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10 Thesen zum Ehrenamt (Thesen zum Ehrenamt)

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Prof. Mag. Dr. Leopold Neuhold der Verfasser der "Thesen zum Ehrenamt"

10 Thesen zum Ehrenamt

Ehrenamt Thesen

 

  1. Ehrenamtliche Arbeit schafft soziales Kapital, das zusammen mit anderen Faktoren wie dem Recht oder der Verwaltung den inneren Zusammenhang der Gesellschaft bewirkt. Ohne das Ehrenamt würde dieser Zusammenhalt der Gesellschaft leiden.

 

  1. Ehrenamtliche Arbeit ist ein Hinweis darauf, dass Arbeit mehr ist als nur Erwerbsarbeit. So können von der ehrenamtlichen Arbeit her auch neue Impulse für die Arbeit als gesamtes ausgehen.

 

  1. Professionalisierung und Funktionalisierung in der Arbeitswelt führen zu einer teilweisen Abwertung ehrenamtlicher Arbeit, die oft nur noch als untergeordnete und minderwertige Arbeit gesehen wird. Deswegen ist die Sorge um Weiterbildung der ehrenamtlich Mitarbeitenden ein Gebot der Stunde. Die Kosten für diese Weiterbildung sollen möglichst von den Organisationen und Vereinigungen, innerhalb derer die Ehrenamtlichen tätig sind, getragen werden.

 

  1. Der derzeitige Ruf nach ehrenamtlicher Arbeit ist auch auf Schwierigkeiten, wichtige Arbeiten in der und für die Gesellschaft zu finanzieren, zurückzuführen. Eine solche Situation ist problematisch für eine richtige Sicht ehrenamtlicher Arbeit, weil sie aus dieser Perspektive heraus oft nur in der Bedeutung eines Lückenbüßers gesehen wird. Aus solcher Sicht kann und soll diese ehrenamtliche Arbeit zurückgenommen werden, wenn die Situation sich so verändert, dass die Finanzierung professioneller Arbeit wieder möglich wird.

 

  1. Ehrenamtliche Arbeit verkörpert eine Kultur des Zuhörens, eine Kultur des Sich-Einbringens, eine Kultur, etwas kritisch zu sehen, und eine Kultur der Unmittelbarkeit, also von direkter Beziehung von Mensch zu Mensch. Als solche kann sie ein Ausgriff sein auf gelungene Formen des Arbeitens, die in der Entwicklung hin zur Erwerbsarbeit als wichtigster Form von Arbeit teilweise verloren gegangen sind. Diese Gesichtspunkte werden aber nicht automatisch erreicht. Es ist also nach den Rahmenbedingungen zu suchen, unter denen diese Elemente der ehrenamtlichen Arbeit tragend werden können, auf dem Feld der Ehrenamtlichkeit wie auch auf dem Feld der Erwerbsarbeit..

 

  1. Viele der Arbeiten, die als Ehrenamt bezeichnet werden, bedeuten weder Ehre noch Amt, sondern sind bloße Hilfsarbeiten, die aber notwendig und unverzichtbar sind. Damit der Sinn dieser Hilfsarbeiten erfahren werden kann, ist es wichtig, einen Bezug zum Ganzen der Organisation herzustellen, in deren Rahmen diese Aufgaben erfüllt werden. Andererseits muss der Dank für diese Arbeiten wenigstens in einer entsprechenden Beachtung dieser Arbeiten liegen.

 

  1. Das Zusammenwirken von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen wird besonders auf dem Hintergrund eines wirklichen oder vermeintlichen Wissensvorsprungs der Funktionäre etwa in Bezug auf Finanzierung oder in Bezug auf die Ziele und Strategien der Einrichtung mitunter spannungsgeladen. Angesichts solcher Uninformiertheit sind verschiedene Formen der Mitbestimmung nur noch bloße Scheinformen von Mitbestimmung, das Einbinden der Ehrenamtlichen in die Ziele der Gesamtorganisation bleibt oft nur formal. Austausch von Informationen und Einbeziehen in die Entscheidungen, die wirklich von Bedeutung sind, ist angesichts einer solchen Situation notwendig.

 

  1. Eine vielschichtige Gesellschaft lässt eine Einteilung in kleinere und größere Gebilde und die damit gegebene Forderung der Gestaltung von unten nach oben als nicht mehr zweckmäßig und zielführend erscheinen. Mit einer solchen Einteilung ist oft wenig zur Lösung von anstehenden Probleme erreicht. So scheint es wichtig zu sein, zu einem Zu- und Miteinander von öffentlichen und privaten Einrichtungen, die dem Menschen oder den Gruppen bei der Behandlung ihrer Probleme am nächsten sind, zu kommen und damit zu einer neuen Verhältnisbestimmung von professioneller und ehrenamtlicher Arbeit.

 

  1. Der Tendenz, das sogenannte Christbaumprinzip zum Tragen zu bringen, wonach solche Menschen, die etwas tun, mit immer mehr Aufgaben behängt werden, bis sich die Äste biegen, ist mit einem Bemühen um Ausweitung des Kreises der Anzusprechenden zu begegnen. Natürlich bedarf das des Bemühens um Werbung für die Ziele der Organisation.

 

  1. Es wird die Frage zu stellen sein, wie die ehrenamtliche Arbeit belohnt wird. Eine entsprechende Spesenabgeltung sollte selbstverständlich sein, darüber hinaus muss aber neu nach nichtmonetären Möglichkeiten der Belohnung Ausschau gehalten werden.
 
 
 

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