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Wanderwoche Villgraten - Osttirol (30.9. - 6.10.2018) (Villgratental Osttirol - 30.09. - 6.10.2018)

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Wanderwoche Villgraten - Osttirol (30.9. - 6.10.2018)

Tag 1: Anreise
„Kommen Sie zu uns, wir haben nichts“ - damit wirbt das Bergsteigerdorf Innervillgraten. Gelegen auf 1400 Höhenmeter, umgeben von Bergen bis fast 3000 Metern, ist das Tal bislang von Hotelburgen und Schiliften verschont geblieben. Grund genug, um mit dem Alpenverein Vorarlberg in dieser unberührten Natur eine Wanderwoche zu unternehmen. Acht naturverbundene Alpenvereinler vom Bregenzerwald bis Montafon folgten dem Ruf von Dieter Kerbl und trafen sich sonntags in Bludenz, um mit dem Kleinbus ins Osttirol zu starten. Nach einer Stärkung im Stammhaus der Bäckerei Ruetz in Kematen fuhren wir über den Brenner bis ins Pustertal. Nach einer kurzen Besichtigung und Einkehr in Toblach trafen wir nachmittags in unserer Unterkunft, dem Gasthaus Bachmann in Innervillgraten, ein. Bei einer Ortserkundungstour zur Fürhapter-Kapelle bekam man schnell Einblick in die Lebensweise der ansässigen Familien. So erzählten Einheimische bei der Kapelle, dass sich die Mitglieder der Familie Fürhapter sich jährlich treffen, denn einige hat es in weite Ferne verschlagen. Sogar bis in die Steiermark kamen sie…

Tag 2: Kreuzspitze (2624 m); 11,2 km; 985 hm; 5:21h
Während in Vorarlberg bereits der Kälteeinbruch mit Regen regierte, hielt sich das Wetter in Osttirol. Vom Parkplatz in Kalkstein (1639 m) ging es gemütlich auf den Hausberg von Innervillgraten, der Kreuzspitze. Die knapp 1000 Höhenmeter stellten kein Problem für die Teilnehmer dar. Am Gipfel sahen wir bereits die Schlechtwetterfront heranziehen, aber auch die 3 Zinnen der Dolomiten. Doch trockenen Fußes erreichte die Truppe die Unterkunft. Aber kaum gab man sich den irdischen Gelüsten von Kaffee und Kuchen hin, begann es zu Regnen. Ideal, um noch eine Shoppingtour zum Villgratener Schafwollbetrieb zu machen, um sich mit wärmenden Handschuhen einzudecken.

Tag 3: Marchkinkele (2545 m); 12,8 km; 1178 hm; 7:03h
Der Schlechtwettereinbruch hatte sich wieder verzogen, es strahlte bereits ab dem frühen Morgen die Sonne vom Himmel, wenn auch die Temperaturen nahe der 0 Grad lagen. Doch beim Bergaufwärtslaufen wird einem bekanntlich schnell warm, und wir kamen kurzweilig mit viel Geschwätz über die Graferalm auf das Marchkinkele. Beim Überqueren eines Baches passierte einer Teilnehmerin ein kleines Missgeschick - sie rutschte aus und stürzte in die äußerst erfrischenden Fluten. Doch alles nicht so schlimm: Denn wer seinen Rucksack sorgsam packt, hat immer Wechselsachen mit, und seien es lange Unterhosen - Hauptsache warm und trocken. Der Zwischenfall war spätestens beim herrlichen Ausblick vom Gipfel auf die Dolomiten vergessen. Der Weg zurück führte uns zur Einkehr ins „Badl“ in Kalkstein. Bester Buchweizenkuchen und wärmendes Kaminfeuer warteten bereits auf uns.

Tag 4: Riepenspitze (2774 m); 12,1 km; 1096 hm; 7:29h
Mit dem Bus ging es zum Wanderparkplatz bei der Unterstalleralm. Von dort erfolgte bei Sonnenschein der steile Aufstieg zum Schwarzsee (2455 m). Etwas mühsam waren die ersten Höhenmeter, denn durch Waldarbeiten war der Weg durch querliegende Bäume unpassierbar. Aber dank Roland, unser Duracell-Hase, der stets die Hänge nach Pilzen oder anderwertigen Sachen absuchte und jeden Tag mindestens die doppelte Strecke lief wie alle anderen, war schnell ein Weg Querfeld ein gefunden und mit etwas Kraxelei kamen alle Teilnehmer wieder auf den Wanderweg zurück. Die Freude über die fantastische Landschaft wurde etwas durch den extremen Wind getrübt, der kalt von den Gipfeln blies. Oberhalb vom Schwarzsee suchten wir Schutz im neu errichteten Biwak. Nach kurzer Beratung war klar - trotz des starken Windes musste der Gipfel noch bezwungen werden. Und so ging es die restlichen 200 Höhenmeter weiter hinauf auf die Riepenspitze. Nach einer nur kurzen Rast aufgrund der ungemütlichen Wetterbedingungen kehrten wir über den teils schneebedeckten, steilen Gipfelweg zurück zum biwak, wo wir die Brotzeit im Windstilllen genossen haben. Die Einkehr erfolgte bei der Unterstalleralm, die Südtiroler Wirtin trug zur Freude der männlichen Teilnehmer ein Mieder.

Tag 5: Großes Degenhorn (2946 m); 11,9 km; 1119 hm; 6:55h
Vom Parkplatz bei der Oberstalleralm ging es zunächst gemütlich den Fahrweg ins Tal hinein, bis beim „Garten“ der Anstieg steiler werdend links hinauf auf das Degenhorn erfolgte. Nicht sonderlich schwierig erreichten alle den Gipfel und waren vom Ausblick überwältigt: Ein 360-Grad-Panorama der Sonderklasse mit Fernsicht, dass man den Wiener Stephansdom erahnen konnte… Aber ganz sicher in voller Pracht sahen wir den Großvenediger, den Großglockner und die Marmolata. Eine unbeschreiblich schöne Bergtour, sicher das Highlight der ganzen Woche, wo alles perfekt war, auch die Einkehr in Kalkstein.

Tag 6: Winkeltal
Alles kann man nicht anschauen in einer Woche, aber einen Abstecher ins Winkeltal, das sich von Außervillgraten nach Norden zieht, ließen wir uns nicht nehmen. Am Abschlusstag war eine gemütliche Wanderung geplant, die Autorin dieses Berichtes musste allerdings früher abreisen. Deshalb ist nicht genau bekannt, wie viele Höhenmeter noch zu bewältigen waren. Aber ich bin mir sicher, dass in Anbetracht der strahlenden Sonne und der wunderbaren Natur nicht die Höhenmeter, sondern das Erlebnis zählten.

Tag 7: Rückreise nach Vorarlberg
Ein ganz herzlicher Dank geht an Dieter, unser Tourenführer, der uns in eine wunderschöne Landschaft entführt hat. Und an die Geschwister Bachmann von unserer Unterkunft: An Friedl, der  als Bäcker bereits morgens um 4:00 Uhr darauf geschaut hat, dass wir - und der Rest von Innervillgraten - zum Frühstück frisches Brot und Gebäck hatten. An Maria, die gute Seele, die immer darauf bedacht war, dass alles zu unserer Zufriedenheit ist. Und an Cilli, die Köchin, die unglaublich gute Schupfnudeln, Knödeln, Suppen, Geschnetzeltes, Kässpätzle, Tiroler Gröstl etc.  gezaubert hat, sodass wir beim Abendesssen wieder die Batterien füllen konnten für den nächsten Tag. Und vielen Dank auch an meine Wanderkolleginnen und -kollegen Sonja und Martin Peter, Ulrike und Josef Frick, Agnes Burtscher, Eva Schneider und Roland Wachter für die schöne und lustige Zeit mit euch. Wir haben viel gelacht!

 

Rosemarie Plötzeneder

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