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Ein verlängertes Skitouren-Wochenende in Salzburg, Lungau von Robert und Martina Goliasch, Tourenführer (Manchmal kommt es anders als man denkt)

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Ein verlängertes Skitouren-Wochenende in Salzburg, Lungau von Robert und Martina Goliasch, Tourenführer

Skioturen Lungau 2020

Skitour im Lungau 2020

Ein Mittelmeertief im Anzug, mit zuerst Regen, dann Schneefall, starker Wind, die Voraussetzungen aus der Neun-Tages-Vorschau für unser verlängertes Skitouren-Wochenende Anfang Februar 2020 im Lungau hörten sich alles andere als motivierend an. Gedanken an Ausweichziele oder ein Verschieben auf einen anderen Termin beschäftigten uns bereits. Doch manchmal kommt es gottseidank anders, als unsere Wetterfrösche prognostizieren. Die Front war schneller wieder weg und hatte den sehr positiven Effekt, dass auf die bisher sehr harschige Schneeauflage 30-40 cm Neuschnee dazu kamen.

Am 6.2. machten wir uns in Fahrgemeinschaften sehr früh von Graz aus auf den Weg, um bereits auf der Anfahrt ein erstes Skitourenziel mitzunehmen. Der Preber, mit 2.740 m Seehöhe an der steirisch- salzburgischen Grenze gelegen, eignet sich auf Grund seiner Popularität unter der Woche als ideales Ziel für den fortgeschrittenen Skitourengeher. Mit seiner fast 900 hm freien Südwestflanke, zählt der Preber zu den Klassikern in den Schladminger Tauern. Wie im Wintermärchen starteten wir von der Ludlalm am Prebersee und hatten Zeit, uns entlang der Rodelbahn, die Richtung Preberhalter Hütte führt, kennenzulernen. Der Gipfel, teilweise noch mit Wolken verhangen, schien noch unerreichbar weit entfernt. Doch mit konstantem Schritt, einigen kleinen Trinkpausen und einer optimierten gruppentauglichen Spur, hatten wir die 1.200 hm bald hinter uns und konnten im Sonnenschein vom Skidepot am Vorgipfel zum Gipfelkreuz stapfen. Die Kälte und Wind ließen uns nicht lange verweilen und so fuhren wir die unverspurten Hänge zügig wieder ab. Ein Genuss, der noch bis in die späten Abendstunden in den Beinen zu spüren war.

Als Standort hatten wir den zentral gelegenen Blasiwirt in St. Michael im Lungau/Fell gewählt, einem sehr gemütlichen Landhotel mit vielen Produkten aus der eigenen Landwirtschaft. Nach einer ersten Stärkung mit Kaffee und Kuchen freuten wir uns auf die Sauna oder einfach nur Ruhe in den bezogenen Zimmern und Appartments. Abends wurden wir mit Schmankerl aus der Bio-Küche von Familie Mayr verwöhnt.

Der Lungau ist über die letzten Jahrzehnte als Skitourengebiet sehr beliebt, da es mit seinen weit verzweigten Tälern wie Zederhaus, Göriach, das Lesachtal oder auch in den nördlichen Nockbergen vielfältige Möglichkeiten in allen Schwierigkeiten ermöglicht.

Unser zweiter Tag führte uns nach einigen Minuten Autofahrt in das hintere Zederhaustal, wo sich unweit neben dem Tauerntunnelportal der mittlerweile großzügig ausgebaute Skitourenparkplatz befindet. Da die bekannten Skitouren im Großkessl meist überlaufen sind, wählten wir die östlich davon gelegene Labspitze mit 2.223 m als Ziel aus. Optional als Rundtour mit einem kurzen Gegenaufstieg, danach noch die Aignerhöhe 2.104 m zu besteigen mit wunderschönen Abfahrtsmöglichkeiten in den Großkessel und zum Ausgangspunkt zurück. Gesagt, getan, strahlender Sonnenschein, Pulverschnee und keine Menschenseele auf „unserer“ Route. Dies verleitete einige in der Gruppe sogar die erste Abfahrt von der Labspitze noch etwas zu verlängern. Mit einem Strahlen im Gesicht, nicht nur auf Grund der Sonnenröte, freuten wir uns wieder auf die Nachmittags- und Abendverköstigung beim Blasiwirt.

Tag drei, erste Gespräche über Fersenblasen und Oberschenkelschmerzen waren an den Frühstückstischen zu vernehmen, doch nun hält der Wetterbericht, was er versprochen hat. Nach dem Tief kommt ein Dreitagehoch und da waren wir gerade mitten drin. So stieg beim Blick aus dem Fenster die Motivation deutlich wieder an. Wir fuhren nach Tweng, wo wir einen Bergkammeraden von mir aus Tamsweg trafen. Otto gab mir den Tipp, dass die Lackenspitze mit 2.459 m mit ihrer steilen Nordwestflanke bereits sehr gute Bedingungen aufwies. Über Forst- und Waldwege erreichten wir die Metzgeralm, von wo aus wunderschöne Almböden weiter führten. Nach guten 800 hm Aufstieg eröffnete sich ein beeindruckender Blick in den Kessel zwischen Grubbach- und Lackenspitze. Riesen Felsblöcke, die vor einigen Jahrhunderten abgebrochen sein dürften und mittlerweile mit Zirben und Latschen bewachsen sind, säumten den Weiterweg. Auf Grund des noch weiteren 600 hm, immer steiler werdenden, Aufstieges und einer äußerst einladenden Jagdhütte mit Sonnenbankerl teilten wir die Gruppe. Martina begleitet uns mit der Hälfte der Teilnehmer noch ins hintere Kar, fuhr dann aber über wunderschöne Almböden in Richtung Fuchsalm ab, von wo aus sie wieder in Richtung Treffpunkt zurück aufstiegen. Der Rest der Gruppe ging mit Otto und mir in Richtung Gipfel. Die bis zu 35° steile Flanke erwies sich als harschig mit eingewehtem Pulver. Jetzt bewährte es sich, dass wir unsere Harscheisen immer dabei haben. Gute zwanzig Spitzkehren und ein kurzer ausgesetzter Grat führten uns auf den höchsten Punkt, von wo aus wir mit einer großartigen Aussicht in die Hohen und Niederen Tauern belohnt wurden. Mit einer rassigen Abfahrt ging es zurück zum Treffpunkt mit den mittlerweile sonnengebräunten Teilnehmern der zweiten Gruppe und dank Ottos lokalen Kenntnissen anstelle des Aufstieg-Hohlwegs über diverse Waldschläge zum Auto zurück. Eine Einkehr in Mauterndorf mit dem „Nach der Skitour-Menü“ Kaffee, Radler, Kuchen rundete diese wunderschöne Skitour im Twenger Tal ab.

Für Tag vier wurde bei der abendlichen Touren-Vorbesprechung einstimmig eine gemütliche kurze Tour für den letzten Tag beschlossen. Da auch noch die Rückfahrt zurück nach Graz eingeplant werden musste, entschieden wir uns für den Gumma als Abschlusstour. Der Gumma ist mit 2.316 m zwischen dem Göriach- und Lesachtal gelegen ein wunderschöner Aussichtsberg und über eine Straße vom Ort Lessach aus, die bis auf 1.450 m führt, erreichbar. Am Weg liegt die Wildbachhütte, die neben Skitourengehern auch für Rodler und Schneeschuhwanderer im Winter geöffnet hat und zu einer deftigen Jaus‘n, Germknödel oder Kaiserschmarrn einlädt. Martina, die für den letzten Tag die Führungsarbeit übernahm, tat sich schwer, einige Teilnehmer an dem verlockenden Angebot vorbei zum Gipfelaufstieg zu überreden. Die Aussicht bei wolkenlosem Himmel sowie die Abfahrt durch zum Teil noch unverspurte Pulverinnen belohnten aber die Mühen und ließen den Einkehrschwung bei der Hütte zu einem würdigen Abschluss dieses Skitouren-Wochenendes werden.

Wie schon im Vorjahr waren wir von der lustigen und sportlichen Gruppe begeistert, die mit viel Freude und Teamgeist wieder dabei war.

Leider mussten wir das verlängerte Skitouren-Wochenende 2021 auf Grund der Covid-Pandemie absagen. Dieses hätte uns nach Döllach ins obere Mölltal geführt, von wo aus fortgeschrittene Touren um den Iselsberg, in der Asten oder im Bereich Heiligenblut am Programm gewesen wären. Wir hoffen auf ein Nachholen im nächsten Jahr.

Link zu den Touren:

Preber von Ludlalm- Prebersee

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/preber-vom-prebersee/25530739/

Skitourengebiet Zederhaus, Labspitze und Aignerhöhe

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/labspitze-und-aignerhoehe/127334136/

Skitourengebiet Tweng, Lackenspitze

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/lackenspitze-2.459-m-von-tweng/20018862/

Gumma von Lessach

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/gumma-von-lessach/118627343/

Ein verlängertes Skitouren-Wochenende in Salzburg, Lungau von Robert und Martina Goliasch, Tourenführer

Skioturen Lungau 2020

Skitour im Lungau 2020

Ein Mittelmeertief im Anzug, mit zuerst Regen, dann Schneefall, starker Wind, die Voraussetzungen aus der Neun-Tages-Vorschau für unser verlängertes Skitouren-Wochenende Anfang Februar 2020 im Lungau hörten sich alles andere als motivierend an. Gedanken an Ausweichziele oder ein Verschieben auf einen anderen Termin beschäftigten uns bereits. Doch manchmal kommt es gottseidank anders, als unsere Wetterfrösche prognostizieren. Die Front war schneller wieder weg und hatte den sehr positiven Effekt, dass auf die bisher sehr harschige Schneeauflage 30-40 cm Neuschnee dazu kamen.

Am 6.2. machten wir uns in Fahrgemeinschaften sehr früh von Graz aus auf den Weg, um bereits auf der Anfahrt ein erstes Skitourenziel mitzunehmen. Der Preber, mit 2.740 m Seehöhe an der steirisch- salzburgischen Grenze gelegen, eignet sich auf Grund seiner Popularität unter der Woche als ideales Ziel für den fortgeschrittenen Skitourengeher. Mit seiner fast 900 hm freien Südwestflanke, zählt der Preber zu den Klassikern in den Schladminger Tauern. Wie im Wintermärchen starteten wir von der Ludlalm am Prebersee und hatten Zeit, uns entlang der Rodelbahn, die Richtung Preberhalter Hütte führt, kennenzulernen. Der Gipfel, teilweise noch mit Wolken verhangen, schien noch unerreichbar weit entfernt. Doch mit konstantem Schritt, einigen kleinen Trinkpausen und einer optimierten gruppentauglichen Spur, hatten wir die 1.200 hm bald hinter uns und konnten im Sonnenschein vom Skidepot am Vorgipfel zum Gipfelkreuz stapfen. Die Kälte und Wind ließen uns nicht lange verweilen und so fuhren wir die unverspurten Hänge zügig wieder ab. Ein Genuss, der noch bis in die späten Abendstunden in den Beinen zu spüren war.

Als Standort hatten wir den zentral gelegenen Blasiwirt in St. Michael im Lungau/Fell gewählt, einem sehr gemütlichen Landhotel mit vielen Produkten aus der eigenen Landwirtschaft. Nach einer ersten Stärkung mit Kaffee und Kuchen freuten wir uns auf die Sauna oder einfach nur Ruhe in den bezogenen Zimmern und Appartments. Abends wurden wir mit Schmankerl aus der Bio-Küche von Familie Mayr verwöhnt.

Der Lungau ist über die letzten Jahrzehnte als Skitourengebiet sehr beliebt, da es mit seinen weit verzweigten Tälern wie Zederhaus, Göriach, das Lesachtal oder auch in den nördlichen Nockbergen vielfältige Möglichkeiten in allen Schwierigkeiten ermöglicht.

Unser zweiter Tag führte uns nach einigen Minuten Autofahrt in das hintere Zederhaustal, wo sich unweit neben dem Tauerntunnelportal der mittlerweile großzügig ausgebaute Skitourenparkplatz befindet. Da die bekannten Skitouren im Großkessl meist überlaufen sind, wählten wir die östlich davon gelegene Labspitze mit 2.223 m als Ziel aus. Optional als Rundtour mit einem kurzen Gegenaufstieg, danach noch die Aignerhöhe 2.104 m zu besteigen mit wunderschönen Abfahrtsmöglichkeiten in den Großkessel und zum Ausgangspunkt zurück. Gesagt, getan, strahlender Sonnenschein, Pulverschnee und keine Menschenseele auf „unserer“ Route. Dies verleitete einige in der Gruppe sogar die erste Abfahrt von der Labspitze noch etwas zu verlängern. Mit einem Strahlen im Gesicht, nicht nur auf Grund der Sonnenröte, freuten wir uns wieder auf die Nachmittags- und Abendverköstigung beim Blasiwirt.

Tag drei, erste Gespräche über Fersenblasen und Oberschenkelschmerzen waren an den Frühstückstischen zu vernehmen, doch nun hält der Wetterbericht, was er versprochen hat. Nach dem Tief kommt ein Dreitagehoch und da waren wir gerade mitten drin. So stieg beim Blick aus dem Fenster die Motivation deutlich wieder an. Wir fuhren nach Tweng, wo wir einen Bergkammeraden von mir aus Tamsweg trafen. Otto gab mir den Tipp, dass die Lackenspitze mit 2.459 m mit ihrer steilen Nordwestflanke bereits sehr gute Bedingungen aufwies. Über Forst- und Waldwege erreichten wir die Metzgeralm, von wo aus wunderschöne Almböden weiter führten. Nach guten 800 hm Aufstieg eröffnete sich ein beeindruckender Blick in den Kessel zwischen Grubbach- und Lackenspitze. Riesen Felsblöcke, die vor einigen Jahrhunderten abgebrochen sein dürften und mittlerweile mit Zirben und Latschen bewachsen sind, säumten den Weiterweg. Auf Grund des noch weiteren 600 hm, immer steiler werdenden, Aufstieges und einer äußerst einladenden Jagdhütte mit Sonnenbankerl teilten wir die Gruppe. Martina begleitet uns mit der Hälfte der Teilnehmer noch ins hintere Kar, fuhr dann aber über wunderschöne Almböden in Richtung Fuchsalm ab, von wo aus sie wieder in Richtung Treffpunkt zurück aufstiegen. Der Rest der Gruppe ging mit Otto und mir in Richtung Gipfel. Die bis zu 35° steile Flanke erwies sich als harschig mit eingewehtem Pulver. Jetzt bewährte es sich, dass wir unsere Harscheisen immer dabei haben. Gute zwanzig Spitzkehren und ein kurzer ausgesetzter Grat führten uns auf den höchsten Punkt, von wo aus wir mit einer großartigen Aussicht in die Hohen und Niederen Tauern belohnt wurden. Mit einer rassigen Abfahrt ging es zurück zum Treffpunkt mit den mittlerweile sonnengebräunten Teilnehmern der zweiten Gruppe und dank Ottos lokalen Kenntnissen anstelle des Aufstieg-Hohlwegs über diverse Waldschläge zum Auto zurück. Eine Einkehr in Mauterndorf mit dem „Nach der Skitour-Menü“ Kaffee, Radler, Kuchen rundete diese wunderschöne Skitour im Twenger Tal ab.

Für Tag vier wurde bei der abendlichen Touren-Vorbesprechung einstimmig eine gemütliche kurze Tour für den letzten Tag beschlossen. Da auch noch die Rückfahrt zurück nach Graz eingeplant werden musste, entschieden wir uns für den Gumma als Abschlusstour. Der Gumma ist mit 2.316 m zwischen dem Göriach- und Lesachtal gelegen ein wunderschöner Aussichtsberg und über eine Straße vom Ort Lessach aus, die bis auf 1.450 m führt, erreichbar. Am Weg liegt die Wildbachhütte, die neben Skitourengehern auch für Rodler und Schneeschuhwanderer im Winter geöffnet hat und zu einer deftigen Jaus‘n, Germknödel oder Kaiserschmarrn einlädt. Martina, die für den letzten Tag die Führungsarbeit übernahm, tat sich schwer, einige Teilnehmer an dem verlockenden Angebot vorbei zum Gipfelaufstieg zu überreden. Die Aussicht bei wolkenlosem Himmel sowie die Abfahrt durch zum Teil noch unverspurte Pulverinnen belohnten aber die Mühen und ließen den Einkehrschwung bei der Hütte zu einem würdigen Abschluss dieses Skitouren-Wochenendes werden.

Wie schon im Vorjahr waren wir von der lustigen und sportlichen Gruppe begeistert, die mit viel Freude und Teamgeist wieder dabei war.

Leider mussten wir das verlängerte Skitouren-Wochenende 2021 auf Grund der Covid-Pandemie absagen. Dieses hätte uns nach Döllach ins obere Mölltal geführt, von wo aus fortgeschrittene Touren um den Iselsberg, in der Asten oder im Bereich Heiligenblut am Programm gewesen wären. Wir hoffen auf ein Nachholen im nächsten Jahr.

Link zu den Touren:

Preber von Ludlalm- Prebersee

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/preber-vom-prebersee/25530739/

Skitourengebiet Zederhaus, Labspitze und Aignerhöhe

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/labspitze-und-aignerhoehe/127334136/

Skitourengebiet Tweng, Lackenspitze

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/lackenspitze-2.459-m-von-tweng/20018862/

Gumma von Lessach

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/gumma-von-lessach/118627343/

 
 
 

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