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Der gemeinsame Weg von Alpenverein und Bergrettung im Gesäuse (Seite berichte/lage/avu.brd.php)

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Der gemeinsame Weg von Alpenverein und Bergrettung im Gesäuse

Geschichte der beiden Organisationen hat einen gemeinsamen Ursprung
und wohl auch eine gemeinsame Zukunft.
Josef Hasitschka auf Spurensuche ...


Der Österreichische Alpenverein ist seit etwa 130 Jahren in den Gesäusebergen durch Anlegung von Wanderwegen und Hüttenbau aktiv (1885 Ennstalerhütte, 1893 Hesshütte, 1895 Admonterhaus). Pioniere der Gesäuse-Erschließung, allen voran Heinrich Hess, waren ein Leben lang mit dem Alpenverein in verschiedenen Funktionen eng verbunden. Die heutige Sektion Admont-Gesäuse erwuchs in ihrer langen Geschichte aus der alpinen Gesellschaft D Ennsthaler (1879 aus der alpinen Gruppe D lustigen Almbuam hervorgegangen), 1892 Sektion Ennsthal-Admont des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins.

Eine der ersten alpinen Rettungsstellen der Welt
In die Zeit der Erschließung fallen die ersten Bergsteiger-Unfälle mit den ersten Bergtoten (1885 Herzmann und Kupfer am Reichenstein). Die erste Bergrettung der Welt wurde im Jahre 1896 von Wiener alpinen Vereinen gegründet. Unsere Ennsthaler gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Das Arbeitsgebiet des Alpinen Rettungs-Ausschusses Wien (ARAW) umfasste die Gebiete des Schneeberges, der Raxalpe, ..., des Hochschwab ... und die Ennsthaler Berge. Filialen des ARAW waren als erste die Localstelle Reichenau, aber bereits ein Jahr später Admont. In einem Brief vom 17. November 1896 an den sehr geehrten alpinen Rettungs-Ausschuss Wien bekundete der Obmann der Sektion Ennsthal-Admont des D. u. Oe. Alpen-Vereins Pongratz seine Bereitschaft, die Aufsichtsstelle in der Localstelle Ennsthal-Admont, mit deren Leitung der jeweilige Obmann der Section Ennsthal-Admont betraut wird, zu übernehmen. Diesen Brief können wir quasi als Gründungsurkunde einer der ersten alpinen Rettungsstellen der Welt ansehen.

Die Männer der ersten Stunde
Carl Pongratz, lange Jahre Bürgermeister von Admont, leitete somit neben der Alpenvereinssektion Ennsthal-Admont auch die alpine Rettungsstelle Admont. Ihm zur Seite stand der Hotelier Franz Sulzer. Er stellte sein Hotel mit Telefon, Telegrammanschrift und sein Pferdefuhrwerk (später sein Auto) dem Rettungsdienst zur Verfügung. Der Admonter Arzt Dr. Josef Genger senior (gleichzeitig Gründungsmitglied der Alpenvereinssektion Ennsthal-Admont und deren späterer Obmann) gehörte ebenfalls zu den Rettungsmännern der ersten Stunde.

Aufteilung der Organisation
Wien sicherte in erster Linie die Finanzen bei unbeglichenen Kosten einer Bergung ab. Darüber gibt es einige Korrespondenz zwischen Admont und Wien. Die Organisation und Durchführung einer Bergung lag jedoch in den Händen der Admonter. Die Alpenvereins-Mitteilungen schrieben ausführlich über derartige Bergungen im Gesäuse, besonders über Großeinsätze. So wurde im Jahre 1913 der Grazer Student Rodeneder nach fünf Tagen im Freien im Ödsteinmassiv lebend geborgen. Er hatte sich beim Abstieg vom Kirchengrat in den Dolomittürmen der Zwischenmäuer verstiegen. Der Rodenedergraben erinnert heute noch an die aufwändige Bergung, in der die Admonter vorwiegend mit Seiltechnik (Abseilen von oben) arbeiteten. Heinrich Hess lobte in den Mitteilungen des D. u. Oe. Alpenvereins die vorbildliche Arbeit der Rettungsstation.

Die Alpenvereins-Sektion Ennstal-Admont steht hinter der Profi-Bergrettungstruppe
Anfang der Dreißigerjahre hatten Bergführer beinahe berufsmäßig eine schnelle Einsatztruppe aufgestellt. Dies war nötig, da sich infolge des Kletterandranges in den Nordwänden des Gesäuses auch die Unfälle häuften. Die Einsätze kosteten viel Geld, einzelnen Sektionen des immer noch bestehenden ARAW in Wien war dies ein Dorn im Auge. Die Sektion Austria unter ihrem Hofrat Eduard Pichl und die Sektion Reichensteiner versuchten, die Rettungsstelle in drei kleinere Trupps in Johnsbach, Gstatterboden und Admont zu zerschlagen. Ein diesbezüglicher Antrag beim Hauptverband in Innsbruck fiel jedoch wegen des Widerstandes der Sektion Ennstal-Admont unter dem Obmann Wiesauer (zugleich Obmann des Bergrettungsdienstes) durch. Verbesserungen in der Rettungskette waren die Folge. So kann man von einer Profitruppe der Bergrettung Admont sprechen.

Bergwacht in Kriegszeiten
Der Anschluss und die Kriegsereignisse krempelten die eingespielte Organisation um. Sie verlor ihre Eigenständigkeit. Als Bergwacht-Ortsstelle Admont des Deutschen Alpenvereins erhielt sie Hilfspolizeicharakter. Der Mannschaftsstand lag bei 77, davon 52 eingerückt, nur 25 verfügbar. 1942 hatte die Bergwacht 25 Einsätze, davon 17 Tote, und 26 Rettungsstreifen, 49 Naturschutzstreifen. 17 Tote in einem Jahr - die höchste Anzahl in der 110jährigen Geschichte der Admonter Bergrettung!

Alpiner Rettungsdienst Gesäuse
Mit dem Jahr 1945 begann für den alpinen Rettungsdienst ein völlig neues Kapitel getrennt vom bisherigen übergeordneten Alpenverein, aber durchaus mit Unterstützung und Hilfe dieser Organisation wurde die Bergrettung selbstständig. Doch die Bergsteiger und Kletterer, welche in den alpinen Rettungsdienst eintraten, kamen und kommen weiterhin aus den alpinen Vereinen. So gesehen gehen die Bergrettung und die alpinen Vereine bis heute einen gemeinsamen Weg: Freude am Bergsteigen, Bereitschaft, sich für die Ziele seiner Organisation einzusetzen.

 
 
 

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