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Bettelwurfhütte
Seehöhe 2077 m, Kategorie I, Tirol, Karwendel
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Bettelwurf Hütte

Jahresbericht 2007:   

Die erste Tätigkeit im Jahr 2007 war der Suche nach neuen Pächtern gewidmet. Nachdem wir das Anforderungsprofil öffentlich ausgeschrieben hatten, gelangten viele sehr gute Bewerbungen ein. Sechs Anwärter wurden zu einem ersten Vorstellungsgespräch eingeladen, von denen schließlich zwei zu intensiveren Gesprächen gebeten wurden.         
Abschließend entschied sich der Vorstand für das junge Paar Patricia Fiegl und Rainer Leiter aus Sölden. Am 28. April fand im Beisein des vorigen Hüttenwirtes die Übergabe der Hütte an die neuen Pächter statt. Bevor die Saison losging wurden Patricia und Rainer ein richtiges Paar und heirateten am 18. Mai 2007.

u Fronleichnam, am 1. Juni 2007 wurde die Bettelwurf Hütte für die Saison geöffnet und unsere Pächter konnten die neuen Fahnen nun stolz auf ihrer ersten eigenen Schutzhütte hissen. Das Wetter war von Beginn an nach dem milden Winter warm und es lag kein Schnee im Hüttenbereich. Speziell an den Wochenenden im Juni und Juli konnten viele Gäste bei schönstem Bergwetter die Bettelwurf Hütte besuchen.

Eine bereits seit langem angekündigte umfassende Betriebsanlagengenehmigung wurde am 20. Juni vor Ort abgehandelt. Viele Vertreter der Behörden stiegen zur Hütte auf und begutachteten mit strengen Augen die gesamte Einrichtung. Wertvolle Unterstützung erhielten wir durch Peter Kapelari, Leiter des Referates Hütten und Wege im OEAV. Bereits im Vorfeld konnten wir gemeinsam die Sachverständigen davon überzeugen, dass auf einer Hütte in Extremlage nicht alle Gesetze und Bestimmungen genau so hart ausgelegt werden können, wie diese im Tal bei Gastgewerbebetrieben gefordert werden. Zu eingeschränkt sind auf einer Hütte teilweise die Möglichkeiten. Dort, wo der unmittelbare Schutz der Gäste und Arbeitnehmer im Vordergrund stand, wurden während der Verhandlung einige wenige Vorschreibungen zur Verbesserung gemacht. Eine große finanzielle Belastung stellt die Vorschreibung der Installation einer neuen Brandmeldeanlage und die Fluchtwegbeleuchtung dar. Da diese Investition mehr als 10.000 € verursacht, konnten wir erwirken, dass diese erst 2008 umgesetzt werden muss. Alle anderen kleineren Verbesserungsmaßnahmen wurden im Laufe der Saison durchgeführt.

Als Schwerpunkt standen in diesem Jahr die Verbesserungen der Steige auf dem Programm. Der Wilde-Bande-Steig und der Weg vom Lafatscherjoch bis zur Bettelwurf Hütte wurden neu markiert und die in die Wege wuchernden Latschen zurück geschnitten. Ausgebrochene Haken der Seilversicherungen wurden neu eingebohrt und befestigt. 

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Viel Arbeit verlangte die Sanierung des Zustiegs in der Wechselreise. Es ist schon recht mühsam die durch Muren verursachten Wegabrutschungen zu reparieren. Die Schäden, die durch eilig ins Tal hastende Leute in Form von Abschneidern verursacht werden, sind teilweise erheblich und bereiten uns als Wegerhalter größte Sorgen. Wie schnell ist ein Steig in diesem sehr labilen Reisengelände „hinunter getreten“ und wie viel Aufwand benötigt jeweils die Reparatur und Stabilisierung. Doch wir hoffen immer wieder, dass irgendwann die Vernunft gegen die Hast siegen wird und wir an den Wegen nur die natürlichen Schäden sanieren müssen. Erstmals haben wir heuer mit alten ausgedienten verzinkten Straßenleitplanken gearbeitet. Diese, zwar ca. 50 kg schweren Profile zeichnen sich durch sehr hohe Stabilität aus. Durch die gewellte Form lassen sie sich im eingebauten Zustand gut mit Schotter oder Erde anfüllen und dem Wanderer stehen meist fast nicht sichtbare „Brücken“ zur Verfügung. Eine arge Plagerei ist es schon, die Leitplanken zum jeweiligen Einbauort zu tragen – es erinnert schon sehr an eine Sklavenarbeit – doch fertig eingebaut haben wir damit schließlich sehr gute Erfolge erzielen können.    
In Vorbereitung für die Böschungsstabilisierung legten wir im Bereich der Talstation eine kleine Pflanzenzucht an. Dort haben wir Weiden, Lärchen, Latschen und sogar eigens für das Kalkgebirge gezüchtete Zirben gesetzt. Diese sollen im nächsten Frühjahr an den geeigneten Stellen gegen die Erosion eingepflanzt werden.

Es freut mich sehr über einen gelungenen Umbau des Antriebes der Materialseilbahn auf einen Elektromotor zu berichten. Bisher erfolgte der Antrieb mittels eines 2-Zylinder Dieselmotors über eine Kupplung, ein Untersetzungsgetriebe, eine weitere Kupplung, ein Wendegetriebe, einen Keilriemenantrieb, ein weiteres Untersetzungs-getriebe und noch eine Kupplung auf die Antriebsscheibe. Alle diese Komponenten sind sehr alt und besonders die ersten beiden Getriebe sind störanfällig. Auch der Laie kann bei dieser Vielzahl der Teile verstehen, dass hier einige Schwachstellen vorhanden sind. Hinzu kommt, dass durch den Betrieb des Dieselmotors der Lärm im Gebäude derart laut war, dass die Kommunikation mit der Talstation unmöglich war. Auch traten immer wieder Schäden am Auspuff auf, so dass Abgase im Inneren der Bergstation austraten.      
Nun konnte von der Sektion Memmingen des DAV ein gebrauchter Elektromotor günstig angekauft werden. Dieser wurde auf einem Gestell über dem letzten Untersetzungsgetriebe montiert und mittels Keilriemen verbunden. Dadurch fielen alle anfälligen Komponenten weg. Der Betrieb ist nun leise und einfach.       
Die jährlichen Revisionsarbeiten an der Materialseilbahn wurden wieder in bewährter Form von der Fa. Schmidinger, Axams durchgeführt.

Mein Vater und langjähriger Gehilfe in der Hüttenbetreuung hat in zeitaufwändigen und umfangreichen Recherchen eine Hüttenchronik erarbeitet. Dabei hat er zahlreiche Archive durchforstet und mit vielen Leuten über Wissenswertes aus der Region gesprochen. Durch die freundliche Unterstützung der Tyrolia-Verlagsanstalt sind nun diese wertvollen Aufzeichnungen in Form eines Buches jedem Interessierten zugänglich. Das Buch „Die Bettelwurfhütte im Karwendel“ wurde am 17. Oktober 2007 in der Gemeinde Absam öffentlich präsentiert. An diesem recht feierlichen Abend nahmen mehr als 300 Leute teil und ganz besonders stolz sind wir, dass die Vertreter der Gemeinde Absam, Bgm. Arno Guggenbichler und Franz Fischler unsere Hütte als „wertvollen Bestandteil der Absamer Geschichte“ und das Treiben auf der Bettelwurf Hütte als „gelebte Absamer Kultur“ bezeichneten. An dieser Stelle möchte ich der Gemeinde Absam für das gute Verhältnis danken. Stets rennen wir bei Anliegen offene Türen ein und immer treffen wir auf Mithilfe.

Im September herrschten heuer sehr schlechte Wetterbedingungen mit starken Schneefällen vor und die Auslastung der Hütte war entsprechend gering. Obwohl das Wetter zu Beginn des Oktobers wieder schön wurde, entschlossen sich unsere Pächter die Hütte bereits am 30. September zu schließen und in der Folge nur an den beiden ersten Oktoberwochenenden zu öffnen. Endgültig wurde die Hütte dann am 15. Oktober 2007 bei schönem Herbstwetter geschlossen und konnte ordentlich winterfest gemacht werden. Während der heurigen Saison nächtigten 1.285 Gäste auf der Bettelwurf Hütte. Dies sind um 429 weniger als im Vorjahr.         
Unsere Pächter haben in ihrer ersten Saison auf der Bettelwurf Hütte viele Erfahrungen gesammelt und werden darauf aufbauend mit neuen Initiativen die Saison 2008 angehen und freuen sich wieder auf euren Besuch. Wir laden alle Freunde des Halltals ein, nächstes Jahr wieder auf die Hütte zu steigen und viele schöne Stunden in unseren Bergen zu verbringen.

Abschließend möchte ich wieder allen freiwilligen Helfern für die vielen unentgeltlich geleisteten Arbeiten und die dafür zur Verfügung gestellte Zeit danken. Nur so können wir im Alpenverein unsere Aufgabe erfüllen und unseren Mitgliedern und Gästen die tolle Infrastruktur der Wege und Schutzhütten bieten.

Gunnar AMOR    

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Hüttenwart Gunnar Amor
Aktualisiert am 04. November 2007

 
 
 

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