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Kletterfahrt nach Arco

04.06.2004 / Simon Berger Jungmannschaft unterwegs

 

Bericht über die Kletterfahrt nach Arco

 

Dem Ruf unseres Jungmannschaftsführers Hias zum Einklettern in Arco konnte kaum einer von uns widerstehen. So kam es, dass die erste Gruppe, bestehend aus den drei Fieberbrunnern Hannes, Dani und mir, schon am Mittwoch mitten in der Nacht aufbrach. Bereits um 8 Uhr trafen wir hochmotiviert in Massone ein. Dort kletterten wir in eisiger Kälte bis wir endlich die ersten Sonnenstrahlen erblickten. Kaum war es angenehm warm, machte sich auch schon der Hunger bemerkbar und wir fuhren zum Campingplatz, um unser Zelt aufzustellen und erste Kochversuche mit unserem Gaskocher zu starten. Den Rest des Tages verbrachten wir gemütlich beim Einkaufen und Bouldern unterm Colodri. Am nächsten Tag fuhren wir zu den Spiaggia delle Lucertole - Einem sehr schönen Klettergebiet direkt über dem Gardasee. Schon nach einer Tour begann es leicht zu regnen, sodass wir uns wieder unter die Überhänge von Massone begaben. Dort trafen wir dann auch auf die deutsche Nachwuchs-Nationalmannschaft. Allein schon aus dem Satz Fahr`n wir mal runter ins Dorf ne Location checken, schlossen wir, dass hier wohl absolute Profis am Werk sein mussten. Doch nicht nur untertags, sondern auch am Abend beim Tischfussballspielen in einer Bar in Arco wurden wir von Timo Preußler und Co. klar geschlagen. Gegen 11Uhr stürmte dann eine 1m78 Bar. Wir dachten zuerst an ein Mitglied einer deutschen Reisegruppe, das den Reiseleiter verloren hat. Aber bei genauerem Hinsehen war es dann doch Hias. Wenig später entdeckten wir dann auch den Rest unserer Mannschaft (Hechei, Pezi, Andi, Reitei). Während wir es uns im Zelt gemütlich machen konnten, musste sich unsere zweite Mannschaft irgendwo im Gebüsch oberhalb der Stadt verkriechen. Am nächsten Tag war natürlich keiner der Wildcampierer am vereinbarten Treffpunkt vorzufinden, sodass wir uns auf die Suche nach ihnen machten. Die Autos fanden wir zwar sehr bald, aber von unseren Kollegen war nichts zu sehen. Deshalb schrieben wir ihnen einen Zettel und fuhren nach Nago. Dort hatte Dani während des Kletterns nicht nur Probleme damit, die Griffe zu finden nein er musste auch noch Hannes und mich davon abhalten, sein Zopfbrot aufzuessen. Es war fast schon zu erwarten, dass unsere Kollegen schon wieder nicht am vereinbarten Treffpunkt auftauchten, deshalb gingen wir gegen Mittag wieder zum Parkplatz. Dort standen ihre Autos und so schrieben wir ihnen zum zweiten Mal an diesem Tag ein paar eher weniger freundlichen Zeilen. Da es bereits wieder leicht zu Regnen begann, entschieden wir uns zu den überhängenden Felsen von Terra Promessa zu fahren. Dort kam Hannes auch zu seinem neuen Spitznamen Action-Hone, den er sich aufgrund tollkühner Abbauarbeiten in überhängenden Touren mit anschließenden Kollisionen mit diversen Bäumen verdiente. Küss den Baum spielen war auch in den kommenden Tagen Hannes liebste Beschäftigung. Aber auch Dani hatte sich einen Zeitvertreib für seine kletter- und sicherungsfreie Zeit überlegt. Er versuchte auf rutschigen Baumstämmen hin und her zu hüpfen. Dabei rutschte er aus und fiel genau mit dem Hinterteil auf einen spitzen Baumstamm. Anständig, wie Hannes und ich waren, haben wir aufgrund seines lauten Schreiens auf blöde Kommentare verzichtet und uns ausschließlich auf lautes Lachen beschränkt. Erst am Abend, das Wetter war inzwischen wieder schön geworden, trafen wir uns mit dem Rest am Campingplatz. Da sich einige beim Zeltaufstellen besonders blöd anstellten, dauerte es einige Zeit bis wir nach Arco fahren konnten, wo wir unser Geld, das wir vom Alpenverein mitbekommen hatten, bei einem guten Essen ausgaben. Danach kamen wir dann auf der Suche nach einer Ausgehmöglichkeit bis nach Riva, wurden aber schließlich direkt vor unserem Campingplatz fündig. Doch nachdem wir uns zum zweiten Mal DJ Ötzi anhören mussten, gaben wir endgültig auf und gingen schlafen. Der Sonntag weckte uns mit strahlend blauem Himmel Ein klarer Fall für eine Klettertour am Colodri. Wir teilten uns in 3 Seilschaften und machten uns schon in der Früh auf den Weg zu den Einstiegen. Als Treffpunkt bestimmten wir den Gipfel. Hannes und Alex kletterten die Aspettando Martino (5c), Andi und Hias die Via Katia (6b) und Hechei und ich kletterten eine Kombination aus Somadossi und White Crack (6b). Nach einer tollen Klettertour erreichten Hechei und ich den Gipfel am frühen Nachmittag. Von unseren Kollegen war noch nichts zu sehen, sodass wir nach 2 Stunden Gipfelrast (inkl. ausführlichem Gipfelbucheintrag) mit dem Abstieg begannen. Unser Orientierungssinn verhalf uns zu einem etwas länger als geplanten Abstieg, so dass wir schließlich um den ganzen Berg herum, durch Arco (wo einige Passanten vor Hechei`s hin- und her schwingenden Klemmkeilen flüchten mussten) hindurch und wieder zum Campingplatz gehen mussten. Dort standen wir dann alleine da und warteten auf den Rest. Verständlicherweise blieben uns Hias` Red-Bull-Dosen nicht verborgen, für die wir uns übrigens nachträglich bedanken wollen. Nach und nach trudelte dann der Rest ein. Hias und Andi berichteten von ihrem Irrweg, der sie zusammen mit einer slowenischen Seilschaft quer durch die Wand über Sträucher und Bäume schlussendlich doch noch zum Gipfel geführt hatte. Am Abend demonstrierte uns Hannes noch die Auswirkungen eines Caipirinhas, wobei er uns damit den ganzen Weg zum Campingplatz und manche (leider) auch noch im Zelt unterhielt. Den letzten Tag verbrachten wir dann noch im Klettergebiet Crusano bis wir am Nachmittag die Heimreise antraten. Herzlich bedanken möchten wir uns beim Alpenverein, für die finanzielle Unterstützung und natürlich bei Hias, unserem Jungmannschaftsführer, der uns wieder einmal mit einer seiner witzigen Aktionen (Irrweg am Colodri) zum Lachen bringen konnte.

 
 
 

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