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Tourenwoche 2013, Klettersteige „Südtirol“ (Tourenwoche 2013)

Tourenwoche 2013, Klettersteige „Südtirol“

Wie zuletzt 2006, zog es uns auch heuer wieder in die Nähe von Cortina d`Ampezzo, um Klettersteige in der Tofana- und Cristallogruppe zu begehen. Da dieses Gebiet in den Köpfen der meisten Österreicher fälschlicherweise zu Südtirol gezählt wird, heißt auch unser Tourenprogramm „Klettersteige Südtirol“.

So fuhren wir am Sonntag mit „unserem“ Fritz Voraber über das Drautal nach Cortina d`Ampezzo und noch einige Kilometer Richtung Falzaregopass, wo wir gemeinsam mit der Wandergruppe im wirklich gemütlichen Hotel Villa Argentina Quartier bezogen.

Am Montag fuhren wir mit dem Bus zurück zum Ort Fiames, um über die Via ferrata Albino Michielli Strobel die Punta Fiames zu besteigen. Dieser Klettersteig wurde bereits 1964 zu Ehren des Bergführers M.A. Strobel errichtet und ist ein vielbenutzter Steig im klassischen Sinn. Nach einer guten Stunde Zustieg leitete das 1. Band nach rechts und führte uns der Klettersteig in sehr schönen Bändern und gut gestuften Kletterstellen bei schönstem Wetter und ausgezeichneter Fernsicht über 1000 Höhenmeter durch die Westflanke der Punta Fiames zum Gipfel in 2.440 m Höhe. Nach ausgiebiger Gipfelrast ging es an den Abstieg, wobei dies 800 Höhenmeter „Schotterabfahrt!“ in mehr oder weniger angenehmen Rinnen bedeutete, sodass wir staubüberzogen in Fiames ankamen. Durch die findige Organisation eines Kompressors konnte der Staub jedoch wieder gut abgeblasen werden. Nach einer angenehmen Pause im Gasthaus wurden wir vom Bus und der Wandergruppe abgeholt und wieder ins Hotel gebracht.

Am Dienstag war bereits der Höhepunkt der Tourenwoche geplant, und zwar der Anstieg auf die Tofana di Rozes, 3.225 m, über den Klettersteig Via Giovanni Lipella. Durch eine kluge Planung von Gottfried konnten wir uns beim Zustieg zwar 250 HM sparen, brauchten aber dennoch 2 Std. bis zum Beginn des Klettersteiges an der Gallerie del Castelletto, einem Vorbau der Tofana di Rozes. Hier ging es gesichert durch 800 m Stollen hinauf bis zum Wandbeginn der Tofana, wo uns harter Firn erwartete, sodass wir bereits vor dem Begehen der ersten Bänder die Steigeisen anlegen mussten. Nun querten wir in endlosen und leider immer fallenden Bändern und einem Dutzend Steiganlagen die gesamte Westwand bis zur Umkehr an der Tre Dita auf 2.694 m. Hier querten wir nach rechts und stiegen nun laufend steil nach oben bis zum Gipfelgrat. Ab hier benötigten wir wieder Steigeisen und Pickel und hatten nach einer weiteren halben Stunde den Gipfel erreicht. Der Abstieg war bedingt durch den Schnee und der teilweisen Eisunterlage mühsam und so erreichten wir doch etwas müde das Rifugio Giussani. Von hier ging es über das Rifugio Dibona wieder zurück auf die Falzaregostrasse, wo uns Fritz mit dem Bus erwartete.

Insgesamt 10 ½ Stunden Gehzeit und ca. 1600 Höhenmeter.

Durch den für diese Jahreszeit doch noch ungewöhnlich vielen Schnee musste die geplante Tour auf die Tofana di Mezzo gestrichen werden und wurde am Mittwoch der für Freitag geplante Klettersteig Via ferrata Degli Alpini auf den Col de Bos vorgezogen.

Einstieg war in der Nähe des Falzaregopasses, wo wir wegen des Andranges eine ¾ Stunde warten mussten, um einsteigen zu können. Dieser Klettersteig im C/D-Bereich ist einer von den neueren, jedoch sehr gut angelegt und abgesichert und deshalb auch sehr gut besucht. An den gegenüberliegenden – dem Kleinen Lagazuoi vorgelagerten – Felsformationen konnten wir dabei mindestens ein Dutzend Seilschaften beobachten. Der Abstieg vom Gipfel führte uns wieder zum Zustieg des Vortages, wobei wir diesmal mehr Zeit und Muse hatten, die einmalige Blumenpracht zu bewundern und teilweise auch abzulichten.

Gehzeit 4 Stunden.

Am Donnerstag war spätestens ab Mittag Regen vorausgesagt, weshalb wir ab dem Hotel eine Wanderung über die Rif. Dibona, Rif. Pomedes und Rif. Duca unternahmen, wobei der Abstieg zwischendurch über umfangreiche Hangrutschungen und –verschiebungen führte und wir gleichzeitig mit dem Regen beim Hotel ankamen. Nach einer Ruhepause war zum Ausklang des Tages noch Kaffee und Kuchen sowie Bummeln in Cortina d`Ampezzo angesagt.

Gehzeit 4 ½ Stunden.

Der für Freitag geplante Klettersteig auf den Monte Cristallo konnte ebenfalls nicht begangen werden, da er – wie wir erst in der Früh erfuhren – gesperrt war.

So hat Gottfried in rascher Absprache mit der Wandergruppe umgeplant und wir fuhren über den Missurino-See bis zur Auronzo-Hütte. Vor hier ging es auf breiten und stark bevölkerten Wegen bis zum Einstieg des Scharten-Klettersteiges auf die Paternscharte. Dieser Klettersteig führte uns über Bänder und durch Tunnels, teilweise über noch schneegefüllte Rinnen zur Gamsscharte und ab dort durchgehend aufwärts auf den Paternkofel, wo wir einen herrlichen Ausblick auf die 3 Zinnen, den Monte Piano, Doblinger Knoten, die Schusterplatte und die Sextener Dolomiten hatten. Vom Gipfel mussten wir wieder zurück zur Gamsscharte und nun links durch die durchgehend schneegefüllte Rinne und einige Stollen steil hinunter zur Drei-Zinnen-Hütte. Hier hatten einige Bergfreunde noch überschüssige Kräfte und machten als Draufgabe noch die Überschreitung des Toblinger Knoten über den Leiternsteig und Feldkurat-Hosp-Steig, bevor auch sie über die sehr schön neu aufgebaute Lange Alm und die Umrundung der 3 Zinnen den Bus bei der Auronzo-Hütte erreichten.

Nach einer sehr stimmungsvollen und gesanglich untermalten Abschlussfeier in der gerne besuchten Nachbarhütte traten wir am Samstag wieder die Heimreise an und ist es wieder so weit, Gottfried sehr herzlich für die wieder ausgezeichnete Planung, Organisation und umsichtige Führung im Namen der gesamten Klettersteig-Gruppe zu danken.


Otto Holzmann

 
 
 

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