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Fotos Höhenschibergsteigen- Mustagh Ata 7546m

Höhenschibergsteigen- Mustagh Ata 7546m

15.11.2018 in China

Der Alpenverein Voitsberg auf den Bergen der Welt

Barbara und Peter Strassnig am Mustagh Ata 7546m 

Im Juli dieses Jahres stellten sich unsere Alpinteam Mitglieder Barbara und Peter Strassnig einer ihrer bislang größten bergsteigerischen Herausforderungen. Gemeinsam wollten sie versuchen, den 7546 Meter hohen Mustagh Ata zu besteigen. Der Mustagh Ata, uigurisch für 'Vater der Eisberge', ist der dritthöchste Gipfel des Pamir Gebirges und liegt in China. Die technischen Schwierigkeiten halten sich an diesem Berg in Grenzen - so bietet er sich für einen Aufstieg mit Skiern oder Schneeschuhen an. Die Herausforderungen an diesem Berg liegen vor allem in der Höhe und den extremen Temperaturen, so kann es am Gipfeltag schon mal bis zu minus 40 °C haben.

 

Da es sowohl für Barbara als auch Peter jeweils der höchste bisher bestiegene Gipfel werden sollte, bereiteten sie sich sehr intensiv auf dieses Abenteuer vor. Intensives Ausdauertraining auf langen Ski- und Trailrunning Touren, sowie ein zusätzliches ganzkörperliches Krafttraining sollten die körperlichen Voraussetzungen für den Vorstoß auf den neuen persönlichen Höhenrekord bilden. Aber auch die Ausrüstung musste passen. Schon so mancher Gipfelaspirant hatte Aufgrund von Erfrierungen umdrehen müssen. Speziell da Barbara und Peter mit Tourenskiern unterwegs waren, galt es hier entsprechned gegen kalte Zehen bzw. Füße vorzusorgen. Am 1. Juli ging es los. Die Anreise zum Berg erfolgte über Kirgisistan, wo die beiden mit den anderen Expeditionsteilnehmern Akklimatisationstouren bis in Höhen von etwa 3700 Meter durchführten. Danach ging es über den Turugart Pass nach China.

 China – eine Erfahrung für sich. Alleine auf der Einreise von Kirgisistan nach Kashgar waren insgesamt sieben Grenz- und Polizeistationen zu passieren. Für den freiheitsgewohnten Europäer ein etwas bedrückendes Gefühl, ständig überwacht und kontrolliert zu werden. 

 Von Kashgar aus ging es weiter über den berühmten Karakorum Highway nach Subashi, dem Ausgangspunkt zum Aufstieg in das Basislager des Mustagh Ata. Der erste Blick, den Barbara und Peter von hier auf ihr großes Ziel werfen konnten, war ein sehr emotionaler Moment. Am nächsten Tag erreichten sie das Basislager auf ca. 4300 Metern Seehöhe. In den folgenden einenhalb Wochen hieß es sich soweit zu Akklimatisieren, dass an einen Gipfelvorstoß gedacht werden konnte. Das Akklimatisieren geschieht, indem man in einer Abfolge von immer höheren Auf- und Abstiegnen, mit dazwischen liegenden Rasttagen im Basecamp, schließlich zumindest einmal bis auf eine Höhe von ca. 6500 Meter vorgestoßen ist. Der Aufstieg erfolgte ab Lager 1 (ca. 5400 Meter Seehöhe) mit Skiern.

 Am 18ten Juli war es soweit, der finale Summit-Push sollte beginnen. Für alle Expeditionsteilnehmer war es eine Wohltat zu wissen, daß nun der unspannede Weg ins Lager 1 das letzte Mal zu bewältigen war. Am Nachmittag des 20 Juli erreichte das Team das Lager 3 auf 6800 Meter. Das Wetter war schlecht, es schneite und die Sicht war gleich Null. Sollte es das wirklich gewesen sein, monatelange Vorbereitung, Entbehrungen während der Expedition und dann am Gipfeltag schlechtes Wetter ... die Anspannung war groß - die Nacht wenig erholsam. Für einen zweiten Versuch vom Basecamp aus wäre nicht mehr genug Zeit; hier, im Lager 3 zu warten, würde sie nur schwächer machen.

 Dann um 3 Uhr morgens - das Wunder. Durch eine nur dünne Nebeldecke waren die Sterne zu erkennen. Ausgerüstet mit Daunenacke, Daunenhose, Neopren-Gamaschen etc. ging es um vier Uhr morgens bei Eiseskälte los Richtung Gipfel. Der Sauerstoffgehalt in dieser Höhe beträgt nur noch ca. 40 % , enstrechend anstrengend ist das Steigen. Hänge die zu Hause in 15 Minuten überwunden werden, brauchen hier eine gefühlte Ewigkeit. Aber es gibt nur eines - Schritt für Schritt weiter gehen. Der Anstieg ist nicht steil, zuletzt geht es sogar nur noch mit 5 Grad Steigung dahin, dafür gefühlt unendlich weit – eine wahre Geduldsprobe. Dann aber endlich, nach stundenlanger Quälerei erreichten Barbara und Peter das Gipfelplateu des Mustagh Ata, nur noch 100 flache Meter trennten sie vom Gipfel. Es war soweit, der Moment von dem sie seit gut zwei Jahren geträumt hatten, war gekommen. Sie standen gemeinsam, als Ehepaar, am Gipfel in 7546 Meter Höhe – ein Traum wird wahr.

 Noch am selben Tag fuhren bzw. stiegen die beiden bis ins Basislager ab. Sie hatten genug von Travellunch und Tee, im Basecamp warteten Bier, Cola und ein ordentliches chinesisches Essen.

 mehr Details und Berichte von den beiden findest Du hier:   https://www.strassnig.at/


 
 
 

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