Liebes Alpenvereinsmitglied!
In diesem Beitrag möchten wir Ihnen eine neue Initiative des Alpenvereins vorstellen:
die Bergsteigerdörfer.
Worum geht es?
Der Alpenverein ist seit seiner Gründung mit der Entwicklung des Bergtourismus verbunden. Die ersten Anfänge dieses Wirtschaftszweiges liegen mehr als 100 Jahre zurück. Damals war es vor allem der sommerliche Tourismus, der sich, unter wesentlicher Beteiligung des Alpenvereines, auch in entlegenen Gebirgsgegenden rasch etablieren konnte. Wege und Steige wurden gebaut, Unterkünfte errichtet, Informationsmaterial und Karten produziert, Bergführer und Hüttenwirte ausgebildet und die alpinen Urlaubsziele durch eine rege Werbetätigkeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.
Die damaligen Leistungen legten den Grundstein für den Alpintourismus, wie wir ihn heute vorfinden. Allerdings haben sich im Lauf der Zeit die Schwerpunkte deutlich gewandelt. Bis in die 1960er Jahre dominierte der Sommertourismus, später verschob sich das Schwergewicht immer stärker in Richtung Winter. Der damit verbundene rasante Zuwachs von Aufstiegshilfen, Schipisten und anderer Infrastruktur musste zwangsläufig mit dem Wertesystem des Alpenvereins, der sich ja seit seiner Gründung für eine möglichst naturbelassene und unberührte Bergwelt einsetzt, in Konflikt geraten. Mittlerweile gibt es in Österreich etliche Gebiete, die so stark erschlossen sind, dass sie aus unserer Sicht als alpinistisch entwertet und landschaftlich unschön gelten müssen.
Es gibt sie noch, die "unentdeckten" Seitentäler
Andererseits gibt aber noch zahlreiche Ortschaften, die - aus welchen Gründen auch immer - diesen Weg nicht eingeschlagen haben. Und gerade solche Gebiete sind für jene interessant, die nach einem ruhigen, technikfreien und nachhaltigen Bergurlaub suchen. Dass dieser Bedarf immer stärker wird, zeigen die aktuellen Tourismusumfragen deutlich.
Die Bergsteigerdörfer-Initiative möchte diese Nachfragergruppe ansprechen und die teilnehmenden Gemeinden am Tourismusmarkt gezielt positionieren: Über ansprechend gestaltete Informationsbroschüren, Artikel in Alpinzeitschriften, die Homepage „bergsteigerdoerfer.at“, Veranstaltungen, und anderes mehr.
Es geht aber auch darum, mitzuhelfen, ein Qualitätsversprechen, das mit dem Begriff „Bergsteigerdorf“ verknüpft ist, glaubwürdig und auf Dauer zu erfüllen. Und hier ist die Kompetenz, Erfahrung und Stärke einer sehr großen Alpenvereinssektion, wie es die unsere ist, sicherlich gefragt.
Insgesamt soll die Bergsteigerdorf-Iniative zur Umsetzung eines zentralen Anliegens der Alpenkonvention beitragen: eine Balance zu finden zwischen dem Schutz der Gebirgsregionen und einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirtschaftsentwicklung. Deshalb wird dieses Projekt über das Programm „Ländliche Entwicklung Österreich 2009-2013“ finanziert.
Neugierig geworden? Dann besuchen Sie doch einmal die Bergsteigerdörfer, vielleicht zunächst virtuell (www.bergsteigerdoerfer.at) und später dann persönlich? Eventuell beginnen sie mit den Kärntner Bergsteigerdörfern Mallnitz und Malta und entdecken neue Facetten im scheinbar Vertrauten?
Eine kostenlose Informationsbroschüre mit Basisinformationen zu allen österreichischen Bergsteigerdörfern liegt in unserer Geschäftsstelle für Sie bereit. Sie können die Broschüre aber auch per Post beziehen: Oesterreichischer Alpenverein, Christina Schwann, Olympiastraße 37, 6020 Innsbruck. E-mail: christina.schwann@alpenverein.at, Fax: 0512 59547 - 40
Weitere Informationen findet Ihr unter
http://www.bergsteigerdoerfer.at/
Euer Obmann
Bernhard Gritsch