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Walliser Alpen – Dom (4.545m), 10.-16.07.2016 (Walliser Alpen – Dom (4.545m), 10.-16.07.2016)

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Walliser Alpen – Dom (4.545m), 10.-16.07.2016

Mo. 11.07.2016: Anstieg zur Bordierhütte

Wir stiegen von Gasenried (1.650 m) um 13 Uhr 10 mit der Prognose von schweren Gewittern im Nacken in 4 Stunden zur Bordierhütte auf. Es begleiteten uns aber nur zwei leichte Gewitter mit Regenschauern. Unter der Bordierhütte (2.880 m) mussten wir das Blankeis des Riedgletschers überqueren; danach erreichten wir über einen Klettersteig die Hütte.

Di, 12.7.2016: Groß-Bigerhorn (3.626 m)

Wechselhaft (Sonne, Regen, Schnee )

Wir wollten eigentlich um 4 Uhr zum Balfrin starten. Doch nach dem Frühstück regnet es. Daher zurück ins Bett. Nächster Start 8 Uhr bei Sonne. 2 Std. später aber schneite es wieder. Als Eingehtour ging sich das Gr. Bigerhorn (3 626 m) mit 4 Stunden Gehzeit jedoch aus. Schneefelder und Gletscher waren total durchweicht. Man sank Knie- bis Hüfttief ein. Deshalb waren wohl alle anderen Gruppen abgestiegen - wir verblieben die einzigen Gäste auf der Hütte.

Mi, 13.7.2016: Windjoch (3.850 m), Ulrichshorn (3.925 m)

Starker Nieselregen dann sonnig über 3.300 m, kühl, ideale Verhältnisse; 1.100 Hm, 6 1/2 Std

Um 4 Uhr Frühstück. Überquerung zur Mischabelhütte auf 3.335 m. Wir waren wie am Vortag ganz alleine unterwegs (der Wetterbericht war schlecht). Sehr stimmungsvoll und über den Wolken sehr schön durch die Inversion auf 3.300 m.

Do, 14.7.2016: Abbruch am Weg zum Nadelgrat

Stürmisch kalt, meist bedeckt mit kurzen Sonnenfenstern. 400 Hm.

Um 2 Uhr Frühstück auf der Mischabelhütte. Danach erster Versuch, den wir nach 30 min abbrechen mussten. Kalter Sturm, der uns den wenigen Neuschnee waagrecht ins Gesicht blies. Zurück ins Bett. Um 7 Uhr45 Sonnenalarm. Wir versuchten erneut unser Glück, jedoch der Sturm blies einem aus der Spur. Daher Abbruch auf ca. 3.700 m.

Fr, 15.07.2016: Erneut Abbruch, Hüttenwechsel

Sonnig, sehr starker Höhensturm, sehr kalt.

Um 3 Uhr 30 Frühstück. Knapp oberhalb der Windlucke auf ca. 3.900 m ist der kalte Sturm nicht mehr zu bewältigen, Eis und Erfrierungen im Gesicht. Die Seilschaften vor uns hatten alle bereits umgedreht, auch wir mussten wieder abbrechen.

Zerknirscht und nicht bereit, noch einen Tag auf der Mischabelhütte herum zu lungern, entschlossen wir uns , nach Saas Fee auf 1.800 m abzusteigen (sehr steil, klettersteigartig), und mit Bus/Bahn nach St.Niklaus, sowie mit dem Auto nach Randa (1.420 m) zu fahren und zur Domhütte aufzusteigen.

In Randa ist Parken praktisch überall verboten und die öffentlichen Parkplätze waren voll. Daran wäre zur fortge-schrittenen Stunde das Unternehmen Dom noch fast gescheitert.  Daher fragten wir beim Marco um einen Parkplatz und buchten gleich die Folgenacht. Damit hatten wir 2 Fliegen auf einen Streich: den Parkplatz und das Nachtquartier für die übernächste Nacht mit Dusch- und Ausschlafmöglichkeit vor der 12- sündigen Heimfahrt.

Für den vierstündigen Aufstieg zur Domhütte 2. 940 m, hieß es nun sehr ökonomisch zu sein, denn in ein paar Stunden, um 2 Uhr 15 würde wieder der Wecker läuten, für die nächsten 6 - 7 Stunden Anstieg.

Sa, 16.07.16: Dom und Talabstieg nach Randa

Sonnig, windig, in der Höhe ziemlich stürmisch, wärmer.

Um 2 Uhr 30 Frühstück, vor uns ein Aufstieg von 1.720 Hm, sowie ein Abstieg von 3.300 Hm.

Wir starteten um 3 Uhr 30 als Letzte . Daher hatten wir beim Nadelöhr Festilucke keine Wartezeit.  Der kürzere Anstieg über den Festigrat war wegen des Höhensturmes nicht möglich und der starke Wind verursachte in der Spur am Gletscher den kraftraubenden Triebschnee. Der Wind entwic-kelte sich im Gipfelbereich wieder zu einem Sturm, wenig-stens nicht mehr ganz so kalt wie am Vortag. Nach 7 3/4 Stunden erreichten wir den Gipfel auf 4.545m. Die herrliche Aussicht genossen wir wegen des Sturmes nur kurz. Jetzt standen 3.300 Hm Abstieg vor uns, nur unterbrochen von einem Einkehrschwung in der Europahütte.

Im Hotel angekommen spendierte Marco noch ein Fläschchen Waliser Rose bevor wir ins Bett fielen.

Abschlußgedanken

Dadurch, dass uns die Überschreitung des Nadelgrates nicht möglich war, nahmen wir einige Strapazen auf uns, um unser Hauptziel, die Bestei-gung des Doms mit seinen 4.545 m zu er-reichen. Es galt in zwei Tagen, im Aufstieg 3.850 m und im Ab-stieg 5.400 m zu bewältigen.

Trotz allen Überle-gungen und Zweifel, ob es dafür stünde, von der Mischabelhütte welche bereits auf 3.335 m und daher in der Nähe der 4.000er-Gipfel liegt, ins Tal abzusteigen und wie-der aufzusteigen, hat-ten wir uns dazu entschlossen. Und es hatte sich letztlich gelohnt!

Obwohl die Tourentage von kalten Höhenstürmen und Schneefall geprägt waren, konnten wir doch 3 schöne Gipfel machen und 3 sehr alpine und gut geführte Hütten genießen. Abgerundet wurde das Erlebnis mit unerwartet tollen Wet-terstimmungen.

Text : Pauli Fleißner

Fotos: Christoph Sützl, Pauli Fleißner

  • Am Dom - Gipfelgrat
  • Grafik zur Mischabelgruppe

  • Anstieg zur Bordierhütte

  • Am Ulrichshorn

  • Grat zum Nadelhorn bei Sturm (Schneefahnen)

  • Blick vom Dom zur Monte Rosa und Liskamm

  • Christoph am Dom

  • Blick vom Dom zu Matterhorn, Dent d'Herens, Obergabelhorn, Grand Combin, Mont Blanc , Grand Jorasses, Dent Blanche, Zinalrothorn,......

 
 
Dom Gipfelgrat
 
 
Grafik zu Mischabell
 
 
Anstieg zur Bordierhütte
 
 
Am Ulrichshorn
 
 
Grat zum Nadelhorn bei Sturm (Schneefahnen)
 
 
Blick vom Dom zur Monte Rosa und Liskamm
 
 
Christoph am Dom
 
 
Blick vom Dom zu Matterhorn, Dent d'Herens, Obergabelhorn, Grand Combin, Mont Blanc , Grand Jorasses, Dent Blanche, Zinalrothorn,......
 
 
 
 

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