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Bettelwurfhütte
Seehöhe 2077 m, Kategorie I, Tirol, Karwendel
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Bettelwurf Hütte

Jahresbericht 1998 und 1999:

Heuer wird an dieser Stelle neben dem Jahresbericht vom Vorjahr auch der vom laufenden Jahr veröffentlicht. Dies deshalb, weil ich glaube, dass das Vorjahr mit den Tätigkeiten rund um die Hütte schon so weit entfernt ist, dass es viel interessanter ist über die aktuellen Ereignisse Bescheid zu wissen. Zudem ist die Saison für 1999 mit allen wichtigen Arbeiten schon beendet. Der Vollständigkeit halber soll auch über das Jahr 1998 berichtet werden.

1998 war die Hütte vom 1.6. bis 11.10. geöffnet und von der Fam. Schwentner bewirtschaftet. Während der Saison 98 nächtigten 1067 Gäste auf der Hütte. Dies sind um 173 weniger als im Vorjahr und verglichen mit den Zahlen der letzten 10 Jahre ist das die geringste Auslastung der Bettelwurf Hütte. Dies ist zum Großteil auf das anhaltend schlechte Wetter zurückzuführen. Doch auch die Bewirtschaftung lief nicht zur vollen Zufriedenheit des Zweiges Innsbruck ab und der Pachtvertrag wurde zum 31. Oktober 1999 gekündigt.

Die Aktivitäten in der Hütteninstandhaltung von Seiten des Zweig Innsbruck reduzierte sich durch den Tod von Ernst Schmidt und die Lücke die dadurch entstand, auf ein Minimum. In Fortführung der Seilbahnerneuerung wurden durch die Fa. Kaim die Fundamente des Zugseilumlenkmasts erneuert. Aus hygienischen Gründen wurden für die Schlaflager 100 Stück neue AV-Decken angeschafft. Die Batterien der PV-Anlage waren bereits 6 Jahre alt und versagten während der Saison immer öfter den Dienst und zu Saisonende wurde ein Drittel des Batteriespeichers ausgetauscht. Die Bettelwurf Hütte wurde am 11.10.98 bei schönem Herbstwetter winterfest gemacht.

Seit der Jahreshauptversammlung am 20.10.98 bin ich, Gunnar Amor, als Hüttenwart für die Bettelwurf Hütte zuständig. Mein Ziel ist es, die Hütte und die umliegenden Weganlagen bestmöglich zu erhalten um dem Zweck einer Schutzhütte gerecht zu sein. Dabei will ich versuchen eine Vergrößerung der baulichen Anlagen gemäß dem HV-Beschluss zu vermeiden.

Die Arbeiten für das Jahr 1999 gingen schon früh los. Nachdem bei einer Begutachtung des Verandafußbodens zu Jahresbeginn festgestellt werden musste, dass dieser völlig verfault und nicht mehr zu reparieren war, galt es beim ersten Arbeitseinsatz Ende Jänner den kompletten Boden samt Unterkonstruktion auszubauen. Zum damaligen Zeitpunkt war geplant, bereits im April mit dem Einbau des neuen Fußbodens zu beginnen. Doch das Wetter mit seinen extremen Niederschlägen im Feber vereitelte die Umsetzung dieses Vorhabens. Ein Zugang zur Bettelwurf Hütte war aufgrund der Schneemassen nicht möglich. Zudem musste am 1. April (kein Scherz) festgestellt werden, dass die sog. Plattenlawine die Talstation der Materialseilbahn zur Gänze verschüttet hatte. Die Seile führten direkt in den Lawinenkegel und man konnte nur vermuten wo das Seilbahngebäude ist. Nach und nach wich der Schnee im warmen Aprilwetter und das tatsächliche Ausmaß des Schadens wurde sichtbar. Die komplette Seilbahnstation war zerstört.

Doch noch bevor die Seilbahn repariert und die Hütte aufgesperrt werden konnte, galt es den bereits abgetragenen Verandafußboden neu zu verlegen und den Rest des Batteriesatzes der PV-Anlage auszutauschen. Da die Seilbahn zu diesem Zeitpunkt noch nicht verfügbar war, musste sämtliches Material am letzten Maiwochenende bei bestem Wetter zur Bettelwurf Hütte geflogen werden. Die Instandsetzung der PV-Anlage wurde als erstes in Angriff genommen, damit sofort für die weiteren Reparaturarbeiten der Solarstrom zur Verfügung stand. Insgesamt waren 3 verlängerte Wochenende notwendig bis der neue Fußboden samt Unterkonstruktion fertig verlegt, geschliffen und versiegelt war. Gleichzeitig wurden neben kleineren Reparaturen von Winterschäden auch die Falltür in den Keller erneuert und die Bettelwurf Hütte konnte am 18.6.1999 geöffnet werden.

Während der Sommersaison war der Schwerpunkt der Tätigkeiten die Wiedererrichtung der Talstation. Der Schaden war enorm. Neben der Ruine des Gebäudes waren Schäden an der Mechanik zu verbuchen und nahezu alle Bäume im unmittelbaren Bereich waren geknickt und verlegten zudem noch die Zufahrtsstraße. Zum Glück hat der OEAV seine Objekte auch gegen Lawinenschaden versichert und Dank der raschen und unkomplizierten Abwicklung mit der Gerling Konzern Versicherung konnte mit den Aufräumungs- und Wiederinstandsetzungsarbeiten bald begonnen werden, so dass fast zu Beginn der Hüttenbewirtschaftung ein Seilbahnbetrieb möglich war. Hier arbeiteten zu unserer vollsten Zufriedenheit die Fa. Arno, Mils (Aufräumungsarbeiten), die Fa. Thurner, Hall (Zimmermannsarbeiten) und die Fa. Haslwanter, Hall (Spenglerarbeiten). Die elektrische Anlage wurde durch Eigenleistung neu errichtet. Da alle Anlagenkomponenten zerstört wurden, ist es fast ein Wunder, dass die Paneele mit ihren zerbrechlichen Glasabdeckungen keinen Schaden erlitten hatten.

Während der gesamten Saison traten beim Hüttenbetrieb keine größeren technischen Schwierigkeiten auf. Lediglich in der letzten Betriebswoche wurde der Ausrückmechanismus der Kupplung des Seilbahnantriebs kaputt. Die Kupplung konnte aufgrund der Lieferzeit erst nach Hüttenschluss gerichtet werden. Die PV-Anlage konnte mit dem neuen Batterien wieder zuverlässig den größten Teil des Energiebedarfs decken.

In der Gastbewirtschaftung traten auch heuer wieder Probleme auf, welche zwar größtenteils bereinigt werden konnten, aber die Ausschreibung der Neuverpachtung ab dem Jahr 2000 notwendig machten. Die neuen Pächter werden in den nächsten Mitteilungen vorgestellt.

Die Hütte wurde plangemäß am 17.10.99 bei gutem Wetter geschlossen. Während der Saison nächtigten 1364 Gäste auf der Bettelwurf Hütte. Dies sind um 299 mehr als im Vorjahr und stellt eine durchschnittliche Auslastung dar.

In Vorbereitung für die im Jahr 2000 zu errichtende Kläranlage wurde noch im Herbst 99 mit den Planungsarbeiten begonnen, so daß gleich zu Beginn der neuen Saison mit den Bauarbeiten angefangen werden kann.

Abschließend möchte ich allen meinen freiwilligen Helfern danken. Nur durch sie war es möglich, die Arbeiten als Eigenleistung für den Zweig Innsbruck durchzuführen . Mich freut es, daß es noch immer Leute mit einer solchen sozialen Einstellung gibt, vor allem da in der letzten Zeit der Begriff der Ehrenamtlichkeit als unattraktiv präsentiert wird. Von einer namentlichen Nennung möchte ich Abstand nehmen, da doch sinngemäß in der Bereitschaft der unentgeltlichen Leistungserbringung der Dank liegt und der Lohn in der Gemeinsamkeit bei der Umsetzung zu finden ist.

Gunnar AMOR

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Hüttenwart Gunnar Amor
Aktualisiert am 25. Dezember 2000

 
 
 

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