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Hochtour Ankogel und Co. 26. – 28. September 2016 (High life - Hochtour Ankogel 3252m)

High life - Hochtour Ankogel 3252m

26.08.2016

Unser diesjähriges Hochtourenwochenende führte uns auf den 3252 Meter hohen Ankogel. Bei bestem Wetter machten wir uns vom Kölnbrein-Stausee auf zur Osnabrücker Hütte um von dort am nächsten Tag die höchste Erhebung der Ankogelgruppe zu erklimmen.  Resi und Gerhard, zwei unserer Teilnehmer, haben einen sehr lesenswerten Bericht für uns verfasst, den solltest Du Dir nicht engehen lassen!

Hochtour Ankogel und Co. 26. – 28. September 2016

Teilnehmer: Brigitte, Christa, Christine, Daniel, Erwin, Gerhard, Lisa, Peter, Resi, Walter, Wolfgang

Führung und Organisation Barbara Strassnig

Ein Dreitausender ist ein Dreitausender und somit schon für sich alleine ein Genuss. Wenn er dann noch vom Maltatal aus bestiegen wird ist die Natur schon vom Tal weg außerordentlich schön.

Am Freitag haben wir uns aus mehreren Himmelsrichtungen kommend in Malta getroffen und sind über die Hochalmstraße zur Köhlbreinsperre  auf 1900m gefahren (Mautstraße).

Peter ist von dort ohne lange Umschweife direkt auf den Großen Hafner gelaufen (Laufen war unbedingt notwendig, weil der Große Hafner mit 3076m ja auch ein Dreitausender ist und wer Peter kennt, der weiß, dass er nur sehr ungern ein Abendessen versäumt, auch wenn er dann nicht lange herumfackelt).

Wir aber sind gemütlich zur Osnabrücker Hütte aufgestiegen (ganze 200 Hm) und haben die Gegend rund um die Hütte erkundet (hauptsächlich Baden in den zahlreichen Gletscherbächen).

Bei der Osnabrücker Hütte gibt es mehrere Schautafeln die den Alpinismus und die Entwicklung der Gletscher in der Region beschreiben, und das war schon sehr interessant zu sehen, wie schwierig seinerzeit die Besteigung der Hochalmspitze war und dass mehrere damals errichtete Hütten von Lawinen abmontiert wurden. Jedenfalls noch ein ganz anderer Alpinismus als heutzutage.

Samstag früh ging es dann bei traumhaften Wetter und ebenso traumhaften Wetterbericht los Richtung Ankogel. Von der Osnabrücker Hütte zunächst über den Fallboden (sehr schöner Wasserfall) steil hinauf über die Schwarzhornseen, über teils wegloses Gelände zum Kleinelendkees auf ca. 2.700m. Dort waren wir überrascht, dass trotz der massiven Rückgänge doch noch ein beachtlicher Gletscher übriggeblieben ist.

Auch wenn die Überschreitung des Gletschers wenig spektakulär war, so ist es doch immer wieder ein Erlebnis mit Steigeisen und in einer Seilschaft unterwegs zu sein. Jedenfalls ist Disziplin gefragt, aber da gab es bei den Voitsbergern sowieso nie ein Problem.

Die eigentliche Herausforderung war dann der Gipfelgrat auf den Ankogel. Was mich anbelangt, habe ich es überhaupt erst dem tüchtigen Assistenten von Barbara (den vorhin schon erwähnten Peter) zu verdanken, dass ich da hinaufgekommen bin. Nicht dass die Kletterei größere Schwierigkeiten gemacht hätte, nein es waren eher die Tiefblicke die zu überwinden waren. Langer Rede kurzer Sinn: Barbara und Peter haben die Blickschäuen am Seil gesichert, für den Rest der Truppe war der Aufstieg anscheinend eh alltäglich. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die fürsorgliche Betreuung physisch sowie psychisch, und überhaupt für die perfekte Organisation und Tourenführung.

Dann am Gipfel war es wunderschön (wie gesagt wolkenlos und grandioser Rundblick), aber zu unserer Überraschung auch total überfüllt. War unser Aufstieg eher einsam, so sind dann am Gipfel doch ca. 30 Bergsteiger zusammengekommen, wobei die anderen den vermutlich gemütlichen Weg von der Seilbahn genommen haben. Wir sind nach dem Gipfelfoto jedenfalls wieder zurück zum sicheren Gletscher geflüchtet um nicht von einen der vielen Gipfelstürmer in die Tiefe geschupst zu werden. Am Gletscher dann Verschnauf- und Jausenpause.

Wie mit der Jugendtruppe nicht anders zu erwarten, wurde aber noch nicht zur Hütte abgestiegen sondern der nächste kleinere Gipfel angesteuert - den Schwarzkopf mit 3171m.

Dann aber ging es doch zurück, zuerst wieder über den Gletscher und steil abwärts Richtung Osnabrücker Hütte auf den Fallboden (sehr schöner Gletscherbach) wo die Verschwitzten der Gruppe sofort schwimmen oder besser gesagt sich waschen gegangen sind. Die Temperatur im Bach kann ich nicht schätzen, erfrischend war es jedenfalls.

Die weniger Verschwitzten sind sofort zur Hütte gegangen, was nach ca. 9 1/2 Stunden (da sind die spärlichen Pausen aber dabei) auch niemanden verübelt werden kann.

Rückreise war dann am Sonntag (Daniel musste schon am Samstag abreisen),  der Rest der Gruppe ist also noch eine Nacht in der Osnabrücker Hütte geblieben (relaxen und reflektieren, reaktivieren und hydrieren usw.) was sehr angenehm und sinnvoll war. Erwin wollte am Sonntag noch auf den Hafner, daher haben wir ihn beim Frühstück nicht mehr angetroffen.

Auf der Hochalmstraße gibt es bei den Tunnels immer Wartezeiten welche zum Dehnen ausgenützt wurden. Das Bild erinnerte dort an die seligen Zeiten von Ilse Buck: zehn oder mehr oder minder gerade Beine auf der Leitblanke.

Noch scheint die Welt nicht verloren zu sein.

Resi

 
 
 

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