Bezirk Dornbirn

Alpenverein Vorarlberg
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Klettercamp 2013

:)

Samstag, 24.08.13:
Am Samstag, den 24. August 2013 war es wieder einmal so weit: wie alle Jahre begann das Sommerlager der Alpenvereinsjugend. Diesmal ging es in das schöne, idyllische Örtchen Ponte Brolla, gelegen im Schweizer Tessin, nahe dem Lago Magiore. Die Unterländer trafen sich um 7:00 beim AV Heim Dornbirn, während Säftlar die Oberländer in Feldkirch aufsammelte. Beim diesjährigen Sommerlager gab es eine Premiere: es wurde nämlich ein Anhänger mit Fahrrädern mitgenommen. Diese Entscheidung erwies sich als äußert sinnvoll, wie wir im Laufe der Woche feststellen konnten. Nach ca. 3 Stunden Fahrt kamen wir alle beim Campingplatz an und stellten die Zelte auf. Wie jedes Jahr wurden die Zelte der Teilnehmer hauptsächlich als Materialzelte genutzt – geschlafen wurde unter freiem Himmel, sofern dies das Wetter zuließ. Nachdem alles eingerichtet wurde war es Zeit für ein paar Kennenlernspiele. So wurde ein mehrfaches, lästiges Nachfragen nach dem Namen der Gruppenmitglieder verhindert. Danach spaltete sich die Gruppe auf: die erste Partie erforschten die Umgebung des Campingplatzes und den Fluss, der direkt neben dem Campingplatz lag. Der Rest unternahm schon den ersten Ausflug in ein nahe gelegenes Klettergebiet. Den Abend ließen wir gemeinsam mit Kartenspielen und Trommelmusik mit Bechern ausklingen. Aufgrund von Regenschauern während des Abends und der Nacht konnte man leider nicht draußen schlafen, Einige machten es sich aber unter dem Gemeinschaftszelt gemütlich.

Sonntag, 25.08.13:
Am nächsten Morgen fing um 07:00 schon wieder ein reges Treiben an. Säftlar setzte den ersten Kaffee auf, während sich der Rest der Gruppe langsam den Sand aus den Augen rieb. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns schließlich auf den Ausflug in das Placce di Tegna bereit. Die meisten Klettergebiete in Ponte Brolla bestanden aus Platten. Wir mussten uns also auf kleine Griffe und viel Reibungsklettern einstellen. Mit viel Freude und Motivation machten wir uns an unsere ersten Kletterrouten in der Woche. Leider hatte sich das Sicherungsgerät von Carmen entschieden, dass es keine Lust hatte, die Arbeit einer ganzen Woche voller Kletterrouten aufzunehmen. Stattdessen entschied es sich für den Freitod, in dem es sich von ihrem Gurt löste, 40 Meter tief fiel, mehrmals an der Platte aufkam und schließlich auf Miriams Schulter landete. Zum Glück kam sie mit einem Schrecken davon. Auch Julius und Lukas hatten bei ihren ersten Klettertouren das Prinzip des Kletterns noch nicht ganz verinnerlicht: Als sie nach 2 Seillängen abseilen wollten, warfen sie kurzerhand ihr Seil hinunter, ohne es festzuhalten oder es anzubinden. Erstaunte Gesichter gab es auch bei denen, die unter ihnen kletterten und im ersten Moment nicht ganz kapierten, woher das Seil kam, welches auf einem kleinen Felsbändchen zu liegen kam. Da aber in der gleichen Route David und Mätze dicht hinter ihnen kletterten war aber auch dies kein großes Problem. Sie seilten sich mit ihnen Ab, Säftler konnte das herrenlose Seil fassen, es aufnehmen und ich brachte es schlussendlich sicher wieder auf den festen Boden zurück. Als die Mittagshitze einsetzte, verließ ein Teil der Gruppe den Klettergarten und lief zum Fluss, welcher nur wenige Gehminuten vom Gebiet entfernt lag, um sich eine Erfrischung in dem Kristallklaren und leicht kaltem Wasser zu gönnen. Am Abend ließen wir den Campingkocher kalt und liefen stattdessen zum Fluss, um über der offenen Flamme zu grillen. Da wir alle einen langen und anstrengenden Tag hatten und das Grillen eine gewisse Zeit in Anspruch nahm, dauerte es nicht lange bis Kommentare wie „wia lang bruchts Fleisch no?“, „i hätt ou no gern a Stückle!“ und „i hob soan Hunger!!“ den Grillmeister Säftlar begannen, leicht zu nerven. Säftler vertröstete die hungrigen Mäuler dann immer mit Kartoffel- und Gurkensalat, welcher reichlich vorhanden war. Schlussendlich wurden dann aber noch alle satt und wir konnten unsere erste Nacht unter freiem Himmel genießen.

Montag, 26.08.13:
Ein wunderschöner und klarer Morgen, die Sonne beginnt, aufzugehen, Vögel zwitschern, Ruhe liegt noch über dem Campingplatz, alle liegen noch im warmen und kuschligen. Plötzlich wird all das durch ein Klappern und Tscheppern gestört! Es ist Säftlar beim morgendlichen Kaffee aufsetzen. Eine halbe Stunden später saß die gesamte Truppe beim Frühstückstisch. Pius und Sebi mussten sich etwas beeilen am Morgen, da sie sich Sperone Quarzo vorgenommen hatten. Wenig später waren diese mit dem Fahrrad auf und davon. Auch Simon, Julia, Patrese, Sandro und Miriam hatten größeres vor, schnappten sich ein Fahrrad, und verschwanden bald einmal in die Felsplatten. Ich konnte mir an diesem Morgen sehr viel Zeit lassen. Da ich mir am Vortag beim Baden gehen eine Zeh dermaßen verstaucht hatte, dass sie sich komplett blau färbte und ich sie kaum bewegen konnte, entschied ich mich, es an diesem Tag gemütlich mit dem Klettern anzugehen. Also übernahm ich mit Maria, Martha und Michael den Abwasch und ging mit Säftlar, Michi, Martha, Maria, Edi und Peter in einen nahe gelegenen Laden zum Einkaufen. Erst gegen 10 Uhr ca kamen wir dann auch im Sektor Speroni di Ponte Brolla an und machten uns an ein paar leichte Routen. Auch an diesem Tag gab es Fluchtversuche von verzweifelten Sicherungsgeräten. Gegen 1 Uhr kamen dann Pius und Sebi von ihrer großen Klettertour zurück und das Mittagessen wurde eröffnet. Nach dem Essen erfrischten wir uns wieder im Fluss, nur ein paar wenige Mitglieder – unter anderem Pius, Armin, Sebi und Säftlar wollten trotz der drückenden Nachmittagshitze nicht den Klettergurt ablegen. Die Erfrischung gab uns wieder Kraft, die wir für das Kochen am Abend dringend benötigten – es wurde nämlich Kässpätzle gekocht. Deshalb verabschiedeten sich Simon und ich etwas früher von der Badepartie und gingen zum Campingplatz um alles vorzubereiten. Schlussendlich sind sie dann sehr gut gelungen, als Beilage gab es noch Kartoffelsalat vom Vorabend, welcher immer noch reichlich vorhanden war und sogar noch Reste übrig blieben.
Dienstag, 27.08.13:
Am nächsten benötigten wir zum ersten und einzigen Mal alle Autos um das Klettergebiet zu erreichen. Es ging zum Klettergarten Arcegno. Nach einer halben Stunde fahrt erreichten wir den Parkplatz und machten uns auf den Weg. Die Wegbeschreibung des Kletterführers klang gut: ein kurzer befestigter Weg, welcher sogar kinderwagenfreundlich ist. Diesen Weg sahen wir aber weit und breit nicht. Stattdessen wanderten wir über kleine, kaum sichtbare Wanderwege deren Steilheit jedem Mitglied die Schweißperlen ins Gesicht trieb. Auch Edi, unser lebendes Navigationsgerät war ratlos. Nach einer dreiviertel Stunden Fußmarsch begannen wir schließlich stutzig zu werden. Während der kurzen Diskussion über den Weg meldete sich Julia zu Wort, dass sie unseren Klettergarten kennt, dass sie wüsste wo er sich befinde, und dass wir komplett falsch seien und nicht einmal am richtigen Parkplatz stehen würden. (An dieser Stelle bedanken wir uns noch einmal bei Julia für die große Aufwärmübung vor der Klettertour) Also liefern wir den kompletten Weg bis zum Parkplatz noch einmal hinunter. Pius, Simon, Patrese, Armin, Sandro und ich waren ein bisschen schneller am Parkplatz angekommen als der Rest, deshalb entschied sich Pius kurzerhand „Nacktfotos“ (Anm. d. Redaktion: er hatte noch eine Hose darunter an^^) zu machen. Die Fotos können der Fotostrecke entnommen werden und werden sehr wahrscheinlich demnächst in einem Alpenvereinskalender im Monat Juli, August oder September erscheinen. Schließlich fanden wir den richtigen Parkplatz und hatten einen gemütlichen Tag in einem wirklich schönen Klettergebiet. Nachdem am Schluss der letzte sein Seil aufgenommen und verstaut hatte, gingen wir nicht zurück zu unserem Campingplatz, sondern machten einen kleinen Abstecher nach Italien. Der Weg dorthin führte über eine enge, kurvige Straße. Während sich bei dem nicht allzu gemächlichen Fahrstil der Fahrer dem einen oder anderen übel wurde, freute sich besonders Martha bei jeder schärferen Kurve und schrie, als säße sie in einer Achterbahn. In Italien angekommen ließen wir die Autos in Malesco stehen und saßen uns in die nächsten Pizzeria. Die Pizzeria schien sehr multikulturell zu sein: ihre Aufmachung schien einem Irish Pub ähnlich, der Kellner verstand aber trotzdem kein Englisch, sondern nur Italienisch oder Russisch, deshalb mussten Armin und ich für unseren Tisch auf Russisch bestellen, da niemand Italienisch sprach. Die Rückfahrt war genauso rasant wie die Hinfahrt, es kamen aber alle wieder in einem Stück beim Campingplatz an.

Mittwoch, 28.08:
Heute wagten sich Julia und ich in die 11 Seillängentour, die von Pius und Sebi erkundet worden war weshalb wir vor den anderen den Campingplatz. Ein Teil vom Rest ging in die Kletterfelsen beim Ort Loco, um sich an den Platten auszutoben, während Simon eine Fahrt nach Losone in Italien organisierte, bei dem an diesem Tag ein großer Markt stattfand. Julia und ich kamen ohne Probleme zum Einstieg unserer Route, und bereiteten alles vor um loszulegen. Wir hatten sogar Funkgeräte dabei. Leider lernte auch Julias Funkgerät in der ersten Seillänge das Fliegen, zersprang in kleine Teile und rieselte auf eine Seilschaft von 2 deutschen Kletterern herunter. Zum Glück ist ihnen nichts passiert, wir haben uns später noch bei ihnen entschuldigt. Nach ca 4 Stunden erreichten wir schließlich den letzten Stand und machten eine ausgiebige Pause in der wir einen gemütlichen Platz fanden und jausten. Wieder unten angekommen schlossen wir uns dann der Badepartie an und ließen uns nach einem kalten Bad im Wasser auf den warmen Steinen von der Sonne durchbruzeln. Als wir wieder beim Campingplatz ankamen, fing die Kochgruppe sofort an, das Abendessen zuzubereiten. Es gab Torteloni, die wir am Vortag noch in Italien gekauft hatten, und Salat als Beilage. Am Abend gab es ein gemütliches Lagerfeuer, bei dem die ganze Gruppe zusammen saß und Werwolf spielte. Bei den Karten musste improvisiert werden, da keiner das Spiel dabei hatte. Das Spiel fand guten Anklang, das lag vor Allem an den Erzählkünsten von Johannes, der meistens als Spielleiter fungierte.

Donnerstag, 29.08.13:
Am Donnerstag unternahmen wir unsere letzte Klettertour, es ging zum Sektor Monte Garzo. Voller Motivation, legten wir uns unsere Klettersachen an und stürzten uns in die Wand. Wir übersahen allerdings zwei Routen, welche sich im Gebüsch versteckten, deshalb sind wir nicht in die Routen eingestiegen, die wir uns im Führer angesehen haben. Dies wurde uns erst in der zweiten Seillänge klar. Aber außer ein paar schwierigen Stellen ließ sich die Route schlussendlich gut meistern. Zäh wurde es dann nur beim Abseilen, denn wir mussten zu sechst die 5 Seillängen wieder hinunter. Schwierigkeiten gab es vor Allem beim obersten Stand, hier machten wir eine Seilverlängerung um den 4. Stand zu überspringen. Leider war uns nicht bewusst, dass die Stände länger als 30 Meter voneinander entfernt waren, deshalb durfte der erste, der abseilte wieder zum 4. Stand hinaufprusiken. Der Seilschaft neben uns (Säftlar und Johannes) ging es auch nicht besser. Diese erreichten eine Platte, bei der sie nicht weiter kamen, deshalb musste Pius ihnen zu Hilfe kommen. Als dieser schließlich ankam, schaute er sich die Stelle an und kletterte sie ohne zu zögern durch. Alles was Säftlar zu hören bekam: „Und, was ischt jetzt do dra so schwierig gsi?“. In der dritten Seilschaft, in der sich Edi befand, gab es auch kleine Komplikationen, denn nicht zum ersten Mal in der Woche verlor auch er seinen Tuber in der Wand, welcher nach vielen Metern Fall auf dem Boden aufkam (hinunter fallende Gegenstände schienen sich durch die ganze Woche zu ziehen..). Wieder sicher am Boden angekommen gönnten wir uns ein kleines Mittagessen, verabschiedeten uns von der Wand und nahmen ein Nachmittagsbad im Fluss. Die Hitze ließ nichts Anderes zu. Zum Abendessen gab es Putengeschnetzeltes mit Reis und Salat, Küchenchef Susi leistete auch beim letzten Abendessen eine ausgezeichnete Arbeit. Den Abend ließen wir wieder am Lagerfeuer mit einer erneuten Partie Werwolf ausklingen. Man konnte erkennen, dass langsam ein paar Leute anfingen, das Spiel zu verstehen. Gab es am Vorabend eher ein Durcheinander und wirre Anschuldigungen, so konnte man an diesem Abend schon eher strategische Züge der Bürger und der Werwölfe erkennen. Unsere letzte Nach wollten wir noch einmal unter freiem Himmel genießen, leider machte uns aber das Wetter einen Strich durch die Rechnung. So gegen halb 3 fingen an kleine Tropfen zu fallen. Minuten später fing der Regen richtig an. Wir entschlossen uns also, den Rest der Nacht im Gemeinschaftszelt zu verbringen. Hier wurde es dann ein richtig eng da fast alle die letzte Nacht draußen verbringen wollten.
Freitag, 30.08:
Unser letzter Tag in Ponte Brolla brach an. Nach dem Frühstück begannen wir mit dem Abbauen der Zelte, welches ziemlich reibungslos verlief. Natürlich musste das Gemeinschaftszelt geputzt werden, bei einer Woche auf leicht sandigem Untergrund fiel eine Menge Dreck an, der sich am Zelt festsetzte. Am Anfang ging dies recht langsam voran, weil wir immer wieder frisches Wasser holen mussten. Später wurde uns das aber zu blöd und wir trugen die dreckigen Planen einfach zur Wasserstelle und bespritzten sie direkt. Das ging wesentlicher schneller und mehr Spaß hatten wir auch, denn wer nicht schnell genug die Plane hinaufzog, bekam den kompletten Wasserwall ab, der sich in der Plane ansammelte. Weniger Spaß dabei hatten allerdings die Camper neben der Wasserstelle, denn mit dieser Aktion setzten wir beinahe ihr Zelt unter Wasser. Gegen halb 11 war schließlich alles abgebaut und wir entschlossen uns, noch ein letztes Bad im kristallklaren Wasser des Flusses zu nehmen. Dort war auch der perfekte Ort für ein Gruppenfoto und diverse Blödeleien ;). Gegen halb 2 hatten dann alle genug vom Baden und es ging wieder ab in die Heimat. Beim Zurückfahren verlor das Mühlebachbüsle leider beide seiner Alpenvereinsaufkleber. Nach 3 Stunden Fahrt kamen schließlich alle wieder gut beim Alpenvereinsheim Dornbirn an und die Woche in Ponte Brolla fand ein Ende.

Zum Abschluss kann i nur säga, dass as a wunderbare Woche in Ponte Brolla gsi, in der alles super passt hot: S Eassa, s Weattar (zumindest meistens^^), s Gebiet und vor allem d Gruppe. In möcht no min Dank usspreacha an alle, dia dabei gsi und vor allem an die Organisatoren, die für dean komplett reibungslosen Ablauf gsorgt hond. I hoff, dass ma sich spätestens nächste Johr im Sommerlager wieder siaht!

Autor: Christoph Rehm
Teilnehmer: Anna und Johannes Meusburger, Peter Merkle, Stefan Fässler, Julius und Lucas Tiefenthaler, Pius Spiegel, Marlene Palka, Edi Zangerle, David Spiegel, Sebi Drexel, Rene Schuster, Patrik Feurstein, Sandro Feuerstein, Miriam Mathis, Kilian Rüf, Julia Putzger, Peter und Matthias Kaufmann, Maria Bolter, Martha Gassner, Simon Fässler, Armin Bajraktarevic, Carmen Violand, Sabrina Auer, Michael Bauernhas und ich

 
 
 

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