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Bettelwurfhütte
Seehöhe 2077 m, Kategorie I, Tirol, Karwendel
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Bettelwurf Hütte

Jahresbericht 1997:

Das unerwartet plötzliche Ableben Freundes Ing. Ernst Schmidt, .langjähriger erster Hüttenwart der Bettelwurfhütte, am 28. Februar 1998 ist der traurige Anlaß, daß ich als  zweiter Hüttenwart heuer erstmals an seiner Stelle den Jahresbericht für die Bettelwurfhütte verfasse. Bevor ich mit dem Bericht beginne, möchte ich noch in kurzen Worten erwähnen, was Ernst in seiner unermüdlichen Tätigkeit als AV Funktionär der Sektion Innsbruck für die Bettelwurfhütte geleistet hat.

Nachdem Ernst von 1972 bis 1976 an der Seite vom damaligen 1. Hüttenwart Friedl Schlosser die Funktion des 2. Hüttenwarts ausübte, übernahm er nach Friedls Rücktritt 1977 die Funktion als 1. Hüttenwart, die er bis zu seinem Ableben innehatte.
Die Hüttenwirte in dieser Zeit waren Sepp Peskoller (bis 1982) , Franz Ofner (1983 - 1990) und Maria Schwentner (1991 -heute) In Zusammenarbeit mit diesen Hüttenwirten wurden in Kurzform folgende Veränderungen durchgeführt:

  • 1973/75 Verlegung der Seilbahntalstation und Erneuerung der Seilbahn
  • 1974 Errichtung eines Waschraumes mit WC
  • 1978 Anbau einer Speis und Energieversorgung mit Dieselaggregat
  • 1980/81 Verlegung des Hütteneingangs und Anbau des Bettelwurfstüberls
  • 1981 Inbetriebnahme des Funktelefons 1984 Austausch der Fenster im Schlafhaus
  • 1985/86 Tausch des Eternitdachs gegen Blechdach
  • 1986 Wasserfassung sanieren und Tausch der Aluminiumtanks gegen Kunststofftanks
  • 1987 Tausch des Zugseils der Seilbahn 1987 Bau des Klettersteigs vom kleinen zum großen Bettelwurf
  • 1990 Umbau der Küche und Schank und Erneuerung der Geräte
  • 1992 Einbau einer Photovoltaik Anlage 3 kW Maximalleistung
  • 1997 Austausch des Trag- und Zugseils bei der Materialseilbahn

Diese Aufstellung erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll nur auf- zeigen, mit welcher Vielfalt an Tätigkeiten ein Hüttenwart und natürlich auch ein Hüttenwirt konfrontiert ist. Zusätzlich zu den angeführten Arbeiten kommen natürlich jährlich das Inbetriebnehmen der Hütte Anfang Juni und das Winterfestmachen Mitte Oktober. Dazwischen sind selbstverständlich auch die Hüttenwege und deren Versicherungen laufend zu kontrollieren und auszubessern, sowie diverse Instandsetzungsarbeiten am gesamten Hütteninventar.

In seiner Zeit als erster Hüttenwart stand ihm 1982 -1984 Manfred Steger als zweiter Hüttenwart zur Seite. Nachdem Manfred 1984 bei einem tragischen Bergunfall ums Leben kam, übernahm ich, Muglach Edwin, 1985 seine Funktion, welche ich bis heute ausübe. Selbstverständlich standen Ernst und mir bei all unseren Arbeiten immer wieder Freunde unentgeltlich zur Seite, bei denen ich mich an dieser Stelle auch herzlichst bedanken möchte.

Es ist ein schwieriges Erbe das Ernst mir hinterlassen hat, nichtsdestotrotz werde ich ver- suchen bis auf weiteres die Tätigkeit als Hüttenwart in seinem Sinne fortzuführen. 

Warum liebe Leser,
machen Menschen so verrückte Sachen wie auf Gipfeln Kreuze bauen,
und dann von dort hinunter schauen, warum gehen wir immer nur
auf dieser steilen Wanderspur,
was gereicht wohl dieser Strecke, zu dem Sinne und dem Zwecke?
Die Antwort die ich heut nicht find' flüstert mir der Gipfelwind:
weil wir eben Menschen sind.
                                                                                                                    Ernst

Jahresbericht:

Die Hütte war vom 19. Juni bis 12. Oktober geöffnet und voll bewirtschaftet. Im Jahre 1997 wurden für die Bettelwurfhütte 1240 Nächtigungen verzeichnet, das sind um 107 Nächtigungen mehr als im Vorjahr. Die Bewirtschaftung der Hütte erfolgte von Familie Schwentner aus Thaur zu unserer besten Zufriedenheit.

Im Bereich der Bettelwurfhütte ereignete sich im Jahre 1997 kein Unfall. 

Im Berichtsjahr wurden die nachstehend angeführten Arbeiten durchgeführt: Anfang Mai wurde bei der Talstation der Materialseilbahn ein Fundament betoniert, und ein mit Schiebetüren absperrbarer Anbau zur Lagerung der Getränkekisten errichtet. Mitte Mai wurde ein neuer Seilbahnmotor zur Hütte transportiert und dort eingebaut. Außerdem wurde das Dieselaggregat in der Hütte instand gesetzt.
Das Zugseil der Materialseilbahn war vermut- 1 wegen Schneelast im Winter bei der Umlenkrolle ausgesprungen und eingeklemmt und mußte erst wieder flott gemacht werden.


Um die Betriebssicherheit der Materialseilbahn zu gewährleisten war für 1997 aus Sicherheitsgründen der Tausch von Trag- und Zugseil vorgesehen. Die Materialseilbahn ist wie der frühere Hüttenwirt Franz Ofner einmal erklärte die Lebensader der Bettelwurfhütte. Eine Bewirtschaftung der Hütte ohne Seilbahn wäre in der heutigen Form nicht mehr denkbar. Aus diesem Grunde gilt der Seilbahn unser besonderer Augenmerk.
Vom 16. Juni bis zum 19. Juni erfolgte der Tausch des Trag- und Zugseils der Materialseilbahn gemeinsam mit der Fa. Schmidinger. Es wurde ein verzinktes 16 mm Stahlseil als Tragseil, und ein verzinktes 10 mm Stahlseil als Zugseil aufgezogen. Außerdem wurde zusätzlich das Getriebe erneuert. Da im Jahr vorher das Gehänge des Seilbahnwagens erneuert wurde, kann man sagen, daß die Seilbahn mit Ausnahme der Stützen und der Antriebs- bzw. Umlenkscheiben aus lauter neuen Komponenten besteht.
Für das Jahr 1998 ist zusätzlich die Erneuerung des Fundaments für die Zugseilumlenkung sowie die Erneuerung des Umlenkapparates geplant. Damit wird die Betriebssicherheit gewährleistet, bzw. deutlich erhöht. Die Kosten für den Seiltausch betrugen ca. 760.000 öS, die Kosten für die Motorerneuerung ca. 70.00 öS.

Die Flugsicherung Innsbruck hatte uns außerdem den Austausch der roten Warnkugeln gegen leuchtend gelbe, und die Anbringung weiterer Kugeln vorgeschrieben. Auch diese Aufgabe wurde in der dritten Juniwoche in Eigenregie mit Hilfe mehrerer freiwilligen Helfer erledigt.

Mitte Juni war erstmals seit der Inbetriebnahme 1991 unsere Solaranlage von einem Blitzschlag betroffen. Ein Laderegler und 3 Meßinstrumente waren zerstört, und wurden ehestens instand gesetzt bzw. ausgetauscht.

Den Sommer über wurden verschiedene Streicharbeiten an den Gebäuden sowie verschiedene Ausbesserungsarbeiten an den Hüttenwegen durchgeführt.

Bei schlechter Witterung und viel Schnee wurde am 13. Und 14. Oktober die Hütte winterfest gemacht. Anfang November wurde noch die Brücke bei der Seilbahntalstation mit neuen Lärchenbohlen instand gesetzt.

Bei all diesen Arbeiten waren im Jahre 1997 folgende AV-Mitglieder unentgeltlich tätig:
Baldermann Kurt, Hajostek Franz, Haller Karl, Keßler Friedl, Lechner Hans, Schmidt Ernst, Warger Hermann, Wirtenherger Willi
Ihnen allen und den Hüttenwirtsleuten gilt mein besonderer Dank. Sollte ich bei obiger Aufstellung jemand vergessen haben bitte ich um Entschuldigung und bedanke mich auch bei denen.

Da für die nächsten zwei Jahre (1999 -2000) die Errichtung einer Kläranlage bei der Bettelwurfhütte geplant ist, bitte ich unsere freiwilligen Helfer uns auch in Zukunft bei unserer Arbeit zu unterstützen.

Für heuer ist abgesehen von kleinerer Arbeiten eben die Sanierung der Zugseilumlenkung der Materialseilbahn und der Austausch der Hüttendecken geplant. Die Errichtung der Kläranlage in den nächsten Jahren wird voraussichtlich ca. 5 Mio. öS kosten.  

Ich bitte die Mitglieder der Sektion Innsbruck dem Alpenverein auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten weiterhin die Treue zu halten. Nur durch Ihre Mitgliedsbeiträge ist es möglich unserer Aufgabe der Erhaltung der Alpenvereinshütten gerecht zu werden. Wie man aus obigen Zahlen ersehen kann sind Hütten mit einer Betriebsdauer von maximal 4 Monaten unter den heutigen Umwelt- auflagen nicht kostendeckend zu führen, weshalb wir auf Ihre Beiträge angewiesen sind. Danke! 

Edwin Muglach

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Hüttenwart Gunnar Amor
Aktualisiert am 02. Juni 2009

 
 
 

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