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Herzerltour auf die Granatspitze und den Stubacher Sonnblick (Herzerl-Hochtour Granatspitze und Stubacher Sonnblick)

Herzerl-Hochtour Granatspitze und Stubacher Sonnblick

05.10.2015

Unser diesjähriges Hochtourenwochenende führte uns Ende August auf die Granatspitze und den Stubacher Sonnblick. Erwin Dreer, einer unserer Teilnehmer, hat einen sehr lesenswerten Bericht für uns verfasst, den solltest Du Dir nicht engehen lassen! 

Herzerltour auf die Granatspitze und den Stubacher Sonnblick

oder Das Geisterschloss am Weißsee

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Ein heiterer Rückblick auf das Hochtourenwochenende 2015 der Alpenvereinsjugend Voitsberg. Für die Puristen unter uns folgt im Anschluss eine Übersicht mit Zahlen und Fakten.

Am 28.08.2015 war es soweit. Bei herrlichem Wetter, und dieses sollte auch das ganze Wochenende so bleiben, ging unsere diesjährige Hochtour auf die Granatspitze und den Stubacher Sonnblick endlich los.
Um 07:00 Uhr trafen wir uns am Parkplatz des Gasthofs Tomahan in Friesach. Wobei anzumerken ist, das es sich bei 07:00 Uhr offensichtlich um einen Richtwert handelte, den obwohl unsere Fahrgemeinschaft (Michaela, Bernhard, Martin und ich) nur kurz vor der vereinbarten Zeit am Parkplatz eintrafen, waren wir die ersten vor Ort. Nach einigen Minuten des Wartens, machte sich bereits erste Skepsis bezüglich des Treffpunktes bei uns breit, als schließlich doch nacheinander alle eintrafen. Beim Einen oder Anderen musste Barbara noch kurz telefonisch Unterstützung in Sachen Zielfindung geben.
Nach einer herzlichen Begrüßung wurden die Fahrgemeinschaften gebildet, und es ging mit „Vollgas“ Richtung Enzingerboden. Der von Barbara ausgegebene Vorsatz, sie und Peter fahren voraus und wir alle hinterher, wurde von Gerhard nach zirka 150 Meter Fahrt auf der Autobahn verworfen. Ob das mit den gefühlten 80 km/h auf der Autobahn zusammenhängt ist mir nicht bekannt. Jedenfalls wurden Gerhard und seine Mitfahrer erst bei einer Pinkelpause in St. Johann wieder gesehen.

Am Parkplatz Enzingerboden angekommen wurde von Barbara und Peter die Leihausrüstung ausgegeben. Nachdem wir uns alle adjustiert hatten, und Christa ihre Ausrüstung im Sportshop der Talstation noch komplettiert hatte, was jedoch noch Folgen haben sollte, ging es zuerst etwas steiler, danach sehr gemütlich Richtung Rudolfshütte.
Bei der Querung eines kleinen Geröllfeldes fand Martin einen Stein in Herzform (Herzerl 1). Nach kurzer Überlegung, ob er selbigen seiner Herzallerliebsten mit nach Hause bringen soll, wurde dieser wegen seines nicht unerheblichen Gewichts neben dem Weg sicher deponiert und die Entscheidung auf den Abstieg vertagt.
Trotz einiger Abstecher in die Botanik, selbstverständlich nur um die örtliche Fauna und Flora besser kennen zu lernen, haben wir den Aufstieg zum Berghotel Rudolfshütte doch noch in einer akzeptablen Zeit von zweidreiviertel Stunden geschafft.
Bei der Rudolfshütte angekommen, gönnten wir uns ein kühles Getränk zur Erfrischung und Christa eröffnete uns, dass sie Ihre Sonnenbrille vermutlich im Sportshop vergessen hat. Der Ratschlag im Shop anzurufen wurde von ihr dankend angenommen, und siehe da, nach einigen Telefonaten und einem dicken Trinkgeld für den Liftwart, hatte, mit etwas Verspätung, auch Christas Sonnenbrille den Weg auf die Rudolfshütte gefunden.

Nachdem wir unseren ersten Durst gestillt hatten, wurde das Lager bezogen. Barbara und Peter sowie Theresia und Gerhard zogen es vor, sich jeweils ein Doppelzimmer zu sichern. Die Ausrede von Gerhard, uns vor seinem Geschnarche bewaren zu wollen sei dahingestellt, die traute Zweisamkeit sei Ihnen jedenfalls gegönnt. Mit dem Hinweis, dass wir uns um 17:30 Uhr zum Anpassen der Steigeisen vor dem Lager wieder treffen, wurden wir in den Nachmittag entlassen.
Michaela, Bernhard, Martin und ich entschieden uns, einen kurzen Abstecher in Richtung Medelzkopf zu machen. Mit leichten Kraxeleien wollten wir uns an die Höhe gewöhnen. Als wir umkehrten, sahen wir von oben einige Bergfexe mit Klettersteigset und beschlossen, uns das etwas genauer anzusehen. Tatsächlich war unter uns der Ausstieg des Kronprinz Rudolf Klettersteigs, und ehe ich es mir versah, waren Martin, Bernhard und Michaela auch schon eingestiegen und begannen den Klettersteig abzuklettern. Mir blieb also nichts anderes übrig, als ihnen zu folgen. Da es sich bei den Zeitangaben bekannterweise nur um Richtwerte handelt, war es auch nicht tragisch, dass wir von unserem spontan eingelegten Klettersteig etwas zu spät zur Rudolfshütte zurück kamen. Nachdem diverse Problemchen mit den Steigeisen beseitigt, und alle angepasst waren, ging es in den Speisesaal.

Bei einem Briefing vor dem Abendessen wurde noch kurz diskutiert, welche Route für die geplante Tour am besten geeignet ist. An dieser Stelle herzlichen Dank an Bärbel und Hans für die kompetente Routenberatung.
Nachdem die Route fixiert war, ging es ans Abendessen. Bei einem köstlichen Büffet, das keine Wünsche offen ließ, konnten wir die Energiespeicher für die anstehende Tour auffüllen.

Da der nächste Tag einige Anstrengungen für uns bereit hielt, ging es anschließend relativ rasch in die Betten. Abgesehen von einem nervenden Geräusch, das uns auch die Nacht darauf noch beschäftigen sollte, verbrachten wir eine, für ein Lager, ungewöhnlich ruhige Nacht.

Am nächsten Morgen trafen wir uns wie vereinbart um 06:30 Uhr zum Frühstück. Da die Richtzeit diesmal von allen eingehalten wurde, konnten wir überpünktlich um 07:12 Uhr aufbrechen.

Wir stiegen zum Weißsee ab und gingen entlang des Ufers bis kurz vor den Einstieg des Kristall-Klettersteiges. Hier bogen wir links ab und folgten dem Wegverlauf in eine immer steiler werdende Flanke. Ein Schild wies uns darauf hin, dass in diesem Bereich eine erheblicher Steinschlaggefahr besteht. Also gingen wir zügig weiter, bis wir an eine Felsstufe kamen. Diese wurde rasch über eine Leiter und einige mit einem Stahlseil versicherten Stellen erklommen. Weiter ging es über Gletscherschliffe mit herrlichen Tiefblicken auf die Rudolfshütte bis zur Randzone des Sonnblick Kees. Hier legten wir unsere Gletscherausrüstung an. Nachdem die Seilschaften eingeteilt waren und wir uns angeseilt hatten, ging es in angenehmen Tempo über den Gletscher leicht ansteigend bis zum Einstieg des Ostgrates der Granatspitze. Da der Abstieg von der Granatspitze ebenfalls über den Ostgrat erfolgen sollte, deponierten wir hier die nicht benötigte Ausrüstung und machten uns, jeder nach seinem persönlichen Befinden, gesichert oder ungesichert, auf den Weg zum Gipfel. In leichter Blockkletterei (II) aber stellenweise doch sehr ausgesetzt, ging es bergauf. Am Gipfel angekommen wurden die Gipfelfotos geschossen und wir genossen den umwerfenden Ausblick. Bei wolkenlosem Himmel und gigantischer Fernsicht thronte im Südosten der Großglockner und im Westen der bis auf den Gipfel vergletscherte Großvenediger. Auf Grund des doch etwas eingeschränkten Platzangebotes am Gipfel, beschlossen wir abzusteigen und die Rast bei unserem Materialdepot am Fuße des Ostgrates zu machen.

Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es in Seilschaft weiter über den Sonnblick Kees in die Granatscharte. Da bei allen noch ausreichend Motivation vorhanden war, entschieden wir uns, den Stubacher Sonnblick über den Südgrat zu erklimmen. In bewährter Manier ging es über den Grat in Richtung Gipfel. Nachdem einige Grattürme überklettert waren, erreichten wir den Gipfel, auf dem wir mit einem schönen Gipfelkreuz belohnt wurden. Nach dem obligatorischen Fotoshooting und einer kurzen Pause erfolgte der Abstieg über die steile und geröllübersäte Ostflanke des Stubacher Sonnblicks. Kurz vor dem Ende der Flanke wurden unsere Herzerlsucher wieder fündig (Herzerl 2), und als Martin sich als Träger anbot, war für Christa klar, das Herzerl muss mit.

Am Gletscher angekommen wurde zum dritten mal die Gletscherausrüstung angelegt. Peter führte uns sicher, zwischen einigen Gletscherspalten hindurch und über das hier etwas steiler abfallende Gelände, an den unteren Rand des Gletschers. Hier wurde die Gletscherausrüstung versorgt und die letzte Jausenpause eingelegt. Der weitere Abstieg erfolgte Richtung Gletschersee, den wir rechts liegen ließen, und dann direkt über den mit Leitern und Stahlseilen versicherten H. Gruber Weg zur Staumauer des Weißsees. Die Staumauer war schnell überquert und der kurze Anstieg zur Rudolfshütte auch rasch geschafft. Jetzt konnten wir unseren Elektrolythaushalt wieder ausgleichen - Prost.

Die Zeit bis zum Abendessen wurde mit Körperpflege, und dem einen oder anderen Getränk in der Nachmittagssonne verbracht. Und nicht zu vergessen, musste ja auch noch der Transport des Herzerls 2 mit der Seilbahn organisiert werden. Also war es für Christa wieder an der Zeit, dem Liftwart einen Besuch abzustatten. Nach der einen oder anderen Anekdote und der Bekanntgabe des streng geheimen Depots in der Talstation war die Sache geritzt und das Herz am Weg ins Tal.
Nach den Anstrengungen des Tages genossen wir das wohlverdiente Abendessen und ich musste vor allem das reichhaltige Nachspeisenbuffet ausgiebigst verkosten. Da es für Michaela und mich die ersten 3000er waren, sponserten wir je eine Flasche Wein, die bei angeregter Unterhaltung geleert wurden. Gerhard versuchte bei dieser Gelegenheit mir den Wein schmackhaft zu machen, musste jedoch rasch feststellen, dass aus mir wohl kein Weintrinker mehr wird.

Der spätere Abend wurde nach belieben verbracht. Einige entschlossen sich im hauseigenem „Kino“ den Film MOUNT ST. ELIAS anzusehen. Die anderen wiederum zogen es vor, gemeinsam mit dem Fuchs den Vollmond anzuheulen. Dieser kam jedoch eine Stunde später als erwartet - der Mond nicht der Fuchs. Der Fuchs war pünktlich auf der Terrasse aber der Mond hatte wie es aussah die Umstellung auf die Sommerzeit verpasst. Da sich bei mir die Anstrengungen des Tages bemerkbar machten, trieb mich die Müdigkeit bereits vor Ende des Films ins Bett. Aber es schien nicht nur mir so zu gehen, denn nach und nach trudelten alle im Lager ein.

Da in Zell am See an diesem Wochenende die Triathlon-WM stattfand, und es dadurch zu zahlreichen Straßensperren kam, beschlossen wir am Abreisetag ebenfalls bereits um 06:30 Uhr zu frühstücken und den Abstieg in den Enzingerboden um 07:15 Uhr in Angriff zu nehmen. Das beim Aufstieg deponierte Herzerl 1 wurde rasch wiedergefunden, und da Martin bereits am Vortag mit dem Herzerl 2 trainieren konnte, wurde auch das Herzerl 1 mitgenommen. Nach zirka eineinhalb Stunden waren wir im Enzingerboden und Christa konnte das Herzerl 2 aus dem streng geheimen Depot bei der Talstation abholen. Nachdem die Leihausrüstung retourniert war, beide Herzerl in den Autos verstaut waren und wir uns verabschiedet hatten, war die Herzerltour offiziell beendet und wir traten die Heimfahrt an.

Abschließend bleibt mir nur noch, mich bei allen für die herzliche Aufnahme in der Gruppe, die tolle Unterstützung und die schöne Zeit in den Hohen Tauern zu bedanken.


Ach ja, da war doch noch etwas: Das Geisterschloss am Weißsee.
Wie schon erwähnt wäre es in der Nacht für ein Lager sehr ruhig gewesen, wenn da nicht die Geister ihr Unwesen getrieben hätten. In der Nacht begann plötzlich ein Heulen und Pfeifen, das bis in den Morgen andauerte und zumindest mir zeitweise den Schlaf raubte.
Diese Geräuschkulisse wurde durch den auffrischenden Wind in der zweiten Nacht noch verstärkt, sodass es einem richtig unheimlich werden konnte. Da das Schließen des Fensters nicht in Frage kam, ergriff schließlich Christa die Initiative, legte ein Handtuch vor den Türspalt und das Geheule hatte ein Ende. Die Geister waren vertrieben - Gute Nacht.


Zahlen und Fakten:

Termin:
Freitag 28. bis Sonntag 30. August 2015

Teilnehmer:
Albler Bernhard, Dreer Erwin, Hobl Gerhard, Höller Martin, Kienzl Christa, Mlekuz Theresia, Schweighart Michaela, Wagner-Riedl Renate, Wagner Wolfgang

Leitung:
Barbara und Peter Strassnig

Tourdaten:

Freitag 28.08.2015
Enzingerboden (1483) - Berghotel Rudolfshütte (2311)
Startzeit: 12:08 Uhr
Gesamtzeit: 2 Stunden 43 Minuten
Höhenmeter Aufstieg: ca. 840

Samstag 29.08.2015
Berghotel Rudolfshütte (2311) - Granatspitze (3086) - Granatscharte (2974) - Stubacher Sonnblick (3088) - Berghotel Rudolfshütte (2311)
Startzeit: 07:12 Uhr
Gesamtzeit: 8 Stunden 39 Minuten
Höhenmeter Aufstieg: ca. 1100

Sonntag 30.08.2015
Berghotel Rudolfshütte (2311) - Enzingerboden (1483)
Startzeit: 07:15 Uhr
Gesamtzeit: 1 Stunde 27 Minuten
Höhenmeter Aufstieg: 0


Berg Heil - Erwin Dreer

4 Bilder

 

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