Logo Sektion Tulln

Eisklettern Gastein, Jän 2016 (Eisklettern Gastein, Jän 2016)

Mitglied werden
zur Anmeldung

Eisklettern Gastein, Jän 2016

Eisklettern Gastein, Jän 2016

Bildunterschrift

Eiskurs Gastein 29.- 31.1.16

Der diesjährige Eiskletterkurs mit Norbert von 29.1.-31.1.2016 stand unter dem Motto “Wir kamen im Regen und wir gingen im Regen”. Umso toller war aber die Zeit dazwischen! Als wir am Freitag den 29.1. in der Früh von Tulln losfuhren regnete es in Strömen und niemand konnte so richtig glauben, dass wir in ein paar Stunden am Eis klettern sollten. Aber das Gasteinertal empfing uns trocken und kühl. Nach einer kurzen Kennenlernrunde in der Pension Elisabeth gings auch schon ab zum ersten Wasserfall. Ungefähr 20 Gehminuten von unserem Quartier entfernt fanden wir trotz der warmen Temperaturen fast perfekte Verhältnisse am Froschmaul vor. Dort richteten Markus und Norbert ein paar Top-rope Stationen ein, an denen die meisten von uns zum ersten Mal überhaupt beziehungsweise zum ersten Mal in diesem Jahr Kontakt mit dem Eis hatten. Die Bedingungen waren trotz der warmen Temperaturen (um 0 Grad) erstaunlich gut. Außerdem konnten wir gleich zu Beginn verschiedene Eistypen kennenlernen und so auch gleich einen kleinen Ausflug in die Theorie verbunden mit der Praxis machen. Am Nachmittag kam sogar die Sonne durch die Wolken und wir konnten unter blauem Himmel am weichen Eis klettern. Wir genossen es, dabei nicht so dick eingepackt zu sein wie gewohnt, sondern nur im Pullover klettern zu können. Die Sonne tat zwar uns sehr gut, war aber logischerweise schlecht für den gefrorenen Wasserfall weswegen wir auch ziemlich nass wurden. Für Sepp, Herbert, Thomas und Rudi stand auch gleich am ersten Nachmittag eine Mehrseillängen-Tour am Programm: Sie erkletterten den Remember, bei ebenfalls tollen Bedingungen. Alle Teilnehmer genossen die Stunden in der idyllischen Umgebung und als es am späten Nachmittag Zeit wurde wieder aufzubrechen wollte niemand so richtig den Weg ins Tal antreten. Am Abend gabs dann nach einem ausgiebigen Mahl noch eine kurze theoretische Einführung ins Eisklettern von Norbert.

Am Samstag stand bei perfektem Wetter ein längerer Zustieg zum Siglitzcolouir und zum Siglitzfall an. Unter blauem Himmel und bei in der Sonne glitzerndem Pulverschnee traten wir von Sportgastein aus hochmotiviert den fast eineinhalb Stunden dauernden Zustieg an. Dabei folgten wir zuerst einer Langlaufloipe bevor wir durch knietiefen Pulverschnee wateten. Noch niemand vor uns hatte diese tolle Landschaft im Schnee betreten und rundherum glitzerten die verschneiten Berge. Der unberührte Schnee vor uns hieß allerdings auch, dass wir neu spuren mussten, was Sepp, Markus, Rudi und Thomas auch tapfer taten. Nach ca. eineinhalb Stunden erreichten wir das Siglitzcolouir. Der Fall lag im Schatten und war deshalb von den eisfeindlichen Temperaturen der letzten Tage nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. So bot er tolle Möglichkeiten für alle. Es wurden wieder Top-rope Stationen eingerichtet, doch das war uns diesmal nicht genug. Herbert, Marvin und Birgit durften in den Vorstieg hineinschnuppern und konnten feststellen, wie anstrengend es ist, Schrauben zur Sicherung ins Eis zu drehen. Christoph H. und Rudi konnten den Vorstieg im Eis perfektionieren. Am Nachmittag entschloss sich Sepp mit Oli und Christoph F. den Sieglitzfall mit zwei Seillängen zu erklimmen.

Viel zu schnell neigte sich der Tag dem Ende zu und wir mussten wieder abbauen und den Rückweg durch den Tiefschnee antreten. Ein verdientes Bier und Apfelsaft-Leitung konnten wir nach dem langen Abstieg gleich beim Parkplatz in Sportgastein genießen, bevor wir den Heimweg antraten. Dort wurden wir von Andrea wieder einmal königlich verköstigt. Am Abend gabs dann noch ein Lehrvideo übers Eisklettern im Allgemeinen und über Eisschrauben im Besonderen, das uns zeigte, wie viel Eisschrauben, wenn sie gut und in Eis mit guter Qualität gesetzt sind, eigentlich aushalten.

Am Sonntag machte uns das Wetter dann leider einen Strich durch die Rechnung. In der Früh nieselte es leicht bei 4 Grad Plus. Deswegen beschlossen unsere Guides nicht zu einem der großen Fälle zuzusteigen. Nichtsdestoweniger erwartete uns aber einer der spannendsten Eisklettertage. Wir brachen zum Mozartplatz in Bad Gastein auf, wo wir im Klettergarten noch gute Eisbedingungen vorfanden. Mit Top-rope Stationen konnten wir noch mal unsere Technik im Eis perfektionieren. Highlight war jedoch, dass wir Dry-tooling ausprobieren konnten. Der Klettergarten eignete sich perfekt um mit den Eisgeräten am Fels zu klettern. Diese tolle Erfahrung war für fast alle von uns neu und wir entwickelten richtigen Ehrgeiz die anstrengenden Routen mit den Geräten zu meistern. Das Schwierigste dabei war, zu akzeptieren, dass die Eisgeräte auch in den kleinsten Felsspalten guten Halt hatten. Mit diesem Vertrauen in die Geräte und Steigeisen war es dann ein tolles Gefühl auch so den Felsen erklettern zu können. Zusätlich hatten wir den ganzen Tag über Glück mit dem Wetter – es hatte zu nieseln aufgehört und fing erst wieder an, als wir zusammenpackten und wieder aufbrachen. Als krönenden Abschluss bekamen wir von Andrea noch die besten Bauernkrapfen im ganzen Gasteinertal. So gestärkt traten wir am späten Sonntagnachmittag bei strömendem Regen die Heimfahrt an.

Trotz des schlechten und warmen Wetters hatten wir ein paar tolle Eisklettertage genoßen und freuen und schon auf nächstes Jahr und einen hoffentlich kälteren Winter!

 

Text:    Birgit Loibnegger

Fotos:  Norbert Neumayr

Zu den Bildern

 
 
 

Anfragen zum Internetauftritt und zur Wartung