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Bettelwurfhütte
Seehöhe 2077 m, Kategorie I, Tirol, Karwendel
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ttelwurf Hütte

Jahresbericht 2001:

Das heurige Jahr fing mit einer großen Sorge an: die Halltalstraße war im Bereich Bettelwurfeck für 3 Monate für jeglichen Verkehr gesperrt. Dort wurde bei der Baustelle der neuen Trinkwasserversorgung für Absam und Hall die Straße aufgegraben und die Ableitungsrohre verlegt. Für die Besucher des Halltals bedeutete dies, dass für alle Wanderungen mit mindestens einer Stunde längerem Zustieg gerechnet werden musste. Für unseren Hüttenwirt stellte dies eine besondere Last dar, da er die Talstation der Materialseilbahn nicht mehr mit einem Fahrzeug erreichen konnte. Er musste seine Bevorratung sorgfältig planen und rechtzeitig eine große Menge an Lebensmitteln, Getränken, Gas und Treibstoff auf der Hütte anlegen. Auch bei der Abwicklung der Instandhaltungsarbeiten musste dieser Umstand berücksichtigt werden.

Am 1. Juni wurde die Bettelwurf Hütte wieder durch das bewährte Team des Christian Gschnitzer geöffnet. Trotz des guten Wetters stiegen anfänglich nur sehr wenige Besucher zur Hütte auf.

Als erste Arbeit wurde der Austausch des Stromaggregats in Angriff genommen. Dafür wurde direkt neben der Bergstation der Materialseilbahn ein Fundament errichtet, auf welchem der Hubschrauber am nächsten Tag das neue Aggregat absetzte. Das neue Aggregat wurde mit einer Schallschutzhaube geliefert und die Auspuffleitung hinter das Notlagerverlegt. Dadurch konnte erreicht werden, dass vor der Hütte der Betrieb des Aggregats kaum mehr auffällt. Besonders die Ableitung der Abgase des Seilbahnantriebs durch die selbe Auspuffleitung wirkt sich sehr positiv aus. Für die Lagerung des erhöhten Treibstoffvolumens wurde eine neue dichte Auffangwanne aus Polyethylen angeschafft. 

   

   

Um den Küchenbetrieb zu verbessern wurde durch die Installationsfirma. Freund aus Hall eine Warmwassertherme im Dachboden installiert. Diese Therme wurde an das bestehende Gasversorgungsnetz angeschlossen und versorgt die Küche und den Geschirrspüler mit ausreichend heißem Wasser, so dass eine hygienische Reinigung des Geschirrs möglich ist. Weiters wurde in der Küche ein Wasserbad installiert, damit das Bergsteigeressens über einen längeren Zeitraum schonend warm gehalten werden kann. Um die Einlagerung von größeren Mengen an verderblichen Waren zu ermöglichen, hat der Wirt auf eigene Kosten eine begehbare Kühlzelle angeschafft. So ist es ihm möglich, immer frische Lebensmittel und vorbereitete Speisen zu servieren.

Bereits seit zwei Jahren geplant, wurde heuer auch die Trockenlegung der nordseitigen Mauer der Speis in Angriff genommen. Hierfür wurden uns von der Sektion Britannia sechs Leute zur Mithilfe gesandt. Die Aushubarbeiten waren schwer, die Helfer motiviert und so konnte in einer Woche die Mauer freigelegt und mit einem Dichtanstrich aus Bitumen und einer Dichtfolie versehen werden. Im Bodenbereich wurden Drainagerohre verlegt. Der Sockelbereich der Mauer wurde wieder hinterfüllt und das aufgehende Mauerwerk mit Blech verkleidet. Hier gilt ein großer Dank an die englischen Helfer und im speziellen an Tony Freake, dem Vorstand der Sektion Britannia, für die Organisation der Hilfe.

Nachdem die Mauer von außen trockengelegt war und das Innere der Speis während der Saison auslüften konnte, wurden die Wände und der Fußboden mit Fliesen von der Fa. das Bad aus Sterzing ausgelegt. Dadurch ist eine hygienisch einwandfreie Lagerung der Lebensmittel in einem kühlen, trockenem Raum möglich und dieser kann einfach gereinigt werden.

Auf Anregung unseres Vorstandes Martin Posch galt es auf unseren Hütten die Feuersicherheit zu überprüfen. Nachdem auf der Bettelwurf Hütte nahezu alles aus Holz hergestellt ist, wurden sämtliche Feuerlöscher ausgetauscht und einige neue angeschafft. Die Küche wurde zusätzlich mit einer Löschdecke ausgestattet. Auch im Seilbahngebäude wurde ein spezieller CO2 Löscher installiert.

 

Im Inneren der Hütte wurde ein Schrank für die Literatur und Spiele errichtet. Die Alpinliteratur konnte heuer um die gebundenen Ausgaben der Hefte „Alpin“ 1999 und 2000 ergänzt werden. Die bei einer Überprüfung durch das Arbeitsinspektorat Innsbruck festgestellten fehlenden Handläufe bei den Stiegen wurden umgehend angebracht.

Die Materialseilbahn funktionierte während der gesamten Saison ohne Ausfälle. Die Fa. Schmidinger aus Axams erledigte auch heuer die jährlichen Revisionsarbeiten. Beim Antrieb wurden im Rahmen der Überprüfung das Fehlen von ausreichenden Schutzabdeckungen bemängelt, welche im nächsten Jahr montiert werden.

Der Zustand, des auf der Hütte eingelagerten Bergrettungsmaterials, wurde heuer vom Bergrettungswart begutachtet und für nächstes Jahr zum Austausch vorgeschlagen.

Die Hütte wurde plangemäß am 14.10.2001 geschlossen und konnte ordentlich winterfest gemacht werden.

Während der heurigen Saison nächtigten 1116 Gäste auf der Bettelwurf Hütte. Dies sind um 170 mehr als im Vorjahr. Dies stellt wiederum eine schwache Auslastung dar. Die Gründe hierfür sind wahrscheinlich die schwache Besucherzahl während der Straßensperre des Halltals und im lang anhaltenden schlechten Wetter im September.

An dieser Stelle möchte ich an alle eine Bitte anbringen: da wahrscheinlich auch im Jahr 2002 mit einer Straßensperre des Halltals zu rechnen ist, solltet ihr euch nicht von einem Besuch abhalten lassen. Die Qualität des autofreien Halltals loht sich allemal für eine Wanderung und die Verlängerung der Aufstiegszeit zur Bettelwurf Hütte um eine Stunde wird immer noch durch das tolle Bergerlebnis wettgemacht.

Wer heuer die Bettelwurf Hütte nicht besuchen konnte, dem sei dies im nächsten Jahr empfohlen.

Ein Besuch rentiert sich immer, auch auf dieser Web-seite oder unter der Seite des Hüttenwirts www.bettelwurfhuette.at, auf welcher sich auch viele Tourentipps beschrieben sind.

 

Gunnar AMOR    

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Hüttenwart Gunnar Amor
Aktualisiert am 05. November 2001

 
 
 

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