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"Eine unterschütterliche Leidenschaft für die Berge" (150 Jahre Alpenverein Vorarlberg)

Festschrift

"Eine unterschütterliche Leidenschaft für die Berge"

Liebe Mitglieder des Alpenvereins,

sehr geehrte Damen und Herren!

Die Wiener Oper und der Alpenverein Vorarlberg feiern heuer den 150. Geburtstag. Die Oper ist eine österreichische, der Alpenverein eine Vorarlberger Institution geworden – mit einem typischen Vorarlberger „Schicksal“. Der ÖAV in Wien war uns damals zu zentralistisch und der Schweizer Alpenclub wollte uns nicht. So wurden wir eine der 13 Gründersektionen des Deutschen Alpenvereins. Die frühen Jahre bis zum Ersten Weltkrieg waren geprägt von der Erforschung der Alpen und der Schaffung einer touristischen Infrastruktur (Hütten und Wege). In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts kam dann die Einsicht, dass die Infrastruktur nicht endlos ausgebaut werden kann und die Natur Schutz vor den Eingriffen der Menschen braucht. In unseren Satzungen wurde der Vereinszweck erweitert: „... die Schönheit und Ursprünglichkeit der Bergwelt zu erhalten“. Seitdem ist Natur- und Landschaftsschutz ein zentrales Anliegen des Alpenvereins. In diese Zeit fällt aber leider auch ein unrühmliches Kapitel unserer Geschichte, der sogenannte Arierparagraph, das heißt der Ausschluss der jüdischen Mitglieder aus dem Verein. Wir haben diese Geschichte detailliert aufgearbeitet und daraus gelernt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich der Alpenverein zu einem modernen Verein entwickelt: hervorragender Service für Mitglieder, imposante Jugendarbeit, wichtige Impulse im Bereich Natur- und Landschaftsschutz, Sicherheitsforschung, aufwendiger Erhalt der alpinen Infrastruktur und vieles andere mehr. Darauf können wir zu Recht stolz sein.

Eine zunehmende Polaisierung der Gesellschaft ist eigentlich kein neues Phänomen, tritt aber durch die elektronischen Medien sehr deutlich hervor. So wie es bei Facebook nur Daumen hoch oder hinunter gibt, wird der Naturschützer sehr schnell zum Wirtschaftsfeind erklärt oder der Befürworter des 12-Stunden Tages zum Arbeitnehmerfeind. Wir vergessen allzu oft, dass jede Medaille zwei Seiten hat. Gegensätzliche Meinungen können auch befruchtend sein. Wir müssen unsere unterschiedlichen Ansichten, die durchaus berechtigt sind, wieder breiter, transparenter und respektvoller diskutieren. Dann kommen wir zu Lösungen, die von allen Beteiligten auch mitgetragen werden können. Als „Tourismusunternehmen“ mit unseren Hütten und als Naturschützer kennen wir den Spagat, der oft notwendig ist, um für beide Seiten tragbare Lösungen zu finden. Der Alpenverein ist daher sehr gerne bereit, sich jeder Diskussion zu stellen und an guten, zukunftsfähigen Lösungen mitzuarbeiten. Wir sind keine „Verhinderer“, da wir keine Entscheidungen treffen können. Das ist die Aufgabe der Behörden. Wir wollen auch keine Glaskuppel über die Alpen stülpen und nichts mehr verändern. Was wir aber wollen, ist ein respektvoller Umgang mit unserer Natur und unserer wunderschönen Bergwelt. Dafür setzen wir uns auch in Zukunft ein.

Zum Schluss noch ein ganz zentrales Anliegen des Alpenvereins:  der Erhalt der Selbstverantwortung beim Wandern, bei Skitouren, beim Klettern. Im Gegensatz zur immer stärker werdenden „Vollkaskomentalität“, bei der alles geregelt und abgesichert sein soll, ist mit Selbstverantwortung immer ein Restrisiko, zugleich aber auch ein hoher Grad an Freiheit verbunden. Dieses Restrisiko, nicht alles bis zum letzten Detail absichern zu können, ist ein wichtiger Bestandteil der tiefen Empfindungen und Glücksgefühle, die wir in den Bergen erleben. Das gilt für Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Auch Kinder brauchen diesen Freiraum der Selbstverantwortung. Und auch dafür werden wir uns in Zukunft weiterhin einsetzen.

Freuen wir uns deshalb gemeinsam auf die nächsten 150 Jahre und viele wunderschöne Abenteuer und Erlebnisse in unserer herrlichen Bergwelt.

Dr. Andreas Schmidt              


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