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Bettelwurfhütte
Seehöhe 2077 m, Kategorie I, Tirol, Karwendel
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Bettelwurf Hütte

Jahresbericht 2016:

Die Aktivitäten im Jahr 2016 begannen mit der außerordentlichen Hauptversammlung am 7. März, bei der als Haupttagesordnungspunkt das Budget für die Bettelwurf Hütte stand. Warum dies? Nachdem gegen Jahresende 2015 von der Verkehrsabteilung des Landes Tirol ein OK für den Fortbestand der Materialseilbahn angekündigt wurde, und sich die Vorausschau für die Mitgliederentwicklung sehr gut präsentierte, waren wir im Vorstand der Überzeugung, dass der längst vorgesehene Umbau heuer realisierbar wäre. Doch dies muss laut Statuten von den Mitgliedern beschlossen werden. Bei der Versammlung wurde die Baumaßnahme und die finanzielle Entwicklung des Vereins detailliert vorgestellt. Die anwesenden Mitglieder stimmten für die Maßnahme ab. Eine besondere Erleichterung erfuhren wir, als dass die ÖAV Sektion Britannia uns mit einer großzügigen Spende von 10.000,00 Euro bedachte. Dieses Geld floss zweckgebunden in die Umbaumaßnahme ein.

Seilbrücke über die SchluchtWie im Vorjahr angekündigt wurde bereits im April in der Schlucht des Absamer Klettersteiges parallel zur Seilbrücke, auch eine Versicherung entlang der ursprünglichen Linie errichtet. Somit können die Kletterer die Schlucht entlang von zwei Routen überwinden. Der Klettersteig erfreut sich nach wie vor einer großen Beliebtheit. Was uns mehr und mehr Sorgen bereitet ist die Art der Bergungseinsätze. Es müssen, eigentlich zum Glück, immer nur unverletzte, dafür aber übermüdete Personen geborgen werden. Die Begeher sehen offensichtlich nur die klettertechnischen Schwierigkeiten, die Anforderungen an die eigene Kondition werden aber unterschätzt. Auch das Wissen um die meist zuverlässige Rettung aus der Luft mittels Hubschrauber verleitet einige auszuprobieren, wie lange sie durchhalten. Wenn es nicht mehr geht, dann wird sie schon der Hubschrauber holen das sind die Negativauswirkungen einer Vollkaskomentalität. Hier wird noch einiges an Aufklärungsarbeit und der Apell an die eigene Verantwortung erforderlich sein.

UmbauplanDas große Umbauprojekt war bereits 2014 bis ins Detail geplant, und die möglichen ausführenden Firmen wurden zeitnah um Aktualisierung ihrer Angebote eingeladen. Vom ÖAV Gesamtverein wurde uns die alternative Bauweise in Brettsperrholzkonstruktion empfohlen. Als Beispiele wurde die Franz-Fischer Hütte (2014) und das Annaberger Schutzhaus (2015) genannt. Mit einer solchen Bauweise kann die Bauzeit und das Fluggewicht der Bauteile erheblich reduziert werden. Dies wirkt sich klarerweise positiv auf die Baukosten aus.


FelsaushubHolzbau Lagerräume


Am 9. Mai starteten die Bauarbeiten auf der Hütte. Als erste Maßnahme wurde das Nebengebäude abgerissen, die Terrasse vergrößert umgebaut, die solaren Luftkollektoren an der Südfassade des Schlafhauses und die PV-Anlage am Süddach der Veranda und am Ostdach der Stube installiert. Diese Arbeiten konnten weitgehend bis zum Saisonbeginn Anfang Juni abgeschlossen werden, so dass die Besucher der Bettelwurf Hütte möglichst ungestört waren.
Ab dann wurden die Bautätigkeiten hinter der Hütte fortgesetzt. Es galt einiges an Fels abzutragen, um genügend Platz für den Holzzubau zu schaffen. Die Holzteile wurden an nur einem Tag zur Hütte geflogen und zusammengebaut. Die Firstfeier konnten wir am 21. Juni abhalten. Bis Mitte Juli dauerte dann die Fertigstellung aller Arbeiten, und am 28. August konnten wir eine gelungene Einweihungsfeier abhalten. Jesuitenpater Martin Hasitschka nahm die Segnung vor. Er war es auch, der 1994 im Rahmen der 100 Jahr Feier die heilige Messe zelebrierte. Die Feier wurde von den Geschwistern Hell (Innsbruck) mit Harfe und Ziehharmonika musikalische begleitet.
Die Bauarbeiten wurden unter großen Erschwernissen mit außerordentlichem hohem Einsatz der Arbeiter ausgeführt. Das Ergebnis ist ein gelungener Umbau, der die Funktion der Bettelwurf Hütte als Schutzhütte für die Zukunft sichert, zugleich aber sehr zurückhaltend ausgeführt wurde. Nicht die Hütte ist im Vordergrund, sondern das Erlebnis am Berg.



fertiger Zubauneue Terrasse

Bei der Bauausführung waren folgende Firmen involviert:
Planung: Beaufort Architekten (Innsbruck), Baumeister: Bauareal (Thalgau), Erdbau: Thomas Schöpf (Ampass), Holzbau: Holzplus (Unternberg), Spengler: Bernhard Kraus (Salzburg), Elektrik: Riedhart (Ramsau i. Z.), Brandmeldeanlage: Fiegl&Spielberger (Innsbruck), Energietechnik: Energiebig (Innsbruck), Luftkollektoren: Grammer (Amberg), Installationen; Freund (Hall) und Keck (Stans), Bautischler: Josef Pichler (Mariapfarr), Tischler: Peter Rabitsch (Rum), Fliesen: Fliesenpark Mils (Mils), Transport: Hans Pletzer (Hall i.T.), Hubschrauber: Wucher (Ludesch) . .

Neben diesen Bauarbeiten wurden auch diverse Erneurungsarbeiten in und rund um die Hütte von unseren Pächtern ausgeführt. Diese fallen zwar nicht auf, sind aber doch sehr wichtig: Sitzauflagen, Tischplatten in der Veranda, Nauanstrich der Fensterläden, Tische, Bänke, Vorraumgestaltung, Besteckkasten.

Bei der Materialseilbahn haben wir am Luftwarnseil zähneknirschend die bestehenden, bisher bewilligten 10 Stück Kugelpaare d=30 cm gegen 22 Stück Kugeln d=60 cm ausgetauscht. Somit erfüllen wir die neuen Bescheidauflagen und hoffen, dass dieser in Zukunft nicht mehr falsch interpretiert werden kann. Die Arbeiten wurden von der Fa. Schmidinger aus Axams ausgeführt, welche ebenso die jährlichen Revisionsarbeiten erledigte. Bei der Stütze 2 wurde ein Seilaushebebock montiert.

Die Bettelwurf Hütte wurde vom 4.6. bis 16.10.2016 von unseren Pächtern Nina und Florian Dullinger bewirtschaftet. Die letzten beiden Wochen vor Saisonschluss war mit Schneefall recht winterlich, aber das Wochenende beim Zusperren zeigte sich wieder von der besten Seite, so dass die Hütte ordentlich winterfest gemacht werden konnte. Während der heurigen Saison nächtigten 2.235 Gäste in der Bettelwurf Hütte. Das sind um 39 Gäste mehr als im Vorjahr, und stellt wieder ein gutes Ergebnis dar.

Nina und Florian möchte ich für die gute Bewirtschaftung und die tolle Zusammenarbeit auf der Hütte, speziell während den heurigen doch sehr belastenden Umbauarbeiten, bedanken. Wir haben heuer viel in die Verbesserung der Pachtbedingungen investiert und hoffen auf eine möglichst lange gemeinsame Zukunft. Während der Einweihungsfeier hatte ich die Gelegenheit auf der Terrasse bei schönstem Wetter mich bei allen am Umbau beteiligten Personen persönlich zu bedanken. Diesen Dank möchte ich an dieser Stelle vertiefen. Auch möchte ich meinen Dank an das Referat Hütten und Wege im Gesamtverein für die Beratung, und an die Sektion Britannia für die Geldspende wiederholen.

Gunnar AMOR    

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Hüttenwart Gunnar Amor
Aktualisiert am 14 November, 2016

 
 
 

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