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Fotos Kulturfahrt in die Slowakei, 29.09.-3.10.2013

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Kulturfahrt in die Slowakei, 29.09.-3.10.2013

 

Alpenverein Deutschlandsberg auf Herbstkulturfahrt in der Slowakei

43 Alpenvereinsmitglieder und Freunde des AV Deutschlandsberg nahmen an der fünftägigen Kulturreise durch die Slowakei teil.

Unser erstes Ziel war Bratislava, die 450.000 Einwohner zählende Hauptstadt des Landes. Schon von der Autobahn aus konnten wir die mächtige Burg Bratislava, mit ihren 4 Türmen ein besonderes Wahrzeichen dieser Stadt, sehen. Heute beherbergt diese Festung verschiedene Museen, zusätzlich werden die Räumlichkeiten für staatliche Repräsentationszwecke genutzt.

Nachdem 1993 die Slowakei ein selbständiger Staat wurde, gab es eine sehr dynamische Entwicklung sowohl auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene.

Am Fuße des Burgberges liegt die Altstadt. Nahe dem St. Martins Dom, der ehemaligen Krönungskathedrale, erwartete uns der slowakische Reiseführer Anton, der uns die 5 Tage begleitete. Anton hat viele Jahre in renommierten Lokalen in Wien als Kellner gearbeitet. Er sprach ein sehr gutes Deutsch und ist seit seiner Pensionierung Reiseleiter. Mit dieser Tätigkeit bessert er seine dürftige „Volkspension“ von nur € 350,00 pro Monat auf. Im Laufe unserer Reise stellte sich heraus, dass Anton ein unheimliches Faktenwissen über sein Heimatland aufwies und dieses sehr gut vermitteln konnte. Zusätzlich hat er sich als Tänzer, Sänger und Geschichtenerzähler profiliert.

Von Bratislava führte unsere Reise durch die Südslowakische Tiefebene (= eine Fortsetzung der Ungarischen Tiefebene) auf wunderbaren autobahnähnlichen Straßen, durch großflächig betriebene Landwirtschaftsgebiete nach Banská Bystrica. Ursprünglich eine reine Bergbaustadt (13. – 16. Jhd.), sorgten in der Folge zahllose Handwerker für den weiteren Wohlstand  der Stadt. Sehenswert ist vor allem die Altstadt um den Hauptplatz mit seinen Renaissancehäusern, die Stadtburg und mehrere schöne Kirchen.

Am späten Abend erreichten wir das mittelalterliche Städtchen Kezmarok (Käsmark). Mitten in der Altstadt befand sich unser kleines, sehr gut ausgestattetes, heimeliges Hotel „Club“, unser Standquartier für die nächsten 4 Tage. Kezmarok liegt nicht weit entfernt von der Hohen Tatra und war im Mittelalter ein wichtiger Handelsstützpunkt am Fernhandelsweg Orient – Nordeuropa. Mehrere hundert Handwerker arbeiteten hier, besondere Spezialität waren die „Blaudrucke“, verwendet wurden dabei blau-weiße Baumwollstoffe.

Die unter Denkmalschutz stehende Stadt weist viele Sehenswürdigkeiten auf. Schöne Bürgerhäuser, ein beeindruckendes Rathaus mit Barockturm und Glockenspiel, die Stadtburg. Ein besonderes Juwel: die „Artikularkirche“, eine evangelische Kirche, die wohl schönste ihrer Art, ein Gotteshaus vollkommen aus Holz, wobei bei Bau nicht einmal Nägel verwendet werden durften. Kaiser Leopold I. gestattete seinen evangelischen Untertanen nur diese Art von Kirchen, die zusätzlich noch außerhalb der Stadtmauer errichtet werden mussten und die Fertigstellung musste innerhalb eines Jahres erfolgen. Die aus Eibenholz erbaute Kirche wurde mit über 35.000 Holzstiften befestigt und weist 1500 Sitzplätze auf.

Der 2. Tag führte uns in das nördliche Grenzgebiet zu Polen. Hier besichtigten wir das „Rote Kloster“, welches 1319 gegründet wurde und dem Kartäuserorden angehörte. Die Mönche und Ordensbrüder lebten streng asketisch und sie waren von der Außenwelt nahezu abgeschlossen. Der Konvent besaß große Ländereien und viele Privilegien.(Z. B. Brau-, Mühl-, Fischfangrechte) Nach einer wechselvollen Geschichte wurde 1952 mit der Restaurierung begonnen, seit 1966 ist das ehemalige Kloster ein Museum, in dem historische, pharmazeutische und archäologische Sammlungen gezeigt werden.

Im Anschluss an diesen interessanten Klosterbesuch ging`s zur Floßfahrt auf dem „Dunajec“, ein besonderes und seltenes Erlebnis. Die Fahrt führte über 11 km durch den schönsten Talabschnitt des Dunajec, begleitet von steilen Kalksteinwänden im Bereich einer unberührten Naturlandschaft. Die Fahrt dauerte etwa 1 ½ Stunden und erforderte auf den Sitzbrettern der Holztröge ein gewisses „Sitzleder“. Im Anschluss ließen wir uns in einer „Koliba“ das verspätete Mittagessen schmecken.

Der 3. Tag führte uns in das Gebiet der „Hohen Tatra“, dem kleinsten Hochgebirge der Welt mit Höhen knapp über 2600 m. Smokovec ist die älteste Gemeinde auf der Südseite der Tatra, sie wurde früh Kurort auf Grund seiner Mineralquellen und ist heute Ausgangspunkt für Wanderer und Wintersportler. Mit einer Zahnradbahn fuhren wir auf den Bergkamm „Hrebienok“ (1300 m). Von dort unternahmen wir kleine Wanderungen, besichtigten einen Wasserfall und genossen das wunderbare Gebirgspanorama bei herrlichem Wetter.

Der höchstgelegene Ort der Slowakei durfte natürlich nicht fehlen „Strbske Pleso“ (1355 m), ein Luftkurort und besonderes touristisches Zentrum mit vielen Hotels und Pensionen. Strbske Pleso hat 1935 und 1970 die alpinen Schiweltmeisterschaften veranstaltet, doch bei Olympiabewerbungen ging dieser Ort mehrmals leer aus.

Das Abendessen war für uns in einer „Koliba“, einer urigen slowakischen Lokalität mit offenem Kamin vorbereitet. Es gab geräucherten Schafskäse vom Rost mit Knoblauchbrot und ½ Grillhenderl pro Person, dazu Rot- oder Weißwein. Ein Zigeunertrio begleitete unser Essen mit seiner Livemusik, wobei sich der Geigenspieler als wahrer Virtuose entpuppte und uns begeisterte. Es wurde getanzt und gesungen und Anton wartete auch mit lustigen Spielen auf.

Der 4. Tag führte uns zuerst nach Levoca (Leutschau). Diese Gegend wurde einst von Sachsen besiedelt und war früher Zentrum der „Zips“. Mit seinem gut erhaltenen und restaurierten mittelalterlichen Stadtbild gehört es zu den besonders sehenswerten Städten bei einer Slowakeireise. Nicht nur die imposante Stadtmauer, das Kaschauer Stadttor, die 40 Häuser im Renaissancestil, angeordnet auf dem größten Ringplatz der Slowakei, sondern vor allem die St. Jakobskirche mit dem größten Flügelaltar der Welt (19,6 m Höhe) begeisterten besonders.

Die größte Stadt der Ostslowakei und die zweitgrößte des Landes ist Kosice, in diesem Jahr Kulturhauptstadt Europas. Bereits im 13. und 14. Jhd. zählte diese Stadt zu den bedeutendsten Metropolen Europas, eine königliche Freistadt, damals zu Oberungarn gehörend. Nach 1945 erhielt die Stadt durch die Stahlindustrie einen starken Aufschwung, heute gehört der ehemalige Staatsbetrieb zum US-Steel Konzern mit 16000 Mitarbeitern. Kosice ist heute die einzige wirklich florierende Stadt der Ostslowakei, die Altstadt wurde aufwändig renoviert und zählt heute zu den schönsten Städten der Slowakei. Das Zentrum der Altstadt ist verkehrsfrei und weist einen langgezogenen Marktplatz auf. Mitten auf diesem Platz steht der mächtige „Elisabethdom“ (1345 – 1508 erbaut), nach der ungarischen Königstochter Elisabeth benannt. Elisabeth hat ihr Leben in den Dienst der armen und kranken Menschen gestellt, sie wurde 1235 heiliggesprochen und ihr zu Ehren wurde der Dom erbaut. Erwähnenswert auf  diesem Marktplatz sind noch der singende Springbrunnen und das schöne und attraktive Opernhaus.

Von Kezmarok führte unsere Heimfahrt über Poprad – Zilina fast ständig entlang des Waag-Flusses (Váh) nach Piestany, dem Heimatort unseres slowakischen Reiseleiters Anton. Piestany ist das bedeutendste Heilbad der Slowakei. Besonders sehenswürdig ist die Badeinsel mit ihrem schönen Kurpark, den restaurierten historischen Kuranlagen und das beste Wellnesshotel des Landes, „Thermia Palace“. Zweidrittel der Kurgäste kommen aus dem Ausland, vor allem zahlungskräftiges Klientel. Der hochwertige Schwefelschlamm hilft bei rheumatischen Beschwerden, schon Beethoven ließ sich hier ordentliche Schlammpackungen verpassen. Der „Krückenbrecher“ am Ein- bzw. Ausgang von der Badeinsel steht als Wahrzeichen für den Heilerfolg.

Natürlich könnte man noch vieles über die Slowakei berichten, die erst 20 Jahre selbständig und kaum größer ist als die Schweiz. Dieses Land kämpft natürlich mit der Umstellung von der Plan- zur Marktwirtschaft, der Lebensstandard ist mit Ausnahme vom Raum Bratislava niedrig, die Volkspension beträgt € 350,00, das normale Arbeitseinkommen € 500,00 und in größeren ausländischen Industriebetrieben € 800,00, die Lebenshaltungskosten sind nicht soviel günstiger als bei uns.

 

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