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Bettelwurfhütte
Seehöhe 2077 m, Kategorie I, Tirol, Karwendel
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Bettelwurf Hütte

Jahresbericht 1956:

Die Hütte war von Ende Juni bis 1. Oktober geöffnet und bewirtschaftet. Wie ich im Vorjahr berichtete, sollte die Pächterin von St. Magdalena die Bewirtschaftung übernehmen. Die hatte aber St. Magdalena erst im Sommer übernommen und sich nicht getraut, zwei Betriebe gleichzeitig neu zu übernehmen und daher abgesagt. Wir schlossen mit der Pächterin der Nafinghütte - Frau Zoidl -, über die ich von der AV-Verwaltung eine ganz gute Bewerbung erhielt einen Vertrag für 1 Jahr ab. Von ihrem Mann wurde ich allerdings gleich gewarnt. Sie hätte mit ihrem Sohn und einer Bedienung hinauf gehen sollen. Durch den reichlichen Schneefall Ende Juni war schon die Eröffnung mit Schwierigkeiten verbunden, da wir ja fast nichts hinaufliefern konnten und teilweise bis zum Bauch im Schnee waten mußten. Der Fahrweg zum Lafatscherjoch war noch durch Lawinen verschüttet. Im Anfang war sie mit Ihrem Mann und Sohn oben, dann verschwand sie auf die Nafinghütte und er blieb mit dem Sohn oben. Später kam eine Frau hinauf, die zwar halbwegs kochen konnte aber zu allem - Kochen, Waschen, Aufräumen - zu wenig war. Übrigens mußte man vor ihr den Schnaps verstecken. .Auch kamen schon während des Sommers soviel Klagen, daß wir uns entschlossen mit den Pächtern von St. Magdalena schon im Herbst einen Vertrag abzuschließen.
Der Besuch auf der Hütte war besser als im Vorjahr. 1.052 Übernachtungen (667 Mitglieder, 140 Jugendliche, 245 Nichtmitglieder). Die Einnahmen betrugen 6.247,-- S, wovon die Hälfte der Bewirtschafter bekommt. Die Tagesgäste lassen sich nicht genau feststellen, weil sich nicht alle ins Hüttenbuch eintragen (1.418 eingetragen).
Den im Vorjahr genehmigten Betrag 12.500,-- S habe ich nicht ganz verbraucht, da mich die Handwerker im Stich ließen. Das Material wurde besorgt und hinauf geliefert aber nur zum Teil verbaut. Die Wasserleitungsrohre wurden durch ein Kunststoffrohr, das leicht abnehmbar ist, ersetzt. Die Dach- und Verandaverschalung wurde gerichtet und sonst verschiedene Schäden behoben. die Abortgrube ist zu klein und muß während des Hüttenbetriebes öfters entleert werden aber hauptsächlich weil bei jedem Regen das Tagwasser vom Berg hineinfließt. Die Eternitrohre für die Ableitung des Wassers aus der Grube sind bereits oben. Baulich ist im  kommenden Jahr an der Hütte nicht mehr viel zu machen, aber die Hütteneinrichtung ist zu ergänzen. Koch- und Essgeschirr wurde heuer beschafft. Wäsche muß nachgeschafft werden.

Heuer konnte für die Betten nur je 1 Leintuch gegeben werden, weil die Wäsche nicht trocken wurde. Die Decken sind zum Teil so schadhaft, daß man sie kaum noch verwenden kann. Die Matratzen im Lager sind so hart, daß man wie auf einem Brett liegt; Stahlfedermatratzen, wenigstens für das untere Lager, müssen unbedingt angeschafft werden (Mollicell). Im Stall mußten wir heuer ein Heulager als Notlager einrichten, das ich auch über die nicht bewirtschaftete Zeit zugänglich ließ.
Die Wege sind so halbwegs in Ordnung, konnten allerdings vom Bewirtschafter erst im Herbst gerichtet werden. Am Wilde-Bande-Steig sind noch einige Seile anzubringen.
Leider sind die Latschen in der Nähe der Hütte schon so abgeholzt, daß wir keine Schlagbewilligung mehr bekommen oder so weit weg, daß die Hütte kaum mehr zu bewirtschaften ist, sodaß wir uns doch einmal dazu entschließen müssen eine ganz leichte Materialseilbahn von St. Magdalena zur Hütte zu bauen.

Sepp Hiebaum   

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Hüttenwart Gunnar Amor
Aktualisiert am 02. Juni 2009

 
 
 

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