Sektion Weitwanderer

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Weitwandern/Trekking/Pilgern auf Weitwanderwegen

Fritz Käfer


Das Weitwandern/Trekking/Pilgern

ist keine neue "Erfindung", da schon von alters her und berufsbedingt Wandersburschen und Kaufleute von Ort zu Ort, von Land zu Land wanderten; ebenso verhält es sich mit den Wallfahrern, die ja immer schon zu den Stätten der Gnadenorte pilgerten, also "wanderten"; jedoch auch die Erschließer der Bergwelt können den "Urwanderern" zugeordnet werden.

Bereits im Jahre 1912 hat sich der Alpenvereinssekretär Josef MORIGGL mit dem Wandern von Hütte zu Hütte befasst und 1932 der Alpinschriftsteller E. BENESCH mit drei Weitwanderwegen auseinander gesetzt. Später hat Dr. Ernst HERRMANN mit dem "Tauernhöhenweg" und je einem Weg durch die nördlichen bzw. südlichen Kalkalpen diesen Gedanken wieder aufgegriffen. Im Jahre 1968 wurde im OeAV-Jahrbuch unter dem Titel "Wandern und Wege im Gebirge" durch Univ.-Prof. Dr. KIENZL mit Nachdruck die Schaffung zweier West-Ost-Weitwanderwege sowie eines Nord-Süd-Weitwanderweges angeregt und dabei auch auf die schon im In- und Ausland vorhandenen Weitwanderwege, sowie Höhenwege in den Dolomiten, Weitwanderwege in der Schweiz, Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika, hingewiesen. Der 1960 vorgestellte "Nordwaldkammweg" und der vor nun schon über vierzig Jahren durch Carl HERMANN ins Leben gerufene "Nord-Süd-Weg" haben dem Weitwandern neue Impulse gegeben.

In Anlehnung an einen Beschluss der AV-Jahreshauptversammlung 1968 in Steyr wurde dann der OeAV-Jahreshauptversammlung 1976 durch eine ARGE unter dem Sonderbeauftragten MinR Dr. Robert Wurst ein sog. "Generalplan" zur Genehmigung vorgelegt, der die Anlage von zwölf Weitwanderwegen vorsah, wovon dann zehn tatsächlich genehmigt und im Laufe der nächsten Jahre auch praktisch realisiert wurden. Zur Anerkennung des Weitwanderns trugen schließlich die 1984 in Brixen und 1986 in Mariazell abgehaltenen Symposien besonders die daraus gewonnenen Erkenntnisse bei.

 

Wann spricht man von einem Weitwanderweg und welche gibt es?

Nach den allgemeinen Begriffsbestimmungen des Generalplanes soll ein Weitwanderweg wenigstens 300 km lang sein und mindestens drei Bundesländer berühren. Neben einer Vielzahl von regionalen Wanderwegen führen vier überregionale Weitwanderwege von Ost nach West (01 bis 04) und werden von fünf Weitwanderwegen, die von Nord nach Süd verlaufen (05 und 07 bis 10), gequert. Das Mariazeller Wallfahrerwegesystem 06 auch "Pilgerwege nach Mariazell" genannt führt von den Städten Wien, Graz, Klagenfurt, Salzburg, Linz, Eisenstadt bzw. dem Nebelstein im Waldviertel nach Mariazell. Übrigens erfreut sich das Wallfahren in letzter Zeit wieder größter Beliebtheit.

 

Wie sind sie markiert?

Die Markierung der Weitwanderwege ist (meist) durchgehend rot-weiß-rot mit der jeweiligen Wegnummer im weißen Feld, wobei mit der Hunderterstelle die jeweils durchlaufene Gebirgsgruppe angegeben wird. Die Kennzeichnung und Beschilderung der Weitwanderwege obliegt jenen Sektion der alpinen Vereine, die im jeweiligen Bereich eines Weitwanderweges ihr Arbeitsgebiet haben.

 

Ist Weitwandern gesund?

Um auf die gesundheitlichen Aspekte des Berg- und Weitwanderns einzugehen, so sind sich die Sportmediziner heutzutage darüber einig, dass Weitwandern neben dem Langlaufen - mit dem es ja irgendwie verwandt ist - zu den gesündesten Sportarten überhaupt zählt. Der Wanderer kann - auf seine persönliche und gesundheitliche Situation abgestimmt - das Tempo, die Tageswegstrecke sowie die Dauer seiner Weitwanderung selbst festlegen. Langsames Steigern der Tagesmärsche und des Gehtempos stärken den gesamten Organismus hinsichtlich Ausdauer und Leistungsfähigkeit. Es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass Ausdauersportarten - und dazu zählt ja das Weitwandern - für Herz und Kreislauf überaus gesund sind. Lassen sich doch Bluthoch- bzw. Niederdruck, Verengung der Herzkranzgefäße sowie Zuckerkrankheit durch Berg- und Weitwandern - im richtigen Maße dosiert - überaus günstig beeinflussen. Nicht vergessen werden darf die positive Wirkung auf das vegetative Nervensystem sowie die psychologische Erholung. Das heißt, durch Ausdauersportarten - wie eben Weitwandern - kann das Leben verlängert und die Lebensqualität verbessert werden. Lediglich auf das nicht zu hohe Gewicht des Rucksackes muss bei Mehrtagestouren streng geachtet werden, um die Gelenke nicht zu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen. Hiezu hilft - ebenso von führenden Sportmedizinern empfohlen - die so genannte "Zweistocktechnik" (meist Teleskopskistöcke), die für alle Gelenke ungeheure Entlastung bringen.

 

Der Wirtschaftsfaktor und die Psyche

Wegen der Länge und Dauer seiner Touren ist der Weitwanderer in der Regel nicht in der Lage, genügend Proviant mit sich zu führen. Aus diesem Grunde sei hier auch noch auf den meist zuwenig beachteten "Wirtschaftsfaktor Weitwanderer" hingewiesen. Ist er doch ausschließlich auf die Versorgung durch Hütten- bzw. Gastwirte angewiesen. Selbstverständlich werden sich die Kosten beim Weitwandern gegenüber Tageswanderungen aus den eben angeführten Gründen erhöhen, jedoch der gesteigerte Erlebniswert wird die finanziellen Aufwendungen mehr als nur wett machen. Denn da das Weitwandern eher als "Individualwandern" zu betrachten ist, werden sich Ruhe und Erholung, die der Weitwanderer auf seinen Touren findet, auf Geist und Psyche positiv auswirken.

 

Was wir uns wünschen

Am Ende verbleibt noch der Wunsch, dass durch die gegebenen Darstellungen möglichst viele Berg-, Wander- und Naturbegeisterte die genannten Weitwander- und Pilgerwege begehen und ohne Leistungsdruck, allein durch das Erlebnis mit der Natur, die Begegnung mit der Kultur und die Gemeinschaftsbildung Erholung und Entspannung vom Alltag finden mögen, oder aber als sportliches "Trekking" - auf Grund der zu erbringenden enormen Belastung - die Grenzen ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit finden.

 

"Wanderführer" (Wegbeschreibungen) über alle 10 österreichischen Weitwanderwege, die über Wegverlauf, Weglänge und Gehzeiten Auskunft geben und durch Skizzen und Graphiken dem Wanderer das Auffinden des Weges erleichtern, werden im Eigenverlag, in ehrenamtlicher Arbeit, von der Sektion Weitwanderer hergestellt, lediglich die Wanderführer über die Mariazellerwege 06, auch "Pilgerwege nach Mariazell" genannt, sind im Verlag Pichler/Styria erschienen.

Erhältlich sind alle Wanderführer bei Freytag & Berndt, Kohlmarkt 9, 1010 Wien, Tel. 01/533 86 85-16,  outdoor@freytagberndt.atwww.freytagberndt.at oder über die Sektionsadresse.

 

Anerkennungen bzw. Auszeichnungen: Wer es gerne möchte, kann nach Durchwanderung eines jeden Weitwanderweges ein schönes Abzeichen bzw. eine Urkunde dafür erhalten.

 

Bei nachweislicher Durchwanderung aller 10 Weitwanderwege wird seitens der Sektion Weitwanderer eine spezielle Urkunde gratis(!) vergeben.


Zu den Weit-, Fern- und Hauptwanderwegen: www.alpenverein.at/weitwanderer 

 
 
 

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