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Zwei Tage unterwegs im Grazer Umland (Zwei Tage unterwegs im Grazer Umland)

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Zwei Tage unterwegs im Grazer Umland

Am Niederschöckl

Auf dem Niederschöckl

Wenn wir Weitwanderer unserem Hobby nachgehen, zieht es uns naturgemäß früher oder später in die Ferne, schließlich durchqueren unsere Wege das ganze Land oder gar den ganzen Kontinent. Doch was gibt es wohl zu entdecken, wenn wir einmal mehrere Tage lang durch die unmittelbare Heimat streifen?

Lebt man in Wien, hat man das Glück, gleich drei Weitwanderwege um die eigene Heimatstadt (10, 11, rundumadum) vorzufinden. Und wer regelmäßig im Raum Graz wandert, wird schon einmal auf die drei Buchstaben GUW gestoßen sein. Der Grazer Umland Weg (initiiert von den Naturfreunden Graz) hat auch die Route der steirischen Sektionstour im Mai vorgegeben.

Zu fünft starten wir frühmorgens bei der Talstation der Schöcklseilbahn in St. Radegund. Nein, nicht um mit der Gondel den schnellen Weg auf den Grazer Hausberg zu nehmen! Hier steigen wir in den Grazer Umland Weg ein, welcher nun im Paarlauf mit dem Mariazellerweg 06 zum Stubenberghaus auf dem Schöckl führt.

Glücklicherweise hat sich der Wettergott nicht bei den selben Quellen wie unsereins über das bevorstehenden meteorologische Programm des Tages informiert. Daher dürfen wir bei (angenehm) kühlen Temperaturen unterwegs sein, die angekündigten Niederschläge bleiben jedoch für heute aus.

Vom Gipfelkreuz am Schöcklplateau können wir bereits fast die komplette Route dieser Zweitageswanderung überblicken. Doch vorerst genießen wir den schmalen Steig über den Niederschöckl, tragen uns dort ins Gipfelbuch ein. Die nächste logische Labestation wäre der Theißlwirt, dieser hat jedoch 2017 wegen Umbau geschlossen, so halten wir wenig später in einer Wiese Rast.

Beim Sandwirt beginnt die Kesselfallklamm, leider ist – wie in den letzten Jahren üblich, der Wasserstand in der Klamm bescheiden. Trotzdem ist uns eine eindrucksvolle Wanderungen über die von der ÖAV Sektion Graz gepflegten Steiganlagen vergönnt. Um zu unserem Quartier zu kommen, weichen wir von der offiziellen GUW-Route am oberen Klammende ab und folgen weiter dem Rötschgraben. So bleiben uns nur wenige 100 Meter auf der Straße bis wir bei der Pension Schöcklblick einchecken können. Unsere komfortablen Zimmer halten, was der Name verspricht.

Am nächsten Morgen erwachen wir zu den Niederschlägen, die wohl für gestern angesagt waren. Das bedeutet: Zeit lassen können beim Frühstück und das schlechte Wetter aussitzen. Am Weg zur Lurgrotte wandert bereits eine Bekleidungsschicht nach der anderen in den Rucksack. Leider haben wir für die sehenswerte Tropfsteinhöhle keine Zeit übrig, es wartet noch ein langer Weg auf uns.

Dass der Grazer Umland Weg hier eher selten begangen wird, zeigt sich an den vielen Wiesen, die gequert werden müssen. Wenn überhaupt ein Trampelpfad existiert, so müssen wir diesen suchen, ansonsten gehen wir im Gänsemarsch durch das hohe Gras, um nicht allzu viel des kostbaren Futters für die Weidetiere niederzutreten.

Auf dem Gipfel des Hochtrötsch wartet dann eine besondere Überraschung auf uns: Ein Handwerkertrupp baut vor unseren Augen die neue Sitzbank fertig, unsere kleine Weitwanderergruppe darf das erste Probesitzen vornehmen.

Der Abstieg beginnt zwar steil, wird aber bald sanfter. Unterwegs werden wir noch auf ein erfrischendes Hopfengetränk eingeladen, ein Arbeitskollege unserer Tourenführer Helen und Gert besitzt ein Wochenendhaus direkt am Grazer Umland Weg. Dankeschön! Eine knappe Stunde verbleibt nun noch bis zum Bahnhof von Frohnleiten, wo die Tour für diesmal endet.

Diese beiden Tage haben gezeigt, dass es nicht immer nötig ist, zum (Weit-)wandern in die Ferne zu schweifen. Auch in unmittelbarer Nähe zu unserer Heimat haben wir viele bisher unbekannte Pfade entdeckt. Keine Frage, wir werden weiter wandern am GUW. Hanegg-, Schartner-, Gams- und Pfaffenkogel, so lauten die nächsten Stationen am Grazer Umland Weg.

 
 
 

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