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Bettelwurfhütte
Seehöhe 2077 m, Kategorie I, Tirol, Karwendel
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Bettelwurf Hütte

Jahresbericht 2013:

Umbauplan


Umbau 2014! Das ist ein Begriff unter welchem sich einige Verbesserungen der Hütte verbergen. Unsere Wirtsleute samt Personal wohnen in zwei ca. 7,2 m² kleinen Zimmern. Diese liegen zudem im Gangbereich zwischen der Veranda und den Gästezimmern. Ein Bewirtschaftungstag ist lang, das Personal sind die letzten die schlafen gehen und die ersten, die aufstehen. Dazwischen liegen nur wenige Stunden Schlaf, in welchen sie sich erholen müssen. Durch die Lage der Zimmer wird diese Nachtruhe immer wieder durch 'Klogeher' gestört. Ein weiteres Manko der Hütte sind die beengten Platzverhältnisse in der Küche und der Speis. Die Wirte wünschen sich eine kleine abgetrennte Vorbereitungsküche und größere Einlagerungsmöglichkeiten der Lebensmittel. Dann ist noch der nicht-vorhandene Trockenraum zu nennen. Bei Schlechtwetter hängen die nassen Sachen in der Gaststube herum - ein Zustand! Als letzten Mangel ist die rissige und bei Schönwetter zu kleine Terrasse zu nennen. Kein Gast möchte gerne in der Hütte sitzen, die unvergleichbare Aussichtslage der Hütte will auf der Terrasse genossen werden. In Summe sind das vier Parameter, die in einer Umbaumaßnahme verbessert werden sollen. Unser Vorstand beschloss diese im Jahr 2014 umzusetzen. Eigene Ideen wurden gemeinsam mit den Pächtern ausgearbeitet und der Baumeister Bernhard Knoflach aus Rinn plante diese in eine ausführbare Form samt einer Kostenschätzung. Leider erschlugen uns die prognostizierten Kosten. Da wir der Ansicht waren, dass es bessere Varianten als unsere eigenen Ideen geben mussten, injizierten wir im März einen Architektenwettbewerb zur Lösungsfindung. Sieben ambitionierte Architekten stellten uns Ende April ihre Entwürfe vor - keine glich der anderen. Die Lösungen reichten von minimalen Baumaßnahmen bis zu einem Fast-Neubau der Hütte. Unser Bauausschuss beriet und diskutierte über die Lösungen. Einstimmig wurde die Variante der beaufort Architekten aus Innsbruck als Siegerprojekt dem Vorstand vorgeschlagen, welcher auch beschloss, dass mit diesen Architekten die weitere Umsetzung gemacht werden soll. Die entscheidenden Kriterien für den Zuschlag waren eindeutig die Beibehaltung der charakteristischen Hüttenform und die sehr innovative Terrassengestaltung. Im Laufe des Jahres wurde das Siegerprojekt vom Dachverein angenommen, im Detail ausgearbeitet und zu den diversen behördlichen Bewilligungsverfahren eingereicht.

Tallager

Letztes Jahr habe ich bereits über die Straßensperre und die damit verbunden Schwierigkeiten mit den Lieferanten berichtet. Leider bekamen wir Ende 2012 keine guten Angebote, so dass wir erst 2013 als eine der ersten auszuführenden Arbeiten, die Erweiterung des Tallagers bei der Materialseilbahn in Angriff nehmen konnten. Die Arbeiten wurden bestens von der Fa. Zimmermann aus Wattens ausgeführt, lediglich bei der Höhe der Bodenplatte gab es einen Mangel zu beklagen. Hier konnten wir eine gute Alternative finden, so dass rechtzeitig vor Saisonbeginn das Lager zur Verfügung stand.
Für die Erlangung der Bewilligungen wurde von der Behörde auch die Notwendigkeit der Verwendung des Heizöls auf der Hütte hinterfragt, und prompt bekamen wir die Ausarbeitung eines Energiekonzeptes auf Basis 'nicht-wasser-gefährdenden Energieträger' auf's Aug gedrückt. So einfach das klingt, mussten hier doch insgesamt 237 ehrenamtliche Stunden(!) für die Ausarbeitung aufgebracht werden. Auf Basis dieses Konzeptes entschied dann die Behörde, dass solange die derzeitige Energieversorgung ordentlich betrieben wird, wir diese auch weiter in dieser Art verwenden dürfen. Sollte aber einmal das Stromaggregat einen Schaden aufweisen, der einen Austausch erfordern wird, dann müssen wir auf einen anderen Energieträger umsteigen. Hier steht uns mittelfristig eine Investition ins Haus.

Während der Saison erledigten wir in der Hütte neben kleineren Reparaturen auch den Austausch der Küchendecke. Die Fa. Gnigler aus Innsbruck stellte sich der Aufgabe, auf einer unebenen Altdecke mit wenig Abstand die neuen Metallpaneele zu montieren. Unser Hüttenwirt Robert verlegte im kleinen Keller Betonplatten, damit endlich eine stabile Stellebene geschaffen wurde.
Es ist eine behördliche Vorschreibung, dass die Brandmeldeanlage alle zwei Jahre von einen speziell akkreditieren Firma (Fiegl und Spielberger, Innsbruck) überprüft wird. Diese Prüfung wurde heuer erledigt.

Wegbau 222

Ein Schwerpunkt unserer Arbeiten war die Sanierung des Zustiegsweges 222. Leider rutscht auf dem felsigen Untergrund die tragende Humusschichte durch Erosion und unachtsames Begehen immer weiter ab, zurück bleibt die glatte Felsoberfläche. Andreas Amor stellte sich zur Verfügung um hier an den kritischen Stellen den Weg wieder an der ursprünglichen Trasse in den Fels zu pickeln und schrämmen. Das klingt schon anstrengend, und genau so war es. Tagelang hat er hier geschuftet, das Endresultat kann sich sehen lassen. An einer großen plattigen Stelle wurde auch das Drahtseil komplett ausgetauscht und solide fixiert. Sehr erfreut war er über viele Bergsteiger, die ihm beim vorbeigehen für seine Arbeit gedankt haben. Unterstützt wurde er von einem kleinen Stromaggregat, einem Hilti-Bohrhammer, einem Pickel und einer Rämmstange.
Am Absamer Klettersteig waren bis auf einen Haken keine Schäden vorhanden und dieser erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Mittlerweile hat sich auch herumgesprochen, dass der Klettersteig aufgrund seiner Länge doch sehr fordernd zu begehen ist, und die Leute steigen gut vorbereitet ein. Es war nur eine Hubschrauberbergung erforderlich.

Befliegung im Halltal

Mit großer Sorge hat uns das gesamte Jahr die Situation mit dem Warnkugelseil beschäftigt. Von Seiten der Behörde wurde mit einem neuen Bescheid in unsere bestehende Bewilligung massiv eingegriffen. Die Erfüllung der Forderungen würde für uns erhebliche Aufwendungen bedeuten, welche teilweise auch von technischer Seite nicht zu realisieren sind. Wir konnten nicht anders als gegen den Bescheid zu berufen. Wir ließen ein Gutachten von Hr. Dr. Christian Ortner aus Innsbruck erstellen, welcher dafür sogar eine Befliegung im Halltal unternahm. Das Verfahren ist noch im Laufen und wir hoffen, dass die Behörde hier mit dem richtigen Augenmaß handeln wird, um unsere bisher erworbenen Rechte zu schonen. Das Ergebnis wird richtungsweisend für andere Seilbahnen in Tirol sein.
Die jährliche Revision der Materialseilbahn wurde auch heuer wieder von der bewährten Fa. Schmidinger aus Axams durchgeführt.

Hütten- und Wegetagung des OeAV, DAV, AVS

Am 1. - 2.7.2013 konnten wir die Hütten/Wegetagung der drei großen Alpenvereine (OeAV, DAV und AVS) bei uns willkommen heißen. Voller Stolz konnte ich den Vertretern der Tagung unsere Bettelwurf Hütte zeigen, und alle spezifischen Probleme samt Lösungen präsentieren. Den Teilnehmern hat unsere Hütte sehr gefallen. Ihnen hat vor allem der Umstand imponiert, dass wir es bisher geschafft haben, neben allen gesetzlichen Anforderungen und den gestiegenen Erwartungen der Gäste, den relativ einfachen Hüttencharakter zu bewahren.

Gegen Ende der Saison begann die Gemeinde Absam mit der Errichtung des Murenablenkdammes in der Bettelwurfreise. Wir sind von dieser Baumaßnahme vor allem mit unserem Zustiegsweg 222 betroffen. Im Zuge der Verhandlungen hat die Gemeinde sich bereit erklärt, als Ersatzmaßnahme den alten Weg, welcher weiter östlich verlief, rechtzeitig vor Baubeginn zu reaktivieren. Leider hatten wir unterschiedliche Vorstellungen wie gut der Weg ausgebaut werden muss, doch letztlich einigten wir uns. Unser Zustiegsweg zweigt jetzt bei der Brücke zur Wasserfassung unter dem Bettelwurfeck ab. Die Baustelle wurde 2013 nicht abgeschlossen und wird im Frühjahr 2014 fortgesetzt.

Die Bettelwurf Hütte wurde vom 9.6. bis 9.10.2013 von unseren Pächtern Gabi und Robert bewirtschaftet. Die Saison begann heuer nicht zuletzt wegen der starken Schneefälle im Mai, bei welchen sogar eine Lawine noch bis zur Haltalstrasse abging, später. Während der heurigen Saison nächtigten 2.250 Gäste in der Bettelwurf Hütte. Das sind um 42 Gäste mehr als im Vorjahr. Diese Zahlen sind für uns immer wichtig, da daraus die Notwendigkeit der Hütte und die damit verbunden Aufwände begründet werden. Wir danken allen Bergsteigern, die heuer die Hütte besucht haben. Nur durch euren regen Besuch sind unsere Pächter und wir in der Lage die Hütte als alpiner Stützpunkt zu erhalten.

Zum Abschluss meines Berichtes möchte ich wieder im Namen des alpenverein INNSBRUCK unseren Pächtern Gabi und Robert sowie allen freiwilligen Helfern für ihren unermüdlichen Arbeitseinsatz danken. Nur so können wir unseren Mitgliedern das Wege- und Hüttennetz in einem ordentlichen Zustand anbieten. hofften wir, dass die Zufahrtsbedingungen ins Halltal wieder gut sein werden.

Wir laden alle treuen Gäste und Bergfreunde ein, auch in der Winterszeit einen Blick in die Homepage der Hütte zu machen und dabei einen Blick ins Tal, auf den Großen Bettelwurf oder zum Stempeljoch durch die drei Webcams zu genießen. Ein Verlauf der letzten 150 Bilder ist auch zu sehen, dabei können oft ganz interessante Wetterveränderungen beobachtet werden.
Auf Wiedersehen im nächsten Jahr am Großen und Kleinen Bettelwurf, auf der Speckkarspitze, am Absamer Klettersteig und natürlich in der Bettelwurf Hütte!

Gunnar AMOR    

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Hüttenwart Gunnar Amor
Aktualisiert am 12 März, 2014

 
 
 

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