnen - wagten wir beim letztmöglichen Umkehrpunkt dann die sehr steile Einfahrt in den Eisgraben.

Die südseitige Abfahrt zwischen den Felsen hindurch war glücklicherweise durch den Neuschnee nicht eingeweht und so bereitete uns die Lawinengefahr, zumindest hier, kein Kopfzerbrechen. Am Ende der Steilabfahrt wartete jedoch die bekannte Abkletterstelle auf uns, welche dieses Teilstück noch etwas spannend machte. Rückwärts stapfend über gestuftes Steilgelände kamen wir alle gut am Wandfuß an.

Die einzigartige Abfahrt in Richtung Wasseralm im ca. 20-25cm tiefen Pulverschnee entlockte uns den einen oder anderen Juchitzer. Wir fanden es schade, dass wir nicht auf der Wasseralm übernachteten, dann wäre noch Zeit gewesen, einen dieser bestens geneigten Hänge zusätzlich zu befahren.

Da das Wetter beim Anstieg zur blauen Lacke immer besser wurde und uns einen wolkenlosen Himmel bescherte, bereitete uns der Zeitverzug - aufgrund der schwierigen Orientierung (oftmaliger Kartenvergleich/ GPS-Navigation) und der Spurarbeit im Neuschnee - keine gröberen Bedenken. Die Sonnenuntergangsstimmung mit Nebel im Tal während dem Anstieg in der langen Gasse kündigte die hereinbrechende Nacht an. Da alle konditionell topfit und gut ausgerüstet waren und andererseits das Wetter perfekt mitspielte, haben wir es uns erlaubt, hier wirklich an unsere Grenzen zu gehen.

Mittels GPS fanden wir den Weg auf unseren letzten Hochpunkt dem Niederbrunnsulzen und hier begann noch eine traumhafte Abfahrt über das tote Weib und schön geneigte Pulverschneehänge hinunter zum Funtensee und dem Kärlingerhaus. Mit den eingeschalteten Stirnlampen war es fast wie ein Fackellauf.

Nach dieser Gewalttour über rund 26km horizontaler Distanz und ca. 2.300 Höhenmetern waren wir alle froh um knapp nach 21 Uhr(!) den Winterraum erreicht zu haben. Bei Suppe und Nudelgerichten genossen wir das mitgeschleppte Weißbier und den Rotwein und ich kann euch sagen – es hat selten so gut geschmeckt!

Nach einer kurzen Nacht sind wir in der Früh gegen 7.30 Uhr losgegangen und spurten vorbei am Hirsch in Richtung Ingolstätterhaus und der Südflanke des Großen Hundstods. Hier erwartete uns dann eine wunderschöne Abfahrt in die Hochwies und wieder hatten wir beste Schneeverhältnisse.

 Langsam begann es nun zu schneien und die bis dahin gute Sicht wurde schlechter. Vor uns wartete glücklicherweise nur mehr der Anstieg zur Kematenschneid, wo wir die eigentliche Tour ein wenig abkürzten und sehr steil mit Harscheisen und am Ende zu Fuß über eine felsige kurze Rinne in die Scharte aufstiegen. Von hier ging es dann nur noch bergab.

Nach ein paar Bögen wartete die letzte Prüfung auf uns – die sehr steile Abfahrt über den Loferer Seilergraben in das Wimbachgries. Vor diesem Teilstück hatte ich den größten Respekt und war dann sehr froh, dass der Seilergraben nicht eingeweht war und die Pulverschneedecke sehr kompakt im Hang lag. So tastete ich mich, das Gelände gut ausnützend, etwas nach unten und ließ die Tour-Teilnehmer den letzten, langen Hang einzeln abfahren. Die steile Rinne, umringt von Felsnadeln, und der Durchschlupf ins Wimbachgries sind wegen ihrer Schönheit  kaum zu beschreiben. Hier konnte ich dann ordentlich durchschnaufen und es fiel doch eine gewisse Verantwortungslast von mir ab.

Durch die noch gute Schneelage konnten wir den fast endlosen, flachen Talboden hinaus Richtung Wimbachbrücke rasch hinter uns bringen und sogar bis zum Auto abfahren. Nach dem langen „Hatscher“ hätten wir die Ski hier nicht hinaustragen wollen.

Bei der obligatorischen Tour-Weißbier-Nachbesprechung waren wir alle stolz auf das in den letzten Tagen Geleistete, und andererseits froh und dankbar, dass uns die Tour so gut gelungen war und wir wohlbehalten wieder angekommen sind.

Fazit:

·         Eine unglaublich schöne Skitourendurchquerung, die schon fast eine kleine Expedition ist und sich wirklich nur für konditionsstarke Skibergsteiger eignet.

·         Bei schlechter Sicht und Neuschnee ist die 2. Etappe nur unter härtester Spurarbeit und einem wahren To(rt)urmarathon zu schaffen.

·         Mein Tipp: Es wäre besser, anstatt am Stahlhaus am ersten Tag auf der Wasseralm zu nächtigen, um so den zweiten Tag zu verkürzen.

·         Nur bedingt zur Nachahmung empfohlen!

·         Unbedingt erforderlich: gute Sicht, geringe Lawinengefahr und lange Sonnentage!

 
 
 

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