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Die Geschichte der Voisthalerhütte (Voisthaler Hütte, Hochschwabgruppe Geschichte)

Hüttenfinder
Voisthaler Hütte
Seehöhe 1654 m, Kategorie I, Steiermark, Hochschwabgruppe

Die Geschichte der Voisthalerhütte


Als die Gesellschaft im Jahr 1889 die Hochschwabgruppe als Arbeitsgebiet übernahm, entschloss sie sich unverzüglich zum Bau einer Schutzhütte. Um die notwendigen finanziellen Mittel zu beschaffen, gründete sie noch im selben Jahr einen Hüttenbaufonds.

Die Auswahl des Platzes für die Hütte stieß anfangs auf große Schwierigkeiten. Projekte zur Errichtung einer Hütte beim G’hacktbrunnen und auf der Sonnschienalm scheiterten am Widerstand örtlicher Jagdleitungen und Grundbesitzer. Der Grundeigentümer Dr. Johann Graf von Meran und die Miteigentümer Josef und Maria Klein standen aber der Gesellschaft und ihren Anliegen überaus wohlwollend gegenüber und gaben ihre Zustimmung zum Bau einer Schutzhütte in der Oberen Dullwitz nächst einer verfallenen Almhütte (Seehöhe 1660 m.) Nach Abschluss von Pachtverträgen wurde am 1. November 1897 durch Ferdinand Fleischer und Hermann Freysinger der endgültige Bauplatz bestimmt.

Dass die Hütte bereits im Juli des folgendes Jahres 1898 feierlich eröffnet werden konnte, bezeugt den großen Eifer, mit dem die Gesellschaftsleitung an dieser Aufgabe gearbeitet hat. Es handelte sich um einen auf einem Steinsockel ruhenden Holzbau mit einer verbauten Fläche von rund 48 m2. Im Erdgeschoß befanden sich zwei Aufenthaltsräume (Gesellschafszimmer und Touristenzimmer) sowie ein Vorraum, im Dachgeschoß zwei Matratzenlager mit je 6 Schlafstellen. In einem kleinen Anbau war der Abort und eine Holzablage untergebracht. Die Wasserversorgung erfolgte durch die in unmittelbarer Nähe befindliche „Voisthalerquelle“.

Im Jahre 1923 wurde die erste Vergrößerung der Hütte durchgeführt. Es wurde die Gaststube und der darüber liegende Schlafraum vergrößert und ein weiterer Schlafraum im Parterre sowie ein Vorratskeller geschaffen. Damals wurde auch die provisorische Bewirtschaftung der Hütte durch einen Hüttenaufseher aufgenommen. Seit 1. Oktober 1927 ist die Hütte ständig bewirtschaftet.

1928 kam es wieder zu einer bedeutenden Erweiterung. Die Hütte umfasste danach insgesamt 10 Räume samt einem Vorraum, einer Schiablage, einem großen Vorratskeller, einem Tragtierstall, einer Holzablage und zwei Klosetts. Zur Wasserversorgung wurde eine 8000 Liter fassende Zisterne errichtet.

Nachdem im Jahre 1930 die Abortanlagen umgebaut worden waren, erfolgten 1934 weitere Zubauten: In dem aus Bruchsteinmauerwerk erbauten Kellergeschoß wurden ein Tragtierstall und eine Wachküche, im Erdgeschoß eine Veranda und darüber ein Schlafraum errichtet. Die gesamte verbaute Bodenfläche betrug nunmehr bereits rund 129 m2.

In den folgenden politischen bewegten und wirtschaftlich schweren Jahren trat ein Stillstand der bisher so regen Bautätigkeit ein. Diese wurde erst wieder in den Jahren 1956/57 mit der Neufassung der „Voisthalerquelle“, der Errichtung einer 12.000 Liter fassenden Zisterne und dem Bau einer Wasserleitung zur Hütte fortgesetzt.

Von besonderer Bedeutung und Wichtigkeit für die Gesellschaft ist es, dass mit Kaufvertrag vom 8.5.1959 von den Herren Dr. Franz, Hans und Franz Meran das Eigentum an dem Grundstück, auf dem die Hütte steht, und an dem rundum gelegenen Grund im Gesamtausmaß von 89 a 47m2 erworben werden konnte. Mit den Kaufverträgen vom 11. und 17.10.1963 folgte der Erwerb des der Wasserversorgung der Hütte dienenden Quelleneinzugsgebietes von rund 3000 m2 auf der Oberen Dullwitzalm.

Nachdem im Jahre 1960 unterhalb der Küche der Hütte eine rund 10.000 Liter fassende Zisterne angelegt worden war, wurde eine weitere wesentliche Vergrößerung der Hütte geplant. Diese sah die Errichtung von Zubauten mit einer verbauten Fläche von ca. 50 m2 vor, in denen im Erdgeschoß an der Westseite der Hütte ein Schlafraum sowie Wasch- und WC-Anlagen, an der Ostseite die Küche und im Dachgeschoß beiderseits Schlafräume untergebracht werden sollten. Im Jahr 1963 wurden die Arbeiten in Angriff genommen und der Ausbau am 18./19. September 1965 feierlich eröffnet und geweiht. Nunmehr verfügt die Hütte über 98 Schlafplätze (davon 62 Lager) und 75 Sitzplätze in den Gasträumen, sowie über eine Funksprechverbindung ins Tal mit derzeit drei Sprechstellen (Hütte, Lettanger, Seeberghof).

Nach der Erneuerung der Elektroinstallationen im Jahre 1976 erfolgte 1977 eine Umgestaltung und Verbesserung der sanitären Anlagen. 1978 wurde eine Wasserleitung zur Hütte vom „Goldbrünnl“ her verlegt, wo ein 10 m3 großer Wasserspeicher frostsicher eingebaut wurde. Damit konnte die Wasserversorgung der Hütte entscheidend verbessert werden. Schließlich wurde 1981 neben der Talstation der Materialseilbahn auf dem Lettanger ein neuer Versorgungsschuppen errichtet.


Dr. Franz Sauberer
(Hüttenwart)

Aus dem Buch „Alpine Gesellschaft Voisthaler“

Voisthalerhuette - Geschichte 1

Voisthaler- Teilnehmer bei der Eröffnung der dritten Hüttenvergrößerung (1934).
v.l.n.r.: Bauer, Sellner, Mattes, Ulreich, Haupt, Schmidt, Schwab, Bopp, Fürst, Neugebauer, Sekirnjak, Freysinger, Wolf, Hofmann, (Träger), Reichelt, Jordan, Bührlen, Pfister.



Voisthalerhuette - Geschichte 2

Voisthalerhütte nach dem Umbau in den 60-iger Jahren.

 
 
 

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