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Naturschutz am Hochschwab (Naturschutz Hochschwab)

Alpenverein Austria

Naturschutz am Hochschwab

Die Region Hochschwab und dessen angrenzende Gebiete sind bekannt für ihre natürliche Vielfalt. 

Gegen Norden ist das Wildnisgebiet Dürrenstein zu finden, nach Westen der Nationalpark Gesäuse und nach Ostern die Hohe Veitsch. Der Schutz dieser ursprünglichen Bergwelt ist eines der großen Anliegen des Alpenvereins und so möchten wir hier weiterführende Informationen geben. 

Wilde Wasser am Hochschwab - B. Gamillscheg

Ein Beitrag von Agnieszka Zablocki, Mitglied der Gruppe Natur- und Umweltschutz des Alpenvereins Austria. Februar 2019

Der Hochschwab ist eine imposante, 30 km2 lange Gebirgsgruppe, welche sich im  östlichen Teil der Nordalpen in der Steiermark befindet. Zu dieser Gebirgsgruppe gehören das Hochschwabmassiv  - mit einer Fläche von ca. 400 km² -, die Alfenzer sowie Zeller Staritzen, Polster, Hochturm, Pribitz, Meßnerin sowie die nördlichen Randberge des Aflenzer Beckens mit der bekannten Aflenzer Bürgeralm. 

Diese großzügige Fläche bietet einer Vielzahl an Tieren und Pflanzen einen idealen Lebensraum. So ist der Hochschwab das gämsenreichste Gebiet Europas, wodurch viele Gasthöfe und Hütten rund um den Hochschwab Wildspezialitäten anbieten. Neben den Gämsen finden sich ebenso  Adler, Birk- und Auerhühner, Alpendohlen, Schneehühner, Murmeltiere, Steinböcke, Alpen- und Feuersalamander sowie Bergmolche (Alpenregion Hochschwab 2019). Wildtiere werden grundsätzlich als scheue Wesen wahrgenommen, dies gilt jedoch weniger für die Steinböcke und Gämsen am Hochschwab. Diese haben sich bereits an die Wanderer gewöhnt, wodurch man öfter das Glück hat, einigen der 3.500 Gämsen sowie Steinböcken auf seinen Touren zu begegnen (Austria Forum 2019a). 

Auch die Pflanzenwelt hat die Vorzüge des Hochschwabs für sich entdeckt. Hier sei der Karlschütt bei St. Ilgen zu nennen, welcher bis 1985 zum Abbau von Schotter genutzt worden ist, bevor er zum  Naturschutzgebiet erklärt worden ist. Auf diesem Schotterkegel haben sich über die Zeit hin ein schützenswerter Wacholderbaumbestand sowie ein reiches Orchideenvorkommen gebildet (Der Bodenbauer 2019). 18 Orchideenarten werden inzwischen gezählt, unter anderem auch der sehr bekannte Frauenschuh. Diese Orchideenart hat sich derart prominent verbreitet, dass der Karlschütt das größte, geschlossene Frauenschuhvorkommen in der Steiermark beherbergt. Zu erkennen ist der Frauenschuh an seinen goldgelben Blüten, die der Abbildung eines Holzschuhs gleichen. Wer sich also für Orchideen und insbesondere für den Frauenschuh begeistert, sollte zwei Kilometer nach Innerzwain bei der Johannesmauer, parken und von dort auf den Karlhochkogel wandern. Die Blütezeit des Frauenschuhs beginnt ab Mitte Mai und dauert bis in den Juli hinein. Der gleiche Zeitraum gilt für die Korallenwurz. Bis Juni hat man zudem noch die Möglichkeit, die Fliegen-Ragwurz zu bewundern. Sollten die insgesamt 18 Orchideenarten nicht genug sein, wartet der Hochschwab mit über 540 Wacholderbäumen auf. Diese hohe Anzahl hat schlussendlich dazu beigetragen, den Karlschütt zum Naturschutzgebiet zu deklarieren. Der Wacholderbaum lässt sich von der Kälte im Winter nicht unterkriegen und trotzt im Sommer hohen Temperaturen sowie Dürrezeiten. Diese Resistenz gegen die widrigsten Bedingungen ermöglicht es manch einem der Bäume, stolze 800 Jahre alt zu werden. Neben der Orchideen- und Wacholderpracht seien hier noch die Arnika auf der Bürgeralm, Edelweiss auf dem Fölzkogel, der Enzian auf zahlreichen Hochschwab-Gipfeln, das Berghähnlein am Übergang zur Baumeralm, das Kohlröschen auf dem Weg zur Hochalm, die Alpenrose sowie der Petergstamm zu erwähnen (Austria Forum 2019b). 

Diese Vielfalt an Pflanzen braucht natürlich auch die entsprechende Versorgung mit Wasser. Der Hochschwab bietet diesbezüglich ideale Bedingungen. So ist die Kläfferquelle eine der größten Trinkwasserquellen in Europa. 60% der Wasserversorgung in Wien ist dem Hochschwab zu verdanken. Auch Graz bezieht 1/3 seines Trinkwassers aus dem Tiefbrunnen bei St. Ilgen. Während der Schneeschmelze fließen rund 10.000 Liter pro Sekunde den Berg hinab. Zudem stehen zahlreiche Bauten der Leitung unter Denkmalschutz (Hoch Steiermark 2016). Neben Denkmälern wartet der Hochschwab mit weiteren, besonderen Plätzen auf. Einer davon ist der Aflenz-Land Sinnesweg, welcher sich im Feistringgraben befindet (Roath-Brücke als Startpunkt). Mehrere „Sinnes-Plätze“ laden zum Verweilen und Ausruhen ein. Diese sind ca. 2 km von der Roath-Brücke entfernt. Zudem ist der Feistringgraben Ausgangspunkt für Bergwanderungen auf den Oisching und Schießling, die Mitteralm und die Bürgeralm. Ebenso führt der Pilgerweg von Aflenz nach Mariazell durch den Graben. Entspannung findet man auch beim Begehen zweier kurzer, aber sehr schöner Panoramawege: der Panoramaweg beim Bodenbauer in St. Ilgen sowie der Panoramaweg Bürgeralm, der vom gleichnamigen Parkplatz startet (Hoch Steiermark 2015). Zum Abschluss sei noch der Kurort Aflenz selbst zu erwähnen. Aflenz befindet sich im Süden des Hochschwabmassivs und gilt als Eldorado für Erholungssuchende, Naturliebhaber, Wanderer, Bergsteiger, sowie Spaziergänger, da hier eine Vielzahl an gut ausgeschilderten Routen beginnen. Auch Nordic-Walker und Läufer kommen auf ihre Kosten. Besonders hervorzuheben sind für diese Gruppe die Energiemeilen im Kurort, in Aflenz Land sowie Thörl, welche insgesamt 20 Kilometer lang sind. Zudem gibt es den Kneipp-Pfad, den Vogellehrpfad als auch den Waldlehrpfad Piererkogel zu entdecken. Ausgangspunkt für den Kneipp-Pfad ist im Kurpark Aflenz. Der Pfad selbst wird durch den Vogellehrpfad erweitert. Der Name begründet sich auf den 20 Schautafeln, welche häufig vorkommende Vogelarten erklären. Beim Waldlehrpfad wird mit Hilfe von 26 Stationen Spannendes zum Thema „Wald“ vermittelt (geomix Tourismus 2019). Für die diejenigen unter uns, die Herausforderungen am Berg suchen, sei auf die zahlreichen Möglichkeiten zum Klettern, Mountainbiken, Skifahren- und Wandern sowie Langlaufen verwiesen. Die Bürgeralm, der Seeberg, Turnau und Etmißl sind hervorragend geeignet für den Wintersport. Radfahrer können sich nach Absprache mit der Gemeinde rund um die Turnauer Ahn, die Schießling-Alm, die Jauringer-Alm sowie die Bürgeralm bewegen (Austria Forum 2019c). Wird statt dem Radln das Klettern bevorzugt, kann mit der Himmelsleiter sowie dem Baumgartnerweg begonnen werden, zwei sehr beliebten (daher auch stark frequentierten Anstiegen) in der Hochschwab-Südwand.

Quellen

Alpenregion Hochschwab (2019). Natur- und Wanderreich. Abgerufen Februar 2019 unter https://regionhochschwab.at/index.php/der-hochschwab/natur-wanderungen.

Austria Forum (2019a). Tierwelt im Hochschwabgebiet. Abgerufen Februar 2019 unter https://austria-forum.org/af/Bilder_und_Videos/Hochschwab/Teil_1_Um_den_Hochschwab/Tierwelt_im_Hochschwabgebiet

Austria Forum (2019b). Pflanzenwelt rund um den Hochschwab. Abgerufen Februar 2019 unter https://austria-forum.org/af/Bilder_und_Videos/Hochschwab/Teil_1_Um_den_Hochschwab/Pflanzenwelt_rund_um_den_Hochschwab

Austria Forum (2019c). Um den Hochschwab – Wandervorschläge und andere Freizeitangebote. Abgerufen Februar 2019 unter https://austria-forum.org/af/Bilder_und_Videos/Hochschwab/Teil_1_Um_den_Hochschwab/Wandervorschl%C3%A4ge_und_andere_Freizeitangebote

Der Bodenbauer (2019). Das Naturschutzgebiet Karlschütt in St. Ilgen. Abgerufen Februar 2019 unter https://www.der-bodenbauer.at/karlschuett/.

geomix Tourismus (2019). Aflenz Kurort – Übersicht. Abgerufen Februar 2019 unter https://www.geomix.at/oesterreich/steiermark/bruck-an-der-mur/aflenz-kurort/

Hoch Steiermark (2016). Rund um den Hochschwab. Abgerufen Februar 2019 unter https://www.hochsteiermark.at/de/regionen/rund-um-den-hochschwab.html

Hoch Steiermark (2015). Themenwanderwege in der Hochsteiermark. Abgerufen Februar 2019 unter https://www.hochsteiermark.at/images/pdf/Themenwanderwege_juli15.pdf

 

 
 
 

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